Institut Deutsche Adelsforschung
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Mecklenburgischer Adel in der Frühen Neuzeit 1500-1750

Volltext-Edition zu Lebensläufen aus mecklenburgischen Leichenpredigten

Auf diesen Seiten finden Sie kostenfrei den Volltext einer Publikation mit einer thematischen Einleitung und Übersicht aus unserem Hause, die sich mit der Auswertung von Leichenpredigten aus der Landesbibliothek von Mecklenburg-Vorpommern zu Schwerin beschäftigt und vor allem aus kulturgeschichtlichem Blickwinkel verfaßt wurde. Bei Zitaten unserer Texte erbitten wir die entsprechende Quellenangabe.

Anna v.Bassewitz (1560-1595) 

geborene v.Bülow

Sie wurde als Tochter des Christoph v.Bülow auf Plüskow und der Anna van Lohe im Jahre 1560 geboren. Da ihr Vater bald verstarb und sie keine Brüder hatte, wurde sie zur mecklenburgischen Erbjungfer. Ihre Mutter erzog sie in ihrer Jugend zu christlichem Denken und Handeln.1563 erhielt sie durch die zweite Heirat ihrer Mutter einen Stiefvater; Bertram v.Buch auf Malmow in der Mark. Vier Halbbrüder gesellten sich so noch zur Tochter Anna aus erster Ehe hinzu. Die Mutter starb am 2.Mai 1572, so daß sie zwölfjährig schon Waise war und in die Obhut des Jaspar v.Lützow auf Goldenbow und Perlin kam. Zeitweise war sie auch bei ihrer Tante Lucretia v.Perckentin, Schwester ihrer Mutter, untergebracht worden. 

Zu Martini 1578 dann gründete sie ihrer eigene Familie und wurde Ehegattin des Joachim v.Bassewitz, Kgl. Dänischen und Fürstl. Mecklenburgischen Rats, Klosterhauptmanns zu Dobbertin und Herrn auf Lützow. Mit ihm hatte sie sieben Töchter. Am 5.Januar 1595 wurde sie aber von einer schweren Krankheit ergriffen, nachdem sie am selben Tage noch bei der Predigt in der Kirche gewesen war. Am 10.Januar erhielt sie die Absolution und verstarb schließlich am kommenden Tage, den 11.Januar 1595, zwischen 10 und 11 Uhr in ihrem 35.Lebensjahre und ihrem 17.Ehejahr.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (5)


Catharina v.Bassewitz (†1593) 

geborene v.Bülow 

Sie war eine vieltugendsame Frau, durch das heilige Sakrament der Taufe in ihrer zarten Kindheit dem eingeborenen Sohn Gottes dargebracht. Von Kindesbeinen an in seiner Lehre erzogen, wurden Zucht, Gottseligkeit, Schamhaftigkeit zu ihren Idealen und alle anderen Tugenden, die eine "Eddele Junckfrowen vele herliker vnde schmucker ziren den etwa köstlike Perlen vunde Kle[i]nodia." So war sie ganz fleißig auferzogen worden, bis sie dem Paris v.Hahn auf Basedow "ut vorsehing Gades" zur Frau gegeben wurde. Mit ihm lebte sie jedoch nur ein Jahr, "in aller gotseligkeit, Treue, Friede, Liebe und Einigkeit". 

Sie hinterließ aus dieser Ehe einen Sohn und Erben, Paris v.Hahn d.J., "welcker wegen syner framicheit vnd andern Adeliken dögeden" ebenso züchtig und ehrbar wie seine Eltern wurde. Hierzu wurden auch angestellte Präzeptoren gehalten. Der Junge ging dann "op etliken berömeden Universiteten", machte Kavaliersreisen nach Italien und in andere europäische Länder, wo er stets versuchte, seiner Mutter und dem ganzen Vaterlande dienlich zu sein. Bald ward die Mutter Witwe "wegen des dödtliken affganges eres Godtseligen Junckern" und 1587 starb auch ihr junger Sohn. Ihr Herz war voller Gram, doch schickte sie sich in echter Gottergebenheit in ihr Los und blieb christlich bescheiden, ohne zu klagen. Ihren Witwenstand hat sie nach der Lehre Paulus´ untadelig verbracht, als rechte Witwe, die alle ihre Hoffnung auf Gott setzte, bis sie 1577 den "Edlen und Ehrenvesten Koene Wulffradt Basseuitzen" ehelich versprochen ("bygelecht") wurde. 

Wieder lebte sie mit ihm in treuer Einigkeit und Liebe. Erneut hervorgehoben wurde ihre Gottseligkeit, die nicht nur ihr, sondern auch jeder anderen Edelfrau besser stünde als "Goldt, edder Perlen edder köstlick [Ge-]Wandt." 

Ihr frommes Leben hatte sie nicht nur in der Kirche, sondern auch in ihrem Hause gelebt. Sie betete morgens und abends. Immer pflegte sie eine große Barmherzigkeit gegen ihren Mann und ihren Nächsten. Und ihr "Juncker" dankte es ihr, indem er sie stets in Würden und Ehren hielt. Im Haushalt war sie fleißig, verhütete Schaden und war eine gute "Hußmoder". Besonders bemühte sie sich mit barmherzigen Gaben gegen die Prediger, gegen arme Studenten, arme Leute und ihre Untertanen. Wo sie konnte, half sie gern und war wohltätig. Der Kirche in Sternberg stiftete sie einen vergoldeten Kelch, einen Predigtstuhl sowie Vieh und Korn. 
Ihrem evangelischen Pastor beichtete sie alle ihre Sünden und er erteilte ihr die Absolution. Als ihre Lebenskräfte am 7.November 1593 schwächer wurden, bekannte sie noch einmal vor dem Pastor ihren Glauben und starb in Rostock nach 16 Ehejahren am 7.November um 8 Uhr vormittags in Masslow. Sie wurde dann am 28.November 1593 in der Lübower Kirche beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.basse 36


Cuno Wulfrat v.Bassewitz (1554-1610)

Herzogl. Mecklenburgischer Landrat, Hofmeister und Reichstags-Deputierter

Als Sohn des Lütke v.Bassewitz und der Anna v.Quitzow wurde er um 1554 geboren und hatte zusammen noch acht Brüder und fünf Schwestern. Nachdem er zu einigen Jahren gekommen war, gaben ihn seine Eltern "zu andern Vornehmen von Adel", denen er als Junge seine Aufwartung machte. Militärisch interessiert, begab er sich später in die Niederlanden und nahm am Kriege teil. Auch begab er sich zu Hof, "da ihn Gott mit schönem verstande / nachdencken / und ansehen begabet", wo er von Herzog Johann von Mecklenburg zum Hofmeister bestellt wurde. Es war ihm ein mühseliges und beschwerliches Amt, das er aber dennoch auch unter dem fürstlichen Nachfolger Herzog Ulrich weiter inne hatte. Von ihm wurde er sogar noch zum Landrat ernannt. 

1602 sandte ihn sein Dienstherr auf den Reichstag nach Regensburg, wo er mit dem König von Dänemark, dem Kurfürsten von Brandenburg und anderen Fürsten verhandeln mußte. Zu dieser Zeit war er schon viele Jahre zum zweiten Male verheiratet, denn 1577 hatte er in einer ersten Ehe die Witwe Catharina v.Hahn gefreit; sie war eine Tochter des Christoph v.Bülow, Erbherrn auf Gartow. 1592 aber wurde ihm seine liebe Gattin durch den Tod genommen und auch er selbst war von seiner Arbeit gesundheitlich sehr belastet worden. Nach Ablauf seiner Trauerzeit heiratete er ein zweites Mal: Die Jungfrau Anna Sophie v.Lützow, eine Tochter des Viet v.Lützow auf Lützow. Eine einzige Tochter Luteke hatten die beiden, die jedoch nach kurzer Lebenszeit schon im Kindesalter wieder verstorben war. 

Dann war auch bald sein eigenes Ende gekommen. Am Weihnachtsfeiertag des Jahre 1610 beklagte er sich darüber, daß ihm das Essen nicht schmecken würde. Er ging noch zur Kirche, hielt mit seinem Nachbarn die Mittagsmahlzeit und machte dabei nach alter Gewohnheit seine Scherze. Gegen Abend aber überfiel ihn eine große "Leibesohnmacht" und er mußte sich zu Bett begeben. Nach Gebet und Beichte schied er schließlich am 30.Dezember 1610 im Alter von 56 Jahren zwischen 2 und 3 Uhr morgens von dieser Welt. Am 14.Februar 1611 wurde er schließlich in Basse beigesetzt. Seine Leichenpredigt hielt kein geringerer als der bekannnte Rostocker Superintendent Lucas Bacmeister.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (1)


Magdalena Sophia v.Bassewitz (1685-1724) 

geborene v.Stockhausen

Als Tochter des Hans Franz v.Stockhausen - Herrn auf Immenhausen - und seiner Gattin Agnesia Lucia v.Steinberg a.d.H. Wispenstein wurde sie am 6.Juli 1685 auf Immenhausen in Hessen geboren. Nach ihrer Taufpatin Sophia Amalia v.Steinberg geborene v.Adelepsen wurde das kleine gesunde Mädchen auf ihre beiden Namen getauft. 1694 verlor sie binnen 21 Wochen beide Elternteile. Seit dieser Zeit wurde sie von der Gattin ihres Onkels väterlicherseits, der Oberhofmarschallin v.Steinberg, erzogen. Bei der Fürstl. Äbtissin des Stiftes Verden wurde sie in jungen Jahren als Hofdame angenommen. 

Als sie die verwitwete Herzogin von Kurland kennenlernte, begab sich sich aber in deren Dienste, weil sie glaubte, dies sei ein besserer Weg "zur Beförderung ihres künfftigen Glückes". Da sich die Herzoginwitwe 1703 mit dem Markgrafen Christian Ernst zu Brandenburg vermählte, ging sie mit ihr an den neuen Hof nach Brandenburg. Bald lernte sie hier an ihrer neuen Arbeitsstelle Christoph v.Bassewitz kennen, den Erbherr von Hohenluckau in Mecklenburg, Fürstl. Brandenburgischer Geheimer Rat, Oberhofmarschall und Oberstallmeister sowie Generalmajor. 

Zu Erlangen wurde die Trauung unter Anwesenheit vieler fürstlicher Personen am 4.August 1704 gefeiert. Neun Bassewitzsche Kinder gingen aus jener Verbindung hervor: Christian Ernst Wilhelm (*1705), Sophia Dorothea (*1706, Sophia Eleonora (*1707), Christian Wilhelm Abraham (*1708), Fridericia Charlotta Louise (*1711), Wilhelm Friedrich Reimund Christoph (*1713), Sophia Wilhelmina Eleonora (*1715), Sophie Friderica (*1718) und Georg Gottlob v.Bassewitz (*1719). Allein aber Sophia Dorothea und Sophia Wilhelmina Eleonara überlebten die Kinderjahre. 

Nach den anstrengenden Jahren als Mutter und Hausfrau bekam sie 1723 einen Schwächeanfall in Form einer Unpäßlichkeit. Es eilte ihre Schwester herbei, Anna Elisabeth v.Reitzenstein geborene v.Stockhausen, die mit einem Deputierten der Voigtländischen Ritterschaft verheiratet war. Auch die andere leibliche Schwester wollte sie noch einmal sehen, Eleonora Lucia v.Görne geborene v.Stockhausen, Gattin des brandenburgischen Etatministers v.Görne. 

1719 schon hatte sie nach ihrer letzten Schwangerschaft ein langwieriges Fieber gehabt, 1720 bekam sei eine Geschwulst an Händen und Füßen, 1721 plagte sie die Nesselsucht. Im Juni 1722 dann begab sie sich zur Reinigung ihres Blutes nach Ems zur Kur. Weil sich aber kaum eine Besserung einstellen wollte, sie auch weiter Geschwulste ausschied, ging sie im Juni des kommenden Jahres zur Kur nach Karlsbad in Böhmen. Viele schlaflose Nächte unter heftigem Fieber, mit Durchfall und Husten mußte sie noch mitmachen, bevor sie am 31.August 1724 um halb 5 Uhr morgens knapp 40jährig von ihrem Leiden erlöst wurde. Ihr Leichnam wurde schließlich am 4.September desselben Jahres in der Bayreuther Hauptkirche ausgesegnet. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen b 38


Adam v.Behr  (1599-1629) 

Kgl. Schwed. Kämmerer, Erbherr auf Nustrow, Semlow und Löbbenitz

Es war ein alter wohlhergebrachter Brauch, "daß bey fürnhemer Leute / vnd insonderheit / bey Adelichen Rittermessigen Personen Begrebnissen / in öffentlicher versammlunge ihres uralten / löblichen adelichen Geschlechts / vnd Herkunft ihres gottseligen Erbarn Auffrichtigen Lebens Christlichen hohen Tugenden ... in allen Ehren gedacht" wurde. So war es auch bei Adam v.Behr. Der "selige Juncker" war aus wohladeligem, berühmten Geschlecht sowohl von Vaters- als auch von Muttersseite geboren und entstammte den Familien v.Behr und v.Ribbeck. Beide Familien seien wegen ihrer großen Geschicklichkeit, adeligen Tugenden, uralten Stammlinien und Aufrichtigkeit bekannt und im Laufe der Geschichte zu großen Ehren gekommen, Land und Leuten hatten sie oft mit großem Nutzen vorgestanden. 

Der Vater war der "WolEdle Gestreng: vnd Veste" Christoph v.Behr auf Nustrow, Semlow und Löbbenitz. Der Großvater war Adam v.Behr, seines Zeichens Frstl. Pommerscher Regierungsrat. Es folgten die Aufzählung der Ahnen auf "Schwerd Seiten" (väterlich) und auf "Spin Seiten" (mütterlich). Der Verstorbene hatte eine ältere Schwester Ilsabe und einen jüngeren Bruder Heino, die aber beide 1610 innerhalb von zwei Tagen an den Pocken in Semlow verstarben. 1611 wurde noch ein Söhnlein Hans Georg geboren, das aber 1614 wieder verstarb. Ältester überlebender Sohn war dann Georg Christoph v.Behr auf Semlow, Nustrow und Löbbenitz. 
Der Junker selbst wurde am 29.April 1599 in Nustrow geboren, des Abends zwischen 5 und 6 Uhr. Nach der Taufe, in der er nach seinem Großvater Adam benannt wurde, wurde er von seinen Eltern christlich auferzogen, später gaben sie ihm "sittsam gelahrte" Erzieher bei, die ihm religiösen und künstlerischen Unterricht gaben. Nachdem er die lateinische Sprache und die "artes vicini" gelernt hatte, wurde er von seinen Eltern mit fünfzehn Jahren 1614 nach Berlin geschickt und setzte dort mit privaten Erziehern seine Studien fort. Im September 1615 kehrte er zwar nach Hause zurück, blieb aber nicht lange, sondern  wurde nun auf "Hohe Schulen" und Akademien gesandt, zuerst nach Rostock, dann nach Greifswald, wo er beim bekannten Doktor Matthias Stephan in Logis war, um bei ihm Jura zu studieren. 

Im Mai 1618 wechselte er auf die Universität Heidelberg und wohnte 1619 als Gast der Krönung Kaiser Ferdinand II. in Frankfurt am Main bei. Im selben Jahr etwa zu Michaelis wechselte der 20jährige nach Straßburg, hier übte er sich in Jura, Mathematik und fremden Sprachen. Im Februar 1621 kehrte er nach Hause zurück und begann im Frühjahr 1622 seine Peregrination, zu der ihm als Hofmeister der uradelige Marx v.Eickstedt aus Pommern beigegeben wurde. In den Niederlanden besichtige er nun viele Städte und Festungen, in Großbritannien den Kgl. Hof und London sowie die dortigen Lusthäuser des Adels. Im August langte er in Paris an und übte sich hier erneut in der lateinischen, französischen, spanischen und italienischen Sprache sowie in der Rechenkunst. 
Um sich im Kriegshandwerk zu schulen, begab er sich 1623 für ein halbes Jahr in die französische Leibgarde und wollte mit ihr den Kriegszug nach Italien mitmachen. Da dieser jedoch verschoben wurde, und er nicht untätig bleiben wollte, nahm er bald seinen Abschied und setzte seine Peregrination fort. Nachdem er die vornehmsten Städte und Plätze in ganz Frankreich besichtigt hatte, ging er im Februar 1624 auf die iberische Halbinsel, wo er nach Kastilien, Portugal, Gibraltar und Sevilla reiste. Ursprünglich hatte er mit seinem Gefährten vor, nach Afrika zu reisen, wurde aber unvermutet davon abgehalten. Man setzte deshalb die Kavalierstour über Arragon, Valencia, Murcia, Cordua und Granada fort. Anschließend hielten sie sich einige Monate am Kgl. Hof zu Madrid auf. Vom dortigen Gesandten v.Khevenmüller, dem sie aufgewartet hatten, konnten sie mit einem Empfehlungsschreiben versehen werden. 

Beide jungen Herren reisten dann erneut durch Frankreich, gingen nach Piemont und hielten sich wieder einige Zeit am Savoyenschen Königshof auf. Die Grand Tour wurde außerdem durch einen Abstecher nach Italien reizvoll gestaltet. Auch hier bereiste er mit seinem Hofmeister die vornehmsten Städte und Akademien. 1626 fuhr er über Frankreich und die Niederlande wieder zurück nach Hause, nicht jedoch, ohne einige Zeit sich noch am Hofe des Grafen von Ostfriesland aufzuhalten. Endlich langte er zwischen Ostern und Pfingsten 1627 wieder bei den Seinen an, nachdem er fünf Jahre auf Peregrination gewesen war. In dieser Zeit hatte er manche Gebräuche, Menschen, Sitten und Rechte kennen gelernt, "sich dabey auch manchen suren Windt zu Wasser vnnd Lande / vnter augen wehen lassen." 

Da die Reise seinen Eltern viel Geld gekostet hatte, bemühte er sich nun, die hohen Ausgaben wieder auszugleichen: der Junker v.Behr war belesen geworden, verstand sich glänzend in fremden Sprachen, Politik und Geschichte, war ein guter Mathematiker, hatte einen lieblichen Stil im Reden und Schreiben, war ein "hurtiger Reuter", ein gewandter Hofmann und ein tapferer Fechter. 
In den vergangenen fünf Jahren hatte er in ein Reise-Büchlein alles notiert, was ihm denkwürdig und wichtig erschienen war. So vorgebildet, hatten alsbald verschiedene hohe Personen seine Dienste begehrt, zunächst Herzog Adolf Friedrich von Mecklenburg, für den er diplomatischer Mission unterwegs war. Aufgrund Kriegseinwirkung nahm er hier jedoch seinen Abschied und begab sich in die Dienste der pommerschen Herzöge. In seinem Wesen bescheiden und gottfürchtig, verachetete er übermäßiges Trinken und Essen und war mildtätig gegen seinen Nächsten. Um Michaelis 1628 ging er nach Schweden an den dortigen Hof. Hier wurde der 29jährige zunächst Kammerherr. 

Sein hoffnungsvoller beruflicher Aufstieg aber wurde bald jäh unterbrochen. Am 11.November 1629 war er zu Stockholm aufs Schiff gegangen, um nach Lübeck zu segeln. Gegenwind verzögerte die Reise, bis er schließlich in Kalmar am Kalmarsund im südöstlichen Schweden an der Osteseeküste anlangte, wo er sich plötzlich sehr unpäßlich fühlte. Am 7.Dezember war er von hier wieder abgesegelt und am 10.Dezember in Lübeck angelangt. Der Junker fühlte sich jetzt noch elender und konsultierte zwei Mediziner, die ihm eine schlimme Seekrankheit bescheinigten. Als er in Lübeck noch einmal Gottes Wort vernommen und gebeichtet hatte, starb er - nachdem er die Absolution erhalten hatte - sanft ebendort am 14.Dezember 1629 wenig nach 10 Uhr im Alter von fast 31 Jahren. Am 14.Februar 1629 wurden seine sterblichen Überreste in der Kirche von Lübbechin begraben. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.behr 20


Margarethe v.Behr (1580-1612)

geborene v.Peckatel a.d.H. Blumenhagen

Im Jahre 1580 am Montag vor Michaelis, dem 25.September, wurde sie als Tochter des Magnus v.Peckatel auf Gebzin und Glambeck und seiner Frau v.der Groeben a.d.H. Marin geboren. So zu christlicher Tugend aufgezogen, daß sie vernünftig, bescheiden und auffrichtig wurde, trat sie auf Rat ihrer Mutter und nächsten Verwandten mit Henning v.Zernickow auf Schonermark am Sonntag Invocavit 1593 vor den Traualtar. Ihr waren aber nur fünf glückliche Ehejahre beschieden, da sie ihren Mann am 7.März 1603 schon wieder durch den Tod verlor. 

Drei Jahre lang blieb sie Witwe, dann ehelichte sie zum anderen Male am 2.November 1605 Hermann v.Behr auf Hugoldsdorf. 40 Wochen nach der Hochzeit wurde dem neuen jungen Glück am 10.August 1606 der Sohn Hueholdt Magnus v.Behr geboren, es folgten Tochter Anna Margaretha, Sohn Hinrich Ulrich Otto und Sohn Johann Carl. Ihren Kindern und ihrem Gesinde war sie ein Vorbild christlicher Tugend und nie schlief sie abends ein oder wachte morgens auf, ohne daß sie im Gebetbuch einige Verse gelesen und mit Gebeten zugebracht hatte. Keine schandbaren Fluchworte waren aus ihrem Munde bei den Haushaltstätigkeiten zu vernehmen und jedermann zeigte sie sich freundlich und besonnen gegenüber. Ferner hatte sie sich "auch ihres standes nicht erhoben, sondern ist in der furcht Guttes vnnd demuth geblieben." 

Unverhofft war sie aber im schwangeren Zustand 31jährig im Februar und März 1612 schwächer geworden und am 11.März 1612 schien ihr Ende gekommen. Ihre anwesende Familie hatte bei ihr fleißig gebetet, daß sie gut niederkommen möge, sie selbst sprach die Verse nach. Nachmittags um drei Uhr rief sie zweimal ihren Gott an, hörte noch einmal sein Wort durch einen Prediger und verschied daraufhin noch in derselben Stunde in ihrem 31.Lebensjahr, nachdem sie ihrem Gatten vier Kinder geboren hatte. Ihr Leichnam und wurde in Jewezin am 6.April 1612 beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXIX (31) sowie Bestand Personalschriften, Sign.: v.behr 21


Anna Leveke v.Behr (†1699)

geborene v.der Lühe 

Sie war die Tochter des Edelmannes Vicke v.der Lühe und der Catharina v.Moltzahn. Daß sie diesen vornehmen Häusern entsprossen war, hatte sie stets als Dankbarkeit vor Gott bekannt. Nach ihrer Taufe wurde sie von ihren Eltern in "allen diesem Geschlecht wolanstehenden Adelichen Tugenden unterwiesen und erzogen". 

Da sie rasch wuchs, wurde sie bereits 14jährig von ihren Eltern mit Hinrich v.Lanzow auf Levzow verehelicht. Nach drei Jahren war sie Witwe und hinterließ aus dieser Verbindung eine Tochter, die später verwitwete Frau v.Bülow auf Siemen. Dann aber ehelichte sie 1632 den seit sechs Jahren amtierenden Klosterhauptmann von Dobbertin, Cort v.Behr, der Fürstl. Mecklenburgischer Landrat war. Mit ihm war sie 28 Jahre zusammen und gebar ihm 10 Kinder, davon sechs Söhne. Gegenüber der Stadt und dem Kloster erwies sie sich stets als tugendsam und guttätig, so daß ihr auf ihrer Beisetzung mehrere 100 Personen das letzte Geleit gegeben haben sollen. 

Schenkten ihr ihre Kinder etwas aus der Fremde, so gab sie davon sets etwas an Ärmere ab, auch an arme Prediger und Witwen. Oft besuchte sie die Andachten im Kloster, bis ihr Gehör zu schwach wurde und sie zu Hause zu zittern anfing. Sie mußte dort arrestiert werden und richtete sich eine Hauskirche ein. Als wenige Monate vor ihrem Tode ihr jüngster Sohn starb, erholte sie sich nicht wieder von diesem Schock. Sie begab sich in ihr Bett, wo sie eine Ohnmacht überfiel. Kurzfristig war ihr noch einmal gut zumute, sie ging in der Stube umher, sank aber doch bald wieder vor Schwachheit zu Boden. Sie starb dann im Juni 1699 und wurde am 13. desselben Monats in der Dobbertiner Klosterkirche beigesetzt.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.behr 23


Huchold v.Behr (1573-1620)

Fürstl. Pommmerscher, Mecklenburgischer und Pfalz-Neuenburgischer Geheimer Rat 

Als Sohn des 1593 verblichenen Fürstl. Pommerschen Landrats und Erbherrn auf Huchelstorff und Cabelstorff sowie seiner Gattin Anna v.Levetzow geboren, erblickte er am 11.Dezember 1573 abends gegen 6 Uhr in Pommern, wo auch die Güter des Vaters lagen, das Licht der Welt. Von privaten Praezeptoren erzogen, wurde er mitsamt seinem Bruder Samuel v.Behr - später Fürstl. Mecklenburg-Schwerinischer Geheimer Rat und Hofmeister - vier Jahre auf die Universität Rostock verschickt. Dann studierten sie auf den Akademien in Marburg, Tübingen und Straßburg, erlernten "Religion, gute Künste und Sprachen" und beschäftigten sich mit den Fächern Politik, Geschichte und der Jurisprudenz. 

In Marburg disputierte er sogar in der Theologie unter dem Dr.theol. Winkelmann. Anschließend begab er sich mit seinem Bruder auf die Kavalierstour. Zwei Jahre blieben sie in Straßburg, dann besuchten sie Lothringen, Frankreich und England, kehrten nach Paris zurück und blieben hier zwei Jahre lang. 

Sie wollten nun nach Italien ziehen, kamen aber nur bis Genf, wo sie die Nachricht erhielten, daß ihr Vater verstorben war. Das zwang sie zur Umkehr, da ihre Mutter sie "schleunigst heimgefuerdert". Die Mutter wünschte, daß die Söhne das väterliche Erbe übernähmen, diese aber wollten erst noch die Welt sehen. Der Bruder Daniel v.Behr trat in die Fürstlich Stettinische Regierung ein, Huchold selbst aber begab sich an den Hof Herzog Franz von Niedersachsens, wo er für drei junge Herren von Stande als Hofmeister bestellt wurde und mit ihnen ab 1600 die Universität Helmstedt besuchte. 

Dann aber trat er in die Dienste des Herzogs Philipp Julius von Pommern-Stettin, der ihn 1602 nach Kurland sandte und ihn zum Kammerjunker und Geheimen Rat bestellte. 1605 reiste er im Auftrag des Herzogs zum Kaiser nach Prag. Zurückgekehrt wollte er sich aber doch wieder auf Studienreisen versuchen und plante, nach genommenem Abschied gen Italien zu reisen. Er kam nach Durlach an den Markgräfl. Badischen Hof und auch nach Neuburg, Residenz des Pfalzgrafen Philipp Ludwig bei Rhein. Weil der Pfalzgraf wie er der augsburgischen Konfession so sehr zusprach, nahm er dessen Angebot an und blieb in Neuburg als Rat. In vielen Gesandtschaften vertrat er nun den Pfalzgrafen und auch unter seinem Nachfolger Wolfgang Wilhelm blieb er in dieser Stellung, "ungeachtet derselbige sich von der waren religion zum Babstumb gewendet". 

Später jedoch nahm er ein Angebot Herzog Adolf Friedrichs von Mecklenburgs an, der ihn zu seinem Geheimen Rat und Amtshauptmann in Ivenack bestellen wollte. In vielen Gelegenheiten setzte ihn auch dieser Herzog noch ein. Außerdem übernahm er nun endlich die Bewirtschaftung seiner beiden Güter Cabelstorff und Huchelstorff. 

In seinen letzten Lebensjahren ließen seine Kräfte naturgemäß mehr und mehr nach. Als er im August 1620 mit seinem Fürsten nach Neustadt und Güstrow verreisen wollte, kam er nur bis zur ersten Stadt. Da erhielt er am 10.August früh um zwei Uhr "einen scharffen Fluß auf den Hals", dann bekam er eine große Kälte und zitterte am ganzen Leib. Alle Hilfe wollte nichts fruchten, schließlich verstarb er im 47.Lebensjahr in Neustadt noch am selben Tage und wurde am 20.September 1620 in Drechow in Pommern als Fürstl. Pommmerscher, Mecklenburgischer und Pfalz-Neuenburgischer Geheimer Rat, Hauptmann auf Ivenack, Dompropst des Kapitels Kolberg, Erbherr auf Cabelstorff und Huchelstorff beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen b 71


Jobst Heinrich v.Behr (1638-1705)

Fürstl. Mecklenburgischer Landrat, Erbherr auf Jesendorff

Am 13.März 1638 kam er als Sohn des Fürstl. Mecklenburgischen Landrats und Dobbertiner Klosterhauptmanns Curd v.Behr und seiner Gemahlin Anna Leveke v.der Lühe aus dem Hause Telkow zur Welt. Sein Geburtsort war Wismar, da sich hier seine Eltern wegen der Kriegsunruhen im Lande aufhielten. Als frühen und ersten Informator bestellten ihm Vater und Mutter "ein geschicktes und christliches Subjektum", nämlich den Gelehrten Albert Krüger, nachmaligen Pastor von Beydendorff. Anschließend wurde er dem Pastor zu Holtzendorff beigegeben, um dann die Universität Rostock für fünf Jahre zu beziehen. 

Danach wollte er ursprünglich seine Kavalierstour unternehmen. Da aber der Vater gestorben war und die finanziellen Mittel der Mutter nicht allzu groß waren, suchte er sein Glück in  Kriegsdiensten und diente anfangs in der Kgl. schwedischen Armee als Kornett. Nach Vollendung einiger Kampagnen heiratete er 1662 Ursula v.Bülow aus dem Hause Elmenhorst. Er verabschiedete sich aus schwedischen Diensten und ging zum Bischof von Münster als Leutnant, bis ihm Herzog Christian Ludwig von Mecklenburg eine Bestallung als Rittmeister ausfertigte. Mit dem v.Halberstadtischen Regiment marschierte er 1672 nach Kurköln und nahm mit gutem Erfolg zwei Jahre an dem Französischen und Niederländischen Krieg teil. Als sein Regiment im Stift Hildesheim aufgelöst wurde, verfügte er sich 1674 nach Celle-Lüneburg. 

Hier konnte er seine Karriere als Major zu Pferde fortsetzen und wurde bald noch Obristleutnant. Im August 1674 kämpfte er bei Trier und hatte nur mit viel Glück überlebt. Sein Pferd war ihm unter dem Leib erschossen worden, "er selbst mit einem Pallasch in den Kopff gehauen worden." Von seiner gefährlichen Blessur geheilt, kämpfte er anschließend noch mit großem Ruhm in Brabant, im Bistum Bremen und bei Zweibrücken. 

Dann ließ er sich mit seiner Frau, die ihm bisher immer gefolgt war, auf dem mecklenburgischen Gut Jesendorff nieder, das er erst kürzlich erworben hatte. In vier langen Jahrzehnten Ehestand hatte ihm seine Frau 13 Kinder geboren, wovon aber nur sechs das Jugendalter überlebten. Um 1703 dann wurde er von Herzog Friedrich Wilhelm von Mecklenburg-Schwerin zum Landrat ernannt, nachdem er durch die Ritterschaft zu diesem Amt als einer von mehreren Kandidaten vorgeschlagen worden war. Verbunden hiermit war auch das Assessorat beim Parchimer Hof- und Landgericht. 

Er war noch voll mit der Erledigung seiner Amtsaufgaben beschäftigt, als ihn nach einer Rückkehr von einer Rostockreise im Jahre 1705 ein heftiges Gallenfieber packte. Obwohl er nach Zuhilfenahme von Medikamenten Wismarscher Doktoren eine kleine Besserung in seinem Befinden verspürte, zeigten sich doch bald Anzeichen eines innerlichen Schlages und sein Körper verkrampfte sich. Der Todeskampf war erst ausgestanden am 17.September 1705 früh zwischen 3 und 4 Uhr, als er im 68.Lebensjahr stand. Beigesetzt wurde er im Erbbegräbnis zu Jesendorff am 21.Oktober desselben Jahres. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen b 86


Anna v.Below (1578-1617)

geborene v.Weltzien

Ihr Geburtstag fiel auf Jakobi 1578 und zu ihren Eltern wurden von Gott Jaspar v.Weltzien, Erbherr auf Weisin und Gramow, sowie seine Gattin Anna v.Behr a.d.H. Nusterow erwählt. Mit allem Fleiß und der Vermahnung des Apostels Paulus wurde sie von Vater und Mutter aufgezogen. Nachem sie zu Jahren gekommen war, wurde sie am 1.September 1594 dem Fürstl. Mecklenburgischen Geheimen Rat Nikolaus v.Below ehelich versprochen, mit dem sie 23 Jahre lang verheiratet war. Neun Kinder entsprangen dieser Ehe insgesamt, drei starben früh und sechs überlebten das Kindesalter, davon waren zwei Söhne. Sie selbst war nicht ohne menschliche Fehler, doch stand sie als liebevolle Mutter dem Haushalt vor. 

Kinder und Gesinde ließ sie nicht müßiggehen und hielt sie stets zur Arbeit an, ging aber auch mit gutem Beispiel arbeitsam voraus. Am 22.Januar 1617 aber wurde sie von einer schweren Leibesschwachheit und von den Masern befallen. Zwar konnten ihr einige Arzneien helfen, doch wurde sie seelisch sehr bedrückt durch den jüngst erfolgten Tod ihrer jüngsten Tochter Catharina. Am 4.Februar bereits starb sie ungefähr um 6 Uhr nach 39 Lebensjahren. Ihre Tochter Catharina, die am 13.September 1595 geboren worden war, erfuhr ein ähnliches frühes Schicksal. Sie hatte sich ganz zur Freude der Eltern entwickelt und war christlich gesinnt, gehorsam gegenüber Vater und Mutter und hatte zu den besten Hoffnungen Veranlassung gegeben. Am 23.Januar erfaßte auch sie Leibesschwachheit und die Masern, an denen sie schließlich am 28.Januar 1617 starb.

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Schmidt` sche Bibliothek Bd.LXVIII (34)


Abel v.Bernstorff (1662-1700)

geborene v.Plessen a.d.H. Heuckendorff

Sie entstammte väterlicherseits den Herrn v.Plessen auf Heukendorff und mütterlicherseits den Herren v.Buchwaldt in Holstein. In Parin wurde sie am 10.Juni 1662 geboren, wurde getauft und verlor mit 2 Jahren ihre Mutter. Durch gute Präzeptoren ließ der Vater die Tochter vor allem in der Religion unterweisen, auch hatte "er sie zur Erlernung mehrerer Adelicher tugenden und sitten" nach Holstein zu ihrem Onkel mütterlicherseits, dem Amtmann v.Buchwaldt, gesandt. 

Unter Aufsicht der Tante sollte sie deren "Gottseligkeit und qualitaeten" annehmen. Hier blieb sie drei Jahre und kehrte dann zu ihrem Vater zurück, dem sie nun den Haushalt führte. Nach einigen Jahren hielt Joachim Ernst v.Bernstorff auf Rütingen um ihre Hand an. Da der Vater sich einverstanden erklärte, fand in Parin am 14.September 1680 das Verlöbnis statt. Nach der Heirat stand sie dem Haushalt des Gatten vor, übte sich in Frömmigkeit, hielt Kinder und Gesinde zum Beten an und empfahl ihre Schwachheiten Gott. 

Ihrem Gemahl gebar sie zehn Kinder, davon fünf Söhne; nur ein Kind starb früh. Ihre Kinder waren bei ihrem Tode im Jahre 1700 größtenteils noch im Hause, die beiden ältesten Söhne befanden sich an fürstlichen Höfen, der dritte Sohn hatte einen Präzeptor, die übrigen Kinder wurden noch von ihr, ihrem Mann und einer Frau v.Koppelow erzogen. 1686 starb ihr Vater, bald starben auch ihr Bruder und ihre Schwester. Unvermittelt sollte auch sie der Tod ereilen. 

Am 5.November 1700 war sie wieder einmal von einer gesunden Tochter entbunden worden. Im Wochenbett bekam sie am kommenden Tag trotz großer Freude über ihr Kind ein Wechselfieber, empfand abwechselnd große Hitze und Kälte. Es kam Dr.Schmitterloh aus Wismar und gab ihr einige Medikamente. Der Pastor aus Vietlübbe verabreichte ihr das heilige Abendmahl. Längere Zeit wurde sie noch gepflegt. Schließlich aber starb sie am 3.Dezember 1700 im 38.Lebensjahr und wurde am 23.Februar 1701 im Erbbegräbnis in Mühlen-Eichsen "mit Hoch-Adelichen Ceremonien beygesetzet". 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Personalschriften, Sign.: v.bern 2


Dorothea v.Bernstorff (1661-1678)

geborene v.Bülow

Das Leben der nur mit siebzehn Jahren verstorbenen jungen Tochter des Engelke v.Bülow auf Wieschendorf nahe Lübeck und seiner Gattin Catharina Eleonore v.Schack a.d.H. Johannsdorf begann am 7.September 1661, einem Sonnabend, zwischen 12 und 1 Uhr. Nach ihrer Taufe wurde sie an ihrem Geburtsort im westlichsten (Klützer) Winkel Mecklenburgs erzogen und weil ihr Vater schon kurze Zeit später verstorben war, kam sie mitsamt ihrer Mutter zu den Großeltern mütterlicherseits nach Johannsdorf, nämlich zu Claus v.Schack und seiner Frau Margaretha v.Buchwaldt. Auf dem benachbarten Prieschendorf wurde sie mitsamt anderen Kindern durch Praezeptoren erzogen. Im Lesen, im Schreiben und im Christentum setzte sie so ihre ersten Fundamente. 
Sie half fleißig ihrer Mutter und Großmutter im Haushalt, namentlich, da auch der Großvater bald verstorben war. Ihre Mutter vermählte sich nachgehend noch einmal, diesmal mit Engelke v.Koppelow und so zog die Tochter mit ihr zu ihrem Stiefvater. Nach vorangegangenem fleißigen Gebet und auf reifliche Überlegung ihrer Eltern hin ehelichte sie am 2.Dezember 1677 Joachim Ernst v.Bernstorff, Erbherrn auf Rüting. 

Hier auf Rüting übernahm sie nun den Haushalt und versorgte auch ihre Schwiegereltern. Gekennzeichnet durch Frömmigkeit, Geduld, Sanftmut, Demut und Friedfertigkeit war sie vielen ein Vorbild. Als sie ihr erstes Kind gebar, wollte sie nicht mehr recht zu Kräften kommen und während sich der neue Erdensohn gesund fühlte, ging es der jungen Mutter immer schlechter. Nach etlichen Tagen war ihr eine schwere "Schwachheit zugefallen", dann bekam sie eine "große Hitze", eine erschöpfende Mattigkeit und Ohnmacht überfielen sie und keine Medikamente nutzten, um ihr die Hitze abzuführen. 

Noch einmal bat sie ihren Beichtvater, den Mühlen-Eichsener Pastor Joachim Viccio zu sich, der ihr das Heilige Abendmahl reichte. Am 5.Januar 1678 morgens aber überfiel sie eine neue Ohnmacht. Nachdem sie sich ein wenig erholt hatte, ließ sie den Gatten kommen, um sich von ihm zu verabschieden. Als sie abends schlafen wollte, starb sie aber gegen 6 Uhr noch am selben Tage im Alter von 16 Jahren und 13 Wochen. Von Rüting aus, wo sie die letzten Tage verbracht hatte, wurde sie am 20.März 1678 in ihrem neuen "Ruhekämmerlein" auf dem Kirchhof von Mühlen-Eichsen beigesetzt. 

Quelle: LdsBibl. Schwerin, Mkl gen b 121 --- Siehe zum historischen Umfeld auch die Website des Pfarramtes Eichsen unter http://home.t-online.de/home/PfarramtEixen


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