|
| Begriffsklärung | "Autographie", so klärt uns das Brockhaus-Konversationslexikon (Band II., Leipzig 1894, Seite 193) auf, kommt aus dem Griechischen und hat die Bedeutung des Selbstverfaßten. Autographen sind "solche Schriftstücke, welche von ihren Verfassern mit eigener Hand nierdergeschrieben worden sind. Man bezeichnet sie wegen ihrer Einmaligkeit auch als Urschrift oder Original". Die Definition der Autographen gebraucht man jedoch - etwa seit dem 18.Jahrhundert - nur für Schriftstücke, die von Gelehrten, Künstlern, Militärs, Personen des öffentlichen und privaten Lebens stammen, während beispielsweise andere Schriftstücke wie Urkunden oder Akten, auch Urbare und Handschriften, nicht als Autograph bezeichnet werden, selbst wenn sie handschrftlich von einer berühmten Person angefertigt worden sind. |
| Umfang und Form | Im Umfang ist ein Autograph daher meist auch kleiner als eine Akte, oft handelt es sich nur um ein Blatt, wenige Blätter oder einen Notiz-Zettel. In der Form sind Autographen als Briefe, Lehnbriefe, Telgramme, Billets, Manuskripte, Brief-, Post-, Trauer-, oder Glückwunschkarten, Gedichte, militärische Ordern, Album- oder Stammbuchblätter und dergleichen mehr überliefert. |
| Der in den Autographen behandelte Personenkreis | Waren anfänglich Autographen nur von "berühmten" Persönlichkeiten herstammend, so ist in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg auch den weniger bekannten Personen historischer Bedeutung vermehrte Beachtung geschenkt worden. Heute werden auch Autographen von Bauern und Bürgern aus den frühneuzeitlichen Städten angeboten oder Quittungen von Müllern und Ratsherren. Jedoch war und ist der Adel als Urheber von Autographen immer noch stark vertreten, weshalb sich dem Interessierten eine Unzahl namentlich von adeligen Autographen bietet. |
| Aus Einzelstücken entstehen Sammlungen | Die Liebhaberei, Autographen zu sammeln, entstand in Frankreich im 16.Jahrhundert, von wo aus sie im der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts auch nach Deutschland gelangte. Mit der Verbreitung der Sammelleidenschaft von Autographen ging auch ein Ausbau des Autographenhandels einher, der meist an Buchantiquariate angeschlossen war und noch heute ist. Im Jahre 1838 fand erstmals in den deutschsprechenden Ländern in Wien eine Versteiguerung einer Autographensammlung statt. |
| Flüchtigkeit der historischen Quellen | Abgesehen von staatlich verwalteten und in staatlichem Besitz befindliche Autographen - am wichtigsten zu nennen wäre hier die größte deutsche Autographensammlung, die der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz - sind die frei verkäuflichen Autographen quellenmäßig nur schwer zu sichern. Sie werden einmal oder mehre Male in Auktionen oder Antiquariatskatalogen zum Verkauf angeboten und verschwinden dann in unbekannter Privathand. Ihr Verbleib ist ist in kurzer Zeit schon nicht mehr nachvollziehbar und damit wäre das autographische Stück der Forschung entzogen. |
| Sicherung der Autographen-Regestenform | Um die Autographen, die in den Besitz eines Antiquariats gelangt sind, zu verkaufen, müssen sie angeboten werden. Dies kann auch verschiedene Weise geschehen: Durch Publikation in papierenen Printkatalogen, durch Veröffentlichung im Internet oder den Versand von papierenen Listen an Interessierte und Autographensammler. Zu diesem Zwecke werden Regesten der Autographen hergestellt, die einem den Inhalt des Stückes nahebringen und die Kaufentscheidung herbeiführen sollen. Genau auf diese Regesten und Zusammenfassungen der Stücke kann man zurückgreifen, will man den Inhalt auf Dauer sichern. Zwar werden die Kataloge von Antiquariaten von der Deutschen Bibliothek in Leipzig planmäßig gesammelt, aber ein Namenszugriff ist - anders als hier auf unseren Websiten mit unserer eigenen Suchmaschine - damit nicht möglich. |
| Inhalte der Regestenform | Die Inhalte der Zusammenfassungen der angebotenen Schriftstücke ist von unterschiedlicher Qualität und hängt ganz vom Belieben des anbietenden Antiquars ab. Genannt werden meistens aber der Verfassername, evtl. seine Lebensdaten, sein Beruf, Art, Ort und Datum des Autographs, Größe und Beschaffenheit des Stücks, Preis (zu dem das Stück damals angeboten wurde), Deskription (Beschreibung), mehr oder minder ausführliche Inhaltsangaben (zum Teil in Zitatform) und Annotationen (Anmerkungen). |
| Historischer Wert für die Adelsforschung | Autographen besitzen als historische Quelle namentlich für die deutsche Adelsforschung einen sehr hohen Stellenwert. Aus ihnen lassen sich persönliche Beziehungen rekonstruieren, die dem Forscher sonst in anderen Quellen verborgen bleiben, auch decken sie bestimmte Vorlieben der Schreiber auf. Selbst wenn nur ein Adeliger als Dritter in einem Brief erwähnt wird, besitzt auch diese Aussage einen historischen Wert an sich. |
| Quellenkritik | Nachteilig ist, daß der Wahrheitsgehalt der Regesten nicht überprüft werden kann und es muß daher den anbietenden Antiquariaten vertraut werden, daß es sich nicht um Fälschungen, sondern um echte Originale handelt. Diese Garantie wird heute von allen Antiquariaten, die wir hier namentlich nennen, übernommen und ausdrücklich erklärt. Doch ist auch in diesem Falle eine Quellenüberprüfung anhand des Originals nicht möglich. In aller Regel ist jedoch von der Echtheit der Autographen auszugehen. |
| Vorsicht Fälschung! | Bei den zum Teil sehr hohen Liebhaberpreisen, die für Autographen gezahlt wurden und werden, blieben und bleiben Fälschungen nicht aus. Eine der spektakulärsten Fälle dieser Art waren nicht nur die gefälschten Hitlertagebücher des Stern-Reporters Heidemann, sondern auch die Nachfertigungen des adeligen Fälschers und Architekten v.Gerstenbergk, der viele Autographen von Friedrich v.Schiller herstellte und unter falschen Angaben verkaufte. 1856 wurde ihm in Weimar der Prozeß gemacht. |
| Formatangaben | Autographen werden nach Bogenfaltungen und nach Größen bezeichnet.
Folgende Größendefinitionen kommen auf unseren Websiten vor:
I. Bogenfaltungen:
|
| Gebräuchliche Abkürzungen | Auf allen unseren Autographen-Websiten finden sich Abkürzungen,
um einheitliche Informationen zu verabreiten. Hierzu zählen:
|
| Literatur zum Thema | Bücher und Aufsätze speziell zur adeligen Autographenforschung
gibt es unseres Wissens nach bislang nicht. Verwiesen sei daher auf die
allgemeine Literatur:
|
| Onlinepublikation des Instituts deutsche Adelsforschung | Mit der hier erfolgten Online-Publikation sollen nach und nach früher einmal zum Kauf angebotene Autographen-Regesten vor dem Verschwinden gerettet werden, indem sie in einem Online-Archiv für den Volltext-Abruf kostenfrei zur Forschung bereitstehen. Das Forschungsprojekt läuft sei 1998 und wird sukzessive nach Bedarf um neue Lieferungen ergänzt werden. |
| Form der Quellennachweise | Auf jeder unserer Autographen-Websiten sind die folgenden Angaben als
Quellenbezeichnung angeführt:
Autographen aus der Zeit (Laufzeit der ehemals angebotenen Stücke) |
| Bemerkungen | Fettgedruckt sind in unseren Online-Verzeichnissen jeweils die
Namen der vorkommenden Adeligen. Dadurch, daß auch Adelige erfaßt
wurden, die nur im Text und nicht als Urheber eines Autographs festszustellen
sind, ist die Reihung nicht durchgängig alphabetisch erfolgt.
Eine umfassende Suche nach einzelnen Namen ist jedoch mit unserer Suchmaschine
möglich!
Die angeführten Preise sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung!
|
| Übersicht über alle Autographen | Lieferung
1
Lieferung 2 Lieferung 3 |
© Claus Heinrich Bill, Gepr. Ökowirt (SÖH)