Institut Deutsche Adelsforschung
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Alliierte und deutsche Flugschriften-Propaganda im Ersten Weltkrieg

Rezenison über Kriegswerbung und ihre Folgen in der Weimarer Republik

Kurz vor Weihnachten 1917 erschien in einer deutschsprachigen Tiroler Zeitung folgende Meldung, die sich mit der Zuschreibung von Ursachen für die italienische Niederlage befaßte: „Die ganze feindliche Presse sucht ihre Leser über die italienische Niederlage damit zu trösten, daß der Zusammenbruch am Isonzo nicht durch die Tapferkeit und die überlegene Führung der Mittelmächte errungen, sondern durch Verrat, durch deutsche und österreichische Agenten vorbereitet worden sei, die im italienischen Heere Mißstimmung über die Entente-Verbündeten und über die Zustände in Italien verbreitet hätten. 

`Daily Mail´ weiß sogar zu berichten, daß deutsche Flugzeuge in Flugblättern das Gift der Lüge zugleich mit `anderen Giften´ abwürfen, von denen aber die Lüge das gefährlichere sei. Diese verleumderische Erfindung ist nicht neu. Schon zu Beginn des Krieges hieß es, daß die Deutschen tätliche Gifte und sogar Seuchenbazillen-Kulturen als Kampfmittel verwendeten. Und bei allen erfolgreichen Phasen des Feldzuges tauchte diese lächerlichste aller Lügen erneut auf. Man darf sich also nicht wundern, daß man auf sie nach der italienischen Katastrophe erneut zurückgriff.

Weiter wird berichtet, daß auch unter den Flüchtlingen aus den besetzten Gebieten Oberitaliens sich deutsche und österreichische Offiziersspione befinden, die den Verrat in den Rücken der Italiener tragen und die Verwirrung vergrößern. `L´Homme Enchainé´ weiß zu erzählen, daß `gefälschte´ Num[m]ern des `Giornale d´Jtalia´ und des `Corriere della Sera´ auf diese Weise verbreitet würden, die von blutigen Aufständen in Neapel, Florenz, Sizilien und Apulien berichten, bei denen englische Kavallerie die Menge angegriffen hätte und mehrere hundert Personen getötet worden seien. Die Fälschung von Zeitungen war bisher das Vorrecht der Entente und gehörte zu den zahlreichen Mittelchen, mit denen sie den mangelnden Erfolg an den Schlachtfronten auszugleichen sucht. 

`Gefälschte Zeitungen´ brauchen wohl kaum über die blutigen Aufstände in Nord- und Süditalien zu berichten, weil sie sich in aller Oeffentlichkeit abgespielt haben und man in Italien jedenfalls über die Bluttage in Turin und anderswo sehr genau unterrichtet sein dürfte. Nicht unerwähnt mag ferner bleiben, daß wie zufällig im Zusammenhang mit all diesen Verleumdungen und plumpen Lügen in zahlreichen Blättern die Nachricht erschien, der deutsche Professor der Medizin Nicolai sei von einer hochgestellten Persönlichkeit befragt worden, ob es nicht möglich wäre, hinter der feindlichen Front Bomben mit Cholera- und Pestbazillen abzuwerfen. Die Größe unserer militärischen Erfolge pflegt sich in dem Umfang und der Stärke des sofort einsetzenden Verleumdungsfeldzuges widerzuspiegeln. Das verzweifelte Heranholen der ältesten und verbrauchtesten Mittel zur Hebung der gesunkenen Stimmung nicht nur in Italien, sondern auch in den übrigen Ländern des Vielverbandes zeigt uns die gewaltige Bedeutung unserer Siege über Italien. Unter diesem Gesichtspunkte verzeichnen wir die üblichen feindlichen Lügen, deren Widerlegung sich wahrlich nicht lohnt, sogar mit einem gewissen Behagen.“ [1]

In mehrfacher Hinsicht nun handelt es sich bei den vorigen Zeilen um eine bemerkenswerte Meldung. Sie war nicht nur ein Meisternarrationsprototyp für die spätere Legende der „Dolchstoss-Monomanen“, [2] sie gab darüber hinaus auch noch vor, feindliche Propaganda als eine Klandestinität aufzudecken und als Lüge zu entlarven. Sie gab vor, die wahren Hintergründe darzustellen, Lesende mit auf eine Entdeckung zu nehmen, sie mit der Narration zu fesseln, um ihnen etwas gänzlich Neues in sensationeller Weise zu präsentieren. 

Dabei war sie selbst eine dichotomistisch orientierte Propaganda zur Hebung der eigenen und negativen Beeinflussung fremder Kampfmoral. Denn die chemische Kriegsführung war bei französischen Truppen schon 1914, bei deutschen Truppen bereits seit 1915 in Anwendung. [3] Damit ist diese Zeitungsmeldung ebenfalls der Propaganda des Krieges beizurechnen. 

Hierbei ging es nicht um das hehre Zeil der Wahrheitsfindung, sondern um gezieltes historische Emnpörungsmanagemt in doppelter Hinsicht: Aufstandsdämpfung in den eigenen Reihen und an der „Heimatfront“ sowie Aufstandsbeförderung in den gegnerischen Reihen der Alliierten. Zugleich sollten derlei Texte ein nachträgliches Rechtfertigungsnarrativ und Sinngebungsverfahren für die Niederlage am Isonzo liefern. Die geschickt eingesetzten sprachlichen Mittel der Narration waren teils verblüffend einfach: Um Argumente zu widerlegen, wurden diese entweder durch bewußte oder unbewußte Lügen, aber auch – erstaunlicherweise – durch bloßes Ignorieren von Behauptungen („sich wahrlich nicht lohnt“) nach der Plazierung verächtlichmachender und pejorativisierender („lächerlichste aller Lügen“) sowie Glaubwürdigkeit nehmender Formulierungen („die üblichen feindlichen Lügen“) behandelt. In einem artefaktischen Sinne wurde daher Krieg mit Krieg und in einem mentefaktischen Sinne wurden Lügen mit Lügen beantwortet. Tatsächlich flogen im Stellungskrieg in Ost und West im ersten Weltkrieg zwischen 1914 und 1918 nicht nur Minen aus Minenwerfern, sondern auch Flugblattpakete zur Demoralisierung der jeweiligen Kriegsgegner über die Linien.

Detailliert untersucht – und nicht nur, wie hier gezeigt, schlaglichtartig vorgeführt – hat diesen Themenkomplex nun erstmals Dr. phil. Christian Koch M.A. B.A., welcher mit seiner Analyse im Jahre 2013 an der Universität Düsseldorf promoviert worden ist und auch sich bereits zuvor vor allem im Bereich der Historie des ersten Weltkriegs mehrfach akademisch qualifiziert hat. [4] Die 486 Seiten umfassende Dissertation beschreibt das Phänomen unter dem Titel „Giftpfeile über der Front. Flugschriftpropaganda im und nach dem ersten Weltkrieg“ (Klartextverlag Essen, Broschur, 29 Abbildungen, Preis: 32,95 Euro) und ist im Juni 2015 in gedruckter Form erschienen. 

Koch zeigt darin eindrücklich, wie die Alliierten und Deutschen Propaganda betrieben und orientiert sich dabei zunächst vor allem ereignisgeschichtlich; amerikanische, englische, französische und deutsche Flugschriften, ihre Konzeption, Entstehungsgründe, Herstellung und Verbreitung durch Ballons, Flugzeuge, Pressewerfer und Holzhandgranaten stehen dabei im Vordergrund. Dabei erwies sich laut Koch die deutsche Propaganda im Vergleich zur alliierten Empörungslenkung als mangelhaft, was auf die schlechte militärische Lage Deutschlands nach den Materialschlachten von Verdun 1914 und an der Somme 1916 zurückzuführen war, aber auch auf eine geringere Erfahrung, mangelnde Praxis und die Zurückhaltung von Heerführern, sich dieses „moderne“ Kampfmittel anzueignen. 

Was die Wirkungsgeschichte anlangt, so sind indes kausale Zusammenhänge und namentlich monokausale Erklärungen des Empörungsmanagements schwer einzuschätzen. [5] Koch kommt aber zu dem Ergebnis, daß die Flugschriften-Propaganda des ersten Weltkrieges nur dort erfolgreich im Sinne ihrer Protagonisten wirken konnte, wo bereits militärisch und moralisch krisenhafte Zustände herrschten, sie also weniger eine auslösende als mehr flankierende Funktion in der Kriegsführung besaßen. 

Diesen Inhalten seines ersten Untersuchungsteils, der sich mit der Zeit 1914 bis 1918 befaßt, schließt Koch einen zweiten Teil an. Hierin geht er auf die Verwendung der Diskursfigur ausländischer Propaganda als Leitbild für die Dolchstoßlegende ein, dabei erwähnend, daß die deutsche Propaganda totgeschwiegen wurde. Denn weil die Alliierten den Weltkrieg „gewonnen“ hatten, mußte die deutsche Propaganda wirkungslos gewesen sein. Wollte man aber einen Zusammenhang zwischen „Verlieren“ und Propaganda aufrechterhalten, konnte nur behauptet werden, daß ausländische Propaganda das siegreiche deutsche Heer demoralisiert hätte und daher Propaganda eine enorme Wirkung gehabt hätte. 

Als Abwehrstrategie wurde dabei seitens der Deutschen die Zuschreibung der Niederlage auf äußere Umstände attribuiert; so konnte das eigene Selbstwertgefühl aufrecht erhalten bleiben. Insofern kann davon ausgegangen werden, daß das, was Deutsche oder die mit ihnen Verbündeten über Kriegspropaganda dachten, von ihnen als Wahrheit betrachtet und ernst genommen worden ist. 

Symptomatisch dafür ist ein Zeitungsausschnitt aus Bozen von Anfang Oktober 1918, in dem die eigene Kriegspropaganda zwar als solche erkannt, doch nur als Defensivmaßnahme klassifiziert worden war: „Die Formen der Kriegspropaganda besprach am Sonntag, 6. Oktober, in einem vom Kriegsfürsorgeamte Bozen-Gries im Edenkino im Rahmen der vaterländischen Vorträge gehaltenen Vortrage der Frontpropagandagruppe unseres Kriegspressequartiers zugeteilte Hauptmann Prof. Neumair. Er zeigte an der Hand erbeuteter feindlicher Propagandafilms [sic!] und zahlreicher Propagandabilder im feindlichen Auslande, sowie verschiedener von unserer Seite hergestellter Films [sic!] und Bilder die Art, in der hüben und drüben die nun einmal unerläßliche Kriegspropaganda geübt wird. 

Drüben mit aller Gehässigkeit, mit Blutrünstigkeiten jeder Art, mit boshafter Täuschung und unehrlichen Mitteln, in Oesterreich-Ungarn und Deutschland mit überlegenem Humor, ehrlich und darum durch Wahrhaftigkeit wirkend und die Entstellungen der Gegner aufdeckend. Die hochinteressanten Ausführungen des Sprechers, der das Thema in nahezu inständigem Vortrage mit Wärme behandelte und die Vorführung der Bilder gaben vereint den besten Gesamteindruck von der Beeinflussung der Volkspsyche, wie sie von den Propaganda-Organisationen der kriegführenden Mächte, namentlich auch von der Presse geübt wird und auch im neutralen Auslande wirken soll.“ [6]

Für den Untersuchungszeitraum stellt Koch daher fest, daß durch Allelopoiese eine Transformation der alliierten Propaganda stattfand. [7] Sie diente nun in Form der Dolchstoßlegende [8] als Rechtfertigung für die Kriegsniederlage, als Narrativ für die Wiederherstellung eines kollektiven Kohärenzgefühls nach dem Krieg und ihrerseits wieder – ganz entgegen dem Erfindersinne der Ententemächte – als propagandistische Waffe im Kampf konservativer und monarchistischer Kreise gegen die Weimarer Republik, schließlich mit als Legitimation einer Wiederaufrüstung, die nicht zuletzt 1935 in die Wiedereinführung der Wehrpflicht im NS-Staat mündete. Kochs Ausblick geht bis zum Kriegsbeginn 1939, als die Nationalsozialisten aus den „Fehlern“ der Vergangenheit gelernt hatten, um die Propaganda in neuerem Gewande für ihre Ziele eines gewalttätigen Weltkrieges zu instrumentalisieren.

Zu kristisieren ist an dem Bande wenig. Dazu gehört das Lektorat. Gehäuft treten Kommafehler, Druckfehler, zu viele Worte oder fehlende Worte und kuriose Jahreszahlen auf, so daß der flüssige Lesefluß öfters gestört wird, man manchmal wegen der Kommasetzung, einem Punkt mitten im Satz oder fortgelassener aber notwendiger Satzbestandteile sogar länger überlegen muß, was mit dem Satz eigentlich ausgesagt werden soll, da man sich über gedachte Kommata selbst den Sinn erschließen muß. Inhaltlich ist es weiters erstaunlich, daß die Arbeit ohne die Erklärung einer Methodik auskommt. Nach welchem theoretischen Fahrplan die Arbeit – außer der möglicherweise verwendeten grundlegenden historischen Methode – verfährt, bleibt daher opak. 

Auch als Koch Buchpublikationen auswertet, von denen er in der „Bibliographie der geistigen Kriegsführung“ von 1938 über 300 Positionen fand, begründet er nicht die Auswahl von rund einem halben Dutzend der untersuchten Werke, die er behandelt. Zwar bemerkt er, er habe hiervon – verständlich bei der großen Anzahl – nur die „wichtigsten“ Werke  berücksichtigt, zugleich erklärt er aber nicht, wie er diese „Wichtigkeit“ festgestellt haben will. 

Ebenso fehlt dem Werk ein heuristisches Protokoll oder auch nur der Hinweise darauf (dies ist leider immer noch kein Standard in geschichtswissenschaftlichen Qualifikationsarbeiten), [9] wird aber ein wenig aufgefangen immerhin durch eine Reise durch die Heuristik, deren Ergebnisse Koch am Beginn seiner Promotionsschrift anführt (ohne indes die von ihm verwendeten Begriffe bei seinen Recherchen und in seinen Suchwegen nachzuweisen). In diesem Kontext und in dem der Druckfehler mutet es indes seltsam an, wenn Koch behauptet, er habe für die Buchpublikation seine Dissertation „leicht überarbeitet“. War die Dissertation etwa noch druckfehlerreicher? 

Zuletzt sei auf die schlechte Formatierung des Inhaltsverzeichnisses verwiesen. Anstatt hier räumlich gestaffelte Einrückungen zu benutzen, werden in den Hauptkapiteln mit vielen Untergliederungen sämtliche Unterkapitel, egal welche Untergliederung vorherrscht, direkt in einer einzigen Spalte untereinander geschrieben. Das erschwert für die Lesenden den Überblick, der sich nun nur und ausschließlich aus der Kapitelnummerierung ergibt. 

Zweifel werden auch genährt an bestimmten bibliographischen Angaben, die schlicht unvollständig sind. So zitiert Koch einen Artikel „Flugblatt“ aus dem mehrbändigen „Lexikon des gesamten Buchwesens“, nennt aber nicht den Band, sondern nur die Seitenangaben. 

Grundsätzlich ist bei Koch außerdem in seinen bibliographischen Angaben nicht erkennbar, ob es sich bei angeführten Namen um Vornamen oder die Nachnamen von Koautor*Innen handelt. Bei den zahlreichen Druckfehlern fragt man sich nämlich, ob „Corsten, Pflug“ nun ein Tippfehler ist und es eigentlich „Carsten“ heißen müßte oder ob dies zwei Nachnamen sind? Eigene Recherchen bringen dann das Ergebnis, daß es sich um zwei Nachnamen handelt.

Abgesehen von diesen Mißlichkeiten in der Usability des Werkes ist Koch dennoch inhaltlich ein bemerkenswertes Buch gelungen, welches namentlich nicht nur ereignisgeschichtlich mit dem ersten Teil, sondern gerade durch die Kombination mit den transformatorisch agierenden Akteuren und der instrumentalisierten Nachwirkungsgeschichte ein besondere Note erhält, die dem Buch seinen eigenen Reiz verleiht und außerdem die o.g. neue Erkenntnisse zu diesem Centenariums-Modethema dieser Jahre, das wohl auch noch bis 2018 attraktiv bleiben wird, generiert hat. Die Studie bereitet außerdem die Grundlage für weitere Fragestellungen. So wären kulturwissenschaftliche Einordnungen der Allelopoieseformen, aber auch Analysen der historischen Diskurse der Rechtfertigungsstrategien in der militärpolitischen Kommunikation des ersten Weltkrieges denkbar und ein lohnenswertes zusätzliches Arbeitsfeld der Zukunft.

Diese Rezension erscheint ebenso gedruckt in der Zeitschrift für deutsche Adelsforschung und stammt von Claus Heinrich Bill B.A.

Annotationen: 

  • [1] = Nomen Nescio: Die Ursachen der italienischen Niederlage?, in: Meraner Zeitung (Meran), Ausgabe Nr. 281 vom 7. Dezember 1917, Seite 6
  • [2] = Der – freilich pejorative – Begriff wurde entnommen aus dem Artikel von A.K.: Logik im Dreierlicht-Format. Das nationale „also“, in: Berliner Volkszeitung (Berlin), Morgen-Ausgabe Nr. 236 vom 22. Mai 1929, Seite 3
  • [3] = Siehe dazu Dieter Martinetz: Der Gaskrieg 1914-1918. Entwicklung, Herstellung und Einsatz chemischer Kampfstoffe, Bonn 1996
  • [4] = Seine Arbeit zum Master of Arts an der Düsseldorfer Heinrich-Heine-Universität stammt von 2008 wurde veröffentlicht unter dem Titel: Der Hindenburgkult und das Tannenberg-Denkmal (Norderstedt 2008). Sie ist ideologie- und zugleich kulturgeschichtlich orientiert. Ihr abgeschwächtes Alleinstellungsmerkmal liegt in der Verknüpfung zwischen einem baulichen Artefekt und einem populären konservativen Mentefakt, aber auch dort fehlt bereits ein Kapitel zur verwendeten Methodik oder Theorie. Das Wort „abgeschwächt“ wurde hier deswegen verwendet, weil das Thema bereits zuvor verhandelt wurde bei Heike Fischer: Tannenberg-Denkmal und Hindenburgkult. Hintergründe eines Mythos, in: Michael Hütt (Hg.): Unglücklich das Land, das Helden nötig hat. Leiden und Sterben in den Kriegsdenkmälern des 1. und 2. Weltkrieges, Marburg 1990 (Studien zur Kunst- und Kulturgeschichte, Band VIII), Seite 28-49. Kochs Qualifizierungsarbeit zum Bachelor of Arts (2006 an der nämlichen Universität eingereicht) trug den Titel „Bildpropaganda für die deutschen Kriegsanleihen im Ersten Weltkrieg“. Beide akademischen Arbeiten sind in Auszügen online beim Norderstedter Grinverlag (http://www.grin.com/de) einsehbar. Die bibliographischen Nachweise entstammen u.a. dem Online-Katalog der Deutschen Nationalbibliothek zu Leipzig (https://portal.dnb.de/opac.htm).
  • [5] = Der Begriff „Empörungsmanagement“ wurde übernommen von Prof. Dr. Rainer Mausfeld aus dessen nicht gedruckt vorliegendem Vortrag „Warum schweigen die Lämmer? Demokratie, Psychologie und Empörungsmanagement“, gehalten auf dem Institutskolloquium des Instituts für Psychologie der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel am 22. Juni 2015. Mausfeld unterschied dabei Aufstandsbekämpfung von Aufstandsentfachung zur Legitimierung von Gewaltanwendung. Assoziiert werden können mit der Bekämpfung im eigenen System Zuschriebungen wie „Terrorismus“, „staatsgefährlich“, „Gefahr für die Öffentlichkeit“, „Gefahr für die Allgemeinheit“ und „Volksschädlinge“, mit der Entfachung in mißliebigen fremden Systemen aber attribuierende Vokabeln wie „humanitäre Intervention“ et cetera.
  • [6] = Nomen Nescio: Die Formen der Kriegspropaganda, in: Der Tiroler (Bozen), Ausgabe Nr. 231 vom 8. Oktober 1918, Seite 3
  • [7] = Zum Allelopoiese-Modell siehe Hartmut Böhme / Lutz Bergemann / Martin Dönike / Albert Schirrmeister / Gorg Toepfer / Marco Walter / Julia Weitbrecht (Hg.): Transformation. Ein Konzept zur Erforschung kulturellen Wandels, Paderborn 2011 
  • [8] = Siehe dazu die entsprechenden Handbuchartikel bei Paul Herre (Hg.): Politisches Handwörterbuch, Band I., Leipzig 1923, Seite 457-461, sodann Wolfgang Benz (Hg.): Legenden, Lügen, Vorurteile. Ein Lexikon zur Zeitgeschichte, München 1990, Seite 55-57, ferner Horst Bartel / Dieter Fricke (Hg.): Wörterbuch der Geschichte, Band I., (Ost-) Berlin 1983, Seite 238-239, weiters Manfred Asendorf / Jens Flemming / Achatz von Müller / Volker Ulrich: Geschichte. Lexikon der wissenschaftlichen Grundbegriffe, Reinbek 1994, Seite 156-157 sowie Thomas Meyer / Karl-Heinz Klär / Susanne Miller / Klaus Novy / Heinz Timmermann (Hg.): Lexikon des Sozialismus, Köln 1986, Seite 133
  • [9] = Siehe dazu Claus Heinrich Bill: Zur Einführung des heuristischen Protokolls als Standard-Recherche-Nachweis für die Geschichtswissenschaft, in: Zeitschrift für deutsche Adelsforschung, Folge Nr.85, Jahrgang XVIII., Sønderborg på øen Als 2015, Seite 2-21

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