Institut Deutsche Adelsforschung
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Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500-1750

Volltext-Edition zu Lebensläufen aus mecklenburgischen Leichenpredigten

Auf diesen Seiten finden Sie kostenfrei den Volltext einer Publikation mit einer thematischen Einleitung und Übersicht aus unserem Hause, die sich mit der Auswertung von Leichenpredigten aus der Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern zu Schwerin beschäftigt und vor allem aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel verfaßt wurde. Bei Zitaten unserer Texte erbitten wir die entsprechende Quellenangabe.

Sophia Margaretha v.Vieregge (1645-1668)

geborene v.Lützow

Ihre Eltern waren Barthold Hinrich v.Lützow, seines Zeichens Fürstl. Niedersächsischer Landrat, Hofgerichtsassessor, Fürstl. Mecklenburgischer Hauptmann zu Stove und Erbherr auf Seedorff in Niedersachsen und seine Gattin Dorothea Maria v.Bülow a.d.H. Wedendorff. In Ratzeburg erblickte sie am 3.Oktober 1645 das Licht der Welt. Von Kindheit an christlich aufgezogen, brachte sie ihren Eltern stets den nötigen Gehorsam entgegen und entwickelte sich ganz zu einer adeligen wahren Jungfrau. Durch den frühen Tod des Vaters aber war sie mit ihren Geschwistern Halbwaise geworden. Umsomehr half sie ihrer Mutter im Haushalt. 
Dann aber wurde Christoph v.Vieregge bei ihrer Mutter vorstellig und bat um ihre Hand. Da sie einwilligte, wurde am 18.August 1667 auf Seedorff die Hochzeit gefeiert. Da ihr Gatte Erbherr auf Radum und Barentin war, zog sie nun von Seedorff weg. Aus seiner ersten ehe besaß ihr Mann bereits Kinder; so hatte sie sogleich eine ganze Familie im Hausstand zu versorgen und nahm die Stiefkinder wie ihre eigenen an. 

Schließlich wurde sie schwanger und das erste gemeinsame Kind kündigte sich an. In dieser Situation war sie gerade zu Besuch bei ihrer Schwester Maria Anna auf dem väterlichen Seedorff. Hier wurde sie noch vor der Geburt krank, bekam einen Anstoß von Fieber, blutete acht Stunden kontinuierlich aus der Nase und begab sich wieder zurück nach Radum. Schwere Schmerzen peinigten sie in Rücken und Hüfte. 

Endlich ließen die Schmerzen nach, als ein Sohn geboren worden war. Am kommenden Tage, dem 7.März 1668, wurde das Kind, da sich die Mutter ziemlich schwach fühlte, auf den Namen Barthold Hinrich getauft. Denn nach der Entbindung hatte sie  wieder über große Hitze geklagt und 12 Stunden lang erneut aus der Nase geblutet. Einige Zeit lag sie noch zu Bett, dann war ihr Ende gekommen. Am 15.Mai 1668 zwischen ein und zwei Uhr nachmittags verstarb sie in ihrem 23.Lebensjahr. Am 1.Juli desselben Jahres fand ihre Beisetzung in Wattmannshagen statt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (30)


Jörg v.Wackerbarth (†1586)

Fürstl. Meckl. Rat, Schwerinischer Stiftshauptmann, Erbherr auf Katelbogen, Moisall

Er wurde als Sohn des Detlof v.Wackerbarth, der aus Niedersachsen stammte, und seiner Gattin Pelle v.Plessen a.d.H. Neuhoff in Mecklenburg (die über 90 Jahre alt wurde!) geboren. Als er etwa 12 Jahre alt war, starb sein Vater und seine Mutter gab ihn daraufhin an den Hof der Fürstin Dorothea geborene von Braunschweig, Gattin des Herzogs Magnus des Älteren zu Sachsen. Nachdem er hier seine ersten Fundamente in der Erziehung gelegt hatte, wanderte er an den Hof der Fürstin Helena zu Mecklenburg, einer geborenen Pfalzgräfin und Gattin Herzog Heinrichs zu Mecklenburg. Hier verblieb er zur Lehre bis zum Tode seiner Dienstherrin. Dann wurde er als Kämmerer bei Bischof Magnus zu Schwerin, dem Sohn Herzog Heinrichs zu Mecklenburg, angenommen. 

Später, da er sich in seinem Amt sehr bewährt hatte, wurde er vom Bischof als Amtshauptmann über Bützow und das Stift Schwerin eingesetzt. 1544 dann hatte er Ursula v.Vieregge geheiratet, die ihrerzeit bei Herzogin Elisabeth zu Mecklenburg geb. Prinzessin von Dänemark, als Kammerjungfer tätig gewesen war. Sie war die Tochter des Hardenack v.Vieregge auf Weitendorf und Rossewitz sowie der Dorothea v.Bützow a.d.H. Poppendorf. Auf dem fürstlichen Haus in Güstrow in der Schloßkirche wurde die Hochzeit begangen und manche mecklenburgischen und lüneburgischen Edelleute waren zugegen. In den 42 folgenden Ehejahren wurden dem Paar zwei Söhne und vier Töchter geschenkt. 

Sein eigener Lebenswandel war demütig und christlich; in seinem Testament vermachte er der Kirche zu Bützow 400 Gulden. Er behielt auch die Gewohnhiet bei, dem Pfarrer zu Moisall jährlich 60 Gulden zu seinem Unterhalt zu spenden. Bald aber bekam er einen kranken Schenkel und starb schließlich am 28.August 1586 um kurz nach 11 Uhr. Seine Gattin folgte ihm aus Gram und Altersschwäche am 5.September vormittags 11 Uhr in den Tod nach. So wurden beide nebeneinander und zur gleichen Zeit ins Grab gesenkt, das sie am 8.September 1586 in der Stiftskirche zu Bützow  belegten.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (20-21)


Margaretha Catharina v.Wackerbarth (1607-1651)

geborene v.Dannenberg

 Sie entstammte einem uradeligen Geschlecht der Landschaft Lüneburg und wurde auf dem väterlichen Stammhause Breselentz am 13.Juli 1607 geboren. Ihre Eltern waren der Erbherr auf Breselentz und Lüchow Christoph v.Dannenberg und seine Gattin Anna v.Plato a.d.H. Grabow. Zuerst im Elternhaus erzogen, gab sie die Mutter zusammen mit ihrer Schwester, da sie meinte, die Erziehung würde bei der vielen Hausarbeit zu kurz kommen, ins Kloster Lühne im Herzogtum Lüneburg, wo sie nachgehends die wichtigsten adelichen Tugenden erlernte und ihr Fundament im Christentum legte. Nach dem Willen ihres Vaters kehrte sie aber nach einigen Jahren nach Breselentz zurück, weil die Mutter schon schwächlich war und Hilfe im Haushalt benötigte. Bis zum Tode der Mutter pflegte sie diese und übernahm und nach und nach den ganzen Hausstand. 

1626 verließ ihr Vater diese Welt und sie saß mit ihrer Scwester und ihrer Mutter allein auf Breselentz. Zum Beschwernis wurde der Familie, daß die feindlichen Kaiserlichen Truppen durch den Niedersächsischen Kreis und das Herzogtum Lüneburg zogen. Da die Söhne in Kriegsdiensten standen, mußten Schwestern und Mutter nach Hamburg fliehen, wo die Mutter nach drei Wochen verstarb. Die zwei Waisen aber hatten Glück im Unglück. Jetzt nahm sich die Fürstin Dorothea von Schleswig-Holstein geborene zu Schwarzburg und Hohnstein ihrer an und nahm beide an ihrem Hofe auf. 

Margaretha Catharina reiste daher nach Sonderburg und bekleidete hier etwa ein Jahrzehnt die Stelle einer Kammerjungfer. Als die Fürstin bettlägerig und krank wurde, pflegte sie sie unter Hintansetzung ihrer eigenen Gesundheit lange Zeit mit viel Beschwernis. 
Am Hof wird sie dann wohl auch ihren späteren Mann kennengelernt haben, denn Otto v.Wackerbarth war Fürstl. Mecklenburgischer Hofmarschall und des Herzogs Johann Christian von Schleswig-Holstein Kammerjunker. Auf dem fürstlichen Hause in Sonderburg wurde in Anwesenheit vieler hoher Personen am 28.November 1636 die Ehe geschlossen. Fünf Kinder, darunter vier Töchter, entsprossen dieser Verbindung. Zwei Töchter von ihnen lebten nur im Kindesalter, die anderen Kinder überlebten die Mutter jedoch. 

Neun Wochen vor ihrem Tode hatte sie die betrübliche Nachricht erhalten, daß ihre Schwägerin gestorben sei, die Frau ihres Bruders, des Obristleutnants Ernst v.Dannenberg. Mit ihrer Schwester, nunmehrigen Witwe v.Bülow, begab sie sich daraufhin zu ihrem Bruder. Am 13.März 1651 war sie wieder in Schwerin angelangt, bekam aber einen schweren Husten und eine enge Brust. Am 15.März spürte sie in ihrer linken Seite heftige Stiche, so daß sie kaum noch Atem schöpfen konnte. Sie erholte sich freilich noch einmal kurz, dann aber sah sie ihr Ende kommen. Neben dem Pastor bat sie auch ihre Kinder und deren Präzeptoren zu sich, um von ihnen Abschied nehmen zu können. Am 20.März verlor sie nachmittags 2 Uhr ihre Sprache und starb dann am selben Tage im Alter von 44 Jahren nachmittags um 3 Uhr. Beigesetzt wurde sie am Dienstag vor Pfingsten, den 13.Mai 1651.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (14) sowie Bd.LXX (19)


Berndt v.Wangelin (1552-1610)

Erbherr auf Schönhausen

Seine Eltern waren Joachim v.Wangelin und dessen Gattin Ursula v.Bülow a.d.H. Gudow. Um die Mittagszeit war er an einem Freitag im Juni 1552 geboren worden und nach der Taufe mit dem Katechismus erzogen worden. In späteren Jahren, als er schon sprechen und schreiben konnte, wurde er zu Köhne v.Hahn auf Basedow geschickt, der ihm vier Jahre lang die "fundamenta pietatis & artium" lehrte. In Straßburg und Tübingen besuchte er dann die Universitäten, studierte weiter die Wissenschaften und eignete sich fremde Sprachen an, namentlich die lateinische. 

Zusammen mit dem Kurfürstl. Brandenburgischen Landvogt Bernd v.Arnim zog er anschließend in die Niederlande, dann mit Eustachius v.Honsperg nach Frankreich. Dann löste er sich von seinem Begleiter, nahm fünf Pferde und stellte sich mit ihnen den Söldnerführern im Kriege zur Verfügung. Anschließend mit großem Ruhm wegen seiner Tapferkeit zurückgekehrt, blieb er 10 Jahre lang am Hof des Herzogs Bogislaw von Pommern-Stettin, aber "nicht wie gemein zu Hoffe geschicht / mit fressen / sauffen / spielen / fuchßschwentzerey / und andere Hoffepussen [Hofpossen]". Als er 37 Jahre alt war, verheiratete er sich 1590 mit Lucia v.dem Knesebeck, der Tochter des Franz v.dem Knesebeck auf Karvin und seiner Gattin Catharina v.Bülow und ließ sich auf seinem Gut Schönhausen nieder.

Lange Zeit war den Eheleuten aber nicht mehr gemeinsam beschieden. Als er am 22.April 1610 nach verrichtetem Morgengebet an der Tür stand, überfiel ihn plötzlich ein heftiger Frost, so daß er sich niederlegen mußte. Als der Anfall vorüber war, war er am kommenden Tage wieder aufgestanden und brachte die nächsten Stunden mit Schreiben und Lesen zu. Dann aber bekam er einen Anfall von Leibeshitze, der ihn am 1.Mai 1610 im 58.Lebensjahr in Schönhausen von dieser Erde nahm. Seine Beisetzung fand am 5.Juni desselben Jahres statt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (22)


Clement v.Wangelin (1594-1620)

Erbherr auf Ankershagen und Vielist

Er verlebte ein nur kurzes Leben von knapp drei Jahrzehnten und hatte dennoch viel erlebt in dieser Zeit. Am 29.November 1594 wurde er als Sohn des Clemens v.Wangelin, Provisor des Klosters Malchow, und seiner Frau Agnesa v.Badendick geboren. In ihrer 15jährigen Ehe hatten sie insgesamt acht Kinder, davon sechs Töchter und zwei Söhne: Hennecke, Joachim Oswald (Erbherr auf Vielitz), Sophia (oo Claus v.Lützow auf Lützow), Vicke (Erbherr auf Nossentin), Bernhard Ludolf (Erbherr auf Schwerin), Christian (Pfandgesessener auf Vielitz) sowie Agnesa (oo Vicke v.Moltzahn auf Ulrichshusen und Klaber). 

In väterlicher Zucht und Disziplin  erzogen, hatte sein Vater ihn nicht nur in der Gottesfurcht unterrichtet, "in dem er ihnen nicht allein Paedagoges mit großen Unkosten gehalten". Die Grundzüge der lateinischen Sprache erlernte er hier ebenso wie den lutherischen Katechismus. 

Da sein Vater früh verstarb,  kam er bald unter die Vormundschaft seines Onkels mütterlicherseits Ludolf v.Badendick, Fürstl. Lüneburgischen Landrats und Erbherrn auf Schneege, der ihn für zwei Jahre mit seinen eigenen Kindern in die Schule gab. Anschließend gab er ihn zur weiteren Ausbildung an seinen Oheim Christoff v.Badendick weiter, der als Fürstl. Lüneburgischer Gerichtsassessor und Erbherr auf Wrestedt lebte. 

Dort blieb er drei Jahre und als er mit ihm in Darmstadt am fürstlichen Lager des Landgrafen von Hessen logierte, blieb er kurzerhand dort und kam beim ebenfalls anwesenden Grafen v.Erbach unter, der ihn später zur weiteren Lehre zu einem Grafen v.Rappenstein ins Elsaß gab. Hier jedoch war er nicht gut aufgehoben. Der Graf hielt ihn schlecht, bürdete dem 16-17jährigen Jungen zu schwere Aufgaben auf. So mußte er ihm, der ein stattlicher und großer Mann war, im Sommer dessen Rüstung hinterhertragen, unter dessen Gewicht er beinahe zusammengebrochen wäre. 

Er wollte schon ausreißen und flüchten, als ihn nach zwei Jahren harten Dienstes sein mecklenburgischer Freund Levin Ludwig v.Hahn auf Basedow und Seeburg auslöste. Sie hatten sich auf der Reichsversammlung in Frankfurt am Main anläßlich der Kaiserausrufung des Erzherzogs Matthias von Österreich getroffen. Nun gelangte er zu einem Grafen v.Mansfeld, der ihn bis zu erwachsenen Jahren weiterbildete und ihn rühmlich beförderte. So sorgte er dafür, daß er als Soldat bei der französischen Garde unterkam. Hier diente er freilich nur 10 Monate, und bekam dann Lust, das ganze Land zu bereisen. Er ging nach Metz, dann an den königlichen Hof nach Paris, besah die merkwürdigsten Dinge und kehrte anschließend wieder in die Garde zurück. Erneut entlassen, besuchte er noch andere französiche Provinzen und erlernte die Sprache perfekt. 

Mittlerweile waren seine Brüder Vicke und Bernd v.Wangelin verstorben und die anderen Kinder außer Haus. Seine Mutter aber beklagte sich über beschwerliche Haushaltung. Sie hatte schon 12 Jahre bis zur Erbteilung unter die erwachsenen Söhne die väterlichen Güter geführt. Auf Erfordern seiner Mutter kehrte er daher nach Mecklenburg zurück und wohnte der Erbteilung in Person bei. Da ihm aber kein Gut zugefallen war, sondern nur Geld, verfügte er sich wieder ins Ausland und machte mit seinen neuen finanziellen Mitteln eine Reise nach England und von da aus nach Italien. 

Da ihn jedoch Herzog Hans Albrecht zu Mecklenburg an seinen Hof holte, eilte er zurück in die Heimat und wartete ihm in den kommenden drei Jahren mit drei Pferden und einer Bestallung als Kammerjunker auf. Bald beschloß er auch, eine eigene Familie zu gründen und ehelichte deshalb zu Michaelis 1619 Ilsabe Maria v.Holstein, die Tochter des Klaus v.Holstein auf Ankershagen und Böke. Die Hochzeit fand auf Ankershagen statt, doch konnte sich das Paar eines längeren gemeinsamen Lebens nicht mehr erfreuen. Nach der Geburt ihres gemeinsamen Sohnes Clement wurde der Vater recht krank, konnte nicht mehr zur Kirche gehen und die Predigt mußte ihm schon aus der Postille vorgelesen werden. Am 18.Dezember 1619 war er von einem heftigen Fieber angefallen worden. Dann versammelte er sein Gesinde und seine kleine Familie um sich. Abendmahl und Absolution wurden ihm vom herbeigeeilten Pfarrer erteilt, so daß er am 4.Januar 1620 im 24.Lebensjahr zwischen 4 und 5 Uhr auf seinem Hause in Ankershagen verstarb. Am 15.März wurde seine Leiche nach Vielitz überführt und am 16.März in Gegenwart vieler adeliger Personen neben seinem Vater begraben.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (10)


Christina Ehremund v.Wendhausen (1670-1698)

geborene v.Sperling

Geboren wurde sie als Tochter des Hartwig v.Sperling, Fürstl. Mecklenburgischen, später Fürstl. Holsteinischen Hofmeisters und Erbherrn auf Schlagstorff und Keetz und seiner Gattin Magdalene Elisabeth v.Schleinitz a.d.H. Dobritz und Zschatz. Bis zu ihrem fünften Lebensjahr blieb sie im elterlichen Hause. Dann kam sie 1675 unter die Aufsicht der Hofmeisterin Margarethe v.Schleinitz, ihrer Tante von Muttersseiten her, die am Hof der Fürstin Christina, Dekanissin am Stift zu Gandersheim und geborenen Herzogin von Mecklenburg, tätig war. In allen jungfräulichen Tugenden und in der Gottesfurcht aufgezogen, wurde sie schließlich 1693 als Kammerfräulein bei der Fürstin Christina, mittlerweile Äbtissin des Stifts Gandersheim, aufgenommen. 

Bis zu deren Tode diente sie ihr in den Gemächern, lernte dann aber Philipp Ludwig Propst v.Wendhausen kennen, mit dem sie im Dezember 1697 verheiratet wurde. Zu dieser Zeit war der Bräutigam Fürstl. Braunschweig-Lüneburgischer Kanzler und Geheimrat und man zog nun gemeinsam auf seine Besitzung nach dem gleichnamigen Wendhausen im Niedersächsischen. 

Das gemeinsame Glück sollte jedoch nicht lange dauern. Als das Paar am 22.Mai 1698 von einer Kutschfahrt zurück nach Wendhausen fuhr, überfiel sie plötzlich ein heftiges Frostgefühl mit großen Kopfschmerzen, "so folgends zu einer gefährlichen hitzigen Kranckheit ausgeschlagen." Durch eine starke Diarrhöe verfiel sie zusehends trotz ihres jugendlichen Alters und keine Medikamente konnten ihr mehr helfen. Im Beisein ihres Seelsorgers beichtete sie, bekannte sich abschließend noch einmal zum Christentum und hauchte ihr noch junges Leben am Pfingsttage, den 12.Juni 1698, zwischen 12 und 1 Uhr mittags für immer aus.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.wendh 4


Magdalena v.Winterfeldt (1563-1640)

geborene v.Lützow

Als Tochter des Barthold v.Lützow aus Seedorf und Lützow und seiner Frau Anna v.Rantzau a.d.H. Putlos in Holstein wurde sie im Jahre 1563 geboren. Gottesfurcht und alle adeligen jungfräulichen Tugenden wurden ihr von den Eltern anerzogen. Als sie das 27.Jahr ihres Lebens um 1590 erreicht hatte, nahm sie mit dem Einverständnis ihrer beiden Eltern Franz v.Winterfeldt, den Erbherrn auf Tuitzen, zum Ehemann. Mit ihm hatte sie in 18 Ehejahren neun Kinder, davon drei Söhne. 

Sie war eine fleißige Kirchgängerin, mußte sich aber auch Hausgottesdienste zelebrieren lassen, da sie die letzten vier bis fünf Jahren ihres Lebens größtenteils bettlägerig gewesen war. Im letzten halben Jahr konnte sie nicht mal mehr am Stock gehen und und gebrauchte allerlei Medikamente vom Leib- und Hofmedikus Johann Hilingium. Wohl hatten die Medikamente ihre Schmerzen etwas gelindert, ihr Ende aber konnten auch sie nicht aufhalten. Am Mittwoch nach Ostern 1640 starb sie 67jährig nachmittags 3 Uhr in Schwerin, wo sie am Montag nach Kantate in der Domkirche beigesetzt wurde.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (20)


Baltzer v.Zülow (1599-1670)

Major, Erbherr auf Groß-Stieten

Der Sohn des Christoph v.Zülow, Erbherrn auf dem alten väterlichen Stammgut Zülow, und seiner Gemahlin Anna v.Lützow a.d.H. Lützow wurde am 12.Mai 1599 auf Zülow geboren und wuchs nebst sieben Brüdern und vier Schwestern auf. Zu allen "christ-löblichen Adelichen Tugenden" erzogen, erlernte er Gebete und den Katechismus als wichtigste Richtschnur seines künftigen selbständigen Lebens. Privat gehaltene Praezeptoren gaben ihm ein erstes Fundament im Christentum. Als er etwas älter war, wurde er an den Hof der verwitweten Herzogin zu Braunschwieg und Lüneburg geschickt, wo er in Winsen an der Luhe seit 1612 zuerst als Page, dann auch als Kammerpage, diente. Nach vier Jahren Dienst entschied er sich jedoch für eine künftige militärische Laufbahn, "als hat derselbe auch einig und allein in Kriegsdiensten sich zu begeben und gebrauchen zu lassen beliebung getragen". 

Zuvor aber hatte ihn der Bruder seiner Mutter, Joachim v.Lützow, Erbherr auf Seedorf, für ein Jahr zu sich genommen. Ihm verdankte er eine gute Wissenschaft in der Erdkunde, war sein Onkel doch besonders geographisch interessiert und besaß eine große Sammlung von Landkarten. Daneben waren Reiseberichte vorhanden, die fast jedes europäische Land in seiner Entwicklung, seiner Bevölkerung und seiner Lage beschrieben. 

1618 dann endlich wurde sein Traum wahr und er zog in den Böhmischen Krieg unter dem böhmischen Pfalzgrafen Friedrich. Bei der blutigen Schlacht am Weißen Berg bei Prag vom 8.November 1620, den die Pfalzgräflichen verloren, war er dabei und überlebte. Als dann der Graf v.Mansfeld für den neuen böhmischen König ein Regiment aufstellte, kam er als Kornett in das Regiment des Herzogs Franz Carl zu Sachsen. Bei Weydhausen nahm er an dem großen Treffen mit Tilly in der Oberpfalz teil. Später wurde er vor 1622 mit der Leutnantscharge ausgezeichnet und focht noch einmal gegen Tilly und die Kaiserlichen an. Seit 1625 stand er unter dänischen Fahnen gegen die Kaiserlichen und erhielt hier zuerst den Rang eines Leutnants, dann den eines Rittmeisters. Unter dem Kgl. Dänischen Generalmajor Obentraut wurde er schließlich Kapitän. Auch im Schwedisch-Polnischen Krieg seit 1628 sah man ihn an vorderster Front. Er warb als Rittmeister eine Kompanie Reiter und leistete König Gustav Adolph v.Schweden drei Jahre lang treue Dienste. Nach der Eroberung Mecklenburgs durch die Schweden ging er als Major in mecklenburgische Landesdienste, nahm noch an vielen Schlachten und Gefechten teil. 

1632 dann nahm er sich Margarethe v.Barsse zur Frau, die Tochter des Wulff v.Barsse auf Großen-Stieten. Die Hochzeit wurde auf ihrem väterlichen Gut gefeiert. Dieser Ehe gehörten nachmals sechs Töchter und vier Söhne an. Seine Frau indes starb 1650 und nachdem zwei Jahre vergangen waren, ehelichte er 1652 in zweiter Ehe Maria Elisabeth v.Hahn, die Tochter des Joachim v.Hahn, Erbherrn auf Saltzau. Fünf neue Kinder bereicherten die Famlie, wovon eines jedoch früh starb.

Von starker Natur und Konstitution, hatte er zeitlebens nicht viele Krankheiten ausstehen müssen und erreichte ein hohes Alter. In den letzten Jahren aber war ihm weniger gut zumute und er wurde in Intervallen bettlägerig. Sonst aber konnte er noch seinen Geschäften nachgehen, zur Kirche gehen und seinen Haushalt verrichten. Am 31.Mai 1670 aber wurde er mit einer Brustkrankheit belegt und trotz liebevoller Pflege durch Frau und Kinder wurde sein Zustand nicht besser. Hinzu kam eine Infallation des Halses, die ihm schwer zu schaffen machte. Er ließ den Pfarrer kommen, der ihm mit biblischen Erbauungen noch einen geistigen "Zehr-Pfennig" mit auf seine letzte Reise gegen sollte. Der 12.Juni 1670 sollte sein Sterbetag werden, als er abends zwischen 9 und 10 Uhr sanft einschlief und diese Welt für immer verließ. Am 31.August schließlich fand seine Beisetzung in der Kirche von Beydendorff statt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (36)


Margarethe Barbara v.Zülow (1650-1672)

Jungfrau, a.d.H. Groß-Stieten

Auf Großen-Stieten war sie im September am 8.Tage vor Michaelis 1650 auf dem väterlichen Gut geboren worden. Der Major Baltzer v.Zülow (†1670), zugleich Erbherr auf Großen-Stieten, war ihr Vater, ihre Mutter Margaretha v.Barsse a.d.H. Stieten. Aus den vornehmsten mecklenburgischen Geschlechtern herstammend, verlor sich doch schon 1652 ihre Mutter und ward "über diese ... Jungfrauen ein sehr trübes Wetter der Trübsahl" ausgegossen. Doch erhielt sie in der zweiten Gattin ihres Vaters, der diese Ehe zur Verrichtung seines Haushalts noch im selben Jahre 1652 einging, eine liebevolle Stiefmutter, dies war Maria Elisabeth v.Hahn. Vor allem sie war es, welche die Stieftochter zur Gottesfurcht und Bescheidenheit anhielt, ihr gute Praezeptoren besorgte und sie zur Schule sandte. 

Biblische Sprüche, geistreiche Psalmen und den Katechismus bildeten ihren Grundstock fürs Leben. Bescheidenheit war auch für später noch einer ihrer hervorragendsten Eigenschaften, "sonderlich hat sie ihres standes und Adels niemahls über jemand sich erhoben / sondern vielmehr freundt- und bescheidentlich gegen Jedermann sich bezeiget / wobey sie auch Mittleidig und Barmhertzig gegen ihren Nothleidenden Nechsten gewesen". 

Mit dem Gesinde ging sie im Haushalt so um, daß sie bald nicht nur perfekt die Hauswirtschaft für  ihre Mutter erledigen konnte, sondern sich auch sehr beliebt machte bei den Untertanen. Dann aber bekam sie längere Zeit vor ihrem Tode einen schwindsüchtigen Husten, der ihr heftig zugesetzt "und allmählich ihr fleisch und Kräffte verzehret und außgetrucknet" hatte. Trotz großer Kälte ging sie alle drei Tage zum Gottesdienst. 

Dann bat sie Dr.Gesenius aus Wismar zu sich, er möge ihr helfen. Doch nach und nach wurde sie immer ausgezehrter, bis nur noch Haut und Knochen zu sehen waren. Sie ließ ihren Beichtvater zu sich kommen, um sich zu erleichtern und sich auf ihren Tod vorzubereiten. Am 2.Sonntag nach dem Heiligen Dreikönigstag, am 14.Januar 1672, versprach sie dem Pastor zu Beydendorff, Albert Krüger - 100 Gulden für eine neue Orgel und verehrte ihm 20 Reichstaler als persönliches Geschenk.  Schließlich wollte sie gern sterben, da sie sich mit Gott und Jesus Christus einig sei, das Paradies erwarte und ihre Familie wiedersehen könne. Von ihrem Vermögen, das sie angespart hatte, gab sie ferner 20 Reichstaler als Geschenk für den dortigen Pfarrer Albert Krüger. Am selben Sonntag starb sie schließlich nachmittags drei Uhr im Alter von nur 22 Jahren. Beigesetzt wurde sie am 27.März 1672 in der Beydendorffer Kirche. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (24) sowie ebd., Personalschriften, Sign.: v.zülo 1
 


Maria Elisabeth v.Zülow (1623-1701)

geborene v.Hahn a.d.H. Arnsberg

Als Tochter des Eggert v.Hahn auf Arnsberg, Soltzow, Damerow und Gneve und seiner Gemahlin Leveke geb. v.Krakewitz a.d.H. Diewitz wurde sie 1623 auf dem väterlichen Gut Soltzow geboren. Sorgfältige Erziehung und löbliche Ermahnung im Christentum ließen die Eltern ihrer Tochter angedeihen, bis sie mit 14 Jahren wegen der großen Kriegsunsicherheit in die Stadt Röbel gebracht wurde. Da in den Jahren 1635/36 die Pest auf dem Lande grassierte, wurde sie auch davor errettet, aber ihre beiden Eltern  wurden ein Opfer des Schwarzen Todes. Von den zusammen 18 Kindern blieben nur drei übrig. Die Waisen kamen nach dem so raschen Ende ihrer Eltern alle drei zu der Schwester ihres Vaters, Barbara verwitwete v.Winterfeldt geborene v.Hahn. 

Da sie ganz ohne Kinder war, nahm sie die Neffen und Nichten wie ihre eigenen Kinder an und erzog sie in allen christadeligen Tugenden. Da die Kinder unter die Vormundschaft des Fürstl. Mecklenburgischen Land- und Hofgerichtspräsidenten Paschen v.der Lühe gestellt worden waren, verfügte dieser bald darauf, daß sie unter die Obhut der Klosterdame Ingeborg v.Restorff nach Dobbertin kam. Auf den Rat ihres Vormunds blieb sie hier, bis der Major Baltzer v.Zülow auf Groß-Stieten um ihre Hand anhielt. Am 15.Juni 1652 wurde die Hochzeit auf Groß-Stieten gehalten. Für neun Kinder, die der Major noch aus der vorigen Ehe hatte, wurde sie nun mit einem Schlage wohlsorgende und liebende Mutter. 

Zusätzlich bekamen beide noch drei Söhne und zwei Töchter aus ihrer eigenen Ehe geschenkt. Von den Söhnen überlebte das Kindesalter aber nur Joachim Baltzer v.Zülow; er war später nach dem Tode des Vaters Erbherr auf Groß-Stieten. Der älteste Sohn Barthold Eggert war sehr früh, Sohn Ehwald Johann 1689 als Kgl. Schwedischer Fähnrich zu Maastricht in Brabant gestorben. Die beiden Töchter hingegen gründeten eigene Familien; Leveke Margaretha erst mit dem 1693 gefallenen Obristleutnant Hinrich Detloff v.Lützow, dann 1698 mit dem Kurfürstl. Brandenburgischen Kammerjunker und Hauptmann Paschen v.der Lühe.

Nach 18 Jahren glückhafter Ehegemeinschaft starb ihr Mann im Jahre 1670. Auf guter Freunde Rat blieb sie auf Groß-Stieten und übernahm die Leitung der Gutswirtschaft, bis ihr Sohn zur Verwaltung desselben alt genug war. Neun lange Jahre dauerte dies, so daß sie Groß-Stieten 1679 intakt abgeben konnte. Hier blieb sie noch bis 1682 wohnen und zog dann nach Sternberg um. Im Jahre 1700 wurde sie rasch krank und bettlägerig und spürte ihr Ende nahen. Ihrer Familie verkündete sie: "Ich habe Lust abzuscheiden / und bei Christo zu sein!" Bis zuletzt blieb sie bei wachem Verstand und verschied schließlich am 8.Januar 1701 um 9 Uhr vormittags, nachdem sie 78 Jahre auf dieser Welt geweilt hatte. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.zülo 3


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