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Die Wappen des polnischen Adels

Autoren: Werner Zurek und Thadäus Freiherr von Lison. © Copyright bei Werner Zurek, 2001


Polnische Uradels-Stammwappen (Vorwort)

Die alten polnischen Stammwappen bildeten in ihrer unverändert gebliebenen Form ein Kennzeichen der Zusammengehörigkeit der oft zerstreut lebenden Zweige eines Geschlechts und ein Unterscheidungszeichen von anderen, ein anderes Wappen führenden gleichnamigen Geschlechtern. Beim polnischen Uradel liegt die Entstehung des Wappens meist in tiefem Dunkel. Der Stifter wählte das Motiv des Wappens, sei es aus dem religiösen oder aus dem ritterlichen Leben, vielfach auch aus dem ritterlichen Frauendienst, oder er wählte sonst ein Zeichen, das ihm die Erinnerung an ein ihn betreffendes, öffentliches oder in seinem privaten Leben bedeutungsvolles Ereignis bewahren sollte; eine Deutung hat sich durch kein Schriftstück, meist nur durch eine oft sagenhafte Deutung in der Familie erhalten.

Im alten Polen bildeten sich keine Heroldsfiguren in den Wappen aus; diese haben sich also in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten und waren auch keinen heraldischen Regeln unterworfen. Das Wappenbild im farbigen ungeteilten Schildfelde und der Helmschmuck bildeten das Wappen. Helmdecken und Schildhalter gehörten nicht zu diesem und waren nur eine vom Ausland angenommene, ganz bedeutungslose Nebensache.

Die Kenntnisse über die polnischen Adelswappen erweiterte sich nur allmählich. Dlugosz, der erste heraldische Schriftsteller Polens, gab in seinem Traktat "Insignia seu Clenodia regni Poloniae" (geschrieben 1466-70) Nachricht über 103 Wappen, von denen etwa 50 beschrieben waren. Kromer (gestorben 1569) erwähnte 115 Wappen; Paprocki (gestorben 1614) gab in seinen Hauptwerken 1578 und 1584 schon Nachricht über 220 Wappen. Okolski (gestorben 1654) brachte die Zahl bis auf 290. Konopacki hinterließ ein Manuskript über die preußischen und Kolajowicz (gestorben 1674) über die litauischen Wappen. Aus diesen Schriftstellern schöpfte wiederum Niesiecki (gestorben 17439 und beschrieb etwa 500 Wappen. Nach diesem schrieben über Familien und Wappen noch folgende Verfasser: Dunczewski, Warszyckl, Kuropatnicki, Krasicki, Malachowski und Wieladek. Was die Letztgenannten brachten, benutzte Bobrowicz, um in seiner 1839 bis 1846 erschienenen Neuausgabe des Werkes von Niesiecki kritisierende, berichtigende und vervollständigende Zusätze zu machen. Der Historiker Lelewel verfaßte in dieser Neuausgabe Niesiecki's Abhandlungen über die Entstehung und Entwicklung des polnischen Adels und Wappenwesens. Besonders wichtig sind noch folgende Werke von Sinapius über Schlesien, von Milewski über Masowien, Ketrzynski über Preußen, Borkowski über Galizien, Zychlinski über Großpolen und von Piekosinski "Die polnische Ritterschaft des Mittelalters" und von Maleck "Heraldische Studien."

Erklärend muß noch erwähnt werden, daß in Polen bis zu mehreren hundert unterschiedliche und verschiedenartige Familien dasselbe Wappen führen konnte. Diese Verbindung nannte man eine Wappengenossenschaft. Das polnische Wort für Wappen lautet "Herb" = Erbe, abgekürzt "h". Der Name des Verfassers lautet daher eigentlich vollständig auch Werner Zurek h Szur.

In der folgenden Aufstellung bezieht sich die Zahl hinter dem Stammwappen auf die Anzahl der unterschiedlichen Familien, die zu dieser Wappengenossenschaft gehörten. Bitte beachten Sie, daß bei dieser alphabetischen Auflistung der Namen die ursprünglichen diakritischen Zeichen des polnischen Alphabets entallen müssen. Da dies eine eigene alphabetische und numerische Buchstabenwertigkeit besitzt, ist bei etlichen Namen die alphabetische Reihenfolge nicht immer gewährleistet. Man sollte also stets alle Namen innerhalb einer Buchstabengruppe durchsehen.


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Online gestellt 13.04.2000, ergänzt 14.01.2001 u. 03.03.2001