Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

Start | Sitemap | Tipps | Anfragen | Zeitschrift | Neues | Über uns | AGB | Impressum

Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500-1750

Volltext-Edition zu Lebensläufen aus mecklenburgischen Leichenpredigten

Auf diesen Seiten finden Sie kostenfrei den Volltext einer Publikation mit einer thematischen Einleitung und Übersicht aus unserem Hause, die sich mit der Auswertung von Leichenpredigten aus der Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern zu Schwerin beschäftigt und vor allem aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel verfaßt wurde. Bei Zitaten unserer Texte erbitten wir die entsprechende Quellenangabe.

Christian Wilhelm v.Hahn (1621-1686)

Herr auf Remplin, Liepen, Dempzin, Rittermannshagen, Heinrichshagen und Faulenrost 

Er war der Sohn von Werner v.Hahn auf Basedow und Remplin, Inhaber der Herrschaft Seeburg, Fürstl. Braunschweig-Wolffenbüttelscher Oberkammerjunker und nachgehends Fürstl. Magdeburgischer Stallmeister und der Armgard geb. v.Bartensleben. Geboren wurde er auf Seeburg am 30.Oktober 1621. Von Jugend an "zu aller Gottesfurcht, Gottseligkeit, Christl. und Gottgefälligen Tugenden, guten Künsten, Sprachen, Exercitien und anderen den Adel wohlzierenden Verhalten ... angewiesen", vertrauten ihn seine Eltern anschließend dem privaten Informator Heinrich Berckmann aus der Pfalz an, wo er seine "prima fundamenta pietats & artium" legte. Da der Vater als "hoch-verständiger Cavalier"  wußte, daß die Edukation1 der Söhne an fremden Orten besser vonstatten ging, zumal, wenn ihnen ein anständiger Erzieher beigegeben würde, ließ er seinen Sohn auf die Universität nach Halle gehen. Beigegeben wurden ihm als Kommilitonen Joachim Friedrich v.Bartensleben, Christian Wilhelm v.Bartensleben, Michael Hermann v.Hagen und als Präzeptor Christian Kelterborn (nachmaliger v.Bartenslebenscher Amtmann). Alle waren sie bei dem Assessor Jakob Bryben in Pension gegangen und lernten in Halle drei Jahre lang. 

Sein Vater war 1634 gestorben, nun sandte ihn seine Mutter mit der übrigen "adelichen Gesellschaft" nach Wittenberg zu weiteren Studien, denen sich auch Gebhard Paris v.dem Werther anschloß. 1638 ging er nach zwei Jahren zur Universität Leipzig, erhielt in Gottfried Beringer einen neuen Hofmeister, und wollte hier seine Studien fortsetzen. Da Leipzig aber belagert werden sollte, zog er mit seinen neuen Kommilitonen Christian und Christoph v.Vitzthum auf die Universität Marburg und begab sich 1643 wieder nach Seeburg zurück. Ein Jahr später ging er mit Christoph v.Vitzthum und dem neuen Hofmeister Friedrich Reinhard auf die Peregrination, die ihn nach Holland und Frankreich führte, "des Vorsatzes, weiln das Reisen bevor aus einer Adelichen Person eine sonderbahre Zierrat ist, durch Beschauung fremder Oerther, Lande und Leute, auch Fassung allerhand Sprachen, Erfahrung vieler nützlicher Dinge und Ubung seiner ritter-Exercitien dem Vaterlande und der vornehmen Freundschafft zu Nutze ... sich zu perfectioniren." 

Auf Verlangen seiner Mutter kehrte er nach zwei Jahren nach Seeburg zurück, heiratete in Ippenburg am 9.Juni 1657 Hedwig v.dem Bussche, die Tochter des Philipp Sigismund v.dem Busche auf Ippenburg und Harlinghausen, Fürstl. Osnabrückischen Landrats. In vierzehn Ehejahren schenkte sie ihm ein Dutzend Kinder, darunter die beiden Söhne Werner und Philipp Sigismund. 
Doch war ihm das Glück nicht lange hold: Am 26.Juni 1669 vernichtete eine Feuersbrunst viele Gebäude in Seeburg, auch das vor drei Jahren neu erbaute herrschaftliche Schloß. Zudem starb am 11.September 1671 seine Gattin im Kindbett. Im Witwenstand stehend, sorgte er sich nun besonders um seine Kinder, denen er eine christliche Erziehung angedeihen ließ, Informatoren für sie hielt und sie in fremde Länder und auf Universitäten schickte. 

Als er wegen wichtiger Angelegenheiten in Mecklenburg umherreiste, öffnete sich eines Tages sein Schenkel, der "viele braune Flecken aufwarf", am 24.Juli war fast der ganze Köprer mit diesen Flecken bedeckt. Zwar gingen bis zum 5.August die Krankheitszeichen wieder zurück, dann aber kam eine "Auffblehung des Leibes" und eine Geschwulst. Schließlich starb er in Seeburg am 9.September 1686 um "1 Viertel auff 9 Uhr ohne alles Rücken, Zücken und Bewegnis gleich einem Kinde in der Wiegen sannft und selig" nach neunwöchiger Krankheit im 66.Lebensjahr. Er war zuletzt nicht nur Inhaber der Herrschaft Seeburg gewesen, sondern auch, getragen vom Vertrauen seiner Mitritterschaftler, Direktor der Grafschaft Mansfeld.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.hahn 9


Cuno v.Hahn (1609-1646)

Erbherr auf Basedow, Lippa und Seeburg

Als Sohn des Levin Ludwig v.Hahn, Sächsischen Kammerjunkers, Stiftshauptmanns zu Quedlinburg, Herrn auf Basedow, Lippa und Seeburg und der Anna v.Veltheim an Martini 1609 auf dem väterlichen Hause Seeburg zur Welt gekommen, wurden ihm nach der Taufe "feine gelehrte Praeceptores gehalten". Der Vater gab den Sohn bald aber zu den Söhnen des Obristen v.Bodenhausen, seines Schwagers, wo er nun durch deren Informatoren namentlich in Latein und "in literis & moribus" unterrichtet wurde. Auf Weisung seines Vaters ging er 1622 auf die Universität Wittenberg. 1623 verließ er die Universität und ging mit seinem Hofmeister Jakob Grieben (später Assessor beim Magdeburgischen Schöffenstuhl) und seinem Oheim Achatius v.Veltheim auf die Universität Altdorf. 

Sein Vater veranlaßte 1624, daß er mit den beiden vorgenannten Hofmeistern und Ludolf v.Bülow eine Reise nach Frankreich unternahm. Sie reisten über Genf, wo sie sich ein wenig aufhielten, nach Savoyen, der ersten größeren Station ihrer Reise. Hier erlernten sie die französische Sprache, setzten ihre Studien fort und betätigten sich in anderen Wissenschaften "so ihrem Alter gemäs". Er reiste dann allein mit seinem Hofmeister Grieben nach Tours an der Loire, dann nach Anjiers und Poitiers, wo er sich nach seines Vaters schriftlicher Anordnung einige Zeit aufhielt "und allenthalben sich in Adelichen Exercitiis ... wol geübet." Anschließend reiste er durch viele Städte und Landschaften Frankreichs, begab sich zuletzt nahe nach Paris, wo er intensiven Reit- und Fechtunterricht wahrnahm. 

Dann befahl ihn sein Vater wieder in die Heimat. Er hatte Moral, Sprachen, Geschichte, Erdkunde, privates und öffentliches Recht studiert und viele gute Zeugnisse erhalten, bevor er nach fünfjähriger Peregrination wieder gesund in Seeburg ankam. Der Vater wollte zunächst, daß er seine historischen und juristischen Studien mit seinem Hofmeister fortsetzte, dies aber wurde durch vielerlei Umstände verhindert. Er reiste deshalb mit seinem Sohn nach Wien an den Hof und sandte ihn dann in die Niederlande. Hier machte er dem Prinzen von Oranien im Haag und in Groningen seine Aufwartung, trieb weiter seine "Adeliche Exercitia". 
Nachdem dieser Ausbildungsabschnitt abgeschlossen war, kehrte er besorgt nach Mecklenburg zurück, da die Kriegswirren seine väterlichen Güter in den Ruin trieben. Er meldete sich daher als Avantageur beim Grafen von Hatzfeld als einem Kaiserlichen General und wollte in dessen Truppe eintreten. Nach dem Kriege setzte er seine mecklenburgischen Güter, die ihm vom Vater zugefallen waren, wieder instand und verheiratete sich auf dem Hause Wettin des Vaters der Braut am 13.September 1643 mit Margarethe Sabina aus dem Winckel. 

Als er auf Anfordern des Erzbischofs zu Magdeburg auf dem Landtag in Halle erschien, wurde er plötzlich "ohne einige rechtmässige ursache" von einigen fürstlichen Hofjunkern zu einem Duell genötigt, das am 14.November 1645 in Halle stattfand. Trotz des genossenen guten Fechtunterrichts unterlag er seinem Kontrahenten. Dabei erstach ihn Friedrich Apel v.Lüttich zwischen 10 und 11 Uhr vormittags wegen einer Ehrensache. So starb er bereits kurz nach seinem 36.Geburtstag und wurde  am 8.Januar 1646 in Wettin in der Peter- und Paulkirche beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.hahn 7


Dorothea v.Hahn (1599-1680)

geborene v.Hahn, verwitwete v.Hahn und zweimal verwitwete v.Halberstadt

Der 18.Juli 1599 wurde ihr Geburtstag. Aus dem vornehmen Geschlecht der v.Hahn auf Basedow stammend, kannte sie ihren als Vater den Fürstl. Mecklenburgischen Landrat Hans v.Hahn, Erbherrn auf Basedow und Bristow und dessen Gattin Ilse v.Arnim aus dem Hause Boitzenburg. Sie wuchs zusammen mit vier Schwestern und einem Bruder auf: Anna und Elisabeth wurden schon jung vom Leben abberufen, Sophie wurde 1659 die Gattin von Melchior v.Moltke auf Westorff, Maria starb "bei damalichen Kriges-Traublen" in Malchin, und ihr einziger Bruder Werner war nach dem Studium in Giessen und Tübingen in Kriegsdiensten gefallen. 

Nach der ersten häuslichen Erziehung gaben sie ihre Eltern als Kammerjungfer zur Herzogin Sophia von Mecklenburg, wo sie einige Jahre verbrachte. Hier am Hofe lernte sie ihren künftigen Ehemann kennen, Henning v.Halberstadt. Dem Fürstl. Mecklenburgischen Rat und Erbherrn auf Camtze und Leezen wurde sie am 16.Januar 1630 (31jährig) ehelich versprochen. Ende Januar 1632 aber starb ihr Mann bereits. Nun hatte ihr angeheirateter Verwandter Hans Albrecht v.Halberstadt ein Auge auf sie geworfen und ließ nicht eher von ihr ab, bis sie ihn in Brütze, dem Gut des Bräutigams, am 29.Juni 1635 heiratete. 

In relativ spätem Alter zeugte sie noch zwei Söhne. Dann verlor sie ihren zweiten Mann als Kgl. Schwedischen Kapitänleutnant zwischen Neuhaus und Dömitz Anfang Februar 1640. Durch den Krieg mußte sie nun auch Brütze verlassen und sich sieben Jahre in Wismar aufhalten. Obwohl sie nicht daran gedacht hatte, ging sie doch auf das Anwerben von Claus v.Hahn auf Basedow, Remplin und Pleetz,  Fürstl. Mecklenburgischen Landrats und Erblandmarschalls des Stargardischen Kreises eine dritte Ehe mit 47 Jahren ein. Am 1.Juli 1646 wurde sie ihm auf dem väterlichen Hause Basedow versprochen. Wiederum waren es nur wenige gemeinsame Jahre, so daß sie am 16.Mai 1651 zum dritten Male Witwe wurde. 

Bald ereilte auch sie ein Schwindel, sie wurde bettlägerig und sie bat die Tochter ihrer Schwester - Anna Sophia v.Moltzahn a.d.H. Rothenmoor - und verschiedene geschickte Doktoren zu sich. In deren Beisein und in Gesellschaft des Geheimen Rats v.Hahn, des Hofmeisters v.Lepel und des Bristower Pastors Friedrich Nikolai verstarb sie schließlich am 7.November 1780 zwischen 10 und 11 Uhr in ihrem 81.Lebensjahr. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen h 40


Werner v.Hahn (1583-1634) 

Erbherr auf Basedow, Lippe und Seeburg

Er wurde als Sohn des Cuno v.Hahn auf Basedow, Lippe sowie Seeburg und der Sophie v.der Schulenburg am 20.Januar 1583 nachts um 11 Uhr  in Seeburg geboren. 1590 schon starb der Vater, 1591 die Mutter. Mit knapp acht Jahren Vollwaise, kam er unter Kuratel seines Verwandten Claß v.Hahn, derzeit Stiftshauptmann zu Quedlinburg und im Dienst des Herzogs Ludwig zu Sachsen. Hier war er zusammen mit seinen beiden Brüdern erzogen worden und mit ihnen auf die Universität nach Halle geschickt worden. Dort verblieb er drei Jahre, ging dann mit seinem älteren Bruder auf die Universitäten Wittenberg und Leipzig. 

Nach dem Motto des Erasmus von Rotterdam, "daß die Reisen, wenn man sich in frembden Landen etwas umbsiehet und versucht sehr nütz- vnd zutreglich [seiende] Weißheit, Verstandt vnd Geschicklichkeit zu erlangen", ging er nach fünfjährigem Studium im Jahre 1600 auf Anraten seines Vormundes auf die Peregrination. Er weilte dann drei Jahre in Holland und Frankreich, lernte dort fremde Sprachen, machte "ritterliche Adeliche Ubungen, daß mit guten fug und Recht er ein Exemplar eines wolgereiseten vnd mit ritterlichen Künsten vnnd Tugenden höchstgezierter vom Adel können genenntet werden." 

Anschließend nahm er freiwillig am Feldzug gegen Ungarn in des Herzogs Ulrich von Holstein Truppen als Leib-Kornett teil. Da er eine Vorliebe für Frankreich und Italien hegte, nahm er aber wieder seinen Abschied und reiste vier Jahre durch die beiden genannten Länder. 

Am 14.Oktober 1610 ehelichte er auf dem väterlichen Gut Wolfsburg Armgard v.Bartensleben, die Tochter des Günther v.Bartensleben auf Wolfsburg und Brohma. Vier Wochen hielt sich das Brautpaar in Seeburg auf. Die Gattin schenkte ihm in vieljähriger glücklicher Ehe 13 lebende Kinder, darunter nur drei Söhne. 

Einige Zeit war er Kammerjunker beim Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig, einige Jahre auch Stallmeister des Erzstifts Magdeburg, kurzzeitig kommandierte er als Hauptmann ein Fähnlein Fußvolk. Am 4.März 1634 reiste er auf einige Hahnsche Güter in Mecklenburg und wurde dann auf der Reise unversehens von einer "Leibes Schwachheit" befallen. 

Zum 10.März reiste er nach Güstrow zum Herzog Hans Albrecht von Mecklenburg, der ihm seine besten Mediziner zur Verfügung stellte. Er hatte nun ein großes Verlangen, nach Hause zu gehen und seine Familie um sich zu sammeln. Sehr geschwächt langte er am 27.März in Seeburg an. Nach dem Abendbrot begab er sich ins Bett, schlief noch einige Nächte gut, starb aber nach vielen Gebeten am 30.März 1634 früh gegen 5 Uhr im 52.Lebensjahr auf Seeburg. Beigesetzt wurde er am 30.April 1634 in der Kirche des Fleckens Seeburg. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.hahn 5


Balthasar Gebhard v.Halberstadt (1621-1692)

Herzogl. Mecklenburgischer Obrist, Kurfürstl. Kölnischer Generalmajor

Als Sohn des Hans Jürgen v.Halberstadt, Fürstl. Mecklenburgischen Hauptmanns zu Wittenburg, Erbherrn auf Gottesgabe und Lüttenbrütz  sowie der Dorothea v.Moltke aus dem Hause Wesselstorff und Teutenwinkel, wurde er geboren. Dies war geschehen in Vietlist am 8.März 1621. Doch bereits im 14.Lebensjahr war er unverschuldet zum vaterlosen Halbwaisen geworden. Seine Mutter ließ aber an seiner Erziehung nichts ermangeln und gab ihn auf seinen Wunsch hin als Pagen zum Obristleutnant Schütze. Dieser nahm zunächst 1637 seinen Abschied und reiste mit seinem Pagen nach Polen, Preußen, Littauen, Kurland, Livland und nach Reval. Dort setzten sie mit einem Schiff nach Finnland über. 1639 trat Schütze in Mollneck wieder der Armee bei und v.H. wurde als Kornett in das Witkopffsche Regiment eingestellt und führte im Leipziger Treffen am 22.Oktober 1642 die Standarte, mit der er den Feind fünfmal verwundete. Nachher ging er mit dem Regiment nach Holstein. 1645 wurde er Kapitänleutnant und im Jahr darauf wegen seiner großen Tapferkeit in verschiedenen Gefechten und Schlachten zum Rittmeister befördert. Er nahm zwar nun seinen Abschied und kehrte nach Mecklenburg zurück, ließ sich aber wenig später ein Angebot des schwedischen Königs auf eine Obristleutnantsstelle nicht entgehen. So zog er erneut in den Krieg. 

Zwischendurch ehelichte er am 24.November 1651 Hedwig Clara v.Thun, die Tochter des Otto v.Thun, Erbherrn auf Schlemmin und Zornow in Pommern. 1658 wurde er durch Herzog Christian Ludwig von Mecklenburg zum Obristen bestellt; ihm diente er in dieser Stellung bis 1660. Anschließend Festungskommandant in Mecklenburg, wurde er 1672 Hofmarschall. Doch schien ihn das militärische Leben nicht mehr loszulassen, denn bald ging er als Obrist mit neuen Truppen (die an Frankreich vermietet waren)  nach Holland und erlangte durch den Kurfürsten von Köln am 12.Januar 1673 den Rang als Generalmajor. 

Seine Gattin starb 1690 nach 38 Ehejahren, in der sie ihm acht Kinder geschenkt hatte. Bis weit ins hohe Alter war er frisch und gesund, bis ein unvermuteter Schlagfluß seinem Leben am 9.November 1692 abends 9 Uhr im 72.Lebensjahr ein Ziel setzte. Beerdigt wurde er am 7.Dezember 1692 im Schweriner Dom unter Beteiligung vieler Prinzen, Edelleute und hoher Minister. Zuletzt war er Oberkommandierender über die mecklenburgischen Truppen und Festungen sowie Erbherr auf Langenbrütz, Görselow, Letzen und Woltow. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.halb 4


Christoph Adam v.Halberstadt (1626-1661)

Fürstl. Mecklenburgischer Hauptmann der Ämter Grabow und Eldena

Der 27.Mai 1626 war der Geburtstag des Sohnes des Joachim-Friedrich v.Halberstadt, Erbherrn auf Wendelstorff und seiner Gattin Catharina v.Lepel a.d.H. Grambow. Zehn Tage nach seiner Geburt wurde er in der Kirche zu Lütken-Brütz am 10.Juni desselben Jahres getauft. Zuhause erlernte er die Kunst des Lesens und Schreibens und den Katechismus, doch da er in jungen Jahren als Kind ein Bein brach, mußte er stets etwas zurückbleiben (da er große Schmerzen auszustehen hatte). Er hatte das Glück, daß die Fürstin Maria Catharina von Mecklenburg geb. zu Braunschweig-Lüneburg, ihn im Frühling 1639 als Pagen an ihrem Schweriner Hof aufnahm. 

Sie ließ ihn noch ein Jahr in die Schule gehen und ihm später auch Reitunterricht geben. Als der unterrichtende Stallmeister Roderigo de Pito mit den jungen Herzögen Gustav Adolph und Friedrich nach Güstrow ging, folgte auch er den beiden und verdingte sich nun dort als Page. Die Fürstin nahm ihn aber nach einiger Zeit wieder zu sich nach Schwerin. Er lernte als Page noch eine Reihe anderer Höfe kennen, so den des Bischöflich Ratzeburgischen in Schöneberg und den des Herzogs Christian Ludwig zu Braunschweig und Lüneburg in Hannover. Da er hier jedoch nicht fest angestellt werden konnte und also auch keine Gage erhielt, ging er wieder nach Schwerin und beschloß hier, seine künftiges Glück im Dienste Schwedens zu suchen. 

Bei dem Grafen Gustav v.Gustafson, einem vermögenden schwedischen Edelmann, wurde er als Stallmeister angestellt und folgte ihm nach Pommern. Dort verschiffte er des Grafen Sachen und Pferde von Stettin aus nach Schweden. Er selbst fuhr als Begleiter des Gepäcks und der Pferde und reiste vier Wochen vor Weihnachten los. Auf See jedoch ereilte ihn das Unglück zu sinken. Durch eine glückliche Fügung aber wurde er mit dem Seegut gerettet und kam so zuerst nach Dänemark anstatt nach Schweden. Hier lebte er aber in größter Lebensgefahr, da ihm Bauern und "Schnapphähne" nach dem Leben trachteten. Er flüchtete daraufhin mit den persönlichen Dingen seines Grafen zur Gattin seines Dienstherrn. 

Im Jahre 1649 dann war der Graf zu einer Kur ins Rheinland gegangen und sein Stallmeister wollte ihm folgen. Von Wismar segelte er wieder ab, doch trieb ihn er Wind nach Pommern. So traf er erst mit viel Verspätung am Rhein und in Westfalen an. Auf der Durchreise durch Mecklenburg aber hatte ihm die Herzogin von Mecklenburg das Angebot einer Kammerjunker-Charge gemacht. Daher nahm er beim Grafen seinen Abschied und versah bis zu seinem 59.Lebensjahr die Stelle am Hof der Fürstin. 
Nun heiratete er auch Ilsche v.Sperling, die ihrerzeit Kammerjungfer bei der Herzogin Juliana Sybilla von Mecklenburg war. Abends an Martini im Jahre 1656 fand die Hochzeit in Anwesenheit vieler fürstlicher und anderer adeliger Personen sowie Räte auf dem fürstlichen Hause in Schwerin statt. Zwei Söhne und eine Tochter waren Gottes Geschenk zu dieser Ehe. 

1658, als die Herzogin Witwe geworden war, zog sie nach Rostock und auch ihr Kammerjunker folgte ihr mit seiner Familie nach. Im kommenden Jahr 1659 dann wurde er noch zum Amtshauptmann von Grabow und Eldena bestellt. Die letzten vier Lebensjahre hatte er sich öfters schon nicht mehr recht wohl gefühlt, im letzten Jahr hatten sich Blutstürze eingefunden. Noch am 12.Juni 1661 hatte er seine Fürstin auf einer Reise nach Wolffenbüttel begleiten wollen. Kaum war er eine viertel Meile aus der Stadt, als sich wieder ein Blutsturz einstellte und er auf die Mitreise verzichten mußte. Lange litt er dann noch an einer müden Mattigkeit und am 18.Juli ereilte ihn nach Mitternacht eine schwere Ohnmacht. Er ließ sich zum ersten Mal das Abendmahl reichen und beichtete vor dem Pfarrer seine Sünden, wobei er zugab: "Ich bin noch mein lebenlang nicht zum Tische des HErrn gewesen." So genoß er dieses Abendmahl mit besonderer Devotion. Am 15.August  1661 schließlich starb er abends gegen 9.30 Uhr.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (16)


Joachim Friedrich v.Halberstadt (1640-1692)

Kurfürstl. Sächsischer Amtshauptmann und Herr auf Wendelstorff in Mecklenburg 

Am 27.März 1640 wurde er auf Wendelstorff geboren. Seine Eltern waren Joachim Friedrich v.Halberstadt und Catharina v.Lepel. Von beiden unmittelbaren Vorfahren zur wahren Gottesfurcht angehalten, wurde er von bestellten Präzeptoren unterrichtet. Im 9.Lebensjahr verlor er seine Mutter und sein Vater gab ihn daher zu seiner Schwester, der verheirateten Dechantin v.Capellen. Bei ihr wurde er mit deren Kindern durch neue Informatoren erzogen. Anschließend ging er für anderthalb Jahre als Page zur Fürstin v.Dannenberg. Als seine Dienstherrin bald darauf starb, nahm ihn Fürstin Maria Catharina erneut als Page an, nachdem sein Bruder Christoph Adam, der bei ihr als Hofmeister arbeitete, sich für ihn eingesetzt hatte. Die Fürstin nahm ihn mit nach Halle in Sachsen und brachte ihn als Page des sächsischen Herzogs August unter. 

Hier avancierte er bald zum Hofjunker, dann zum Kammerjunker und Kornett bei der fürstlichen Garde. 1661 verliebte er sich in Catharina Maria v.Sperling. Aber erst am 10.Juni 1668 heiratete das Paar auf Gut Wedendorf, dem Besitz des August v.Bülow in Mecklenburg, welcher der Bruder der Brautmutter und damit sein angeheirateter Onkel war. Der Vater der Braut war Johann v.Sperling auf Ketz und Schlagstorff. Die glückliche Ehe brachte zusammen zehn Kinder hervor, darunter vier Söhne. Die beiden ältesten Söhne waren in Halle zwar früh gestorben, der dritte Sohn Johann Christoph aber stand 1693 als Kammerpage bei Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin. Der vierte Sohn Hartwig Friedrich gehörte als Page dem Hof des Fürsten von Schleswig-Holstein-Gottorf an. Eine Tochter Catharina Sophia war 1693 Hofjungfer bei der Herzoginwitwe in Schwerin. 

Doch zurück zu ihrem Vater. Der Junker, der nun im Dienste des Bischofs des Erzstiftes Magdeburg stand, machte noch eine vortreffliche Karriere. Der Bischof ernannte ihn zu seinem Oberschenk, gab ihm die Amtshauptmannschaft zu Rotenburg und eine Leutnantscharge bei der Garde. Als der Bischof verstorben war, ging er in die Dienste Herzog Johann Adolphs von Sachsen, der ihm die Hauptmannschaft von Oberfurt verlieh. Da dort die Pest wütete, wollte er seinen Abschied nehmen, der ihm aber erst nach längeren Verhandlungen genehmigt wurde. Erst 1681 kehrte er nach Mecklenburg zurück und begab sich auf sein Erbgut Wendelstorff. Er war von allgemein guter Konstitution, klagte nur selten über eine Unpäßlichkeit, doch wurde er im September 1692 bettlägerig und starb schließlich gegen 10 Uhr vormittags am 27.Dezember 1692. Seine Beisetzung erfolgte in der Kirche von Großen-Eichsen; man schrieb den 16.Februar 1693. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.halb 19


Johann Christoph v.Hillen (1620-1665)

Dr. jur.utr. und vom Herzogl. Mecklenburgischen Konsistorium bestallter Advokat

Geboren wurde er als Sohn des Johann v.Hillen, seines Zeichens Doktor beider Rechte (J.U.D.) und Kgl. Dänischer sowie Fürstl. Niedersächsischer Geheimer Rat, und seiner Frau Elisabeth geborene Gerdes aus Güstrow. Die mütterliche Heimatstadt wurde am 27.Dezember 1620 sein Geburtsort. Zuerst in Güstrow zur Schule gehend, wurde sein Vater bald durch Herzog August von Sachsen-Lauenburg nach Ratzeburg versetzt, so daß der Sohn die Schule in Lübeck besuchte. Hier nahm er unter anderem Privatuntericht beim Lübecker Magister Sebastian Meier. 

1636 reiste der Vater mit seinem Sohn für längere Zeit nach Osnabrück, wo er jedoch plötzlich verstarb. Seinen Sohn wollte er hier zur Schule schicken und brachte ihn noch kurz vor seinem Tode bei seinem Vetter Christoph v.Hillen unter, der in Osnabrück Bürger und Ratsverwandter war. Bis in den Frühling 1640 verblieb der Junge bei seinem Oheim, reiste dann aber wieder zu seiner Mutter nach Lübeck zurück. Auf Anraten seiner beiden Onkel, des Bürgermeisters Christoph Gerdes und des Martin Gerdes ging er anschließend nach Rostock, hörte an der Universität öffentliches und privates Recht und blieb dort bis 1641. 

Den kommenden Winter über hielt er sich erneut bei seiner Mutter auf. Im März 1642 begann er seine Peregrination in die Niederlande und zwar zunächst nach Leiden "weil Er selbigen Ohrt sehr bequem zum studiren wegen der vielen vortrefflichen Professoren und deroselben Fleiß auch anderer guten Gelegenheit befunden". Hier blieb er über dreieinhalb Jahre bis Oktober 1644. Mehrfach verteidigte er dort seine Disputationen und befaßte sich auch intensiv mit dem Lehnrecht. In den Ferien reiste er unterdessen in den anderen Provinzen der Niederlande umher und besuchte weitere Universitäten wie Franeker und Utrecht. Im November 1644 begab er sich per Schiff nach Rotterdam, mit der holländischen Herbstflotte dann nach Frankreich, langte in Diepen an und begab sich über Roan nach Paris. Hier war er etliche Monate geblieben und bereiste dann weitere Städte und Landschaften Frankreichs, verharrte einige Zeit in Orleans, ging nach Samar und Richelien, auch nach La Flescha, blieb dort einige Monate und  und reiste dann nach Angaus, weiter nach Nantes und Rochelle. Anschließend begab er sich zurück nach Deutschland, machte dem kaiserlichen Hof in Wien seine Aufwartung, besuchte das Kammergericht in Speyer und kehrte endlich nach Mecklenburg zurück. 

In Rostock erlangte er im August 1650 den Doktor beider Rechte. Im November ehelichte er Anna-Elisabeth Cothman. Die höchsten Erwartungen knüpften sich noch an seine zukünftige hohe Laufbahn, dann aber verstarb er plötzlich auf einer Geschäftsreise in Lübeck am 6.Herbstmond 1665 und wurde in der Rostocker St.Marienkirche am 19.Herbstmond 1665 beerdigt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.hill 1


Otto Friedrich v.Hobe (1674-1732)

Herzogl. Mecklenburgischer Landrat, Erbherr auf Klein-Tessin und Goldebee

Als Sohn des Sächsisch-Merseburgischen Kammerjunkers und Pfandherrn auf Großen-Nikör Hartwig v.Hobe und seiner Gattin Catharina Elisabeth v.Wackerbarth a.d.H. Lunau wurde er nachmittags 5 Uhr auf Großen Nikör am 15.Mai 1674 geboren. "Weil der echte Adel, der vor Gott ewig gilt, nicht von Fleisch und Blut, sondern von Wasser und Geist herstammet", wurde er gleich nach seiner Taufe und Einfügung in die christliche Gemeinde in großer Gottseligkeit erzogen sowie "hiernechst in denen Künsten und Studien, worzu Er eine grosse Fähigkeit spüren lassen, gründlich unterrichtet". 

Mit zehn Jahren zog er 1684 zusammen mit dem älteren Kammerjunker v.Kardorff an den Hof nach Merseburg, wo er bei der Herzogin Christina, der Gemahlin Herzog Christian d.Ä. zu Merseburg, als Page diente. Er blieb in dieser Stellung bis 1692 "und weil Er sich jederzeit in seinen Aufwartungen rühmlichst erzeiget" gab ihm seine Dienstherrin neben dem Dienst reichlich Gelegenheit, neue Studien zu treiben und sich auszubilden. 

Als er mit 18 Jahren seine Prüfungen bestanden hatte, ging er 1692 vom Hof ab und - ohne noch nach Hause zurückzukehren - unmittelbar danach mit schriftlicher Genehmigung seiner Eltern auf die Universität Leipzig, wo er Jurisprudenz und Philosophie studierte. Auch Geschichte und Politik gehörten zu seinen Studienfächern. Seine Eltern, die langsam Sehnsucht nach ihrem Sohn bekamen, hatten ihn bald mehrfach in Briefen gebeten, nach Hause zu kommen, da sie ihn lange Zeit nicht gesehen hätten. Erst 1695 kam er dem Wunsch nach und besuchte sie für sechs Monate; oft jedoch konsultierte er in dieser Zeit die Professoren und ihre Vorlesungen in Rostock. Nach der Rückkehr nach Leipzig studierte er dort noch drei weitere Jahre. Hiert lernte er auch den Kurfürstl. Brandenburgischen Kapitän v.Phul kennen, der sich gerade auf Werbung in der Universitätsstadt aufhielt. Der junge Student machte sich ihm so "agreable", daß v.Phul ihm in seiner Kompanie einen Fähnrichsplatz einräumte. 

Trotzdem begab er sich 1695 auf eine militärische Studienreise nach den Niederlanden, "umb daselbst nicht allein gleichsam per Compendium die mores verschiedener Nationen kennen zu lernen, sondern auch sein Glück in Kriegs-Diensten zu versuchen." Er ging jetzt mit v.Phul zum Regiment ab, das derzeit in den spanischen Niederlanden stand und von dem Brigadier Horn kommandiert wurde. Als aber sein jüngster Bruder 1697 verstarb, forderten ihn seine Eltern zurück. Diese Nachricht erhielt er in Minden, wo er sich gerade mit seinem Regiment aufhielt. Der Brigadier hörte dies nur ungern, zumal er einen so tüchtigen Mann nicht verlieren wollte. Er erklärte ihm aber, "daß Er als Sohn seinen Eltern zum Gehorsam verbunden" und so nahm er dann doch den Abschied. 1698 langte er bei seinen Eltern an und blieb nun bis ins Jahr 1700 zu hause. Die Herzogin von Merseburg - der er vorher schon als Page gedient hatte - bestellte in jedoch bald zu ihrem Kammerjunker, so daß er wieder nach Sachsen reiste. Er blieb hier und auf dem Witwensitz der Herzogin in Delitzsch bis 1701, als seine Herrin verstarb. 

Der Herzog August in Zörbig wollte ihn dann zwar in seinen Dienst übernehmen, er aber lehnte ab, um sich wieder zu seinen Eltern zu begeben, insbesondere, da sein Vater sehr schwächlich war und zu befürchten stand, daß er blad sterben würde. Seinem Vater stand er nun in der Bewirtschaftung der Güter bei und nahm in Goldebee am 18.Oktober 1702 "auf geschehene gebührende Anwerbung bey Ihrer damahls noch lebenden Frau Mutter" (der verwitweten Majorin v.Lützow) die Jungfrau Augusta Juliana v.Sperling zur Ehefrau. Sie schenkte ihm in einer langjährigen Ehe sieben Kinder, wovon nur eines totgeboren wurde. Der älteste Sohn Hartwig Friedrich war Hauptmann zu Fuß in französischen Diensten.

1703 wurde dem frischgebackenen Ehemann das Gut Klein-Tessin zuteil und er zog mit seiner Familie nun dorthin. 1705 starb dann in Gnoien sein Vater, woraufhin er 1706 das Gut an die Stadt Tessin veräußerte und an den verschiedensten Orten im Lande wohnte. 1711 endlich kaufte er sich ein eigenes Haus in Rostock und lebte dort mit seiner Familie bis 1716. Als dann im Dezember 1715 seine Schwiegermutter verstorben war, bekam er Goldebee und zog dorthin, obwohl er schon beschlossen hatte, in Rostock in der Stadt sein Leben zu beschließen. 1719 nahm er sogar noch ein ständisches Amt wahr, als die Truppen des Niedersächsischen Kreises wegen der Exekution gegen Herzog Carl Leopold nach Mecklenburg kamen; hier war er Ritterschaftlicher Deputierter bei der Kaiserlichen Kommission in Rostock. 

"Seine Erudition, [sein] scharffsinniger Verstand, [seine] Dexterität und [die] Fertigkeit im Mund und [mit der] Feder" machten ihn bei der Ritterschaft so beliebt, daß sie ihn 1722 als einen von mehreren Kandidaten für die Landratswahl vorschlugen. Vom Kaiser wurde er in solchem Amt bestätigt und nahm in der Folgezeit oft Gelegenheit, sich in diplomatischen Sendungen hervorzutun; 1729 gratulierte er beispielsweise dem König von Großbritannien bei seiner Ankunft in Hannover im Namen der mecklenburgischen Stände. 

Noch drei Jahre sollte er leben. Bis dahin war er von kräftiger Gesundheit gewesen, klagte aber doch bald über eine Müdigkeit in den Beinen. Seine Hoffnung, dies würde bald vorbeigehen, erfüllte sich jedoch nicht, vielmehr war dies das erste Anzeichen einer tödlich endenden Krankheit. Am 27.September hatte er einen Anstoß von Fieber, konsultierte weltberühmte Mediziner aus Wismar, die ihm aber auch nicht helfen konnten. Seine Familie versammelte sich um ihn, er nahm noch dankbar zur Kenntnis, daß ihm vorgebetet wurde und so entschlief er sanft nach priesterlicher Einsegnung am 8.Oktober 1732 des morgens um 4 Uhr im 59.Lebensjahr. Sein Leichnam wurde daraufhin am 5.November 1732 in Goldebee "zur Erden bestätigt".

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.hobe 4 


Claus v.Holstein (†1616)

Erbherr auf Ankershagen und Buch

Als Sohn des Hans v.Holstein auf Ankershagen und seiner Gattin Dorothea v.Peckatel a.d.H. Klein-Vielen geboren, wurde er dazu erzogen, seinem Namen und Stand Ehre zubereiten. In den ritterlichen Tugenden unterrichtet, gaben ihn seine Eltern anschließend an die häusliche Erziehung in die Obhut bestellter privater Praezeptoren, die in ihm die ersten Fundamente der Religion legten, aber auch die Lehre der Philosophie und die lateinische Sprache beibrachten. So konnte er nebst seinen Brüdern und Schwestern schon früh lateinisch reden und schreiben. 

Von seinen Eltern wurde er dann nach Altwigshagen zu seiner Tante, der Gattin von Christoph v.Lindstedt, zur weiteren Ausbildung geschickt. Vier Jahre wurde er hier mit den v.Lindstedtschen Kindern zur Schule gebracht und vervollkommnete vor allem seine lateinischen Sprachkenntnisse. Nun hätte zweifelsohne aus ihm ein gelehrter Mann werden können, doch nahmen ihn sein Onkel und seine Tante wieder aus der Schule weg und gaben ihn "einem fürnehmen von Adel", Ernst v.Biel, als Edelknaben ins Stift Magdeburg bei. Da derselbe aber wenig Interesse an einer Ausbildung seines Schützlings gezeigt hatte, reichte er ihn weiter an den Obristen Ernst v.Moldenschlo, wo er nun ebenfalls als Edelknabe tätig war. Nebenbei erlernte er hier natürlich das Kriegshandwerk. 

So vorbereitet begab er sich zum Hof des Markgrafen von Baden nach Hoheburg, der ihn als Hofjunker annahm. Als im benachbarten Frankreich eine Kriegsbestallung vakant wurde, trat er dort mit einem Fähnlein Knechte mit Bewilligung seines Markgrafen ein und ließ sich zwei Jahre unter französischen Fahnen gebrauchen. Hier avancierte er bis zum Hauptmann und als die gemieteten Truppen wieder aufgelöst wurden, dankte er ab und kehrte an den badischen Hof zurück. Hier bestellte ihn der Markgraf nun zu einem Offizier. Dann aber forderte ihn der Vater mit einem Brief  "umb erheblicher ursachen willen" zurück nach Hause. 

Die Rückreise fiel ihm umso leichter, als der Markgraf "kurtz hernach von der Religion abgefallen / und den Calvinismum angenommen / Da hette er sich leichtlich / wen er lenger bei ihm zu hofe geblieben / können verführen lassen  / das er zum Mammelucken geworden were." So kehrte er wohlgemut zurück, zumal sein Vater den Söhnen die Güter abtrat und sich aus Altersgründen zurückziehen wollte. Diese losten um den Besitz nach alter Gewohnheit und ihm war Ankershagen und Buch zugefallen. Um nun eine "Gehülffin im Haußstande" zu haben, heiratete er am 1.März 1601 Anna v.Cremon, Sohn des Erbherrn auf Borkow Reimar v.Cremon. Vier Kinder konnten die Eltern als neue Erdenbürger begrüßen: Reimar, Margarethe, Dorothea, Elsa Maria und Anna Sophia. 

Bald setzte dem alten Familienvater ein "Fluxus Capitis" zu, wogegen auch keine Medikamtne halfen. Später kamen noch Kopfschmerzen hinzu und das gefährliche luftbedrückende Asthma. Luftröhre, Lunge und Brust wurden ihm verstopft, doch wehrte er sich noch zehn Wochen gegen sein Ende. Am 2.März 1616 schließlich verstarb er nach Erteilung des Heiligen Abendmahls im 54.Jahre seines Alters am späten Abend zwischen 10 und 11 Uhr, nahdem er sich von seiner ganzen Familie verabschiedet hatte. In der Kirche zu Ankershagen wurde er schließlich am 17.April desselben Jahres zur letzten Ruhe gebettet.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (8)


Joachim Friedrich v.Holstein (†1638)

Erbherr auf Ankershagen

Er wurde als Sohn des Diedrich v.Holstein auf Ankershagen und der Elisabeth v.Zarnekow auf dem väterlichen Gut an einem Mittwoch nach Aegidii in der zweiten Hälfte des 16.Jahrhunderts geboren. Der Vater war frühzeitig durch Tod abgegangen, so daß er nur durch die Mutter erzogen wurde. Er ging zur Schule und übte sich auch in allerhand "Ritterlichen Exercitien". Dann mahnte die Mutter ihren Sohn an, die väterlichen Güter zu übernehmen, weil sie sich dieser Aufgabe nicht länger gewachsen fühlte. Er übernahm daher schon in jungen Jahren die Administration von Ankershagen und verheiratete er sich ebenda in seinem 23.Lebensjahr am 2.September 1621 mit Metta v.Reventlou, der Tochter des Fürstl. Mecklenburgischen  Landrats Henning v.Reventlou auf Reetz und Ziesendorf. 

16 Jahre lebten sie in harmonischer Ehe, waren aber vom Schicksal nicht beglückt worden. 
Durch die Kriegswirren in Mecklenburg mußten sie ihr Gut verlassen, gingen nun nach Rostock und hörten später viel Ungemach über das Schicksal von Ankershagen. Fünf Kinder, zwei Söhne und drei Töchter, teilten mit den Eltern das harte Los und wuchsen größtenteils in Rostock auf. In der St.Peterskirche konnte man den Vater oft zum Abendmahl gehen sehen. Bald aber wurde er von Leibesschwachheit heimgesucht, erhielt noch einmal eine Predigt und die Absolution, bevor er in seinem Rostocker Exil am 20.Juni 1638 morgens zwischen 4 und 5 Uhr in seinem 39.Lebensjahr verstarb. Er wurde am 24.Juni 1638 in der Rostocker St.Jakobikirche beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.holst 3


©  Institut Deutsche Adelsforschung - Quellenvermittlung für Wissenschaft, Familienforschung, Ahnenforschung | Seitenanfang