Institut Deutsche Adelsforschung
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Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500-1750

Volltext-Edition zu Lebensläufen aus mecklenburgischen Leichenpredigten

Auf diesen Seiten finden Sie kostenfrei den Volltext einer Publikation mit einer thematischen Einleitung und Übersicht aus unserem Hause, die sich mit der Auswertung von Leichenpredigten aus der Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern zu Schwerin beschäftigt und vor allem aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel verfaßt wurde. Bei Zitaten unserer Texte erbitten wir die entsprechende Quellenangabe.

Dorothea v.der Marwitz (1597-1649)

geborene v.Moltzahn

Zur Zeit ihrer Geburt schrieb man den 12.Februar 1597. Ihre Eltern waren Wigand v.Moltzahn auf Grubenhagen und seine Gattin Barbara v.Negendanck a.d.H. Egerstorff. In aller Sorgfalt von diesen aufgezogen und behütet, gehörten Gehorsamkeit gegenüber den Eltern, Frömmigkeit, Ehrbarkeit und Gottesfurcht zu ihren herausragendsten Eigenschaften. Die Domina Elisabeth v.Buchwald aus dem Kloster Dobbertin wurde ihre erste Lehrerin, zu der sie in jungen Jahren zog und drei Jahre lang blieb. Anschließend kehrte sie zu ihren Eltern zurück und blieb dort bis 1617. In diesem Jahr nahm sie Fürstin Sophie von Mecklenburg, geborene Prinzessin von Schleswig-Holstein als Kammerjungfer auf, wodurch sie jedem Hofmann wohl bekannt wurde und auch zur größten Zufriedenheit der Fürstin arbeitete. Anschließend fand auch Fürstin Anna Maria zu Mecklenburg geb. Gräfin von Oldenburg Gefallen an ihr und übernahm sie in ihre Dienste; erneut in der Stellung einer Kammerjungfer. Mit treuem Fleiß und schuldigem Gehorsam blieb sie hier ein Jahrzwölft. 

Dann ehelichte sie mit dem Einverständnis ihrer Mutter an einem 2.Sonntag nach Trinitatis in Lübeck den Fürstl. Mecklenburgischen Marschall und Geheimen Rat Moritz v.der Marwitz. Da er in den kommenden zwei Jahren nach Schweden befohlen worden war, lebten sie seither in Skandinavien. Zwei Töchter wurden ihnen geboren, eine davon in Schweden. Von christlichem Gemüte beseelt, versäumte sie kaum eine Predigt oder Betstunde. Um 1647 wurde sie von einer Unpäßlichkeit heimgesucht. Dabei war es ihre größte Freude, daß sie die Zeit der Krankheit mit andächtigem Singen und Beten hatte zubringen dürfen, zumal ihr Mann oft aus beruflichen Gründen abwesend war. 14 Tage vor ihrem Tode aber wurde sie ganz matt und ohnmächtig und so verschied sie am 5.Februar 1649 in Anwesenheit vieler fürstlicher und adeliger Personen auf dem Schweriner Schloß unter einem Gebet morgens um 8 Uhr in ihrem 52.Lebensjahr.  Hier wurde sie am Donnerstag nach Kantate zur letzten Ruhe gebettet.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (9) sowie ebeda, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (23)


Catharina Dorothea v.Mecklenburg (1616-1665) 

geborene v.Halberstadt

Sie war die Tochter des Christoph v.Halberstadt auf Lütken Brütz und der Frau Elisabeth v.Götzen, Hofmeisterin in Schwerin. Geboren im Jahre 1616, war sie von ihren Eltern mit allem Fleiß, aller Sorgfalt und im christlichen Glauben aufgezogen worden. 1632 hielt dann Carl v.Pentz um ihre Hand an und auf Lütken Brütz fand nach Rat ihrer Mutter am 12.März in ihrem 17.Lebensjahr die Hochzeit statt. Aus dieser Ehe ging nur die einzige Tochter Marianne Elisabeth hervor, welche sich später mit Heinrich v.Kleinow verheiratete. 

Nach sieben Ehejahren aber verschied ihr Gatte 1640 und sie zog mit ihrer kleinen Tochter nach Schwerin um, wo ihre Mutter Elisabeth noch als Hofmeisterin tätig war. Als diese 1645 mit Tode abging, übernahm sie deren Stelle, die sie nun neun Jahre treulich versah. Hier am Hof lernte sie ihren nächsten Ehegatten kennen: Jürgen v.Mecklenburg, der zu dieser Zeit Rat in Schwerin und Fürstl. Mecklenburgischer Hauptmann, auch auf Daberkow erbgesessen, war. Mit Bewilligung durch ihre Herrschaft, ihre Brüder und ihre Verwandten verheiratete sie sich mit ihm schließlich am 8.Februar 1654 in Warsow. Der Bräutigam entstammte einem illegitimen Verhältnis eines Herzogs von Mecklenburg mit einer seiner Mätressen. Aus seiner Ehe mit der jungen Witwe Catharina Dorothea entsprangen zwei Töchter, Eleonora Maria und Maria Sybilla. 

Als das Jahr 1664 vergangen war, wurde sie als Hofmeisterin für die Betreuung der Töchter des Herzogs Gustav Adolph und der Prinzessin Magdalena Sybilla geborenen Prinzessin von Schleswig-Holstein-Gottorf angestellt. Gelegentlich fühlte sie sich beizeiten schwach, blieb aber sonst bei guter Gesundheit. Erst am 1.Februar 1665 ergriff sie eine "hitzige Brustkrankheit", gegen die auch der fürstliche Leibmedikus nicht helfen konnte. Am 4.desselben Monats erhielt sie das heilige Seelenamt und die Absolution, dann nahmen ihre Kräfte merklich ab und Schleim in der Brust trat hinzu. Am 8.Februar 1665 schließlich verschied sie kurz nach ihrem 48.Geburtstag auf dem fürstlichen Hause zu Güstrow und wurde am 15.März mit "Christ-Adelichen Ceremonien" in der Güstrower Domkirche in Gegenwart vieler hoher fürstlicher und adeliger Personen beerdigt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.meck 5


Anna v.Moltke (1580-1641)

geborene v.Rotermundt

Godislaus v.Rotermundt, Fürstl. Mecklenburgischer Hofrat, später aber Kgl. Dänischer Rat und endlich Fürstl. Pommerscher Rat und Amtmann zu Franzburg, Erbherr auf Engelswage und Vogelsang, war ihr Vater. Ihre Mutter Eva v.Krakewitz a.d.H. Diretz gebar sie im Jahre 1580. Nach ihrer Taufe wurde sie "in der zucht und vermahnung zum HErrn" erzogen und schon 1597, als sie kaum bei erwachsenen Jahren war, mit Joachim v.Stralendorff vermählt, Herrn auf Greben und Liedbeke. 

Nach achtjähriger Unfruchtbarkeit konnte sie ihrem Mann erst 1605 eine Tochter Sophia zur Welt bringen, die aber schon in ihrem 14.Lebensjahr verstarb. 1606 wurde den Eheleuten dann der Sohn Joachim Dietrich geboren. 1608 verlor sie ihren Gatten an Johannis Baptistae und vermählte sich nach Ablauf des Trauerjahres 1612 mit Gebhard v.Moltke, Herrn auf Toitenwinkel und Wesselstorff, Frstl. Mecklenburgischen Landrats und Provisor des Klosters Dobbertin. Drei Söhne und eine Tochter wurden ihnen beiden noch gegeben, von denen allein drei jung starben. Überlebt wurde sie zudem nur von ihrem Sohn Joachim Friedrich, der 1641 noch Student auf einer Universität war. 

Als der Dreißigjährige Krieg auch Mecklenburg heimsuchte, flüchtete sie mit ihrem Gatten von Toitenwinkel in ein zehnjähriges Exil nach Lübeck. Ihre Heimat sollte sie nie wiedersehen. Geraume Zeit litt sie an der Schwindsucht, dann starb sie am 6.Mai 1641 morgens um 5 Uhr in Lübeck und wurde daselbst am 27.Mai desselben Jahres beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXX (7)


Gebhart Gützlaff v.Moltke (1616-1619)

Söhnlein

Am 10.Februar 1616 wurde er als Sohn des Fürstl. Mecklenburgischen Landrats Gebhart v.Moltke und seiner Gattin Anna v.Rotermundt auf dem väterlichen Gut Toitenwinkel geboren. Am 15.Februar wurde er getauft und erhielt die alten typischen Familiennamen. Danach wurde er in der Zucht und Ermahnung vor Christus adelich erzogen, bis er selbst sprechen und Gott für sein Leben loben konnte. Er war ein gutes Kind und von feiner, sensibler Art; von seinen Eltern ließ er sich willig führen. Leider war er oft krank, so litt er einmal an einem schweren viertägigen Fieber. Obwohl man die besten Ärzte konsultierte, erholte sich der Knabe nur langsam. 

Anderthalb Jahre brachte er mit seiner Rekonvaleszens zu, bis er wieder ganz genesen war. Am 5.Juli 1618 um die Mittagszeit aber bekam er einen schweren Kopf und eine Brustschwachheit. Sofort wurde der Medikus gerufen, der jedoch keine Arznei empfehlen konnte. Man betete bei familiärer Versammlung eifrig zu Gott, daß dem Jungen das Leben werde erhalten mögen. Essen und Trinken waren keine Lust mehr für ihn und nach und nach nahmen seine Kräfte ab. Der Pastor wurde aus Rostock geholt und ihm der Segen erteilt. Danach holte er noch zweimal Luft und  verstarb dann am 30.Juni 1619 nach drei Jahren und 20 Monaten Lebenszeit in Toitendorf. Hier wurde er am 20.Juli desselben Jahres zur letzten Ruhe gebettet.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (11)


Joachim Friedrich v.Moltke (1618-1677)

Fürstl. Meckl. Rat und Amtshptm. zu Ribnitz, Erbherr auf Teutenwinkel, Kanoniker in Magdeburg

Als Sohn des Fürstl. Mecklenburgischen Landrats und Erbherrn auf Toitenwinkel und Wesselstorff Gebhard v.Moltke und seiner Ehegenossin Anna v.Rotermundt a.d.H. Engelswacht erblickte er am 15.November 1618 auf dem väterlichen Gut Toitenwinkel das Licht der Welt. Private Praezeptoren informierten ihn in den ersten Gründen des menschlichen Lebens und Umganges und da er bald, als er zu Jahren gekommen war, gut lateinisch konnte, gab man ihn zu dem Gelehrten Nikolaus Schomer - späteren Dr.jur. und Ratsverwandten der Stadt Lübeck -, mit dem er 1638 zusammen auf die Universität nach Marburg verschickt wurde. Im Jahr darauf ging es nach Rinteln und Franecker, von dort 1640 nach Leiden und in andere niederländische Städte. Hier machte er auch eine kleine Peregrination und kehrte dann auf Gutachten seines Vaters noch im Jahre 1640 wieder nach Rostock zurück. Da 1641 seine Mutter starb und auch der Vater 1644 in den Tod folgte, andererseits das Gut Toitenwinkel durch die Kriegsläufe in fremde Hände geraten war, blieb ihm nichts weiter übrig, als seine Studien abzubrechen und sich eine bezahlte Stelle als Militär zu sichern. 

Er diente fortan der schwedischen Krone als Kapitän. In der Festung Laholm ehelichte er Marie v.Sperling, mit der zwei allerdings im Kindesalter wieder verstorbene Töchter Anna Catharina (†1650) und Magdalena Margaretha (†1654) hatte. Dem Ehepaar waren aber gemeinsam 25 Jahre beschieden, bis seine Gattin am 13.Juni 1667 von dieser Welt abberufen wurde. Herzog Gustav Adolph von Mecklenburg gab ihm 1660 eine Ratsstelle und bestellt ihn zugleich auch als Amtshauptmann zu Ribnitz. 17 Jahre versah er nun diesen Posten zur höchsten Zufriedenheit seines Landesherrn. Als ihm aber nach dem Tode seiner ersten Frau der Haushalt doch zu beschwerlich wurde, ehelichte er am 21.Juni 1670 Dorothea v.Meding, die Tochter des Fürstl. Braunschweigisch- Lüneburgischen Oberstallmeisters und Erbherrn auf Barum Christoph v.Meding. 

In den kommenden Jahren war er alt und krank geworden. Oft hatte er sich mit schweren Skorbuten und Podagra plagen müssen, auch stellten sich Fieber und Magenbeschwerden ein; teilweise hörte er schlecht. Zwölf Wochen vor seinem Ende dann ward er von einem kontinuierlichen Fieber angefallen, das von einem unaufhörlichen Erbrechen begleitet wurde. Er mußte noch längere Zeit leiden, dann wurde er am 1.September 1677 um 4 Uhr nachmittags in seinem 59.Lebensjahr erlöst. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen m 905


Dietrich v.Moltzan (1550-1599)

Erbherr auf Ulrichshusen, Hagen und Klaber, Meckl. Landrat, Marschall im Fürstentum Wenden

Als Sohn des Ulrich v.Moltzan auf Grubenhagen - Erbauers des Schlosses Ulrichshusen -  wurde er 1550 geboren. Vater Ulrich war ein leutseliger Mann, "der in seiner Jugend sich im Kriege wohl versucht / aber hernach zu einem ruhsamen Leben begeben / bey den seinen wol gelitten / und so woll mit einem aufrichtigen Leben / guten Namen und Leumund / als auch mit vermügen und außführung seines Standes / unter seines gleichen den vom Adel nicht der geringste gewesen." 

Dietrich nun wuchs neben zehn Geschwistern auf. Schon von seinem Vater wurde er fleißig zu allerlei Studien angeregt und frühzeitig auf hohe Schulen verschickt. Als erstes studierte er auf der Universität Rostock, kam aber bald hernach mit seinen Brüdern Lütke, Joachim und Berndt v.Moltzahn auf die Universität nach Straßburg. Auch Tübingen, Jena und Wittenberg frequentierten sie dank der vermögenden Lage ihres Vaters zu ihrer Fortbildung. Danach konnte Dietrich gut lateinisch lesen und verstand sich auf die Rechtswissenschaften. Er hatte daran soviel Freude, daß er später juristische Sachfragen auf seinen Gütern, die eigentlich den Advokaten vorbehalten war, selbst ausführte. Überhaupt war er ein sehr belesener Mann "und wenn andere Nacht und Tag mit doppeln und spielen / fressen und sauffen / oder unnötiger Jaget zubringen / dieselbe Zeit brachte er nützlich zu / entweder mit studiren / oder auch mit Geklärten Leuten und ihrem Gesprech". 

Er war später ein Vetrauter des mecklenburgischen Herzogs Ulrich. So kam es auch, daß er elf Jahre hindurch Landrat in Meckenburg, dann noch sieben Jahre in Pommern war. Schließlich nahm er auch eine Frau zu sich und heiratete Else vom Berge, die Tochter des lüneburgischen Vicke vom Berge und seiner Gattin Catharina v.der Schulenburg.
Am 20.November 1599 bekam er plötzlich nachts einen Brustanfall, dann heftigen Frost und bald große Hitze. Um sein Totenbett versammelte er seine Frau und seine Kinder, aber auch sein Hofgesinde, damit es von ihm Abschied nehmen möge. Am 29.November 1599 schließlich beendigte er seine Lebenslaufbahn in seinem 49.Lebensjahr. In Rambow wurde seine Leiche am 3.Januar 1600 beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (22)


Georg v.Moltzahn (1572-1620)

Erbmarschall, Erbherr auf Kummerow, Osten, Vanselow

Im Jahre 1572 am 6.April erblickte er auf dem Hause Wittenburg in Mecklenburg um sechs Uhr abends als Sohn des Hartwig v.Moltzahn (†1591), Frstl. Pommerschen Rats, Hof- und Landmarschalls des Herzogs Ernst Ludwig von Pommern, Hauptmanns zu Loitz, Verchen, Wolgast und Lindenberg, Frstl. Mecklenburgischen Amtshauptmanns in Wittenburg und Zarrentin und der Ilsa v.Bülow (†1606) aus dem Hause Preutzen in Mecklenburg das Licht der Welt. 

In der Taufe erhielt der Sohn, der noch mit mehreren Geschwistern aufwuchs, den Namen seines Großvaters mütterlicherseits, des Preutzener Erbherrn Georg v.Bülow. In Gottesfurcht und allen adeligen Tugenden auferzogen und gelehrten Praezeptoren beigegeben, gaben ihn seine Eltern später zusammen mit seinem Bruder Ernst v.Moltzahn - später Landmarschall - auf die bekannte Partikularschule nach Stralsund, wo sie unter dem Rektor Kaspar Jentzkow lernten und ihre ersten Kenntnisse in der lateinischen und griechischen Sprache wie auch in der Religion der Augsburgischen Konfession legten. 1587 dann wurde er von seinem Vater auf die Universität Greifswald geschickt, wo er sich mitsamt seinen Brüdern gut drei Jahre aufgehalten hatte. Hier hörte er sowohl die öffentlichen als auch private Lektionen der Dozenten. 

Als er aber mit der Zeit erkennen ließ, daß er mehr Neigung zur "Reuterey" als "zu denen studiis" hatte, wollte ihn sein Vater - anstatt ihn auf weitere ausländische Universitäten zu senden - zunächst an den Hof des ihm bekannten Fürsten Ernst Ludwig von Pommern bringen. Da jedoch sowohl Vater als auch Fürst binnen kurzer Zeit verstarben, zerschlug sich der Plan. Nach dem Tode seines Vaters ging er aber 1693 dennoch zu Hof, jetzt freilich zu Herzog Ernst Bogislaw von Pommern. Diese Stellung hatte ihm Werner v.Hahn vermitteln können. Nach vier Jahren treuem Dienst wurde er hier zum Kammerjunker und Mundschenk ernannt, außerdem zum Hofmeister des Sohnes des Fürsten, Herzog Philipp. Mit ihm sollte er nach Italien reisen. Jedoch verhinderte dies seine Mutter, die ihn bei der Bewältigung der Administration der Güter und in ihrem Haushalt brauchte. So ließ er sich am Hofe seinen Abschied geben. 

Um wenigstens eine kleine Grand Tour zu machen, zog er auf Vermittlung Richard v.der Schulenburgs mit seinem eben von der Peregrination zurückgekehrten Bruder Ernst Ludwig 1596 zusammen mit den brandenburgischen Markgrafen Joachim Ernst und Christian zur Königskrönung nach Dänemark, "da er nicht allein in vieler hohen Personen kundschafft gerathen / besonderen auch sonst viel gesehen und erfahren / das ihm in seinem Standt und Leben nützlich gewesen." 

Nach der Rückkehr wurde 1599 zunächst das väterliche Erbe unter die Söhne verteilt; auf diese Weise kam er zu seinem neuen Besitz in Kummerow. Jetzt schien er auch eine Familie gründen zu wollen und ehelichte Sabina v.Levetzow, die Tochter des Hinrich v.Levetzow auf Mistorff und Marckow, was 1609 auf seinem Gut Kummerow geschah. In zehnjähriger Ehe bekamen sie drei Söhne, Hartwig (*1611), Philipp Hinrich (*1612) und Joachim Ernst (1616-1636), die noch beim Tode des Vaters alle glücklich am Leben waren. In seinem Privatleben war er ein aufrichtiger Christ, las viel und gern in der Bibel, hatte auch "die Predigten nicht gerne verseumet". 

Gleichwohl war er nicht jedem freundlich gesinnt. Mit seinen Vettern bekam er oft Streit wegen der Besitzrechte an Kummerow. Um dem Streit zu entgehen, der keinen Frieden zu bringen schien, kaufte er sich das Haus Demmin von dem Vormund des Joachim v.Podewils, wohin er nun mit seiner Familie umzog. Etwa einen Monat, nachdem er sich dort eingerichtet hatte, befiel ihn eine schwere Krankheit - ein harter Frost -, auch hatte er "anfenglich blütige materien außgeworffen". Später, als er schon bettlägerig war, ließ er Frau und Kinder kommen und ermahnte sie zu einem adeligen und christlichen Leben. Nie dürften sie ihren Stand vergessen. Vor seinem Tode ernannte er einige Personen, die ihm lieb und nett waren, zu Vormündern seiner drei Söhne, seiner Gattin aber übergab er symbolhaft zum Abschied seinen Siegelring. Als die Kinder der Ordnung nach Hand in Hand an seinem Bett standen, segnete er sie noch einmal, reichte allen Anwesenden - auch seinem jüngsten Bruder, dem Junker Hartwig v.Moltzan - die Hand und verabschiedete sich von ihnen. So verschied er am 2.Januar 1620 auf seinem neuen Hause in Demmin bald nach 4 Uhr abends in seinem 48.Lebensjahr. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen m 618 sowie Maltza(h)nscher Familienverband (Hg.): Die Maltza(h)n 1194-1945. Der Lebensweg einer ostdeutschen Adelsfamilie, Köln 1979, S.68 und S.73-74 (Nr.91)


llsabe Maria Müller v.der Lühne (1619-1666)

geb.v.Schmeling

Aus altem hinterpommerschen Geschlecht stammend, wurde sie im September 1619 als Tochter des Nikolaus v.Schmeling auf Stertz und Güldenhagen und seiner Frau Felicia v.Kleist a.d.H. Kowalck geboren. Sie genoß eine "Christ-Adeliche Aufferziehung" und wurde im 18.Lebensjahr dem Kgl. Schwedischen General der Kavallerie Burchard Müller v.der Lühne ehelich versprochen. Die Trauungszermonie fand damals noch nicht statt und wurde erst am ersten Advent 1640 im Beisein vieler hoher Offiziere im hinterpommerschen Kolberg vollzogen. 

Der Bräutigam war zu dieser Zeit Erbherr auf Ludwigsburg, Mellentin und Netzow. Über 26 Jahre hielt diese glückliche Ehe, die vier Söhne und fünf Töchter hervorbrachte. Anfang 1666 aber wurde sie von einer Leibesschwachheit heimgesucht und wegen ihres Kräfteverlustes war sie in eine Ohnmacht geraten. Anschließend mußte sie noch zehn Wochen leiden und trotz "vorsichtiger Aufwartung und köstlicher Medicamente" wurde sie nicht wieder gesund. Kaum drei Tage war sie in ihrem Zustand beständig geblieben, als sie wieder in Ohnmacht fiel. Ihr Beichtvater erteilte ihr noch die Absolution, so daß sie am 1.März 1666 gegen drei Uhr in der Nacht im 47.Lebensjahr verschied. In der Greifswalder St.Nikolaikirche fand sie schließlich am 29.Mai 1666 ihre letzte Ruhestätte, tief betrauert von ihrem Gatten und ihren Kindern.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.schm 1


Dietloff v.Negendanck (1632-1688)

Erbherr auf Groß-Krankow und Petersdorf

Der 11.Februar 1632 war sein Geburtstag und seine Eltern hießen Paschen v.Negendanck, Herr auf Zierow, Wischendorf und Groß-Krankow und seine Frau Elsche v.Reventlow a.d.H. Reetz und Ziesendorff. Seine Vorfahren reichten weit in den mecklenburgischen und den holsteinischen Adel hinein. Erzogen wurde er zur Beachtung des Katechismus und der wahren Religion, zu andächtigem Gebet und Aufrichtigkeit gegen jedermann. Anfangs wurde er durch Privat-Praezeptoren unterrichtet, dann gaben ihn seine Eltern auf die Schule nach Wismar und Güstrow. Hier brachte er einige Jahre mit dem Studium der Ethik, der Religion und der Politik zu, erlernte die lateinische Sprache und zog 1649 17jährig auf Rat seiner Praezeptoren auf die Universität Rostock. 

Bei dem bekannten Professor Stockmann logierte er und hörte Vorlesungen. Anschließend bestellte ihm sein Vater einen eigenen Hofmeister und sandte ihn mit diesem auf die Universität nach Tübingen, wo er ein Jahr blieb und die Rechte studierte. Dann waren die beiden nach Frankreich gezogen, wo sie sich zu Sommeur einige Zeit aufhielten, um die Sprache zu lernen und sich in adeligen Tugenden zu üben. Dann reiste er nach den Niederlanden, um hier auf seiner Grand Tour die vornehmsten Sädte und Orte zu besichtigen. Auch begaben sie sich für ein Jahr weiterer Studien nach Leiden auf die dortige Universität. 

1653 war er auf seiner Reise dann an den ostfriesischen Hof gelangt, in dessen Dienste er als Kammerjunker trat. Drei Jahre versah er zur großen Freude des Fürsten sein Amt und wäre sicher dort geblieben, wenn ihn nicht der Tod seines Vaters Paschen v.Negendanck zur Rückkehr nach Mecklenburg gezwungen hätte. Nun übernahm er die Administration seines väterlichen Guts Groß-Krankow. Am 26.Juni 1658 ehelichte er zudem auf dem Gute Rambow Margarethe v.Barse, die Tochter des Joachim Lüder v.Barse, Erbherrn auf Rambow. Zwei Töchter Elsche und Dorothea entsprangen dieser Ehe. Lang jedoch währte das Familienglück nicht, denn nach anderthalbjähriger Krankheit starb 1663 seine Gattin und nach verflossenem Trauerjahr schritt er ein zweites Mal zur Ehe. Am 3.November 1664 heiratete er Metta v.Ahlefeld, Tochter des Gerd Philipp v.Ahlefeld, Kgl. Dänischen Rittmeisters, Herrn auf Buckhagen. 

Zwölf Kinder wurden aus dieser Ehe noch geboren, die 1688 in folgendem Beruf standen: 1. Paschen war Kgl. Dänischer Fähnrich, 2. Gerd Philipp Kurfürstl. Hannoverscher Fähnrich, 3. Henning hielt sich am Kgl. Dänischen Hof auf, 4. Detloff war in Fürstl. Holsteinischen Diensten, 5. Gregor lebte am kurbrandenburgischen Hof, 6. Levin stand in Kriegsdiensten beim Landgrafen von Hessen, 7. Christoph Otto war jung verstorben. An Töchtern gehörten zur Familie: 8. Anna, 9. Magdalena Dorothea, 10. Sophia Margaretha, 11. Agatha Margaretha und 12. Metta Cathrina. 

In seinem Leben war er recht robuster Natur und hatte nur im Winter eine Brustbeschwerung empfunden. In den letzten beiden Lebensjahren aber hatten seine Kräfte merklich abgenommen, vor allem klagte er über eine Mattigkeit der Beine, bald kam ein Katarrh und Husten hinzu. Schließlich war er eines Tages in Vormundschaftssachen seines Bruders aus Wismar nach Groß-Krankow heimgekehrt, als er sich gänzlich krank und fiebrig fühlte. Es wurde sofort ein Doktor aus Wismar gerufen, der ihm die Ader öffnete und allerlei Medikamente verordnete. Dann betete er zu Gott, daß er ihm doch bald ein seliges Ende bereiten möge, was auch am 26.März 1688 nachmittags zwischen 2 und 3 Uhr geschah. Beigesetzt wurde er in seinem Erbbegräbnis zu Groß-Krankow am 30.Mai desselben Jahres.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (12)


Elisabeth v.Negendanck (1590-1665)

geborene v.Walsleben

Sie war die Tochter des Otto v.Walsleben auf Leistenow, Buschmühlen, Hagen und Utsetel und seiner Ehegattin Margarethe v.Linstow (Tochter des Moritz v.Linstow auf Linstow und Gartze). Geboren wurde sie in Buschmühlen im Herzogtum Pommern am 6.März 1590. Aufgewachsen war sie mit zwei Brüdern und vier Schwestern, aber ohne Mutter, die 14 Tage nach der Geburt plötzlich und unerwartet das Zeitliche gesegnet hatte. 

Als sie 18 Jahre alt war (1608), wurde sie auf Anraten ihrer Verwandschaft mit Ulrich v.Negendanck verheiratet, dem Erbherrn auf Eggerstorff und Neudin, auch Hofmeisters der Herzöge Adolph Friedrich und Hans Albrecht von Mecklenburg. Da er nachgehends in vielen diplomatischen Missionen für sie unterwegs war, erhielt er später auch die Amtshauptmannschaft über Tönnieshof und Eldena in Vorpommern, die er bis zu seinem Tode innehatte. In "Christlich-friedfertiger" Ehe schenkte die Braut ihrem Mann in den kommenden Jahren sieben Kinder, davon allein fünf Söhne.

Sohn Hans Detloff starb zwar bereits nach drei Monaten, Sohn Hans Albrecht aber wurde später Nachfolger auf den väterlichen Gütern, hatte in seiner Jugend "viele frembde Oerter besucht" und sich mit Margarethe v.Kardorff a.d.H. Niekör vermählt. 
1622 starb Elisabeths Gatte und sie trat in den Witwenstand. Zunächst sich noch in Eggerstorff aufhaltend, zog sie dann jedoch bald nach Neudin und schließlich nach Wismar. Dort stiftete sie als Zeichen ihrer Gläubigkeit der Kirche einen vergoldeten Kelch, ein kostbares Epitaph, ein neues Uhrwerk im Turm und eine schöne Krone im Chorgestühl. Als sie bemerkte, daß ihre Kräfte abnahmen, ließ sie den Pastor Gerdes von der Wismarer St.Georgenkirche kommen, der ihr die Absolution erteilte. Jetzt war sie bettlägerig geworden und rang nach Luft. So starb sie fast 75jährig am 2.Februar 1665 in Wismar früh um 7 Uhr und wurde am 5.April desselben Jahres in der Kirche zu Proseken - um die sie sich außerdem mit Geschenken verdient gemacht hatte - beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.nege 1


Henning v.Negendanck (1629-1692)

Herzogl. Mecklenburgischer Kammerjunker, Erbherr auf Zierow

Geboren wurde er auf dem väterlichen Hause Zierow am 1.September 1629 als Sohn des Paschen v.Negendanck auf Zierow, Wieschendorf und Groß-Kranckow und der  Elsche v.Reventlou a.d.H. Reetz und Ziesendorf. Er wuchs nebst vier Brüdern und und fünf Schwestern auf, die sich alle in dänische, schwedische, mecklenburgische oder holsteinische Dienste begaben bzw. nach dort heirateten. Von Jugend an zum Gebet und zur Gotterkenntnis aufgezogen, gaben ihn die Eltern, als er etwas älter geworden war, als Edelknaben zur Herzogin Maria Elisabeth von Schleswig-Holstein-Gottorf, bei der er rund acht Jahre als Kammerpage diente. Danach begab er sich nach Dänemark, wo er bei Prinz Christian V. von Dänemark und Norwegen als Hofjunker tätig war. Dieser starb jedoch bald und "aldieweil er zu Besehung frembder Völcker Sprachen, Sitten und Gebräuche [eine be]sondere Lust und Begierde getragen", reiste er zuerst in die Niederlande, begab sich auf die Universität Leiden und übte sich in Studien und ritterlichen Spielen ebenso wie in der französischen Sprache "damit er grossen Herren und Fürsten zu dienen tüchtig erkant werden möchte". 

Im Haag nahm er die Statthalter-Regierung in Augenschein, durchstreifte ganz Holland, dann Braband und Flandern, speziell Brüssel und Antwerpen. In Amsterdam, wohin er nun zurückreiste, hielt sich zeitgleich mit ihm Herzog Gustav Adolph von Mecklenburg-Güstrow auf, so daß er dessen Bekanntschaft suchte. In der Tat nahm ihn der Herzog als Kammerjunker an und so reiste er ab sofort als Begleiter des jungen Fürsten durch Deutschland. Er sah nun Köln, Mainz und Straßburg und anschließend wieder Frankreich, wo er die französische Sprache fertig erlernte. Hier beobachtete er neben den Besonderheiten der Sitten und Gebräuche auch den Zustand der Regimenter. Der Herzog reiste mit ihm später nach Mecklenburg zurück und er blieb noch sieben Jahre lang Kammerjunker in Güstrow. 

Als sein Vater gestorben war, losten die Brüder um den väterlichen Besitz und ihm fiel Zierow zu. Daher erbat er erfolgreich seinen Abschied und widmete sich fortan der Administration seines Gutes, obwohl er selbst gern noch weiter am Hof geblieben wäre. Mit Einverständnis seiner Verwandten heiratete er bald und führte am 27.Januar 1658 Anna Catharina v.Podewils vor den Traualtar. Sie war die Tochter des Kgl. Dänisch-Norwegischen Rats und Hofmarschalls Dionisus v.Podewils und derzeit als Kammerjungfrau bei der regierenden Herzogin Magdalena Sybilla von Mecklenburg-Güstrow, geborenen Prinzessin von Schleswig-Holstein-Gottorf, tätig. 

Acht Söhne und vier Töchter erblickten aus dieser Ehe die Welt, wovon der älteste Sohn Paschen später Zierow übernahm. Der fünfte Sohn Gregor Philipp befand sich 1692 auf Peregrination in Italien, der sechste Sohn Joachim Detloff hatte acht Jahre dem Herzog Gustav Adolph von Mecklenburg-Güstrow gedient, war dann aber noch jung verstorben. Der siebente Sohn war 1692 ebenfalls auf Peregrination, jedoch in Brabant. 

Doch zurück zu seinem Vater. Von Jugend auf von starker Natur, bekam er in den letzten Jahren vor allem in jedem  Herbst große Brustschmerzen, ein Jahr vor seinem Ende empfand er auch eine große Mattigkeit in den Beinen. Er verstarb schließlich am 9.September 1692 um halb 10 Uhr wenige Tage nach seinem 63.Geburtstag auf Zierow. Am 7.Dezember wurde er in der Kirche zu Proseken beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.nege 8


Katharina Elisabeth v.Negendanck (1706-1724)

geborene v.Bülow

Geboren wurde sie am 23.November 1706 abends um 5 Uhr auf dem väterlichen Hause Gudow als Tochter des Joachim Werner v.Bülow, Kgl. Großbritannischen und Kurfürstl. Braunschweig-Lüne- burgischen Hofrichters, Erblandmarschalls und ältesten Landrats, Erbherrn auf Gudow, und der Eva Sophia v.der Lühe a.d.H. Koltzau. An ihrer guten Erziehung ließen es die Eltern nicht ermangeln. Als am 25.Januar 1717 ihre Mutter starb, wurde sie Halbwaise, auch verlor sie am 17.September desselben Jahres ihren jüngsten Bruder Joachim Werner. Sie wurde nun vor allem im Christentum unterrichtet. 

Ein großes Lebensereignis war ihr das erste Abendmahl am 24.Sonntag nach Trinitatis 1721. Bald warb ihr Vetter Barthold Dietrich v.Negendanck um die anmutige Bülowsche Tochter und so vermählte sie sich mit ihm auf Gudow am 13.Februar 1723. Mit ihrem Gatten zog sie jetzt nach Zierow auf dessen Besitzung. Im gleichen Jahre unternahm sie mit ihrem Vater und Mann eine Vergnügungsreise nach Wolffenbüttel und Lucklum, um dort ihren Onkel, den Land-Kommandeur v.Bülow und auch die Oberhofmeisterin v.Rantzau, eine Tante ihres Gatten, zu besuchen. Im selben Sommer machte sie eine Reise nach Cismar in Holstein. 

Am 8.April 1724 gebar sie einen Sohn und Stammerben, der nach alter Bülowscher Tradition Joachim Werner genannt wurde, obgleich er ein Negendanck war. Am fünften Tag nach der Entbindung aber wurde die Mutter schwächer und schwächer, bevor sie schließlich schlafend am 16.April 1724 im Alter von 17 Jahren und fünf Monaten vom Leben in Zierow zum Tod überwechselte. Am 25.Mai wurde ihr junger Leichnam nach Proseken überführt und in einer aufwendigen Prozession im v.Negendanckschen Erbbegräbnis beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.nege 12


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