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Im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71, der nur 190 Tage dauerte, nahmen auf deutscher Seite 44.420 Offiziere und 1,45 Millionen Mann teil. Der Gesamtverlust an gefallenen, vermißten und verwundeten deutschen Offizieren und Ärzten betrug nach Beendigung des Waffenganges 6.247 Mann, an Unteroffizieren und Mannschaften 123.453. In 15 größeren Schlachten und weit über 100 kleineren Gefechten, die fast alle von den deutschen Armeen gewonnen wurden, wurde das neue Deutsche Reich blutig erkauft.
Quellen zu der vorliegenden Aufstellung waren die amtlichen Verlustlisten sowie die beim Berliner Zentral-Nachweis-Bureau gesammelten Lazarett-Rapporte der Nummern 1 bis 248 (in der Regel ohne Vornamen), erschienen in Berlin 1870 bis 1871, dann die große Sammlung des Deutschen Biographischen Adelsrepertoriums im Institut Deutsche Adelsforschung, aus der zahlreiche weitere Angaben (vor allem die Vornamen) aus vielen Regimentsgeschichten der Alten Armee entnommen werden konnten, die komplette Ordensliste der Ritter des Eisernen Kreuzes für 1870/71 und schließlich die Einzel-Recherchen des Verfassers bei Privatpersonen.
Ergänzend wurden die Gothaischen Genealogischen Taschenbücher der Jahre 1870 bis 1942 zu Rate gezogen. Nach den Ehrentafeln des reichsdeutschen Adels, welche die Gefallenen des ersten, und dem Gedenkbuch des deutschen Adels, das die Kriegstoten des zweiten Weltkriegs aufführt, erscheint nun dieses vorliegende Verzeichnis des Preußischen Adels für den deutsch-französischen Krieg von 1870/71.
Eine zentrale Überlieferung der Edelleute, die in diesem Krieg ihr Leben ließen oder verwundet wurden, bestand bis dato nicht. Hier setzt das Verzeichnis an, es ist historische Quelle, denn bei jeder Person werden Rang, Formation, Tag, Anlaß, Art und Ort der Verwundung oder des Todes und der Lazarettaufenthalte festgehalten.
Durch seine Doppelfunktion als Dokumentation in adels- und zugleich militärgeschichtlicher Hinsicht wird das Verzeichnis aber auch interessant für alle militärisch interessierten Institutionen und Einzelpersonen.
Durch die Menge von Quellen ergaben sich teilweise Widersprüche bei den Namen oder Angaben; in diesen Fällen wurde dann die Angabe der entsprechenden Verlustliste Priorität erteilt. Da der Krieg hauptsächlich ein preußisch dominierter Krieg war, werden hier ausschließlich die dem preußischen Kontingent angehörenden Truppen ausgewählt. Auf den ersten Blick scheint dies sehr eng gefaßt. Da aber viele Landsleute aus ganz Deutschland in diesem Kontingent kämpften, wird das vorliegende Verzeichnis auch zu einem Band über den schleswig-holsteinischen, hannoverschen, pommerschen, niederschlesischen, oberschlesischen, brandenburgischen, thüringischen, westfälischen, rheinländischen, posenschen, ostpreußischen, westpreußischen, sächsischen, mecklenburgischen und hessischen Adel.
Zuletzt sei angemerkt, daß nur Edelleute aufgenommen wurden, die zum Zeitpunkt des Krieges adelig waren, nicht diejenigen, die erst nach dem Kriege aufgrund der bewiesenen Tapferkeit in den preußischen Adelsstand erhoben wurden. Aufgenommen wurden auch Adelige nichtpreußischer Herkunft, sofern sie im königlich preußischen Heeresverband dienten. Im Zweifelsfalle der Adelseigenschaft des Betreffenden wurden die betreffenden Personen sicherheitshalber mit aufgenommen. Gegliedert wurde das Verzeichnis in die Abschnitte Einführung, Ah-Bi, Bl-Bu, By-El, En-Gr, Gu-Ho, Hu-Ko, Kr-Lü, Ly-Ne, Ni-Ra, Re-Sa, Sc-Se, Si-Tr, Ts-We und Wi-Zy.
Historische Begriffe und Zeichenerklärung: