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Auf dieser Webseite finden Sie im Volltext hand- oder maschinenschriftliche Dokumentenauszüge (Regesten) von bekannten und weniger bekannten deutschen Adeligen. Neben einer ausführlichen Einführung zur Thematik bitten wir noch Folgendes zu beachten:
Fettgedruckt sind jeweils die Namen der vorkommenden Adeligen! Dadurch, daß auch Adelige erfaßt wurden, die nur im Text und nicht als Urheber eines Autographs festszustellen sind, ist die Reihung nicht alphabetisch erfolgt. Eine umfassende Suche nach einzelnen Namen ist jedoch mit unserer Suchmaschine möglich!
Die Preise (grundsätzlich in DM!) sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung!
Die folgenden Autographen mit Adelsbezug stammen aus:
| Katalogtitel: | Autographen aus zwei Jahrhunderten |
| Erscheinungsart: | virtueller Online-Katalog |
| Erscheinungszeitpunkt: | ohne Jahresangabe (1999) |
| Ehemaliger Anbieter: | Antiquariat Halkyone, Inh. Detlef Stechern, Lampl´weg 10, 22767 Hamburg, eMail: info@halkyone.de, Internet: www.halkyone.de |
| Autographen aus der Zeit: | 1792-1905 |
Adlersfeld, Eufemia v., Schriftstellerin (1854-1941). Zwei eigenh. Brief- bzw. Postkarten mit U. D[urlach], [18]93 und Baden-Baden, 1897. Quer-8°. Die Briefkarte auf rosafarbenem Papier, die andere mit Ansicht von Baden-Baden. 100,- Die schlesische Schriftstellerin Eufemia von Adlersfeld, geb. Gräfin Ballestrem, hat eine große Zahl von Romanen und Novellen, hauptsächlich aus dem Offiziers- und Adelsmilieu, veröffentlicht. I: 18. V. 1893. Dank für eine Einladung. - II: 28. X. 1897. Gruß an Marietta von Bernard, geb. Edle von Arthofer, in Wien.
Allioli, Joseph Franz v., Dichter, Orientalist und Theologe (1793-1873). Eigenh. Brief mit U. o.O. u. J. [München ca. 1830]. 8°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und kleinem Siegelausriß. 250,- An Lorenz Oken (Naturforscher u. Philosoph, 1779-1851). - Bedauert, der "Einladung zu einer Sitzung des philomath[ischen] Vereins" nicht folgen zu können, da ihm sein Arzt wegen einer Halsentzündung verboten habe, abends das Haus zu verlassen, "bis nicht die mildere Witterung des Sommers eintritt [ ]". - Allioli war mit König Ludwig I. befreundet und seit 1826 Professor an der Münchener Universität; Oken war dort 1827-33 Professor.
Archenholz, Johann Wilhelm v., Historiker und Publizist (1743-1812). Eigenh. Brief mit U. Hamburg, 15. VIII. 1800. 8°. 2 Seiten. 650,- An den Berliner Kupferstecher und Zeichner Johann Friedrich Bolt (1769-1836). Der Historiker berichtet ihm von dem fertigen Manuskript seiner "Geschichte Gustavs Wasa, Königs von Schweden", für das er ein Kupfer von ihm wünsche. "Ich hoffe Sie werden meine Bitte gewähren, und mir es selbst machen [ ] Von diesem großen König existirt kein besseres Bild in Europa, und habe ich dieses aus der Königl. Bibliotheck aus Stockholm erhalten. Es wird daher desto interessanter seyn, und dem deutschen Künstler umso mehr Ehre machen, daher ich es gern in sehr gute Hände sehen möchte; auch wird das Buch, dem es vorgesetzt wird, kein Al[l]tagsbuch seyn [ ] " - Das gewünschte Porträt erschien ein Jahr später als Frontispiz in der zweibändigen Veröffentlichung bei Cotta. - Knickfalte etwas angestaubt.
Arnim, Bettina v., Schriftstellerin (1785-1859). Eigenh. Brief mit U. "Bettine". o.O. und J. [Berlin ca. 1830]. Quer-8°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse. 2.200,- An den Geographen und Germanisten (ab 1810 Professor) Johann August Zeune (1778-1853). "[ ] Sie hatten mir versprochen mir am lezten Freitag den englischen Schweizer Giddi zu bringen ich habe jenen Abend auf Ihr Wort bauend, bis spät auf die Erfüllung Ihres Versprechens geharrt - und harre noch, vielleicht vergebens - belehren Sie mich über diesen meinen Zweifel, denn ich möchte nicht in alle Ewigkeit blos harren und nicht erlangen [ ]" Vermutlich ist ein englischsprachiger Reiseführer durch die Schweiz gemeint. - Lackspur, Eckchen fehlt.
Auegg, Henriette, Schriftstellerin (1841-?). Eigenh. Manuskript: "Zwei kleine Bände. Eine Erzählung." Ca. 1872/78. Gr.-8°. Titel, 7 pag. Doppelblätter mit 14 beschriebenen Seiten. Mit einigen redaktionellen Anweisungen. 350,- Henriette Auegg war Erzieherin beim Grafen Attems in Graz. Ihr Interesse galt der häuslichen Krankenpflege und öffentlichen Wohlfahrt. "Von 1861-1879 betrieb H. ausser ihren Berufsarbeiten nur medizinische und theologische Privatstudien, widmete sich der Armenpflege und schrieb hier und da Märchen und Novellen, die in österreichischen Tagesblättern und der Elberfelder Zeitung erschienen" (Pataky I, S. 21). - Umschlag am Rücken eingerissen, sonst etwas fleckig.
Auerbach, Berthold, Erzähler (1812-1882). Eigenh. Brief mit U. Bonn, Hotel Bellevue, 8. I. 1867. 8°. 4 Seiten. Doppelblatt. 500,- An einen Schriftsteller, den Auerbach als Mitarbeiter seines Volks-Kalenders gewinnen möchte. "Erinnern Sie sich noch, daß Sie mir vor Jahren die Hoffnung machten, einen Beitrag zu einem Kalender von Ihnen zu erhalten? [ ] Nun giebt mir Ihr [ ] Aufsatz über den Kaffee in der Illustr. Monatsschrift neue Belebung meiner Hoffnung und den Anlaß Ihnen schon jetzt zu schreiben [ ] Sie sind der beste Beweis, daß nur die vollendete Bildung zu popularisiren vermag [ ] Also Sie geben mir für den Kalender 68 einen Beitrag / Stoff und Form steht Ihnen ganz anheim [ ] Sollte eine oder mehrere Illustrationen [ ] erwünscht sein, so bestimmen Sie nur [ ]" Abschließend läßt Auerbach Grüße an die Münchner Moritz Carriere (Philosoph, 1817-1895) und Karl v.Pfeufer (Arzt, 1806-1869) ausrichten. - Mit Tintenspritzer.
Auffenberg, Joseph v., Dramatiker (1798-1857). Eigenh. Brief mit U. Karlsruhe, 20. IX. o. J. [um 1846]. 8°. 1 Seite. 250,- Verweist auf das neueste Hof- und Staatshandbuch des Jahres 1846, in dem alle Branchen zu finden seien. Danach muß "Anzahl der Billets bemessen werde. Auch ist an die Gesandten zu denken, und werden Billets für Freunde zu reservieren sein." - Der "lesefruchtfrohe Vielwoller" (Stahl) von Auffenberg verlor 1849 seine Stellung als badischer Hofmarschall und Intendant des Karlsruher Hoftheater durch seine Taktlosigkeit, bei einem Festbankett hinter dem Rücken des Großherzogs eine spöttische Pulcinell-Einlage zu geben. - Leichte Knickfalten.
Baudissin, Wolf Heinrich Graf v., Schriftsteller (1789-1878). Eigenh. Brief mit U. Dresden, 8. XII. 1865. 8°. 2 Seiten. 450,- Dankt für die Übersendung von K. M. Kertbenis Übersetzung der "Erzählenden Gedichte" von Petöfi, lehnt aber die vorgesehene Besprechung des Buches für die "Augsburger Allgemeine Zeitung" ab, da es ihm an Zeit mangele und er die ungarische Sprache nicht beherrsche. - Baudissin war mit Tieck befreundet und übersetzte unter seiner Anleitung und zusammen mit Tiecks Tochter Dorothea dreizehn Dramen Shakespeares für die sogenannte "Schlegel-Tieck'sche Ausgabe". - Eingangsvermerk. Einriß.
Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst v., Schriftsteller und Politiker, (1767-1849). Eigenh. Brief mit U. (Monogramm). Regensburg, 3. II. 1803. 4°. 3/4 S. Doppelblatt. Mit Siegel. 250,- In seiner Eigenschaft als Staatsrat des Kur-Erzkanzlers von Mainz, Carl Theodor v.Dalberg, dankt der Schriftsteller dem Empfänger für seine Zuschrift, die wohl die Brotversorgung der Bevölkerung betrifft. "Die Sache ist ansich selbst wichtig und wohlthätig; sie wird es doppelt durch die gegenwärtig allenthalben bestehende Brod Theurung und die gegründete Furcht ihrer Zunahme im Frühjahr." - Graf Benzel-Sternau wirkte als badischer Direktor des Innenministeriums, seit 1812 Finanzminister des Großherzogs von Frankfurt a. M. In seinen Freistunden verfaßte er zahlreiche, meist humoristisch-satirische Schriften. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, Adresse abgetrennt.
Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst v., Schriftsteller und Politiker, (1767-1849). Eigenh. Brief mit U. Mariahalden/Zürich, 18. III. 1842. 4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse. 350,- An die Cotta'sche Buchhandlung in Stuttgart. Betrifft die "Constituirung des literar[ischen] Vereins" und wünscht, damit verbundene Honorarforderungen "nach Frankfurt a/M. [ ] Metzlersche Sohn & Comp. zu überweisen [ ] Die [ ] abzugebenden Frühschriften werde ich die hiesige Buchhandlung H Friedrich. Schnelhoff [?] beauftragen [ ] übernehmen zu lassen." - Adreßblatt mit Abschnitt (ohne Textverlust).
Berzelius, Jöns Jakob Freiherr v., Chemiker (1779-1848). Eigenh. Brief mit U. Stockholm, 12. XII. 1833. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 1.500,- An den Chemiker und Pharmazeuten Antoine Francois Boutron-Chalard (1796-1878) in Paris. "[ ] Je viens de recevoir les deux Memoires sur l'huile des Amandes ameres et sur l'asparagine, ainsi que l'ouvrage intitule: Traite des moyens de reconnoitre les falsifications des drogues simples et composes, conjointement avec l'obligeante lettre que vous avez eu la complaisance de m'adresser par l'entremise de notre ami commun Mr Magnus de Berlin. Je vous prie d'agreer mes remercimens pour ce cadeaund Le champ nouveau de la chimie organique, quvert par les recherches sur l'huile des amandes ameres, qui vous font communs avec Mr. Robiquet, dans lequel Mrs. Wöhler & Liebig ont fait de nouveau progres, paroit presenter un des plus remarquables problemes, que la chimie organique peut nous offrir a resoudre. Par les belles recherches, que vous avez fait conjointement avec M. Pelouze, j'ai appris bien d'interet l'explication du phenomene paradoxale relatif a la quantite de carbone, qui est a la meme dans l'asparamide et dans l'acide aspartique [ ]" - Justus v.Liebig (1803-1873) und Friedrich Wöhler (1800-1882), Schüler von Berzelius, hatten 1830 ihre Zusammenarbeit begonnen und erste Ergebnisse veröffentlicht. Offenbar ließen sie sich von den Forschungen Boutron-Chalards anregen: 1834 veröffentlichten sie "Zerlegung des Asparamids und Asparagins" und 1837 "Zusammensetzung der Mandelsäure" und "Über Bildung des Bittermandelöls". Bittermandelöl (Benzaldehyd) ist zusammen mit Blausäure in der Mandel enthalten, Asparaginsäure wurde zuerst aus Spargel gewonnen. - Berzelius begründete die quantitative Analyse organischer Verbindungen, führte die chemischen Symbole ein und entdeckte Selen (1817) und Thorium (1828).
Brunsig v.Brun, Ida, Schriftstellerin (geb. 1840). Eigenh. Brief mit U. Friedrichsroda, 22. VII. [18]72. 8°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Blaues Papier. 150,- Die Malerin und Schriftstellerin (Pseud. Ida von Brun-Barnow) aus Breslau veröffentlichte 1879 ihren ersten Roman. Später lebte sie als Stiftsdame in Dresden. An einen Herausgeber. Es geht um das verlorengegangene Manuskript des kleinen Romans: "Die Frau des Weltmannes". "Ist das verlorene Manuscript nicht zu ermitteln, würde ich mir erlauben, eine soeben vollendete Novelle zur gefälligen Durchsicht und Aufnahme in das Album zu übersenden."
Buch, Leopold v., Geologe und Paläontologe (1774-1853). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 12. XII. 1830. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 800,- Der berühmte Geologe bedankt sich bei dem Stuttgarter Bergrat Hehl für zwei französische Ammoniten und kündigt als Gegengabe sein eigenes Buch über die Kanarischen Inseln an. Mit Freuden hätte er das zweite Heft von K. H. Fr. D. v.Zietens Werk "Die Versteinerungen Württembergs" erhalten. "Meine Arbeit über Ammoniten wird dadurch sehr erleichtert; allein mein Buch wird auch um so nothwendiger. So schön auch die Zeichnungen sind, so schlecht ist die Critick; und der Beschreibung darf ein solches Werk nie entbehren, wenn es wirklich nützlich seyn soll." Er äußert weiter seine Kritik im Einzelnen, erwähnt das Museum des Oberamtsarztes Dr. Hartmann in Göppingen und die Sammlung Höninghaus. Am Schluß gibt er Hehl den Rat, Herrn von Zieten zu bewegen, sich durch seinen "belehrenden Rat leiten zu lassen. Er würde dann so arge Mißgriffe vermeiden". - Mit Siegelausschnitt, kleinem Loch im Rand und Randeinrissen.
Bülow, Karl Eduard v., Übersetzer (1803-1853). Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 12. III. 1848. Quer-8°. 250,- "Wiewol sich unsere Erinnerung immer mehr an das was Andre sind oder scheinen, als an das was sie sagen hält; wage ich es doch, mich auf dem Blatte Ihrer wolwollenden Erinnerung zu empfehlen." - Der Übersetzer und Literarhistoriker hielt sich seit 1842 meist in Berlin bei seinem Freund Ludwig Tieck auf. Der berühmte Klavier-Virtuose Hans v.Bülow ist sein Sohn aus erster Ehe.
Camesina, Albert v., Graphiker und Altertumsforscher (1806-1881). Eigenh. Mitteilung mit U. Quer-8°. Drei Zeilen. 100,- "Ich bin hiermit einverstanden das mein Port[r]ait gestochen wird." Das Porträt des vielfach geehrten Wiener Kunsthistorikers Albert von Camesina erschien laut Wurzbach 1866 als Holzschnitt in Waldheim's illustr. Blättern. - Kleine Löcher in der oberen rechten Ecke.
Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl August Großherzog von (1757-1828). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. [Weimar], 11. IV. 1828. 4°. 1 1/2 Seiten. 800,- Ausführlicher militärtechnischer Brief aus dem Todesjahr des Herzogs an den preussischen General der Infanterie Baron Justus Philipp Adolf Wilhelm Ludwig v.Wolzogen (1773-1845). "Ew. Excellenz ersuche ich ergebenst mir abschriften der Protocolle zu verschaffen, welche bey den Artill[erie] Versuchen in Majnz gefertigt werden müssen. Die Bezahlung wird Gr. Beust besorgen. Einen Artill[erie] Off[izier] nach Majntz zu den Versuchen zu senden, würde mir zu kostbahr fallen und bloß die Autor liebe könnte mich zu einer so unnützen Ausgabe verleiten, wenn ich nicht überzeugt wäre das die von mir gelieferte Methode ein Canon zu entzünden, durch jeden andren ausgeführt und probirt werden könnte, als wie durch jemanden eigends dazu abzusendenten. Die Sache ist in der Ausführung ganz einfach: laßen Ew. Excellenz in Majntz unter den großen Haufen dort befindl. Geschützes ein od. paar brauchbare Metalrohre heraus suchen, diese gehörig affatiren und mit solchen [ ] Zündlöchern versehn, wie dieses das Eiserne Modell bezeigt das ich Ihnen geschickt habe. Mit Schlagröhren sind Sie gehörig versehn, und auf Ihr Verlangen, gegen Gen. v. Gas. geäußert können Sie davon hier soviele machen laßen als wie sie wollen [ ] Freil. werden diese Versuche einigen Aufwand machen! Solten Sie aus den Zuschüßen des Bundes dieses nicht herausbringen können, so erbiethe ich mich die dazu nöthigen Ausgaben ex propriis zu bestreiten. Es kann diese Ausgabe nicht sehr beträchtl. seyn, da eigenlich wenig außer dem Schießpulver, das evtl. Centner betragen kann, und benehmend welches kleinigkeiten, dabei verlohren geht. Ew. Excellenz werden dieses schon einzurichten wissen. Mir liegt sehr daran zu erfahren was gutes od. vermuthl. in der neuen Entzündungsmethode sich finden wird. Capt. Metschs erfindung ist mir [ ] zu compl. zu gebrauch. und nicht gleich ans erste beste Canon anzubringen; die Hammerische Erfindung krankt auch an diesem selben fehler, meine methode kann aber an jedes neu erleitetes Canon augenbl. angebracht werden. Hat man bey untersuchung von dergl. Dingen bloß mit der Artill. Gilde eines Staates zu thun, so behält man beständig unrecht; jetzt in Mainz aber kommen die Bombenschmeißer [ ] zusammen, da kann also keine Vorliebe, kein Vorurtheil, kein National Kasten Geist hinderl. seyn, dorten wird hoffentl. somit die reine Wahrheit ergründet werden. Ich wollte daß ich selbst bey den Versuchen seyn könnte [ ]" - Kleinere teils hinterlegte Papierschäden.
Dalberg, Johann Friedrich Hugo v., Domherr (1752-1812). Eigenh. Brief mit U. Aschaffenburg, 26. IV. 1807. 4°. 3 Seiten. Doppelblatt. Mit Adresse und Siegelresten. 250,- An Landrat v.Resch in Erfurt wegen einer Stellenvermittlung. "Graf v.Bassenheim der seit einigen Tagen erst von seinen Gütern zurückgekehrt ist, hat mir endlich die Zusage gegeben den Martin Hüber in seine Dienste zu nehmen, und zwar in der Absicht denselben als Förster in irgendeinem seiner Waldungen anzustellen [ ]" Er bittet nun den Landrat, diese frohe Botschaft auszurichten. Der Musikschriftsteller und Komponist Joh. Fr. H. v.Dalberg war der Bruder des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz, Carl Theodor v.Dalberg, der von 1772-1802 in Erfurt als Statthalter tätig war. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, mit Heftspuren und Siegelausriß (Verlust weniger Buchstaben).
Dielitz, Karl Johann Gottlob Ludwig, Schriftsteller (1781-1845). Eigenh. Gedicht mit U. "Doppel-Räthsel zum Geburtstagsgedicht." 4°. 14 Zeilen. 200,- "Seinem Freunde, dem Baron v.Biedenfeld. Am 5ten Mai, 1827." An diesem Tag hatte der Schriftsteller Ferdinand von Biedenfeld (1788-1862) Geburtstag. Sein Freund Dielitz war Privatgelehrter in Berlin. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet und mit Kleberesten am Rand.
Eberhard, August Gottlob, Schriftsteller (1769-1845). Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 6. V. 1817. Kl.-4°. 1/2 Seite. Mit Adresse. 200,- An den Magdeburger Buchhändler Wilhelm v.Heinrichshofen. "Ich ersuche Sie, an Hrn. Hofrath G. S. Lau in Magdeburg für meine Rechnung gegen Quittung fünfhundert und siebzig Thaler preuß. Courant zahlen zu lassen [ ]" Eberhard war seit 1809 Eigenthümer der Rengerschen Buchhandlung in Halle. Seine bekannteste Veröffentlichung ist das Jugendbuch "Hanchen und die Küchlein" (1823). - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, knitterig und fleckig.
Eiselsberg, Anton Freiherr v., Chirurg (1860-1939). Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 28. IV. 1908. Quer-kl.-8°. 2 Seiten. 150,- An Frau Korrin "[ ] Ich kenne und schätze Herrn Dr. Heinleth als tüchtigen Operateur. Im vorliegenden Falle kann ich, ohne die Pat. zu sehen, nichts entscheiden, wo[h]l aber bin ich gerne bereit die Patientin wieder an meine Klinik aufzunehmen [ ]" - Eiselsberg, seit 1901 Prof. in Wien, arbeitete über die Impftuberkulose und gab neue Methoden für Magen-, Darm-, Gehirn -und Rückenmarksoperationen an. Er gründete Unfallstationen und wurde damit zu einem Vorkämpfer der Unfallchirurgie. 1938 veröffentlichte er seine Autobiographie "Lebensweg eines Chirurgen". Er kam bei einem Eisenbahnunglück in der Nähe von St. Valentin in Niederösterreich um.
Elsholtz-Blomering, Franz v., Schriftsteller und Diplomat (1791-1872). Eigenh. Brief mit U. "Hohenberg am Würmsee", 9. VII. 1863. 4°. 1 Seite. Mit rückseitiger Adresse und Siegelausriß. 150,- "An den Königl: Advocaten Herrn v.Hagen" in München, dem er mitteilt, daß der "Landgerichts-Arzt Herr Xaver Leonhardt heute seine Schuld mit Zinsen berichtigt" habe. Er schließt seine Einladung an. - Elsholtz war sachsen-gothaischer Geschäftsträger in Weimar und seit 1830 mit Josefa v.Toerring-Seefeld vermählt. Schloß Hohenberg liegt bei Seeshaupt am Starnberger See.
Eschstruth, Nataly v., Schriftstellerin (1860-1939). Eigenh. Ansichtskarte mit U. Warnemünde, 30. VIII. 1897. Quer-kl.-8°. Mit Adresse. 150,- Grußworte für Marietta v.Bernard, geb. Edle v.Arthofer, Wien. - Die farbige Ansicht in den Rändern oxydiert.
Förster, Friedrich Christoph, Historiker und Schriftsteller (1791-1868). Eigenh. Brief mit U. Danzig, 21. VI. 1842. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 300,- An Minna Körner (geb. Stock, 1762-1843) in Berlin, Witwe des Schillerförderers Christian Gottfried Körner (1756-1831) und Mutter des 1813 verstorbenen Freiheitsdichters Theodor, dem Friedrich Förster eng verbunden war und dessen Freundschaft sich auf die Familie übertrug. "An Herrn Ullrich [Diener der Staatsrätin Körner] richte ich die Bitte das Oelbild des seel. Staatsraths v.Graff zu dem Professor Mandl, Neuköln [ ] durch meinen Diener Quant gefälligst besorgen zu lassen, damit ich Hrn. Robertsons Wunsch in London erfüllen kann." Anton Graff hat Körner zweimal porträtiert (siehe Berckenhagen 831 und 832). - Mit Nachsatz von Försters Frau Laura, geb. Gedike. - Mit Siegelausschnitt.
Fröbel, Julius, Schriftsteller und Politiker (1805-1893). Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 19. V. [18]48. 4°. 1 Seite. Auf bläulichem Papier. Doppelblatt. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel. 650,- An den Mannheimer Verleger Heinrich Hoff (1808-1852). Seine "verlegerische Tätigkeit war stark geprägt durch seine politischen Aktivitäten, seine revolutionären Ansichten. Er stellte seinen Verlag aus innerer Überzeugung den radikalen Reformern zur Verfügung und gehörte zum engeren Kreis um Friedrich Hecker und Gustav v.Struve" (Veitenheimer). 1848 veröffentlichte Hoff die Broschüre von Fröbel "Grundzüge zu einer republikanischen Verfassung für Deutschland. Der in Frankfurt a. M. zusammentretenden constituirenden Versammlung vorgelegt". Fröbel regt zur Absatzsteigerung an, große Anzeigen ins Frankfurt a. M.er Journal zu setzen. "Sie wissen daß es von den hiesigen Blättern die größte Auflage hat, und es ist jetzt der rechte Zeitpunkt." Er hat "einige Kleinigkeiten in Mannheim" vergeßen und schließt mit der Mitteilung: "Diesen Morgen [eig. am 18.] wird der Präsident der konst. Vers. (provis. auf 4 Wochen) gewählt. Es handelt sich um v.Gagern oder Robert Blum. Wahrscheinlich wird es Gagern [ ]", womit er Recht behielt. Im Juni leitete Fröbel in Frankfurt a. M. den ersten Kongreß deutscher Demokraten, im Herbst wurde er in die deutsche Nationalversammlung gewählt. - Mit Siegelausschnitt.
Gaudy, Franz Frhr.v., Schriftsteller (1800-1840). Eigenh. Gedicht mit U. o.O. und J. 8°. 4 Seiten. 500,- "Die gute alte Zeit. | Die großen Fische fressen stets die kleinen. | So war's von je, so bleibt's in Ewigkeit - | Mit bestem Willen kann man's nicht verneinen. | Die Menschheit schreitet vor. Doch bis zur Zeit | Wo gleiches Recht und Friede herrscht auf Erden, | Bis dahin ist es noch verzweifelt weit." und schließt: "Der Herzog half ihr nun zum Rechte? - Nein. | Doch er vergönnte - Heil dem Ehrenmann [überschrieben: edlen Manne]! - | Daß sie die beiden Fische, groß wie klein, | Geruhig durfte braten in der Pfanne." - Das Gedicht erschien erstmals im "Deutschen Musenalmanch für das Jahr 1838", herausgegeben v.Chamisso und Schwab. Gedicht am Schluß vom Autor signiert, am Kopf von fremder Hand bez. "Gedichte von Franz Freiherr Gaudy". - 2 Einzelbll. zu 1 Doppelbl. montiert. - Stellenw. mit kleinen Korrekturen vom Dichter, 2 Druckanweisungen von fremder Hand.
Gaudy, Franz Frhr.v., Schriftsteller (1800-1840). Eigenh. Gedicht mit Namenszug am Kopf. o.O. und J. 8°. 1 1/2 Seiten. 260,- Überschrieben: "Neue Lieder | von | Franz Freiherr Gaudy. | - | 6. [?] | Die drei Ringe. Drei Ringe sind's die ich am Finger trage. | Drei Ringe angesteckt vor dem Altar. | Den ersten gab am seligsten der Tage, | Sie, die des Jünglings erste Liebe war". - Eine kleine Korrektur.
Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Dichter (1719-1803). Eigenh. Brief mit U. Halberstadt, 20. III. 1785. 8°. 4 Seiten. 4.500,- An die Dichterin Elisa v.der Recke (1756-1833) in Wülferode, wo sie in Goeckingks Landhaus weilte. "[ ] Sie befahlen, meine gnädigste, daß ich in der Abendluft nicht reisen sollte, diesem Befehle der gnädigsten Vorsorge folgt ich nicht, und bin gestraft. Gestern zwar befand ich mich so ziemlich wohl, diese Nacht aber bin ich so heiser geworden, daß ich die ehegestern angefangene Geschichte der goldnen acht Tage heut nicht werde fortsetzen können. Bey unsrer Zuhausskunft um Neun Uhr fand ich ein kleines Briefgebürge vor und auf dem Tisch, elende Geschäftsbriefe, nur dreye von Musenlieblingen waren darunter, von [Wilhelm] Heinsen [1746-1803], dem Griechen, von der deutschen Sappho [Anna Luise Karsch, 1722-1791], die Sophie Bekkerin [1754-1789] nicht eyfersüchtig machen wird, und von ihrer Tochter [Caroline Luise von Klencke, 1750-1802], die wenn Sie einen Boursault gefunden hätte, zehnfach eine deutsche Babet geworden wäre. Das Briefgebürge blieb unangerührt, mein lieber Begleiter [Johann Schwarz, 1759-1830] eilte zu seiner guten Mutter, und nun sollt ich erzählen [ ] - Auch wars, als wenn das Bret vorm Kopf weg wäre, so leicht war mirs ums Herz, als es mir schwer war zu Wülferode; denn, meine gnädigste, daß ich so wenig beytragen konnte zu den Freuden der acht goldenen Tage, das machte das Herz mir schwer [ ] Gestern, der ganze Tag, war ein Gespräch. Clamer Schmidt [1746-1824] kam erst den Nachmittag und hatte seinen Brief, brach aber ihn nicht auf in unsrer Gegenwart, in meiner nemlich und Herrn Schwarzens, so sehr wir baten, vermuthlich wars sein böses Gewißen, das einen Text vermuthete. Beym Weggehn wettete Gleminde mit Ihm, daß Er nicht zu Fuße nach Wülferode gehen würde; diese Wette, glaub' ich, wird Er gewinnen, wenn nicht der Oheim sie verliehren macht, dadurch, daß Er an einem schönen Sonnabend bey beßerm Wege noch einmahl den Harz bezwingt, den Sonntag auf dem Sopha sitzt, bey seiner Kayserin, den Montag zurük fliegt, und diese kurze Reise mitzumachen, den guten Schmidt sehr leicht verführt. Von Ihnen, meine gnädigste, bekam ich Erlaubniß zu dieser Verführung! [... Nachschrift:] Duval und Bibi werden hoffentlich angekommen seyn. Ich sehe im Geist wie die herzliche Bekkerin mit Bibi sich vergleicht, und mich mit Duval [ ] Den beyden Begleiterinnen der einzigen Elisa und meinem Gö[c]kingk, und auf so lange bis mein Briefberg abgetragen ist, die herzlichsten Empfehlungen. [Nachschrift am linken Blattrand:] An Freund Gö[c]kingk einige Zeilen zu schreiben habe noch die Zeit gehabt, weshalb dieses an ihn einschließe [ ]". Der vorliegende Brief führt uns mitten in Gleims Halberstädter Freundschaftsund Dichterkreis: Goeckingk war 1770-86 Kanzleidirektor im nahen Ellrich im Harz, Elisa von der Recke lernte den Dichterkreis auf ihrer Deutschlandreise 1784-86 kennen, Heinse hatte 1772-74 bei Gleim gelebt, der Karschin hatte Gleim zur ersten großen Gedichtpublikation verholfen und den Beinamen "deutsche Sappho" durchgesetzt, Klamer Schmidt lebte als Domänenrat in Halberstadt und hatte in Gemeinschaft mit Gleim die Gedichte der Karoline Luise v.Klencke, der Tochter der Karschin, herausgegeben. Gleims Nichte Sophie Dorothea, von der Karschin und in Gleims Liedern oft "Gleminde" genannt, führte den Haushalt des Oheims seit 1753. Eine weitere Verbindung deutet sich im Brief ebenfalls an: Die Reisebegleiterin der Elisa v.der Recke, Sophie Becker, lernte im Wülferoder Landhaus den ebenfalls dichtenden damaligen Referendar und späteren Kriminalrat Johann Ludwig Georg Schwarz aus Halberstadt kennen, mit dem sie sich 1787 ehelich verband (er gab 1790 dann "Elisens [von der Recke] und Sophiens [seiner Frau] Gedichte" heraus). - Gleims literarische Anspielung bezieht sich auf Edme Boursaults (1638-1701) Briefwechsel mit seiner ins Kloster verbannten Geliebten Babet, die erstmals 1666 erschienen waren. 1751 war eine deutsche Übersetzung herausgekommen. - Duvals Briefwechsel mit Anastasie Socoloff, genannt Bibi, aus den Jahren 1762 bis 1774 erschien in den "Oeuvres de Valentin Jamerai Duval" (Petersburg 1784); ein Exemplar davon ist noch heute in der Gleimbibliothek in Halberstadt vorhanden. - Beide zumindest teilweise fiktive Briefwechsel übten großen Einfluß auf die Briefkultur ihrer Zeit aus und werden in Gleims Briefwechsel mehrfach als Vorbilder zitiert. - Die erste Seite mit Tintenwischer.
Glogau, Henrik, Nationalökonom, Geograph und Schriftsteller, Pseud. Gotthold Logau (1821-1877). [Frankfurt a. M.], 5. IV. 1851. Quer-8°. 1 Seite. 150,- An eine Gräfin (Ida v.Düringsfeld?), mit der Erklärung, "daß die Engländer (d. h. die Anglicaner) das Wort catholic in der ursprünglichen griechischen Bedeutung allgemein gebrauchen. Sie nennen also ihre Kirche a catholic church, eine allgemeine Kirche, wiewohl diese es bekanntlich nicht einmal in England ist [ ]" - Unterrand mit Eintragung von alter Hand. - Glogau studierte zunächst bei Liebig Chemie, wandte sich aber dann nach Stuttgart, wo er die literarische Gesellschaft "Das Bergwerk" mitbegründete.
Glümer, Claire v, Schriftstellerin (1825-1906). Zwei eigenh. Briefe mit U. und eine eigenh. Postkarte mit U. Wolfenbüttel, Berchtesgaden und Dresden, 1857-1901. Versch. Formate. Zus. 3 Seiten. 250,- Claire von Glümer aus Blankenburg/Harz stammt aus einer liberalen, politisch verfolgten Familie. Ihr vergeblicher Versuch, den inhaftierten Bruder zu befreien, wurde mit einer Gefängnisstrafe geahndet. Anfang der fünfziger Jahre begann sie, als Schriftstellerin und Übersetzerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 26.VII.1857: An die Redaktion der Frauenzeitung, an die sie die historische Novelle "Leonne Hachette" schickt. "[ ] es wäre mir lieb wenn sie den Anfang zu einer literarischen Verbindung zwischen uns machen könnte, (daß es eine Originalarbeit von mir ist, bedarf wohl kaum der Erwähnung)." - 13. IX. 1893: Postkarte an Ernst Moser, Königsberg. "[ ] mein Lebensspruch war und ist: Man muß helfen, wenn Gott gutes Korn machen soll. " - 28. V. 1901: "Mit nachträglichen Pfingstgrüßen sende ich endlich das versprochne Bild [ ]" - Gelocht.
Goethe, Johann Wolfgang v, Dichter (1749-1832). Brief mit eigenh. U. Weimar, 28. XI. 1816 Fol. 2/3 Seite. Doppelblatt mit Adresse. Rotes Lacksiegel (zerteilt). 9.500,- An die Schauspieler Friedrich und Beate Lortzing (1752-1851 bzw. 1788-1831). Behandelt das "angebrachte Gesuch um eine Gage Vermehrung", welche "höchsten Orts in Vortrag gebracht worden. [ ] der Herr Großherzog haben hierauf der Intendanz erlaubt, den zu Ostern 1818 zu Ende gehenden Contract auf andere drey Jahre zu verlängern, und beiden jetzt schon eine Zulage von zwey Thalern wöchentlich, worauf deren Gehalt in 1144 [Thalern] und in 144 [Thalern] Garderobe-Geld järlich bestehn wird [ ]" Aus Goethes Zeit als Weimarer Theaterleiter. Er inszenierte in 26 Jahren bis zu seiner Amtsniederlegung 1817 annähernd 650 Stücke. Mit drei Gegenzeichnungen. - Kaufvermerk. - Nicht in der Werkausgabe zu Goethe und den Nachträgen gedruckt!
Grüneisen, Karl v., Theologe und Schriftsteller (1802-1878). Eigenh. Brief mit U. [Stuttgart], 2. IX. 1851. 4°. 1 Seite. Doppelbl. mit Adresse, Siegelausriß. 150,- An den Stuttgarter Physikprofessor Otto Ernst Julius Seyffer mit der Erwiderung, "daß eine geistliche Function für die bevorstehende militärische Feier nicht mir, sondern [ ] den beiden hiesigen Garnisonspredigern, den evangelischen und katholischen, übertragen ist [ ]". - Grüneisen war Oberhofprediger in Stuttgart.
Hand, Ferdinand Gotthelf, Philologe und Ästhetiker (1786-1851). Eigenh. Brief mit U. Jena, 10. VIII. 1842. 4°. 1/2 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse und Siegel der Neuen Jen. Allg. Lit.-Zeitung. 300,- An den Superintendenten und Dichter Christian Schreiber (1781-1857) in Lengsfeld (Weimar-Eisenach). Im Namen der Redaktion dankt Hand für die angebotene Mitarbeit. "Kirchenrath [Ludwig Friedrich Otto] Baumgarten-Crusius [1788-1843] wird von den nun eingehenden Schriften Ihnen Einiges zusenden. Was mein Fach, die Belletristik anlangt, haben Sie die Güte mir näher zu bestimmen, aus welcher besondern Gattung der Dichtkunst Sie Werke bedeutender Art zu beurtheilen geneigt sind (denn unbedeutende Romane und Dramen wollen wir den Flugblättern überlassen) [ ]. Zur Beurtheilung liegen vor: Mügges Gesammelte Novellen, Straß [ ] Gedichte [ ]" - Hand war seit 1817 Professor für griechische Literatur und Philosophie in Jena, seit 1818 auch Erzieher der Prinzessinnen Maria und Augusta von Sachsen-Weimar. - Etwas knitterig und fleckig.
Heyden, Friedrich v., Jurist und Schriftsteller (1789-1851). Eigenh. Gedicht mit U. o.O. und J. [Königsberg nach 1820?] 4°. Doppelblatt mit 21 Strophen. 250,- "Der Weitgereiste. Auf meiner Burg, mir fehlte viel, | Nicht wußt ich was; ich kannt kein Ziel [ ]" "H.s literar. Anfänge Anfänge standen im Zeichen der Spätromantik [ ] am eigenständigsten [war er in der Versepik" (A. Matschiner in: LL, V, 294). Nach seinem Tode gab Theodor Mundt einen Band mit seinen Gedichten heraus. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet und mit Heftspuren.
Hoefer, Edmund, Schriftsteller (1819-1882). Eigenh. Brief mit U. St[uttgart], 14. X. 1859. 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 200,- An die Schriftstellerin Ida v.Düringsfeld (1815-1876) in Stuttgart mit Bedauern, deren Einladung nicht folgen zu können; wünscht eine glückliche Reise. - Hoefer redigierte 1854-66 in Stuttgart mit Hackländer die "Hausblätter", seine letzten Jahre verbrachte er in Cannstatt. Die Adressatin pflegte ein unstetes Reiseleben.
Hoffmann v.Fallersleben, August Heinrich, Schriftsteller und Germanist (1798-1874). Eigenh. Gedicht: "Das deutsche Nationalgefühl." 8°. 1 1/2 Seiten mit 28 Verszeilen. 1.500,- Liedanfang (nach der Melodie "Frisch auf zum fröhlichen Jagen!"): "Wie könnt ihr mich doch nennen | Gänsdarm, das bin ich nicht! [ ]" Der Untertitel ist nachträglich mit Bleistift ergänzt: "Eine wahre Geschichte." - In der ersten Gesamtausgabe von 1890-1893 nicht abgedruckt.
Hoffmann v.Fallersleben, August Heinrich, Schriftsteller und Germanist (1798-1874). Eigenh. Brief mit Paraphe. Dresden, 23. VI. 1843. 8°. 1 Seite. Doppelblatt, auf rosa getöntem Papier mit Adresse und schönem Siegelabdruck "Il me changerai qu'en mourant". 750,- An den Schriftsteller Ludwig Walesrode (1810-1889) in Leipzig. "[ ] Philipp [v.] Nathusius [1815-1872] hat sich sehr gefreut, daß Sie ihn in Althaldensleben besuchen wollen. Er wünscht von Ihnen Tag und Stunde zu wissen, wann Sie in Magdeburg eintreffen, damit er Ihnen dann seinen Wagen schickte. Sollten Sie es nicht vorherbestimmen können, so finden Sie auch in M[agdeburg] wol Gelegenheit. Einige Male geht auch Post nach Neuhaldensleben und das ist dicht bei Althaldensleben. Das Land-Handeln dürfen Sie nicht aufgeben. Sie können schon durch Ihre Gegenwart viel wirken und werden sich bald überzeugen, auf welchem freien und bewegten Grund und Boden Sie dort sind [ ]" - Unterrand mit alter Echtheitsbestätigung.
Hoffmannsegg, Johann Centurius, Graf v., Naturwissenschaftler (1766-1849). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 11. IX. 1809. 4°. 1 Seite. 350,- Adressat von anderer Hand: "To Professor Mertens". Der Naturforscher Franz Karl Mertens (1764-1831) wurde 1817 Direktor der Handelsschule in Bremen. Begleitschreiben zur Anzeige der im Entstehen begriffenen "Flore portugaise" des Grafen von Hoffmannsegg und des Botanikers Heinrich Friedrich Link [1767-1851). "Gewiß würde ich nicht so unbescheiden gewesen sein, ohne Ihre ausdrückliche Erlaubniß Ihren berühmten Namen unter die Beförderer meiner Flora zu setzen wenn mein [ ] Freund Hr. Willdenow nicht die ganze Verantwortlichkeit davon auf sich geladen, und mich versichert hätte, daß ich es wagen dürfe, ohne Ihre Unzufriedenheit zu erregen." Karl Ludwig Willdenow (1765-1812) war Direktor des Botanischen Gartens und erster Professor für Botanik in Berlin. - Montagespuren am Rand.
Holtei, Karl v., Schriftsteller und Theaterdirektor (1798-1880). Eigenh. Brief mit U. Wien, "Freitag" o. J. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 250,- An Franz Thome. Einladung "auf eine Viertelstunde". - Holtei wirkte u. a. in Breslau und Berlin, führte zeit seines Lebens ein unstetes Wanderleben.
Houwald, Ernst Christoph v., Schriftsteller (1778-1845). Eigenh. Brief mit U. Sellendorf [Preußen], 23. III. 1820. 4°. 1 Seite. Mit Adresse und Siegel. 250,- An seinen Freund Wokenius [Pfarrer ?] in Sellendorf. "Ja ich liebe Sie, wie meinen Sohn [ ] Müssen Sie fort, und zwar schon so bald, nun so kann ich nur meinen Seegen Ihnen auf den Weg geben [ ] Leider weis ich noch nicht wer Ihr Nachfolger sein wird." - Etwas angeschmutzt und mit Randeinriß.
Houwald, Ernst Christoph v., Schriftsteller (1778-1845). Zwei eigenh. Briefe mit U. Neuhaus bei Lübben, 21. V. 1829 und Berlin, 12. II. 1836. 4°. Zus. 2 Seiten. 350,- I: 1829. Empfehlung für den Kgl. Sächsischen Hof-Gitarristen Zoche-Zochetti. "Seinem in jeder Hinsicht ausgezeichnetem Spiele auf der Guitarre, und der eben so meisterhaft fertigen, als zarten Behandlung dieses Instrumentes verdanke ich einen schönen Genuß [ ]" - Zerschnitten und auf Leinen aufgezogen. - II: 1836. "Der Herr Superintendent Roth hätte Ihnen, mein verehrter Her Consul, nicht sagen sollen, daß ich hier sei, weil ich mir vorbehalten hatte, Ihnen persönlich aufzuwarten und Ihnen Grüße und gute Nachricht von Ihrem lieben Sohn zu bringen." - Einriße hinterlegt und gebräunt. - Dazu: Eigenh. Aufstellung seiner Werke. Ca. 1820. 4°. 2 Seiten. Mit Ergänzungen von anderer Hand.
Hülsen, Helene v., Schriftstellerin (1829-1892). Sieben eigenh. Briefe mit U. Berlin, 1869-1888. Versch. 8°-Formate. Zus. 15 Seiten. 350,- Helene Gräfin v.Haeseler heiratete 1849 den nachmaligen Berliner Generalintendanten Botho v.Hülsen. Ihr Schriftsteller-Pseu- donym war "Helene". I: 17. V. 1869: Bescheinigung für ein Artikel-Honorar im "Salon" ("zur Cour bei I. Majestäten"). - II: 25. IX. 1873: "Ich weiß in der That nicht wie ich Ihnen danken soll, kann aber nicht verhehlen daß die künstlerisch schöne, unter Ihrer Meisterhand erstandene Hülle meines Büchleins mir eine große, sehr große Freude und Genugthuung bereitet:" - III: 26. VIII. 1874: "Nehmen Sie meinen herzlichsten Dank, und glauben Sie daß mich der Inhalt wie die Ausstattung des reitzenden Buches entzückt [ ]" - IV: 5. IX: "Euer Wohlgeboren mögen gefälligst die Anfrage gestatten, ob die Notiz des Herrn Doktor [Julius] Rodenberg hinsichtlich meines, mir noch nicht zugegangenen Honorars für meine, im Juny im Salon erschienene Schwedische Reise wohl zu Ihrer Kenntniß gelangt ist?" - V: 3. X. 1877: "Von Ihrer eingesandten dramatischen Arbeit wußte ich bis jetzt noch nichts, bin aber nun um so mehr auf deren Erfolg in Wien, und hiesiges Schicksal gespannt, als Sie [ ] Ihren und Herrn Daudet's Besuch in Berlin von der Annahme abhängig machen." - VI: 12. III. 1882: Einladung zum Kaffee "im kleineren Kreise und Ueberrock". - VII: 14. XI. 1888: Dankt einer Schriftsteller-Kollegin in Straßburg für eine Büchersendung. "Die Umzugs-Erzählung scheint mir eigens für meine geliebte Tochter, Marie v.Nasso [v.Naso?], geschrieben [ ]"
Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. und J. [Bayreuth, Ende Oktober 1796]. 4°. 4 Seiten. Doppelblatt. 8.000,- An Friedrich v.Schuckmann (1755-1834), damals Kammerpräsident in Bayreuth und Ansbach. "Ich gehe auf einige Tage ins Gebirge, mein Lieber, um mit Killinger einige mineralog[ische] Beobachtungen zu machen u besonders mein Werk über Schichtung der Gebirgsmassen im mittleren Europa [nicht erschienen, die Vorarbeiten sind in dem Werk von 1823 Essai geognostique verwendet worden], an welches ich mich im Winter mache, zu berichtigen [ ] Es freut mich unendlich, daß Sie mir meine Bitte um Gehaltszulage für den kleinen Go[e]deking [Christian Friedrich, 1770-1851, seit 1795 Münzmeister in Bayreuth] gewähren wollen [ ] In des Ministers [Friedrich Anton v.Heinitz, 1725-1802, Leiter der preußischen Bergwerke] Vorschlag wegen Beibehaltung meines Gehalts werde ich nicht willigen können. Ich befolge sonst gern den Rath der Freunde, fühle, daß ich nicht reich genug bin, um auch eine kleinere Zulage gern zu entbehren, fühle (aus Eitelkeit), daß Fürsten auch für Menschen meines Schlages etwas thun können - aber ich denke mich immer in die individuelle Lage, in der ich stehe, hinein. [Humboldt wollte den Staatsdienst verlassen, um seinen Forschungen auf Reisen nachgehen zu können. Heinitz hatte ihm daraufhin Beibehaltung des Staatsgehaltes angeboten, was Humboldt indes ablehnte.] Je mehr man selbst die sittlichen Handlungen anderer richtet, desto strenger muß man selbst die Geseze der Sittlichkeit befolgen. Das Verdienst, die Freundschaft eines Ministers nicht gemisbraucht zu haben, ist das einzige Verdienst, welches ich in diesem Lande zurüklasse. Dazu sind die Cassen hier sehr arm, denn ich glaube, daß ein Land arm zu nennen ist, in dem Vorsteher angesehener Schulen, also die wichtigsten Werkzeuge des Staates, mit 70-90 Fl. Gehalt u 5- 6 Kindern darben [ ] Auch glaube ich, daß mein Vorschlag, mit Salpeters[aurem] Dampf zu räuchern (NB. in den Ställen, die verpestet sind), nicht ganz unwichtig ist. Schrieb ich Ihnen schon, daß Fourcroy, Vauquelin und [Guyton de] Morveau [Mitglieder der Pariser Academie] sich ganz mit meinen Versuchen über den chem[ischen] Lebensprocess, besonders mit Reizung der Nerven durch alkalien, beschäftigen [vgl. das Akademie-Protokoll vom 11. November 1796 ...] Ich mache morgen wieder Wetterversuche [in Bergwerken]. Meine große [Rettungs-]Lampe ist fertig, ich habe ganz neue Veränderungen dabei angebracht [ ]" Jugendbriefe Nr. 379. Da der Brief dort nicht nach dem Original, sondern nur nach den Ausgaben von Holtei (1865 und 1872) wiedergegeben werden konnte, weist dieser Druck zahlreiche Abweichungen und Namensauslassungen gegenüber dem Original auf. So etwa lösten die Herausgeber der Jugendbriefe jene Auslassung im Druck, wo im Original der Name "Schöpf" steht, mit "Gottfried v.Schallern" auf. - Bräunung und kleiner Einriß unten in der Knickfalte des zweiten Blattes. - Frühe Briefe Alexander von Humboldts sind sehr selten.
Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. [Berlin oder Potsdam, um 1828?] 8°. 1 Seite. 850,- König Friedrich Wilhelm III. ernannte Alexander v.Humboldt 1827 zum Präsidenten einer Kommission zur Prüfung der Unterstützungsgesuche von Gelehrten und Künstlern. In diesem Zusammenhang ist wohl diese Mitteilung zu verstehen. "H[err] Frankel [wohl Francke] hat mir heute morgen sagen lassen, daß er das Geld gern vorstrekken würde, wenn ich ihm schreiben wollte, daß es ein Vorschuß für den König sei. Nun aber [ ] habe ich schlechterdings keinen Auftrag des Königs, sondern der König hat mir [ ] sehr bestimmt gesagt, er wolle keine Gemälde kaufen [ ]". Der Maler Carl Ludwig Francke (1797-1846) "besuchte seit 1815 die Berliner Akademie, wurde 1824 Zeichenlehrer am Gymnasium der Brüdergemeinde zu Niesky in der Oberlausitz, kehrte aber schon 1826 nach Berlin zurück, um sich der Kunst zu widmen, wofür er eine kgl. Unterstützung auf 2 Jahre erhielt, mit der Bedingung, Rücksicht auf die Ausbildung im Lehrfach zu nehmen" (Thieme/Becker XII, S. 339).
Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. Potsdam, Mittwochs [14. IV. 1841?]. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 850,- An den Herausgeber der Allg. Preußischen Staatszeitung. Ab 1. Januar 1841 war der Historiker Johann Wilhelm Zinkeisen (1803-1863) für die gesamte Redaktion verantwortlich. "Darf ich Sie, theuerster Herr Doctor, recht dringend ersuchen, wenn Sie am Schlusse der Staats Zeitung bald etwas Raum haben, den beiliegenden Artikel über den Improvisatore H[errn] Giustiniani einrücken zu lassen. Ich habe so eben die ausdrückliche Erlaubniß Sr. Majestät des Königs dazu erlangt [ ]. Sezen Sie ja den Namen des Geh. Raths Streckfuß darunter, er hatte neulich ungern gesehen, daß sein Name unter dem Artikel Graf Lottum vergessen worden war [ ]" - In Humboldts Bibliothek befand sich ein Widmungsexemplar des berühmten Vortragskünstlers Giovanni Giustiniani (geb. 1807 in Imola). Streckfuß' Nekrolog des Staatsministers und Generals Graf v.Wylich und Lottum (1767-14. II. 1841) erschien auch als Separatdruck (siehe ADB XLIV, S. 395, und Goed. XIV, 791, 10).
Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. o.O. u. J. [Berlin um 1850], "Dienstag." 8°. 1 1/2 Seiten. 1.650,- An Leopold Frhr. v.Loen, der 1842 Humboldts Großnichte Gabriele v.Bülow geheiratet hat. "Hier ist der Brief, den Sie ja in den Händen der Verwandten des theuren K. lassen müssen. Die Konigin hat ihn mit vielem Interesse gelesen. Vor dem Lesen wurde ich durch die Behauptung beider Monarchen beunruhigt: Der Gesandte [Graf v.] Brassier schreibe, unser Kessel sei an einen Anker geschmiedet und sei mit Mühe gerettet worden, um nicht ins Meer geworfen zu werden. Da ich aus alter Erfahrung solchen halsbrechenden Reiseabentheuern wenig Glauben schenke [ ] so drang ich darauf das Datum der Briefe zu vergleichen [ ]" Der deutsche Offizier Oscar v.Kessel bereiste im Auftrag der holl. Regierung in den vierziger Jahren Sumatra und Borneo. Vereinzelt erschienen in Zeitschriften Beiträge über seine Beobachtungen; aber eine zusammenhängende Darstellung seiner Reisen wurde nie veröffentlicht (siehe Henze III, S. 24). Graf v.Brassier (1798-1872) war als preuß. Diplomat in Athen, Stockholm und 1853 in Turin tätig. - An den Faltstellen kurze Einrisse.
Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. B[erlin], 20. II. 1859. 8°. 1 Seite. 1.200,- Schöner Altersbrief an den Botaniker Alexander Braun (1805-1877), Direktor des Botanischen Gartens in Berlin. Wenige Monate vor seinem Tode dankt Humboldt für "die beruhigende Nachricht über das schlimme Augenübel des theuren Agassiz und für die Hofnung des Ankaufs der Müllerschen Bibliothek, die man freilich nicht mit so catonischer Frostigkeit über das Meer sollte gehen lassen." In diesem Zusammenhang erwähnt Humboldt auch den Weggang von Johann Lukas Schönlein (Prof. in Berlin und kgl. Leibarzt, 1793-1864), der kürzlich seinen Abschied genommen hatte. Im Nachsatz bedauert er, aus gesundheitlichen Gründen das Palmenhaus von Braun noch nicht hätte bewundern können. Der schweizer Naturforscher Louis Agassiz (1807-1873) war ein Freund von Braun, seit 1846 hatte er eine Professur in Cambridge, Mass. Der Anatom und Physiologe Johannes Müller starb im April 1858 in Berlin, und Humboldt hatte sich in rührender Sorge um die Witwe um den Verkauf von Büchern aus Müllers Bibliothek, unda. nach Washington, bemüht. - Geringfügig fleckig und knitterig. - Für die Hilfe bei der Bearbeitung danken wir Frau Dr. Ulrike Moheit, Berlin.
Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief. [Ariccia], 9. IX. [1805]. 8°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Mit Adresse. 1.250,- An denselben in Rom. Caroline freut sich zu erfahren, daß es seiner kleinen Tochter Teresina (geb. 1804) wieder besser geht. "Niemand kann an Ihrer Sorge und Freude einen treueren Antheil nehmen als ich." Sie ist auf dem Lande und braucht Reinharts Rat bei der Abmessung eines Bilderrahmens. "Es wird Sie selbst nicht gereuen, wenn Sie das Bildchen besehen und Schik wäre es nicht unwichtig wenn der Rahmen bald gemacht wird. Sie wissen selbst daß ein Bild sich doch anders in als außer dem Rahmen macht." Der klass. Maler Gottlieb Schick (1776-1812) hielt sich von 1802 bis 1811 in Rom auf. Er hatte gleich einen familiären Kontakt zu den Humboldts und malte mehrfach Caroline und ihre Kinder. Weiter berichtet sie dem Freund von ihren Unternehmungen. "Ich habe schon große Touren gemacht und wenn ich mich nur von Zeit zu Zeit ausruhen kann so kann ich auch sehr weit gehen und besonders über meine Erwartung, steigen [ ] Mein Mann grüßt Sie herzl. Sie werden uns innigst willkommen sein [ ] Ob aus der Tour nach dem Lago etwas werden wird daran zweifle ich beinahe, denn Humb. will selbst allein nicht eher gehen als Sikler gekommen ist und vor dem 15ten ist dieser schwerlich hier." Der Archäologe und Philologe Friedrich Sickler (1773-1836) traf am 19. Oktober in Rom ein und blieb bis Januar 1807 als Hauslehrer bei den Humboldts. - Im Auszug gedruckt bei Baisch S. 190; vgl. Feuchtmayr S. 429. - Kleiner Eckabriß.
Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. "Sonntag Abend". Quer-gr.-8°. 1/2 Seite. Mit Adresse 500,- An denselben in Rom. Freundschaftliche Einladung an die Adresse in der Via Quattro Fontane. "Sie kamen mir heut Abend so schnell aus den Augen, daß ich Ihnen nicht mündlich vorschlagen konnte den Wein mit uns morgen Mittag zu kosten [ ]" - Auf der Rückseite ein italienisches Konzept von Reinhart (?), das aber nicht diese Einladung betrifft.
Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. "Freitag". 8°. 1 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. 750,- An denselben in Ariccia. "Ich freue mich aufs herzlichste Sie so schnell und so kräftig wieder hergestellt zu wissen. Heute wußte ich keine Gelegenheit nach Rom, wohl aber morgen durch Hrn. v.Hahn [?], der beim Prinzen ist. Meine Carol. [?] könnte Ihren Brief sogleich zu Madrazo tragen [ ]" Der Erbprinz Friedrich von Sachsen-Gotha und Altenburg sowie Georg Friedrich von Mecklenburg zählten zu den Besuchern im Hause Humboldt. Caroline (geb. 1792) hieß ihre älteste Tochter. Der spanische Maler Jose de Madrazo (1781-1859) war ein Hausgenosse von Reinhart in der Casa Franzoni in Rom. - Adressblatt mit Eckabriß und Fleck.
Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. [Wien], 3. VIII. [18]13. 8°. 2 3/4 Seiten. Mit Adresse. 4.500,- An denselben in Rom. Im Sommer 1810 wurde Wilhelm v.Humboldt zum Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Wien ernannt. Caroline traf am 21.Oktober mit den Kindern dort ein und blieb auch in Wien als ihr Mann im Juni 1813 ins preußische Hauptquartier gerufen wurde. "Die Zeiten drükken einen jeden auf recht furchtbare Weise und uns arme Deutsche und Preußen zumal. Doch hoffen wir daß aus der tiefen Nacht die uns umgiebt noch ein schöner Morgen hervorbrechen wird [ ]" Dann kommt sie auf gemeinsame Bekannte zu sprechen. "Ich besitze zum Aufbewahren seit beinahe einem Jahre Ihre liebliche kleine Landschaft der Gräfin Vay [Gräfin Vay v.Vaja] gehörig, und begrüße jeden Morgen beim Frühstük die einsame Felsengegend [ ] Die Gräfin selbst ist seit dem November nach Holland zu einer bejahrten Tante gereist [ ] Mit Freude erfahr ich aus Ihrem Briefe und durch die Erzählung einiger Fremde daß Madrazzo viel für die Königl.-Spanischen und die Friedens Fürsten zu thun habe. Wie herrlich es in Madrazzos Vaterlande hergeht wird der Ueberbringer mündlich melden. Für die Kunstgeschichte hier nur wenig. Koch hat schöne Bilder gemahlt die aber schwerlich hier bleiben werden." Der Maler Joseph Anton Koch (1768-1839) gehörte schon in Rom zu den befreundeten Künstlern, die in ihrem Hause zu Gast waren. Erwähnung in dem Brief finden noch der Bildhauer Christian Rauch (1777-1857) und "Freund Kühner", womit sie wohl den Maler Friedrich Johann Christian Kühner (1774-1852) aus Gotha meint, der mit Sickler nach Italien kam. "Meine Sehnsucht nach Rom zurük zu kommen ist immer dieselbe. Ich mußte aber das ununterbrochene Hierbleiben theils dem Unterricht meiner jüngeren Töchter, theils auch den drükkenden Umständen zum Opfer bringen." Sie berichtet auch von ihrem ältesten Sohn und ihrer "Zufriedenheit mit des Knaben Gesinnung und Bestreben". Theodor hatte sich 1813 als 16jähriger zur preußischen Armee gemeldet. Der Brief schließt mit weiteren Familiennachrichten. - Im Auszug gedruckt bei Baisch S. 241; vgl. Feuchtmayr S. 429. - Kleiner Eckabriß mit Verlust weniger Buchstaben.
Humboldt, Wilhelm v., Gelehrter und Staatsmann (1767-1835). Eigenh. Brief mit U. Rom, 13. VII. 1805. 4°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. 3.000,- Großer wissenschaftlicher Brief an einen befreundeten Gelehrten als Antwort auf dessen Brief vom 16. VI. 1804 und mit Dank für von diesem für Humboldt besorgte Bücher. Im Gegenzug hatte Humboldt in der Vatikanischen Bibliothek Recherchen über Handschriften angestellt. "[ ] Je Vous envoye ci-joint la liste de tous les Manuscrits des Trois Poetes Tragiques des Grecs & de Demosthenes qui se trouvent dans les differentes Bibliotheques reunies dans celle du Vatican. Elle est copiee sur les Catalogues, mais qui eux memes [ ] sont assez mal faits. L'Abbe Gaetano Marini [1742-1815], Bibliothecaire de la Vaticana, qui sans doute pour l'explication des inscriptions anciennes est le premier savant maintenant, et dont Vous connaitrez les ouvrages [ ] a eu l'amitie de faire lui-meme cette copie, puisque son Copiste ordinaire est tombe malade, & elle ne me coute rien par cette raison. Tout a qui me fait de la peine c'est que cette liste de purs titres, sans aucune indication da la qualite, ni du prix et de l'age des Manuscrits, ne pourra pas Vous aider il grand chose. Mais [ ] il n'existe point un Catalogue raisonne [... Über die Schwierigkeiten, eine brauchbare Beschreibung der gewünschten Manuskripte zu erhalten ...] Pour les livres dont je pris la liberte de Vous ecrire, j'ai recu le Dict. Etymol. [Etymologicon magnum, or universal etymological dictionary, Cambridge 1800] de [Walter] Whiter [1758-1832] qui me parait fort savant & M. [August Wilhelm] Rehberg [1757-1836, Staatsmann] m'annonce qu'il m'apporte [ ] d'autres objets de Vous. Le Lloyd est certainement excellent [...]". Empfiehlt, gleichzeitig ein noch im Erscheinen begriffenes Lexikon des walisischen Dialektes zu benutzen, das er bei einem Berliner Freund gesehen habe. "Il me sera extremement agreable de recevoir les Pheniciennes & la Medee d'Euripide de M. [Richard] Porson [1759-1808, Philologe, die genannten Ausgaben waren in London 1799 und Cambridge 1801 erschienen ...]. J'ai fait la connaissance de M. [Muzio] Clementi [1752-1832; Komponist] ici qui [ ] est Votre ami [ ]" - Humboldt war damals preußischer Resident im Vatikan. Der unbekannte Empfänger des Briefes muß, wie sich aus dem Text ergibt, ein englischer Philologe sein, der dem Ehepaar Humboldt in Berlin, Jena oder Paris persönlich begegnet war. - Etw. braunfleckig und knittrig.
Jean Paul (Friedrich Richter), Dichter (1763-1825). Eigenh. Albumblatt mit U. Dresden 9. VI. 1822. Quer-8°. 1 Seite. 2.500,- "Der Stand hat seine Metallkrone; die Dichtkunst hat ihre Blumenkrone; glücklich ist aber, wer beide vereinen kann. Zum Andenken für die glückliche Besitzerin dieses Stammbuchs." - Die Besitzerin des Stammbuchs war "vielleicht Klothilde Septimia v.Nostitz (1801-1852), die ... Jean Paul am 29. Mai 1822 bei Försters kennengelernt hatte" (Berend). - Während seines Aufenthaltes in Dresden kam es zu Begegnungen u. a. mit Tieck und C. M. v.Weber. - Gedruckt in der Briefausgabe von Berend, Bd. VIII, Nr. 301 (nach dem Stargardt-Kat. 508, 1953, Nr. 205). - Aus der Autographensammlung von Eugen Wolbe und gedruckt in dessen "Handbuch für Autographensammler" (1923) auf S. 582. - Rückseitig unbedeutende Montagepunkte.
Keller, Adalbert v., Literaturhistoriker (1812-1883). Eigenh. Brief mit U. [Tübingen], 31. VII. 1845. 8°. 1/2 Seite. 100,- Lädt eine Magnifizenz zu einer Tasse Tee zu sich ein. - Keller war Professor in Tübingen sowie Präsident des Stuttgarter literarischen Vereins.
Kesaer, Franz Anton v., Registraturdirektor, Kaiserlicher Rat (1742-1827). Eigenh. Brief mit U. Wien, 21. VII. 1813. 8°. 2 Seiten. 200,- "[ ] In der am 2ten August zu Nürnberg beginnenden Ebner'schen Bücherversteigerung befindet sich ein Schatz von altdeutschen poetischen Werken, wovon ich die interessantesten in dem beiliegenden Verzeichniße notirt habe, und deren Uiberkommung ich gerne Ihrer freundschaftlichen Vermittlung zu verdanken wünschte. Ich kenne niemand in Nürnberg, an den ich mich in dieser Angelegenheit wenden könnte; dürfte ich mir also schmeicheln daß Sie die Güte haben wollten, meine Commissionen, etwa an den als rechtlich bekannten Auctionator Frauenholz, zu übermitteln, und für die Hieherbeförderung des Erstandenen gefälligst Sorge zu tragen? Sobald mir Ihre Aeußerung über diese Bitte zugekommen seyn wird, werde ich mir die Uibersendung der nöthigen Summe, mittels eines Wechsels des [Wiener Bank-] Hauses Arnstein, angelegen seyn lassen [ ]" - Über den nürnbergischen Staatsmann Hieronymus Wilhelm Ebner (1673-1752) schreibt die ADB V, 594: "Große Verdienste erwarb sich E. [ ] dadurch, daß er die reichen litterarischen Schätze seiner Familienbibliothek [ ] zugänglich machte. Kataloge über mehrere Abtheilungen dieser Bibliothek wurden im Druck veröffentlicht."
Klopstock, Friedrich Gottlieb, Dichter (1724-1803). Eigenh. Brief mit U. o.O. [1793?] 4°. 1/2 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. 4.500,- An die Dichterin und pädagogische Schriftstellerin Karoline Rudolphi (1754-1811). "Hier sitze ich, liebste Rudolphi, und warte besser Wettern ab. Ich mache mir Hoffnung, daß ich wenigstens diesen Nachmittag noch werde zu Ihnen kommen können [ ] Aber vielleicht wird die Frau Gräfin das Mädchen von Marienburg sehen wollen [ ]" Klopstock war ein regelmäßiger Gast in der Erziehungsanstalt der Rudolphi in Hamburg/Hamm. Diese war ebenfalls mit Amalia Reichsgräfin v.Münster-Meinhövel (1767-1814) befreundet, die bei ihr gerade zu Besuch weilte. Das Drama "Das Mädchen von Marienburg" von Franz Kratter wurde 1793 von der Schröderschen Gesellschaft in Hamburg aufgeführt (siehe Meyer, Schröder II 2, S. 67). - Mit Siegelausriß. - Nicht in der HKA, Briefe 1783-1794, gedruckt.
Knebel, Karl Ludwig v., Jurist, Offizier und Übersetzer (1744-1834). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. [Jena], 6. V. o. J. 8°. 1 Seite. Doppelbl. Mit Adresse. 450,- An den Journalisten Dr. Friedrich Alexander Bran (1767-1831). Goethes "Urfreund", der Weimarer Prinzenerzieher, Dichter und Übersetzer Karl Ludwig von Knebel, lebte seit 1804 in Jena. Er dankt dem "werthen Freund" für "beifolgende Blätter [ ] Das Stück der Minerva werden Sie durch Hr. Obrist v.Lynker wieder erhalten haben, der mich darum ersucht hat." Der liberale Publizist Bran gab die von Archenholz gegründete "Minerva" in den Jahren 1816-31 in Jena heraus. Knebel war mit Carl Wilhelm Heinrich Frhr. v.Lyncker (1767-1843), Oberst und Landrat des Kreises Jena, befreundet. - Mit Siegellackresten.