Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

Start | Sitemap | Tipps | Anfragen | Zeitschrift | Neues | Über uns | AGB | Impressum

Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500-1750

Volltext-Edition zu Lebensläufen aus mecklenburgischen Leichenpredigten

Auf diesen Seiten finden Sie kostenfrei den Volltext einer Publikation mit einer thematischen Einleitung und Übersicht aus unserem Hause, die sich mit der Auswertung von Leichenpredigten aus der Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern zu Schwerin beschäftigt und vor allem aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel verfaßt wurde. Bei Zitaten unserer Texte erbitten wir die entsprechende Quellenangabe.

Barthold v.Parkentin (1640-1677)

Erbherr auf Lütgenhof und Kaltenhof, Herzogl. Meckl. Oberjägermeister

Als Sohn des Marquard v.Parckentin auf Lütgenhof und Kaltenhof, Meckl. Oberjägermeisters und der Hedwig v.Rantzau a.d.H. Clewetz wurde er am 22.August 1640 geboren. Aufgewachsen ist er im Klützer Winkel auf Lütgenhof, wo ihm seine Eltern bald geschickte Präzeptoren an die Hand gaben, die ihn in den ersten Gründen des christlichen Glaubens unterwiesen und Sprachen erlernen ließen. Dann versandte der Vater ihn und seinen Bruder Detloff zur Peregrination "an frembde Oerter". 1660 brachen beide unter Begleitung des Hofmeisters Engel auf, reisten zunächst durch Deutschland, dann nach Frankreich und in die Niederlande, wo sie versuchten "ein echtes muster Hochadel. Ritter" zu werden. 

Hierzu erlernten sie die Sprachen, betracheten die Sitten anderer Länder, nahmen die guten davon an und übten sich im Tanzen und Fechten. Als sie dies taten, starb in ihrer Abwesenheit auf Lütgenhof ihre Mutter am 18.Dezember 1662 und sie kehrten nach zwei Jahren Studienreisen wieder nach Nordwestmecklenburg zurück. 

Obwohl sie ursprünglich danach wieder abreisen wollten, blieben sie schließlich doch bei ihrem Vater. Dieser starb ihnen indes am 16.Februar 1666 hinweg. Herzog Christian Ludwig von Mecklenburg, dessen Oberjägermeister der Vater gewesen war, vererbte diese Würde nun seinem Sohn, der zusätzlich in der väterlichen Erbteilung die beiden Güter Lütgenhof und Kaltenhof erhielt, seinen Bruder und seine Schwestern aber abfand. Er sah sich nun nach einer geeigneten Gattin um und fand sie in Anna v.der Wisch, der Tochter des Johann v.der Wisch aus holsteinischem Uradel. Die Hochzeit fand am 12.Juni 1672 auf Lütgenhof statt. Deren angenehme Folgen waren die drei Töchter Ida Hedwig, Elisabeth Mette und Anna Dorothea. 

Doch Anfang des Frühlings 1677 befiel ihn, der sonst stets guter Gesundheit war, eine beschwerliche Heiserkeit und ein verdrießlicher Husten, der nachgehends Brustschmerzen verursachte. Er reiste krank nach Lübeck und hoffte durch der dortigen Doktoren Rat bald zu gesunden, starb aber in der Hansestadt, nachdem ihm alle Sünden vergeben worden waren, am 22.April 1677 im 37.Lebensjahr. Seine Leiche wurde am 13.September 1677 in der Burgkirche zu Lübeck beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.park 1


Elisabeth v.Parkentin (1597-1624)

geborene v.Lepel

Als Tochter des Adam v.Lepel, Erbherrn auf dem mecklenburgischen Grambow und seiner Frau Ilse v.Pressentin, die 1594 geheiratet hatten, wurde sie am 8.März 1597 um 1 Uhr geboren. Am 30.März erfolgte ihre Taufe und sie erhielt nach ihrer damals noch lebenden Großmutter mütterlicherseits Elisabeth v.Moltke ihren Vornamen. Bis 1616 - ihrem 19.Lebensjahr - wuchs sie zuhause auf und wurde in allen Verrichtungen des Haushalts unterwiesen "als knuppeln / wircken / Stricken / spinnen". 

Unter dem Hofmeister, den die Eltern ihr und ihren Geschwistern angestellt hatten, lernte sie gut lesen und einigermaßen schreiben. Von ihren Eltern wurde sie anschließend am 9.Juni 1616 an Hartwig v.Parkentin versprochen und mit ihm in Grambow am 3.November verheiratet. Sieben Jahre blieben ihr mit ihrem Gemahl, mit dem sie, da er Domherr in Lübeck war, nach dorthin verzog. Einen Sohn und eine Tochter gebar sie ihm, nämlich Eggert Hartwig am 18.April 1618 und Ilse am 16.Dezember 1620. 

Am 21.September 1623 dann wurde sie von einer Leibesschwachheit befallen, gebrauchte verschiedene Mittel und Arzneien, doch besserte sich ihr Zustand nicht mehr. Am Sonntag, den 8.Februar 1624, verstarb sie schließlich 30 Tage vor ihrem 27.Geburtstag zwischen 1 und 2 Uhr des Nachts. In der Ratzeburger Domkirche fand sie  am 23.März 1624 ihre letzte Ruhestätte.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (18)


Tessen v.Parsow  (1572-1614)

Erbherr auf Parsow und Upall, Herzogl. Mecklenburgischer Obrist und Rat

Er war am 27.Februar 1572 als Sohn des gleichnamigen Vaters Tessen v.Parsow auf Parsow, Fürstl. Pommerschen Landrats und Obereinnehmers und der Anna v.Damitz zur Welt gekommen. Von seinen Eltern zur Bescheidenheit und zum christlichen Glauben erzogen, ging er zusammen mit seinem Bruder Nikolaus v.Parsow - später Kurfürstl. Brandenburgischer Rat - zunächst im sächsischen Halle an der Saale zur Schule und wurde dann Absolvent der Fürstenschule in Meissen. 

Seit 1589 Student, machte er akademische Erfahrungen auf der Universität Leipzig, wechselte dann nach Helmstedt, Heidelberg und Genf. Dort geriet er unter den Einfluß der Calvinisten, die ihm zeitlebens imponierten und ihn von seinem angestammten Glauben abfallen ließen. In Savoyen hielt er sich anschließend einige Jahre auf, gesellte sich zu gelehrigen Leuten und trieb vor allem Studien zur Religion und Geschichte. Der lateinischen und griechischen Sprache sprach er besonders zu und das so gut, daß man glauben konnte, er sei ein geborenen Italiener oder Grieche gewesen. 

Von Genf aus begann er seine Peregrination durch Frankreich, England, Italien, Sizilien und Malta, bevor er sich wieder nach England begab. Überall interessierte ihn der Zustand der Regimenter und die fremden Sitten; zugleich übte er sich in den ritterlichen Tugenden und Kriegsdiensten. Als er zurückkehrte, konnte er außer den vorerwähnten beiden Sprachen und seiner deutschen Muttersprache auch sehr gut hebräisch, spanisch und polnisch sprechen. 

1595 gelangte er aus Großbritannien nach Kassel, hielt sich hier einige Zeit bei Hofe auf und war 1699 zum Kapitän bestellt worden. 1600 begann sein "Vermietungsleben" als Söldnerführer durch die europäischen kriegführenden Mächte. Er wechselte zu dieser Zeit nämlich als Obristleutnant in den Dienst des Herzogs Johann Adolf von Holstein und heiratete 1601 Lucia Clara vom Hausse, mit der er in den kommenden dreizehn Ehejahren drei Söhne und drei Töchter hatte. 1602 befand er sich als Obristleutnant beim Herzog Heinrich Julius von Braunschweig. Dieser vermietete ihn mit einem Regiment Knechte an den Kaiser, das gegen die Türken kämpfte. 1609 bestellte ihn dann Erzbischof Johann Friedrich von Bremen, Herzog zu Holstein, ebenfalls zu seinem Obristleutnant und Hofmarschall. 1610 aber ging er in die Dienste des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm und zog für ihn als Obristleutnant in den Gülichschen Krieg. 

1611 vom dänischen König in Dienst genommen, kämpfte er nun für diesen mit ihm unterstehenden 3.000 Mann zu Fuß und 400 Reitern im Schwedischen Krieg. 1612 dann erreichte ihn von Herzog Hans Albrecht von Mecklenburg die Bestallung als Rat, ein Amt, das er erstmals längere Zeit versah. 

In seinem Privatleben war er bescheiden und müßig: "Dem Drunck ist er feindt gewesen vnd da offtmals andere Hoffeleute ihre zeit mit sauffen vnd Spielen dahin bringen, hat er sich mit seinen Büchern vnd studieren erlustigt." Wann er starb, ist in der Leichenpredigt nicht angegeben, nur daß er am 27.September 1614 eine Predigt in der Domkirche zu Güstrow erhielt, also zu diesem Zeitpunkt schon tot gewesen sein mußte. Weil er sich seit seiner Genfer Zeit als reformiert betrachtete, nahmen an seiner Beisetzung keine Pastoren lutherischer Konfession teil. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.pars 1 sowie Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (26)


Hartwig v.Passow (1599-1644)

Fürstl. Meckl. Geheimer Rat Amtshauptmann zu Lübitz und Crivitz, Erbherr auf Zehne

Der Sohn des gleichnamigen Hartwig v.Passow senior, Herrn auf Zehne und seiner Gemahlin Anna v.Plessen a.d.H. Zülow wurde am 8.September 1599 auf dem adeligen Rittersitz Zehne geboren. Seine Vorfahren stammten aus den angesehendsten Familien Mecklenburgs sowohl väterlicher- als auch mütterlicherseits.

Mit vier Brüdern und zwei Schwestern wuchs er auf dem väterlichen Gut Zehne auf. Seine Eltern erzogen ihn in tradioneller Weise in der Religion und lehrten ihn, die lutherische Konfession mit Leben zu erfüllen. Auch in den freien Künsten und in den Sprachen wurde er von Präzeptoren im Elternhause unterrichtet. Einige Jahre besuchte er die Schule in Güstrow, um sein Wissen zu vertiefen. Da er sehr fleißig und ernsthaft bei der Sache war, brauchte ihm später kein anleitender Informator oder Hofmeister beigegeben werden. Da sein Vater indes früh verstorben war, hatte er bald der Mutter beim Haushalt helfen müssen. 

Als er aber 1616 das 17.Lebensjahr erreicht hatte, gab sie ihn doch auf die Universität Rostock, wo er drei Jahre lang studierte. Zur Vervollständigung seiner Kenntnisse zog er 1619 auch nach Straßburg  und Tübingen. Hier lernte er neben den Wissenschaften auch die Gründe der adeligen Künste und Exerzitien sowie die griechische und lateinische Sprache kennen. Die Bibel kannte er so gut wie ein ausgebildeter Theologe. Geschichte, Politik und die Rechte gehörten ebenfalls zu seinen Studienfächern. 

1622 dann begab er sich auf seine Kavalierstour und ging zuerst nach Frankreich. Hier besichtigte er die vornehmsten Provinzen, Städte, Orte, Festungen und Militäreinheiten und erlernte die französische Sprache. 1624 dirigierte ihn seine Mutter in die Niederlande, wo er jedoch nach kurzer Zeit - ebenfalls auf Geheiß seiner Mutter - wieder abreiste und sich nach Hause begab. Fast ein Jahr lang unterstütze er nun wieder seine Mutter bei der Gutsführung von Zehne. 1625 dann war Herzog Adolph Friedrich von Mecklenburg auf ihn aufmerksam geworden und nahm ihn als Hofjunker auf. Aufgrund seiner guten geleisteten Dienste ernannte der Herzog ihn schließlich zuerst zu seinem Kanzlei-, dann auch zu seinem Geheimen Rat. 

In vielen Gesandtschaften wurde er nun vom Herzog gebraucht und verstand es, sich durch seine "unaffectirte Eloquentz" beliebt zu machen. Zu den wichtigsten Missionen zählten Reisen im Auftrage des Herzog 1626 zum König von England und 1626 zum König von Schweden. Als er wieder zurückgekommen war, fand er sein Land in den Krieg verwickelt. Da der Herzog mit seiner Familie vier Jahre im Exil leben mußte, folgte er unter Hintansetzung seiner Interessen auf Zehne dem Dienstherrn ins Ausland. Wieder wurde er durch verschiedene heikle Missionen ausgezeichnet; so verhandele er mit dem sächsischen Kurfürsten, mit dem König von Dänemark und war 1631 auch auf der Zusammenkunft der evangelischen Kurfürsten in Leipzig anwesend. Bei der Abtretung des Güstrowischen Anteils wurde er durch die Landesherrschaft dann 1636 zum Regimentsrat bestellt.

Als er 1634 nach Dänemark entsandt worden war, hatte er dort seine Braut kennengelernt, die er in Bützow auf dem fürstlichen Schloß am 21.Januar 1635 ehelichte: die verwitwete Oelgard v.Barnewitz geborene v.Pentz, Witwe des Joachim v.Barnewitz, Hofmeisters und Herrn auf Rubiergard. Aus ihrer ersten Ehe brachte sie den Sohn Friedrich v.Barnewitz mit und dieser wurde von dem neuen Stiefvater wie ein eigenes Kind aufgezogen. Hartwig v.Passow hatte ihm anfangs private Praezeptoren gehalten und 1644 befand er sich auf seiner Peregrination. Leibeserben gab es aus der Ehe der Mutter und des Stiefvaters nicht mehr. 
Sein Leben lang war er stets gesund, sehr einsatzfähig und -freudig wesen, erst 1632 plagte ihn zum ersten Mal ein Stein. Anfang 1634 suchte ihn ein schwerer Affekt heim, 1638 ein längeres hitziges Fieber. 1639 mußte er sich den größten Teil des Jahres von einem schlimmen viertätigen Fieber erholen. 

Einen gefährlichen schwindsüchtigen Husten überstand er zwar im Jahre 1642, aber nun nahmen seine Kräfte doch kontinuierlich ab. Sein Leben beendete er schließlich am 14.September 1644 morgens zwischen 7 und 8 Uhr. Groß war die Trauer des Fürstenhauses, die auch bei seiner Beisetzung zum Ausdruck kam. Im Oberen Chor der Schweriner Domkirche wurde er am 13.November 1644 unter großer Beteiligung des landeseigenen Adels beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (27, 28, 28a)


Oelgardt v.Passow (1594-1654) 

geborene v.Pentz, Herrin auf Rubiergard und Fritzholm in Dänemark

Geboren wurde sie als Tochter des Hartwig v.Pentz auf Warlitz und Bentz und seiner Gattin Else v.Daldorff a.d.H. Wötersen in Niedersachsen. Ihr Geburtstag war der 19.Februar 1594. Als sie auf dem alten väterlichen Gut Warlitz das Licht der Welt erblickt hatte, erhielt sie am 3.März desselben Jahres ihre Taufe. In den kommenden Jahren nun wuchs sie zusammen mit ihren Geschwistern auf, dazu gehörten drei Brüder. Adam, Catharina, Mathias und Margarethe waren früh gestorben, Anna war Klosterjungfrau in Dobbertin, Eva heiratete Jasper v.Oertzen auf Roggow und Valentin starb 18jährig im böhmischen Krieg. 

Mit sorgfältigem Fleiß zogen sie ihre Eltern auf und ließen sie von Jugend an unterweisen. 1611 dann nahm sie das Angebot an, sich als Kammerjungfer an den Hof der Herzogin Sophia verwiteten Königin von Dänemark und geborenen Herzogin von Mecklenburg zu betätigen. Hier in Dänemark lernte sie auch den Edelmann Joachim v.Barnewitz kennen, der zu jener Zeit der Königinwitwe Geheimer Rat und Hofmeister (eigentlich Hofmarschall, da er "deren gantzen Königl: Witthumbs Hoff ... regieret") war. Außerdem war er Grundbesitzer auf Rubiergard im dänischen Laland, wo er sich erst kürzlich angekauft hatte, und Erbherr auf Groß-Zieten in der Mark Brandenburg. So ließ sich das Paar 1620 in Nieköping trauen. Leider waren ihrem Glück nur sechs Jahre Ehestand beschieden und nur ein Sohn, der am 17.Juli 1622 zur Welt gekommen war: der später sechs Sprachen sprechende Friedrich v.Barnewitz, der Kgl. Dänischer Kriegskommissar über Laland und Falster sowie Amtmann auf Schloß Aalholm und als Nachfolger seines Vaters Herr auf Rubiergard wurde. 

Da sein Vater bei seiner Heirat schon recht bejahrt war, hatte er nur noch wenige Jahre, in denen er mit seiner Gattin gesund zusammenlebte. Dann wurde er bettlägerig und von seiner Frau gepflegt. Nach vierteljähriger starker Krankheit entschlief er schließlich am 22.März 1622, so daß sie den Hausstand ganz allein führen mußte. Dem posthum geborenen Sohn verwaltete sie nun viele Jahre sein Besitztum. Da sie mit irdischen Gütern reichlich gesegnet war und zur Obervormünderin ihres Sohnes erklärt worden war, bestellte sie ihm, als er zu Jahren gekommen war, die beiden Praezeptoren Andreas v.Hobe und Joachim Fabricium, die ihn im Christentum unterwiesen und die adeligen Wissenschaften nahe brachten. 

In der Nähe von Rubiergard kaufte und tauschte sie Flächen, erbaute den Untertanen "nützliche Zimmer" und "andere nutzbarkeiten". Auch bei der Königinwitwe stand sie noch in großer Gunst, konnte sie sie doch eines Tages auch als Gast auf Rubiergard begrüßen. 1635 dann heiratete sie in zweiter Ehe Hartwig v.Passow, Fürstl. Mecklenburgischen Geheimen Rat und Erbherrn auf Zehn und Gremmelin, allerdings nur "auff dessen gebührende Anwerbung". Die Hochzeit fand am 31.Januar 1635 auf dem fürstlichen Hause in Bützow statt, da ihr Gatte sehr in der Gunst des Herzogs Adolph Friedrich von Mecklenburg stand. Fortan unterstütze ihr Mann sie treu und fleißig in ihrer Gutsverwaltung und nahm auch den einzigen Sohn aus ihrer ersten Ehe mit in die Familie auf. 

Wieder wurde Sohn Friedrich mit einem Praezeptor versehen, dem Stephan Schultetus, späteren Mediziner und Prof. der Universität Rostock. Sohn Friedrich wurde unter ihm auf die dänische Akademie Soroe als 18jähriger gesandt, studierte hier und dann zwei Jahre in Straßburg, bevor er sich mit Schultetus als Hofmeister und anderen zugegebenen Dienern auf seine Peregrination begab. 

Von den Niederlanden reiste er nach Österreich, hielt sich in Wien am kaiserlichen Hof auf, reiste durch Ungarn und ging nach Italien, wo er das Königreich Neapel aufsuchte, dann die Schweiz und Frankreich besah, "deren Sprachen / sitten und Policeyen er denn auch aus dem Grunde erforschet / und sich zu nutze gemachet / und daneben andere Adeliche Ritterliche Exercitia als Reiten / Fechten / Tantzen und dergleichen / erlernet hat." 

Sein Stiefvater Hartwig v.Passow sorgte indes für eine weitere Verbesserung von Rubiergard, so legte er ein neues Ackerwerk und einen neuen schönen Hof an, den er nach seinem Stiefsohn "Fritzholm" nannte. Als Hartwig v.Passow aber in wichtigen Geschäften von Herzog Adolph Friedrich von Mecklenburg nach Rostock verschickt wurde, starb er dort schon am 14.September 1644 und wieder war Oelgard v.Pentz Witwe geworden. Da sie durch ihren Gatten und wegen ihrer eigenen "fast ungewohneten scharffsinnigen Klugheit" am mecklenburgischen Fürstenhof sehr geschätzt wurde, verlieh ihr Herzog Adolph Friedrich die Einkünfte aus den Ämtern Lübz und Crivitz. Mittlerweile kehrte ihr Sohn nach langjähriger Peregrination wieder nach Hause zurück. 

In Münster und Osnabrück besah er 1648 noch den Friedenschluß und kehrte sehr gebildet wieder in seine Heimat zurück; er sprach nun dänisch als Muttersprache, danaben französisch, lateinisch, italienisch, spanisch und deutsch, dazu besaß er noch Grundkenntnisse in griechisch und englisch. Nach Beendigung seiner Kavalierstour wurde er am dänischen Hof von König Christian IV. als Hofjunker angestellt und blieb dies auch unter seinem Nachfolger Friedrich III. 

Auf Zusprechen und Rat seiner Mutter verehelichte er sich 1648 mit Ide Grubbe, der Tochter des Kgl. Dänischen Rats und Amtmanns zu Kloster Halstedt Jürgen Grubbe. Die Hochzeit fand in Kopenhagen statt und zwei Töchter Magdalena und Sybilla sowie ein Sohn Joachim v.Barnewitz entsprangen dieser Verbindung. 1650 dann wurde er Kgl. Dänischer Amtmann von Nieköping und Schloß Aalholm, Anfang des 1653sten Jahres erlangte er auch die Ernennung zum Kriegskommissar über Laland und Falster. 

Er wäre zweifellos noch Reichsrat geworden, wenn ihm nicht seine mangelnde Gesundheit zugesetzt hätte. Im August 1653 erkrankte er schwer und starb schließlich am 22.September 1653 auf seinem Gut Rubiergard im Alter von 32 Jahren. Seine Mutter wollte ihn noch lebend sehen, konnte aber wegen einer eigenen Krankheit nicht reisen. Traurig über den Tod ihres einzigen Sohnes wurde auch sie von Tag zu Tag schwächer und immer öfter von Krankheiten belegt. Da ihre Enkel als ihre einzigen Erben noch minderjährig waren, setzte sie im November 1653 ein überlegtes Testament auf. Darin verfügte sie die Vormundschaft guter Männer für ihre Enkel, insonderheit ihren Schwager, den Fürstl. Mecklenburg-Güstrowischen Geheimen Rat Günther v.Passow auf Zehn und Gremmelin und Hans Friedrich v.Lehsten auf Dolitz und Satow (Schwiegersohn ihrer Schwester).

Zugleich stiftete sie testamentarisch einer Kirche sowie der Kommunität in Rostock je 1.000 Reichstaler. Zum Besten der Armen setzte sie ein Legat von ebenfalls noch einmal 1.000 Reichstalern ein, dessen Zinsen der Unterhaltung Bedürftiger vorbehalten waren.

Als ihre Krankheit immer mehr zunahm, konsultierte sie den alten Praezeptor ihres Sohnes, den Rostocker Prof. Dr.med. Schultetus und andere Hof- und Leibärzte. Im Juni 1654 dann wurde sie von einer tödlichen Krankheit befallen. Sie verstarb in Gegenwart ihrer Verwandten und Ärzte am 6.Juli 1654 zwischen 7 und 8 Uhr in Lübitz und wurde ebendort am 6.Dezember beigesetzt. Damit war sie 60 Jahre alt geworden.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (1-6)


Claus v.Peckatel (1548-1615)

Fürstl. Mecklenburgischer und Pfalzgräfl. Badischer Rat und Obrist

Als Sohn des gleichnamigen Claus v.Peckatel und seiner Gattin Dorothea v.Helpten a.d.H. Prawstow im Lande Stargardt wurde er am 12.Mai 1548 geboren. Seine Eltern gaben ihn nach der ersten häuslichen Erziehung nach Neubrandenburg auf die Schule und ließen ihn in seiner Jugend in Kriegskünsten und in der Reiterei ausbilden. Hierzu war er von seinem Vater zu "einem ansehnlichen und vornehmen von Adel" geschickt worden, nämlich zu Jürgen v.Blankenburg auf Wolfshagen. 

Mit etwa 22 oder 23 Jahren zog er dann 1572 mit Herzog Franz von Sachsen in die Niederlande, im folgenden Jahre begleitete er den Herzog Erich von Braunschweig in dasselbe Land. Anschließend begab er sich an den Hof Herzog Carl von Schwedens und wurde von ihm zu seinem Mundschenk berufen. Da jedoch in den Niederlanden noch Krieg herrschte, und er sonderlich Lust verspürte, daran teilzunehmen, quittierte er recht bald den Hofdienst in Skandinavien und kehrte in die Niederlande zurück. Hier trat er in die Dienste des Pfalzgrafen Casimir und nun bekam er auch selbst einen jungen von Adel aus der Pfalz zur Lehre in den Kriegskünsten zugewiesen. 

1580 aber zog er wieder nach Schweden, wurde vom vorgenannten Herzog Carl zum Rittmeister bestellt. Als solcher ging er auf Befehl des Herzogs nach Livland und führte hier eine Fahne Reiter und zwei Fahnen schwedische Knechte. Nach Vollendung der Kämpfe im Baltikum segelte er wieder nach Schweden, kam jedoch mit seinem Schiff in einen schweren Sturm und erlitt Schiffbruch. Nicht mehr als 13 Personen überlebten das schlimme Unglück. Mit Herzog Carl ging er nach seiner Rückkunft an den kurpfälzischen Hof. 

Hier wurde der Markgraf Jakob von Baden auf den jungen Militär aufmerksam, so daß er ihn schließlich zu seinem Hof- und Rittmeister ernannte. Wieder ging er mit seinem neuen Dienstherrn in die Niederlande und führte und organisierte das kurpfälzische Kriegswesen. Seine Tapferkeit und Berühmtheit als Militär drang bald auch an andere Ohren und so nahm er ein Angebot wahr, daß ihm Graf Carl Ludwig v.Sültz machte, nämlich als Obristleutnant über 1.000 Reiter zu fungieren.
1587 wurde ihm vom Markgrafen Jakob von Baden aber auch ein Regiment Fußvolk unterstellt. Der ihm so gewogene Markgraf starb indes 1590 schon, doch unter seinem Nachfolger fand er ebenfalls Gnade. Der Vormund des noch nicht regierungsfähigen Markgrafen Ernst Friedrich bestellte ihn provisorisch zum Landvogt in der Landschaft Hochburgund. 

Dem Kriege aber hatte er damit nicht entsagt. Schon 1594 stellte er, jetzt erstmals für  Fürst Christian von Anhalt, eine Regiment mit 2.000 Pferden auf, das jedoch nicht zum Einsatz kam. Die schwedische Ritterschaft ernannte ihn vielmehr 1595 zum Obristleutnant in Ungarn und dort kämpfte er dann unter der Fahne des Herzogs Franz von Lüneburg. Herzog Heinrich von Braunschweig verlieh ihm gar die Würde eines Feldmarschalls. Pfalzgraf Philipp Ludwig übergab ihm auf zwei Jahre das Amt Lauingen als Pfleger, dann im Anschluß für fünf Jahre das Amt in Gudelfügen. 1601 zog er wieder in den Krieg nach Ungarn, um dort eine Festung zu entsetzen. 

Herzog Carl von Mecklenburg verschrieb ihm schließlich auf 20 Jahre als Pension die Hauptmannschaft für Ivenack. Am ersten Sonntag des Advents (1.Dezember) 1605 hatte er außerdem eine eigene Familie gegründet. Seine Ehefrau wurde mit großer Festivität auf dem fürstlichen Hause in Ivenack Elisabeth v.Plessen geborene v.Sperling, eine Tochter des Kurt v.Sperling  aus Rüting und Witwe des Curt v.Plessen auf Damshagen. 

Bald jedoch war seine Frau schon verstorben und er lebte die letzten Jahre im betrüblichen Witwerstand. Am 14.Februar 1615 schließlich verstarb er in seinem 66.Lebensjahr. Sein "Leichbegängnüß" wurde in großer Pracht auf Geheiß des mecklenburgischen Herzogs vollzogen. Kritiker vermeinten dabei gar Verschwendung sichten zu können. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX


Cuno Ulrich v.Pentz (*1614) 

Erbherr auf Melkhoff, Kgl. Schwedischer Obrist

Geboren wurde er als Sohn des Levin v.Pentz auf Melckhof, Dessin und Langenheide und der Anna v.Wenckstern a.d.H. Lentzwisch am 2.Februar 1614. Zu aller Zucht und Frömmigkeit erzogen, wurde er bald privaten Präzeptoren beigegeben, die ihm lesen, schreiben und den Katechismus beibrachten. Mit großer Lust lernte er Psalmen und Sprüche auswendig und legte so seinem Christentum ein festes Fundament. 1628 wollte der Vater seine Güter abgeben, da ihm die Verwaltung zu beschwerlich wurde. Seinem bereits verheirateten Bruder Levin v.Pentz vermachte der Vater das Gut Dessin, Cuno Ulrich erhielt aber Melkhoff. 

Er selbst war zwar erst 15 Jahre alt, aber übernahm dennoch die schwere Aufgabe der Gutsführung, die er mit der Hilfe seines Vaters und seiner Tante Margarethe verwitwete v.Jagow geborene v.Wenckstern neun Jahre lang zu aller Zufriedenheit erfüllte. Als 1637 der Dreißigjährige Krieg auch sein Gut erreichte, ging er nach Schwerin und dann in Kriegsdienste zu seinem Bruder, dem Obristen Marquard Ernst v.Pentz. Mit einem Empfehlungsschreiben seines Bruders versehen, gelangte er zum Kgl. Schwedischen Gouverneur von Wismar, John Lille Sparr, der ihm eine Kompanie zu Pferd anvertraute. Unter dem Kgl. Schwedischen Generalmajor Axel v.Lillien diente er nun in den kommenden zwei Jahren als Rittmeister und verbrachte weitere 24 Monate als Major unter dem gleichen Vorgesetzten. Aufgrund seiner Tapferkeit im Felde verlieh ihm 1644 der Feldmarschall Torstensohn die Charge als Kgl. Schwedischer Obristleutnant und eine Eskadron Reiter. 

1645 wurde er Oberst in der blutigen Schlacht bei Jankow in Mähren schwer verwundet und erhielt noch im gleichen Jahr ein Regiment zu Pferd unter sein Kommando. Nach dem Friedenschluß von 1648 kehrte er auf seine Güter zurück, um sie wieder instandzusetzen. Schon am 6.November 1646 hatte er sich mit Barbara Hedwig v.Bülow, der Tochter Kurt v.Bülows, des Pfandinhabers des Amtes Gadebusch und Herrn auf Drönnewitz, verlobt. Die Hochzeit wurde am 7.Januar 1647 in Anwesenheit einiger fürstlicher Person in Lübeck geschlossen. Weitere Nachrichten fehlen.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.pent 5


Gottfried v.Pentz (1627-1670)

Major, Erbherr auf Toddien, Poetkow, Grünenhoff und Quast

Als Sohn des Ulrich v.Pentz, Kaiserl. Geheimen Rats, Fürstl. Mecklenburgischen Kammerrats, Herrn auf Taldin, Grünenhoff, Zaggun und Zapel und seiner Gattin Margarethe v.Bülow a.d.H. Pokrent wurde er in Lübeck  am 1.September 1627 des Nachts um 12 Uhr geboren. Die Eltern gaben ihn frühzeitig zur Schule "weil sich ein gutes ingenium bey ihm verspüren lassen". 
Durch den frühen Tod seiner beiden Eltern und den dadurch entstehenden Geldmangel  wurde eine weitere Erziehung in diesem Stil jedoch verhindert. So begab er sich in die Obhut des Obristen Steinhecker nach Schweden. Dieser brachte ihn schließlich zum Obristen Tiedemann in dessen Regiment, wo er sich zwei Jahre aufhielt. Anschließend ging er unter die Fahne seines Vetters, des Obristen Ernst Marquard v.Pentz, welcher ihm eine Standarte gab. Dadurch bekannt gemacht, konnte er sich nach weiteren zwei Jahren vom Pfalzgrafen von Sultzbach für militärische Dienste anwerben lassen. Hier erhielt er eine Kompanie, die er selbst geworben hatte und und dieser auch als Major vorstand. Später tat er im Regiment Reichskanzler die Arbeiten eines Obristleutnants. 

Den Krieg hätte er gern weiter mitgemacht, doch mußte er sich nach dem Ableben seines Bruder nach Hause begeben. Selbst als ihm die Charge eines Obristen angeboten wurde, mußte er ablehnen. So blieb er nun auf den ihm zugefallenen Gütern, die er bis an sein Lebensende leitete. Sein Ende kam plötzlich. Am 17.Juli 1670 hatte er über Magenbeschwerden geklagt und sich am ganzen Leibe matt befunden. Von seinen Geschwistern wurde er nun gepflegt, doch nahm seine Müdigkeit in den Gliedern nicht mehr ab. Mit einem Seufzer schlief er - nachdem der Beichtvater bei ihm gewesen war - schließlich am 25.Juli 1670 nachmittags 2 Uhr selig ein. Seine Beisetzung erfolgte am 22.September desselben Jahres in der Kirche zu Hagenow in seinem Erbbegräbnis, nachdem er 43 Jahre alt geworden war.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (14)


Lucie v.Pentz (1624-1679)

geborene v.Pentz

Am 22.Mai 1624 wurde sie als Tochter des Kaiserlichen Geheimen Rats und Fürstl. Mecklenburgischen Kammerrats und Herrn auf Toddien, Grünhoff und Zapel Ulrich v.Pentz und der Margaretha v.Bülow a.d.H. Pokrent geboren. Ihren Namen hatte sie nach ihrer Großmutter mütterlicherseits, Lucia v.Bülow geborene v.der Lühe, erhalten. Zuerst im Elternhause erzogen, gaben Vater und Mutter sie mit 5 Jahren ins Kloster Rühn zur Erziehung. Von vielen Schicksalsschlägen blieb sie bereits in ihrer Jugend nicht verschont. Ihre Eltern starben bald,  1670 auch ihr Bruder, der Major Gottfried v.Pentz, und bald darauf auch ihre Schwester Catharina v.Pentz. 

Sie selbst verlobte sich erst 53jährig 1677 mit Levin Hans v.Pentz, Erbherrn auf Dussin, Pötkow und Quast, den sie am 9.Mai desselben Jahres heiratete. Am 18.November 1679 wurde sie dann von einer schlimmen Mattigkeit erfaßt und starb, nachdem sie noch einmal Gottes Wort vernommen hatte, am 24.November 1679 morgens um 2 Uhr. Am 3.März 1680 schließlich wurde ihre leibliche Hülle in der Vellahner Kirche begraben. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.pent 3


Anna Margaretha v.Petersdorff (1642-1690) 

geborene v.Warnstedt

Die Tochter des Caspar Detloff v.Warnstedt, Erbherrn auf Brühl und Bibow  und der Rebecca v.Steding a.d.H. Vorgewald und Ließmarckbroeck wurde am 16.Mai 1642 in Brühl geboren. Sie wurde von ihren Eltern christlich und zu kindlichem Gehorsam erzogen. Ihre Vormünder gaben sie dreizehnjährig 1656 in das Verlönis mit dem Landrat Bogislaff Ernst v.Petersdorff auf Carin, Gustävel und Ziesendorf. Die Hochzeit fand  ebenfalls in Brühl am 12.Februar 1658 statt. Es folgten für das glückliche Ehepaar 32 Jahre gemeinsamen Lebensweges, auf dem sieben Söhne und drei Töchter das Licht der Welt erblickten. Sie selbst war vielerlei vom Schicksal geprüft, indem sie einen Teil ihrer Kinder in jungen Jahren verlor, oft krank war und ihre Haushaltung von den Kriegswirren beeinträchtigt wurde. Doch machte sie Gott deswegen nie Vorwürfe, sondern erzog auch ihre Kinder zu Bescheidenheit und Gottseligkeit. 

Im Juli 1689 wurde sie bettlägerig und mußte große Schmerzen ausstehen. Ärzte aus Rostock, Güstrow und Schwerin kamen, um ihr Leid zu lindern. Als sie am 16.März ihren Mann bat, er möchte sie in den Sessel setzen, umarmte sie ihn und verabschiedete sich mit dem Wunsch, er und die Kinder müssten danach streben, selig zu werden. Am 18.März wurde sie sehr matt, ihr Sohn wachte an ihrem Bett. Bald wollte sie ihren jüngsten Sohn noch einmal sehen und der Gatte schickte schnell einen Wagen nach Rostock, ihn zu holen. Doch bevor sie ihn noch sehen konnte, verstarb sie am selben Tage im Alter von 48 Jahren und wurde am 3.Juni 1690 im Erbbegräbnis zu Brühl beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: Mkl gen p 1260


Ludwig Reimar v.Plessen (1674-1691)

Söhnlein

Als Sohn des Erbherrn auf Cambs und Buchholtz Helmuth v.Plessen, Kaiserl. Obristen zu Roß über ein Kürassier-Regiment, und seiner Gemahlin Oelgardt v.Oertzen wurde er auf dem väterlichen Hause Cambs am 13.Juli 1674 geboren. Da er mit einem tugendliebenden Verstand und einem guten Gemüt begabt war, förderten ihn die Eltern von Beginn an und ließen ihn in christlicher Weise erziehen. Jeden Morgen betete er auf Knien in seiner Schlafkammer zu Gott, besuchte gern und viel den Gottesdienst und ging auch regelmäßig in den Beichtstuhl. Seine Eltern versäumten nichts, um ihn gelehrig zu machen und seine geistigen Anlagen zu fördern. 

Sie hielten ihm mehrere private Informatoren, die sie teils von fremden Universitäten kommen ließen. Geschichte, Politik und Philiosophie wurden ihm bald sehr vertraut. Dann starb aber im Frühjahr 1691 seine Schwester, die verehelichte Hofmeisterin v.Koppelow, so daß seine Eltern ein großer Schmerz ergriff. Da sein Vater zudem schon alt wurde, bat er seinen Sohn, ihm beim Abfassen des täglich notwendigen Schriftverkehrs zu helfen. 

Obwohl er schon reif gewesen wäre, auf ausländische Universitäten zu gehen, blieb er zunächst doch bei seinem Vater. Am 9.September dann wurde er unverhoffterweise von einer Leibesschwach- heit heimgesucht, beklagte sich über Hitze und Herzbeklemmung. Obgleich sich dies nur stundenweise einfand, nahmen seine Eltern seine Sorge doch sehr ernst und bestellten ihm zur Untersuchung einige Mediziner aus Rostock und Wismar. 

Eine fünfwöchige bechwerliche Krankheit ergriffen den 17jährigen, an der er schließlich am 13.Oktober 1691 vormittags halb 11 Uhr auf dem väterlichen Gut Camps verstarb. Kurz zuvor hatte er noch mit seiner Schwester, der verheirateten v.Petersdorff, gesprochen und auch seine Informatoren gesehen, die er in lateinischer Sprache anredete. Eine große Freude war ihm noch der letzte Besuch seiner Tante, der verheirateten Generalmajorin Baronin v.Meerheimb, danach verstarb er bald. Nachdem er nur 17 Jahre alt geworden war, wurde sein Körper am 25.November desselben Jahres in Zittow beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (17)


©  Institut Deutsche Adelsforschung - Quellenvermittlung für Wissenschaft, Familienforschung, Ahnenforschung | Seitenanfang