Aufgenommen wurden Publikationen, die sich mit dem Adel als Stand im weitesten Sinne beschäftigen. Es handelt sich dabei um Schriften seit Erfindung des Buchdrucks, so daß seltene und alte Drucke aus dem 16.Jahrhundert genauso aufgeführt werden wie die erst 1997 erschienene Compactdisc zum höheren deutschen Adel oder diverse Mikroformen wie Filme und Fiches. Obgleich der Titel nur den Zeitraum 1200-1999 nennt, wurden auch Aufsätze mit aufgenommen, die das Thema "Adel" - in der jeweiligen Definition des Verfassers solcher Artikel - in der Ur- und Frühgeschichte behandeln; dabei handelt es sich meist um Schrifttum zu vorzeitlichen Funden von Adelsgräbern.
Nicht enthalten ist hingegen Literatur zu einzelnen Familien oder Personen, auch keine Biographien und keine Familiengeschichten! Einzelne Personen werden nur dann erwähnt, wenn "Enthält"-Angaben aufgeführt werden und sie für den Adel eine allgemine Bedeutung erlangt haben. Dies ist beispielsweise der Fall bei einzelnen hervorragenden adeligen Künstlern, die in Titeln wie "Der Adel in der Kunst" genannt wurden.
Nicht aufgenommen wurden weiterhin Hinweise auf Veranstaltungen von Gruppen der Landesabteilungen der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG) von 1883 bis 1956 bzw. der landschaftlichen Adelsvereinigungen innerhalb der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände (VdDA) von 1956 bis zur Gegenwart. Eine Ausnahme hiervon wurde nur gemacht, wenn diese Tagungen adelsthematisch reiches Material enthielten und Texte zu Vorträgen brachten, in denen Adelskundliches erörtert wurde.
Nachweise zu Tagungen und Veranstaltungen von Adelskorporationen werden seit einigen Jahren sukzessive vom Institut Deutsche Adelsforschung erfaßt und sind für die Jahre 1945 bis 1959 im "Deutschen Adelsalmanach" veröffentlicht worden. Die vorliegende Schrifttumsliste eignet sich daher nur zu bestimmten Recherchen, während für spezielle Fragen nach Einzelfamilien andere Werke der Literatur als Hilfsmittel heranzuziehen sind.
In einer Zeit, da unkommentierte, schwerpunktlose und rechnergenerierte Bibliographien den Markt dominieren, wird der Leser dankbar sein für diesen "intelligenten" Literaturbericht, der weit über die einfache Aufzählung von Literatur hinausgreift. In oft zeitraubender Kleinarbeit wurden die Quellen vom Verfasser fast vollständig selbst gesichtet, außerdem die Bibliographie mit vier Besonderheiten ausgestattet, die in dieser Kombination in bisher keiner Schrifttumsliste zu finden sind!
Gelegentlich bereitete die Abgrenzung gewisser Themenbereiche Schwierigkeiten. Hier mußten vom Verfasser Entscheidungen getroffen werden über die Aufnahme oder Nichtaufnahme von Titeln. So enthält die Rubrik "Adel, Kultur und Bildung" auch typische Romane zum Adel, Stellungnahmen von Dichtern und Staatsmännern zum Adel und behandelt Fragen der adeligen Pädagogik vom Mittelalter bis zur Jetztzeit - auch wenn das Wort "Adel" nicht immer im Titel vorkommt. Im Bereich "Die Edelfrau" wurden weniger Aphorismen nach dem Motto "Junge Fürstinnen sind zuweilen in andern Umständen - in andern als ihr Land" aufgenommen, sondern vielmehr Veröffentlichungen, die sich speziell mit dem Zusammenhang "Weiblicher Adel" beschäftigen.
Die vorliegende Bibliographie ist mit mehreren ausführlichen systematischen Registern (die hier fehlen!) und daher verbesserten Recherchemöglichkeiten 1999 als Band XVII,1-2 in der Schriftenreihe des Instituts Deutsche Adelsforschung auch in Printform erschienen und kann per eMail-Formular bequem bestellt werden!