Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

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Autographen des deutschen Adels

Forschungsprojekt zur Dokumentation privat verkäuflicher Quellen der Adelsforschung
 
Begriffsklärung "Autographie", so klärt uns das Brockhaus-Konversationslexikon (Band II., Leipzig 1894, Seite 193) auf, kommt aus dem Griechischen und hat die Bedeutung des Selbstverfaßten. Autographen sind "solche Schriftstücke, welche von ihren Verfassern mit eigener Hand nierdergeschrieben worden sind. Man bezeichnet sie wegen ihrer Einmaligkeit auch als Urschrift oder Original". Die Definition der Autographen gebraucht man jedoch - etwa seit dem 18.Jahrhundert - nur für Schriftstücke, die von Gelehrten, Künstlern, Militärs, Personen des öffentlichen und privaten Lebens stammen, während beispielsweise andere Schriftstücke wie Urkunden oder Akten, auch Urbare und Handschriften, nicht als Autograph bezeichnet werden, selbst wenn sie handschrftlich von einer berühmten Person angefertigt worden sind.
Umfang und Form Im Umfang ist ein Autograph daher meist auch kleiner als eine Akte, oft handelt es sich nur um ein Blatt, wenige Blätter oder einen Notiz-Zettel. In der Form sind Autographen als Briefe, Lehnbriefe, Telgramme, Billets, Manuskripte, Brief-, Post-, Trauer-, oder Glückwunschkarten, Gedichte, militärische Ordern, Album- oder Stammbuchblätter und dergleichen mehr überliefert.
Der in den Autographen behandelte Personenkreis Waren anfänglich Autographen nur von "berühmten" Persönlichkeiten herstammend, so ist in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg auch den weniger bekannten Personen historischer Bedeutung vermehrte Beachtung geschenkt worden. Heute werden auch Autographen von Bauern und Bürgern aus den frühneuzeitlichen Städten angeboten oder Quittungen von Müllern und Ratsherren. Jedoch war und ist der Adel als Urheber von Autographen immer noch stark vertreten, weshalb sich dem Interessierten eine Unzahl namentlich von adeligen Autographen bietet.
Aus Einzelstücken entstehen Sammlungen Die Liebhaberei, Autographen zu sammeln, entstand in Frankreich im 16.Jahrhundert, von wo aus sie im der zweiten Hälfte des 18.Jahrhunderts auch nach Deutschland gelangte. Mit der Verbreitung der Sammelleidenschaft von Autographen ging auch ein Ausbau des Autographenhandels einher, der meist an Buchantiquariate angeschlossen war und noch heute ist. Im Jahre 1838 fand erstmals in den deutschsprechenden Ländern in Wien eine Versteiguerung einer Autographensammlung statt.
Flüchtigkeit der historischen Quellen Abgesehen von staatlich verwalteten und in staatlichem Besitz befindliche Autographen - am wichtigsten zu nennen wäre hier die größte deutsche Autographensammlung, die der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz - sind die frei verkäuflichen Autographen quellenmäßig nur schwer zu sichern. Sie werden einmal oder mehre Male in Auktionen oder Antiquariatskatalogen zum Verkauf angeboten und verschwinden dann in unbekannter Privathand. Ihr Verbleib ist ist in kurzer Zeit schon nicht mehr nachvollziehbar und damit wäre das autographische Stück der Forschung entzogen.
Sicherung der Autographen-Regestenform Um die Autographen, die in den Besitz eines Antiquariats gelangt sind, zu verkaufen, müssen sie angeboten werden. Dies kann auch verschiedene Weise geschehen: Durch Publikation in papierenen Printkatalogen, durch Veröffentlichung im Internet oder den Versand von papierenen Listen an Interessierte und Autographensammler. Zu diesem Zwecke werden Regesten der Autographen hergestellt, die einem den Inhalt des Stückes nahebringen und die Kaufentscheidung herbeiführen sollen. Genau auf diese Regesten und Zusammenfassungen der Stücke kann man zurückgreifen, will man den Inhalt auf Dauer sichern. Zwar werden die Kataloge von Antiquariaten von der Deutschen Bibliothek in Leipzig planmäßig gesammelt, aber ein Namenszugriff ist - anders als hier auf unseren Websiten mit unserer eigenen Suchmaschine - damit nicht möglich. 
Inhalte der Regestenform Die Inhalte der Zusammenfassungen der angebotenen Schriftstücke ist von unterschiedlicher Qualität und hängt ganz vom Belieben des anbietenden Antiquars ab. Genannt werden meistens aber der Verfassername, evtl. seine Lebensdaten, sein Beruf, Art, Ort und Datum des Autographs, Größe und Beschaffenheit des Stücks, Preis (zu dem das Stück damals angeboten wurde), Deskription (Beschreibung), mehr oder minder ausführliche Inhaltsangaben (zum Teil in Zitatform) und Annotationen (Anmerkungen).
Historischer Wert für die Adelsforschung Autographen besitzen als historische Quelle namentlich für die deutsche Adelsforschung einen sehr hohen Stellenwert. Aus ihnen lassen sich persönliche Beziehungen rekonstruieren, die dem Forscher sonst in anderen Quellen verborgen bleiben, auch decken sie bestimmte Vorlieben der Schreiber auf. Selbst wenn nur ein Adeliger als Dritter in einem Brief erwähnt wird, besitzt auch diese Aussage einen historischen Wert an sich.
Quellenkritik Nachteilig ist, daß der Wahrheitsgehalt der Regesten nicht überprüft werden kann und es muß daher den anbietenden Antiquariaten vertraut werden, daß es sich nicht um Fälschungen, sondern um echte Originale handelt. Diese Garantie wird heute von allen Antiquariaten, die wir hier namentlich nennen, übernommen und ausdrücklich erklärt. Doch ist auch in diesem Falle eine Quellenüberprüfung anhand des Originals nicht möglich. In aller Regel ist jedoch von der Echtheit der Autographen auszugehen.
Vorsicht Fälschung! Bei den zum Teil sehr hohen Liebhaberpreisen, die für Autographen gezahlt wurden und werden, blieben und bleiben Fälschungen nicht aus. Eine der spektakulärsten Fälle dieser Art waren nicht nur die gefälschten Hitlertagebücher des Stern-Reporters Heidemann, sondern auch die Nachfertigungen des adeligen Fälschers und Architekten v.Gerstenbergk, der viele Autographen von Friedrich v.Schiller herstellte und unter falschen Angaben verkaufte. 1856 wurde ihm in Weimar der Prozeß gemacht.
Formatangaben Autographen werden nach Bogenfaltungen und nach Größen bezeichnet. Folgende Größendefinitionen kommen auf unseren Websiten vor:

I. Bogenfaltungen:

  • Folio = 2 Blatt
  • Quart = 4 Blatt
  • Oktav = 6 Blatt
  • Duodez = 12 Blatt
  • Sedez = 16 Blatt
II. Größenangaben:
  • groß 2° = Höhe über 45 cm
  • 2° = Höhe bis 45 cm
  • 4° = Höhe bis 35 cm
  • 8° = Höhe bis 25 cm

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Gebräuchliche Abkürzungen Auf allen unseren Autographen-Websiten finden sich Abkürzungen, um einheitliche Informationen zu verabreiten. Hierzu zählen:
  • eigenh. = eigenhändig
  • o.O. = ohne Ort
  • O.O. = ohne Ort
  • o.J. = ohne Jahr 
  • o.O.u.J. = ohne Ort und Jahr
  • U. = Unterschrift
  • [...] = Text in Klammern bezeichnet nachträgliche Hinzusetzungen
  • ... = Auslassungen
Literatur zum Thema Bücher und Aufsätze speziell zur adeligen Autographenforschung gibt es unseres Wissens nach bislang nicht. Verwiesen sei daher auf die allgemeine Literatur:
  • Anonymus: Sammlung historisch berühmter Autographen oder Faksimiles von Handschriften ausgezeichneter Personen alter und neuer Zeit, Stuttgart 1846
  • Fischer v.Röslerstamm: Mitteilungen für Autographensammler, Wien (später Dresden) 1884ff
  • Günther / Schulz: Handbuch für Autographensammler, Leipzig 1856
  • G. Mecklenburg: Vom Autographensammeln, 1963
  • H. Gerigk: Neue Liebe zu alten Schriften, 1974

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Onlinepublikation des Instituts deutsche Adelsforschung Mit der hier erfolgten Online-Publikation sollen nach und nach früher einmal zum Kauf angebotene Autographen-Regesten vor dem Verschwinden gerettet werden, indem sie in einem Online-Archiv für den Volltext-Abruf kostenfrei zur Forschung bereitstehen. Das Forschungsprojekt läuft sei 1998 und wird sukzessive nach Bedarf um neue Lieferungen ergänzt werden.
Form der Quellennachweise Auf jeder unserer Autographen-Websiten sind die folgenden Angaben als Quellenbezeichnung angeführt: 
  • Katalogtitel (Bezeichnung des ehemaligen kommerziellen Anbieters) 
  • Erscheinungsart (Print- oder Onlinekatalog), 
  • Erscheinungszeitpunkt (Jahr), 
  • Ehemaliger kommerzieller Anbieter (Name und Anschrift), 

  • Autographen aus der Zeit (Laufzeit der ehemals angebotenen Stücke)
Bemerkungen Fettgedruckt sind in unseren Online-Verzeichnissen jeweils die Namen der vorkommenden Adeligen. Dadurch, daß auch Adelige erfaßt wurden, die nur im Text und nicht als Urheber eines Autographs festszustellen sind, ist die Reihung nicht durchgängig alphabetisch erfolgt. Eine umfassende Suche nach einzelnen Namen ist jedoch mit unserer Suchmaschine möglich! 

Die angeführten Preise sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung! 

Lieferung 1

Die Preise (grundsätzlich in DM!) sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung!

Die folgenden Autographen mit Adelsbezug stammen aus:
 
Katalogtitel: Autographen und Portraits, Geschichte
Erscheinungsart: papierener Printkatalog
Erscheinungszeitpunkt: ohne Jahresangabe (1998)
Ehemaliger Anbieter: Wissenschaftliches Antiquariat & Verlag Wilfried Melchior, Buchenberg, Siehdichfür 6, 78126 Königsfeld im Schwarzwald, Telefon: 07725 / 917-666, Fax: 07725 / 917-667, eMail: wilfried.melchior@t-online.de, Internet: www.melchior-antiquariat.de 
Autographen aus der Zeit: 1500-1929

Ardecke, Marie Prinzessin von, Gräfin von Schaumburg - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als Schwester. Fulda, 14. April 1862. 2 S. (Preis DM 100,--). An ihre Schwester Alexandra Prinzessin von Hohenlohe-Öhringen. - Glückwünsche zur Geburt der Tochter ("Wird die kleine Gertrude heißen?" - "Meine beiden Jungen sind liebe Kinder...Wilhelm trägt mir nochmals seine Glückwünsche an Dich auf..."). - Tochter des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen-Kassel und der Gertrude geschied. Lohmann, die zur Fürstin von Hanau erhoben wurde, 1876 (als Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Hessen) vom Kaiser den Namen Ardecke mit dem Prädikat "Durchlaucht" verliehen, geschieden.

Ardecke, Marie Prinzessin von, Gräfin von Schaumburg - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Wiesbaden, 25. Januar 1876. 2 S. (Preis DM 100,--). An einen Herrn, die Absage des Prinzen Alexanders, in ihrem Konzert mitzuspielen, betreffend. - Tochter des Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. von Hessen-Kassel und der Gertrude geschied. Lohmann, die zur Fürstin von Hanau erhoben wurde, 1876 (als Gemahlin des Prinzen Wilhelm von Hessen) vom Kaiser den Namen Ardecke mit dem Prädikat "Durchlaucht" verliehen, geschieden.

Armfelt, Carl Freiherr von - : Brief mit Unterschrift als Regiments-Chef. Mit zusätzl. Unterschrift als "Gust. L. Angerstein" und (rückseit.) geöffneten Regiments-Lacksiegel. Stockholm, 8. Juni 1811. 1 S., schwedisch. - Beiliegt: Handschrift d. 19. Jh. mit seinen Lebensdaten. (Preis DM 100,--). An den Feld-Kämmerer Heßler, über die Armee-Pensionskasse. - 1764 - Stockholm 1827, Sohn des Generals F. A. Armfelt und der Maria Schantz. Schwedischer Feldherr, Direktor der Artillerie, der sich im schwed.-russ. Krieg 1788-1789, sowie in Deutschland gegen Napoleon, verdient machte.

Bagard, T[homas] F[rancis] - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blau geprägten "Department of State, Washington". (Washington), 30. April 1885. Kl.-8°. 1 S., englisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1884-1885 Gesandter in Washington. - Bagard war Staatssekretär.

Baillet von Latour, Maximilian Graf von - : Briefabschnitt mit Unterschrift und Empfehlungsformel. Korch, 26.XII.1796. (Preis DM 40,--). Virton 1737 - Wien (?) 1806, K. K. General der Kavallerie, Kommandeur der Rheinarmee.

Bartolomo, Compte von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf blaugrau getönt. gerippten Briefpapier mit gold geprägten Vordruck "B B" und Krone. O. O. [St. Petersburg], "Macredi" o. J. K.-8°. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1872-1875 Botschaftsrat in St. Petersburg: "Mon cher Baron...", mit einer Nachricht von Berlin. - Der Compte war italienischer Gesandter in St.Petersburg.

Beernaert, Auguste - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier "Chambre des Representants" mit schwarz geprägten, gekrönten Wappenschild. O. O. u. J. 2 S., französisch.
 (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, wohl in der Zeit als Gesandter in Brüssel, ab 1886. - Ministerpräsident von Belgien.

Beernaert, Auguste - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier "Ministere des Finances. Cabinet" mit rot geprägten, gekrönten Wappenschild. O. O. u. J. 3 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, wohl in der Zeit als Gesandter in Brüssel, ab 1886. - Ministerpräsident von Belgien.

Beuters - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit rotbraun geprägten Kopf "M R" und Krone. O. O., 1879. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1876-1879 Generalkonsul in Bukarest, 1879 Gesandter in Darmstadt. - Beuters war russischer Finanzminister.

Bismarck, Bernhard von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Naugard, 17. Juli 1857. Gr.-8°. 1 S. - Montiert, Brieffaltung, rückseitig Anschrift und Poststempel R 1 Naugard 27/7*6-7, und postal. Weitervermittlungs-Vermerken innerhalb Berlins. (Preis DM 125,--). An die "neuverwittwete Frau Julie Burggraf, Wittwe des Porträtsmalers Burggraf zu Berlin...". - Ist damit einverstanden, daß er das angefangene Bild seiner verstorbenen Frau und deren Totenmaske mit der Post zugeschickt bekommt.

Bissingen [und Nippenburg], Cajetan Graf von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit gekrönten Initialen. Berlin, 26. März 1881. 3 S. (Preis DM 200,--). An einen Baron in St. Petersburg. - Bedauert die furchtbaren Ereignisse in Petersburg und bittet seinen alten Freund General Faber du Faure zu fragen, "ob er welche Nachrichten über das Befinden unserer Majestät" hat, schildert seine Gedanken über den Zeitgeist und schließt in seiner "dynastischen Gesinnung...in treuer Anhänglichkeit an König und Königin". - Von Bissingen war Stadthalter von Tirol, Vorarlberg und Venetien, Reichstagsmitglied (Venedig 1806 - Schramberg 1890).

Blaine, James - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [Washington], 30. April 1885. Kl.-8°. 1 S., englisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1884-1885 Gesandter in Washington. - Blaine war Staatssekretär, unterlegener Präsidentschaftskandidat der Republikaner.

Bleckede (Ortschaft) - Spörcken, A. von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift und (rückseit.) Lacksiegel. O. O. u. J. (ca. 1750). Gr.-8°. 2 S. (Preis DM 100,--). An den Syndikus Roschler. - Um Akten "die Müllerin zu Wendewisch" [W.-B.] betreffend, da sich Trumann eine Kommission erbat. Über Wohnrecht (Backhaus, Wohnstube, "die Leute wohnen auf der Dihle"), mit Nennung einer Lunselburg, Dr. Kausen u. a.

Blücher von Wahlstatt, Wanda Fürstin von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als Wanda Steineberg. Auf Briefpapier mit geprägter Fürstenkrone und Anschrift "Schloss Kampehl Neustadt-Dosse". 21. September 1942. (Preis DM 75,--). Text um Bücherwünsche.

Brandenburg-Ansbach, Joachim Ernst Markgraf von - : Schriftstück mit eigenhändiger Unterschrift und papierged. Siegel. Göppingen, 16. Juni 1616. Qu.-8°. 1 S. - Zwei ausgeschnittene, alt montierte Teile (drei Kopf- und zwei Schlußzeilen). (Preis DM 125,--).  Kölln an der Spree 1583 - Ansbach 1625, Sohn des Kurfürsten Johann Georg. Regierte 1603-1625, General bei der Unions-Armee, beigesetzt im Kloster Heilsbronn.

Brandenstein, Sabine Christina von (geborene von Posern), Georg Abraham von und Wolf Gottfried von - : Briefabschnitt (eine Zeile Textrest) mit Unterschrift und schwarzer Lacksiegel. Zöschen, 14. Oktober 1667. (Preis DM 200,--). "dero Seeligsten seeligst Hinterlassene Wietbe [Weib] und Erben...".

Braunschweig, Karl II. Herzog von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. "Brunswick House", 18. April 1845. 3 S. und Anschriftseite mit Lacksiegel und postal. Empfangsstempel. - Darunter kl. Postnotiz eines Hofsekretärs. (Preis DM 400,--).  An den Kommandanten de la Bosuorais in Batignolles. Dabei Erwähnung von General de Meyern und des Grafen von Schulenburg.

Bülow, Bernhard Fürst von - : Stammbuchblatt mit Unterschrift ("Fürst von Bülow"). Auf Briefpapier mit geprägten Kopftext "Villa Malta". Rom, 27. Dezember 1911. (Preis DM 150,--).  "Wenn der Verstand allein herrscht, ist er oft ebenso Kurzsichtig wie das Gefühl". - Hamburg-Klein Flottbek 1849 - Rom 1929, Reichskanzler.

Bülow, Johann Albrecht von - : Briefabschnitt mit Unterschrift und Lacksiegel. "FeldLager bey Unna", 30. September 1758. Schm.-Qu.-Kl.-8°. (Preis DM 60,--). Textfragment einer Truppenzählung "Sa[Summa] 155. Mann / Felht an completen Stand, 1.Mann". - Glubenstein 1708 - Berlin 1776, preußischer General der Infanterie.

Bülow von - : Schriftstück mit Unterschrift als Major und Kommandant. Mit gedruckten Briefkopf "Le Marie de la Ville de Laon" und städt. Stempel. Laon, 28. Februar 1814. Gr.-8°. 1 S., französisch. - Stockfl. (Preis DM 75,--). Order als Militärkommandant.

Cabouli Pascha - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blindgeprägten "C P". (St. Petersburg), 2/14 Dezember 1875. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1875-1875 Botschafter in St. Petersburg, als "Monsieur la Charge d'Affaires". - Einladung für ihn, mit Text um Prinz Karl von Preußen. -
Cabouli Pascha war türkischer Botschafter.

Celle - Testamentsakten der (französ. reformierten) Pastorin Anne Hedwig Sylvestre, geborene Jacmin. Dabei Orig.-Testament (mit Lacksiegel, französisch), gesiegelte Depositionsscheine (Celle), Amtschreiben u. a. Celle 1776-1777. 4°. 5 Teile mit 5 Bl. zus. (einschl. Titel) 12 S. (Preis DM 150,--). Testament mit Nennung eines Herrn J. Christ, Mme. Arthaud nee 'Sylvestre in Genf, Prof. Pastor de Roques und Aufzählung von 13 Begünstigten (von Zelle, Coisy, gebo. Verteuil, Grandam, Menie, Massip in Hameln, Berguen, Lohman, Backmeister gebo. Dreves). - Zum Testamentvollstrecker wurde der Prof. de Roques ernannt, es erschien der Sprachmeister Claud. Jac. du Menil. Testamentübergabe in der Wohnung "vor dem Celler Thore in der breiten Straße in der verw. Hof-Räthin Bacmeister Hause".

Celle - Testamentsakten der Schloßfrau Amalia Francisca Schmidt geborene Courbesate (Curbeste). Dabei Orig.-Testament (Celle 1771, in "hiesigen Herrschaftl. Schloße habende Wohnung"), Schreiben mit Unterschriften der Nichte und Erbin Dorothea Sophia Maria le Marchand, Notar Mittag (2, Lacksiegel), Vollmacht mit Lacksiegel des Friedrich Wilhelm le Marchand (Hamburg 1782), Vollmacht der Maria Elisabeth Marchand gebo. Panning (Bispingen 1782). Celle 1771-83. 4° (2x Gr.-8°). 15 Bl. mit zus. (einschl. Titel) 24 S. (Preis DM 180,--).  Das Erbe betrug 1000 Taler u. a. bei dem "Commissarius Rehberg in Hannover Zinßbahr beleget". Mit Testamentänderung 1780 (geschrieben in der "Wohnung des Chirurgi Deutsch, Haus am Plaun") für ihren Bruder Kaufmann Friedrich Marchand Kaufmann in Hamubrg. Ursprünglich Amtsvogt Johann Georg von Marchand, Wittwer und Kinder zu Bispingen.

Closen, Freiherr von - : Briefabschnitt mit 2 Zeilen Textrest, 3 Zeilen Empfehlungsformel, Unterschrift und später mont. Wappen des 18.Jahrhunderts. Rückseitig 8 Zeilen Text. Osterhausen, 27. Mai 1690. (Preis DM 60,--).

Cottorf, Ernst E. von - : Montierter Briefabschnitt mit 3 Zeilen Text, Empfehlungsformel und Unterschrift. Mai 1691. (Preis DM 60,--). Um Auslagen bei Entgegenreitung der anmarschierenden Montecuculischer Pagage [Bagage oder Gepäck].

Danngrieß, J. U. von - : Abschnitt mit Unterschrift, Empfehlungsformel und kleiner schwarzer Lacksiegel. Grieshof, 1.II.1713. (Preis DM 60,--).

d'Eril Melzi - : Eigenhändige Briefkarte mit Unterschrift. Mit geprägter grauer Fürstenkrone. Amsterdam, 25. Juli o. J. Qu.-Kl.-8°. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, wohl in der Zeit als Gesandter in Brüssel (ab 1886).

Devaux, Jules - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit violett geprägten "Palais des Bruxelles", Krone und "Cabinet du Roi". O. J. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, seit 1886 Gesandter in Brüssel. - Handschriftlich von alter Hand "Jules Deavaux", auf beil. Umschlag jedoch in Bleistift "Paul" vermerkt.

Dobra - Krietz, Joachim - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als Pfarrer. Mit hälftig vorh. Siegel. Dobra, 16. April 1665. 4°. 3 S. Text und Anschriftenseite. (Preis DM 250,--). Geistliche Glückwünsche an die Kanzlerin Martha von Lüttichau auf...und Baseliz, geborene Böck, wegen ihres neugeborenen Enkels von deren Tochter (zur "Vermehrung derer respective hochadelichen Häuser von Beichling und Lüttichau"). - Joachim Krietz 1612 gebürtig aus Großenhain, war von 1639 bis 1693 Pfarrer in Dobra.

Dobra - Krietz, Joachim - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als Pfarrer. Dobra, 19. April 1680. 4°. 3 S. Text und Anschriftenseite. (Preis DM 200,--). Aus Anlaß zu seinem eigenen 68. Geburtstag, an den Kammerherrn und Hofjustiz-Appellationsrat Gottfried Hermann von Beichling[en?] auf Eyphorna, Esalwein und Baseling. - Joachim Krietz 1612 gebürtig aus Großenhain, war von 1639 bis 1693 Pfarrer in Dobra.

Drentelen, A. Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. O. O. (wohl Bukarest), 15. April o. J. 1 S., französisch. (Preis DM 150,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1876-1879 Generalkonsul in Bukarest. - Drentelen war General und kaiserlich russischer General-Commissär in Rumänien 1877-1878.

Dufferin, Lord - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit weinrot geprägten Kopf "British Embassy, St. Petersburgh". (St. Petersburg), 5./17. April 1879. 1 S., englisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben als Kollege (1872-1875 Botschaftsrat in St.Petersburg, 1879 Gesandter in Darmstadt). - Der Lord war britischer Botschafter.

Dufferin, Lord - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Mit handschriftl. schräger Kopfzeile "Private". British Embassy (St. Petersburg), 22. April/4. Mai 1879. 1 S., englisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben als Kollege (1872-1875 Botschaftsrat in St.Petersburg, 1879 Gesandter in Darmstadt). - Der Lord war britischer Botschafter.

[Eschwege], Ludwig von - : 5 eigenhändige Briefe mit Unterschrift "Louis". Auf Briefpapier mit geprägten, gekrönten Initialen. Kassel (3), W[ächtersbach] und F[ulda] 6. August 1859 - 24. August 1862. 8° (4) und 4°. Zus. 17 S. (Preis DM 250,--). An Alexandrine Prinzessin von Hohenlohe-Öhringen, geb. Prinzessin von Hanau. - Vertrauliche, verehrende Briefe von ihrer Jugendliebe Ludwig, wohl der in kurhessischen Hofdiensten befindliche Ludwig von Eschwege.

Eulenburg und Hertefeld, Philipp (seit 1900:) Fürst zu - : Telegramm. Auf Vordruck des Telegraphenamts Wiesbaden. Aus Prökelwitz (Ostpreußen) abgeschickt, o. J. (ca. 1890-93) Qu.-Gr.-8°. - Randeinrisse. (Preis DM 100,--). An "fuerstin liechtenstein wiesbaden". - "innigsten dank feur brief . seine majestaet waren sehr erfreut = eulenburg +" - Königsberg in Ostpreußen, 1847 - Schloß Liebenberg (bei Templin in der Uckermark) 1921, seit 1877 im diplomat. Dienst, enge Beziehungen zum Hause Bismarck, 1894-1902 Botschafter in Wien, Vertrauter Kaiser Wilhelms II. zuletzt in einem schweren Prozeß verwickelt, literarisch tätig.

Eulenberg und Hertefeld, Philipp (seit 1900: Fürst) zu - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blindgeprägten Wappen. München, 25. Januar 1894. 3 S. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben als Excellenz, seit 1886 Gesandter in Brüssel. - Bittet seine Excellenz, sich für den Leutnant von Malsen (Neffen des Oberhofmarschalls) interessieren zu wollen, welcher in Brüssel beabsichtigt, seine Berufskenntnisse zu verbessern.

Eulenburg und Hertefeld, Philipp (seit 1900:) Fürst zu - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blindgeprägten gekrönten Wappen. Wien, 12. November 1894. Kl.-8°. 3 S. - Faltspuren. (Preis DM 150,--). An eine Fürstin. - Nachdem er von ihr kam, mußte er plötzlich krank zu Bett und kann daher nicht mehr vor ihrer Abreise kommen, Grüße an verschiedene Personen, "an Hülsen schreibe ich".

Eulenburg und Hertefeld, Philipp (seit 1900:) Fürst zu - : Gedruckte Danksagung mit handschriftl. Ergänzung und Unterschrift. Auf Briefkarte mit blindgeprägten gekrönten Wappen. O. O. u. J. Qu.-Kl.-8°. 1 S. (Preis DM 80,--). "...und besonders für Ihre treue liebe Gesinnung!"

Fürstenberg, Maximilian Egon II. Fürst zu - : Maschinenschriftl. Brief mit eigenhändiger Empfehlungsformel und Unterschrift. Auf Briefpapier mit Trauerrand und schwarz geprägten Schild mit Fürstenkrone. Schloss Lana, 22. November 1903. 4°. 1 Bl., zweiseitig beschrieben. (Preis DM 200,--). An einen Freund. Hat in seinem Archiv in Donaueschingen über die Schlacht von Rossbach nachforschen lassen und berichtet über eine mögliche Teilnahme eines Fürstenberg ("...offenbar voraussehend, wie die Sache gehen würde, sich bei Zeiten zurückzog"), desweiteren "Wir waren so oft mit Kummer und Sorgen in Gedanken bei [dem Kaiser]... Gottlob erhielt ich gestern wieder von Plessen beruhigende Nachricht...schwere Zeiten durchgemacht...am allerschrecklichsten aber müssen diese zwei Monate für unseren...Kaiser gewesen sein!" - Lana/Böhmen 1863 - Heiligenberg 1941. Mit "Plessen" wird der Generaladjutant Kaiser Wilhelm II. gemeint sein, Hans v.Plessen.

Fürstenberg, Maximilian Egon II. Fürst zu - : Eigenhändiger Brief mit Empfehlungsformel und Unterschrift. Auf Briefpapier mit gold geprägten Schild mit Fürstenkrone. Lana Böhmen, 26. November 1904. Doppelblatt, 3 S. beschrieben. (Preis DM 200,--). An einen Freund. - Nach Rückkehr von dessen bedeutsamer Reise, mit der er Geschichte gemacht und diese mit Interesse in den Zeitungen verfolgt und im Geiste begleitet hat. Bittet ihn, nach seinen Dienstgeschäften ihm davon zu schreiben. berichtet Über seinen Gesundheitszustand ("Ich lebe so langsam weiter...") und grüßt von seiner Frau [Irma Gräfin von Schönborn-Buchheim, Ehrenbürgerin von Heiligenberg, dort gest. 1948].

Fürstenberg, Maximilian Egon II. Fürst zu - : Telegramm. Donaueschingen, 6. Jun 1904. 1 Bl. Originalformalar (C.187.Rohrpost-Berlin, Haupt-Telegraphe mit geöffneter Verschlußmarke, Stempel und handschriftl. Beförderungsvermerken. 4°. (Preis DM 180,--). An "excellenz generaladjutant von löwenfeld berlin". Wohl für den Kaiser bestimmt: "habe am
21. mai ein buch an sie abgesendet, waere dankbar fuer guetige nachricht ob sie es empfangen haben. herzliche gruesse = fuerstenberg".

Fürstenberg, Maximilian Egon II. Fürst zu - : Eigenhändige Danksagung. Auf Briefpapier mit gold geprägten Schild mit Fürstenkrone. Berlin, 26. Januar 1906. Doppelblatt, 1 S. beschrieben. (Preis DM 150,--). "Fürst und Fürstin zu Fürstenberg danken innigst für die liebe Einladung zum Frühstück (Motto: altpreussische Einfachheit...)."

Fürstenberg, Maximilian Egon II. Fürst zu - : Eigenhändige poetische Danksagung mit Empfehlungsformel und Unterschrift "Fürstenberg derzeit Dichter". Auf Briefpapier mit farbig und gold-silber geprägten Schild mit Fürstenkrone. Berlin, 1. März 1906 "1 Uhr Früh! (Nachts)". Doppelblatt, 2 S. beschrieben. (Preis DM 250,--). Poetische Danksagung an einen Freund ("...Wenn ja auch holp'rig es klingt und Klopstock sich
stöhnend im Grab wälzt").

Giers, Nikolas - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [Bukarest], 27.März 1879. 1 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1876-1879 Generalkonsul in Bukarest. - Terminangabe für eine Einladung in das Ministerium. - Giers war Minister.

Gleich, Andreas - : Eigenhändige Quittung (für Deputat 1696) mit Unterschrift als "Churfl. Sächs. HofPrediger". Daneben Unterschrift des R. v.Wolffersdorf. Mit Lacksiegel. Dresden, 26. September 1696. Qu.-8°. 1 S. (Preis DM 75,--). Johann Andreas Gleich (geb. 1665 Gera) war Musikdirektor in Gera, seit 1696 Hofprediger in Dresden.

Gortschakoff, Prinz von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift ("Gortchacow"). [St. Petersburg], 28. Mai 1879. 1 S., französisch. (Preis DM 150,--). An Friedrich Graf von Alvensleben, 1872-1875 Botschaftsrat in St. Petersburg, 1879 Gesandter in Darmstadt.

Grolmann, A. L. - : Stammbuchblatt mit Spruch, Widmung und Unterschrift ("ALGrolmann") als "Grhzl.: Regierungs- und Samt-Revisions-Gerichts-Rath". Gießen, 14. September 1779. Qu.-Gr.-8°. (Preis DM 150,--). Vater des berühmten Carl Ludwig Wilhelm von Grolmann (Großherzogl. hess. Staatsminister, geb. 1775 zu Gießen).

Habsburg - Eleonora Magdalena Theresia, Kaiserin - : Brief mit Unterschrift. Mit papierged. Siegel (6 cm). Wien, 23. Dezember 1691. 4°. 1 S. - Braunfl., zwei Löcher (geringer Textverlust). (Preis DM 200,--). Weihnachtswünsche an Kardinal Jacob. - 1655-1720, Gemahlin von Kaiser Leopold I.

Habsburg - Eleana, Erzherzogin von Österreich, Prinzessin von Rumänien - : Eigenhändiger zweizeiliger französ. Spruch mit Unterschrift. O. O. u. J. Qu.-Kl.-8°. 1 S. (Preis DM 125,--). Seit 1931 mit Erzherzog Anton verheiratet, geb. 20. März 1901.

Habsburg - Eugen, Erzherzog von Österreich - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Igls, 11. Mai 1941. 4°. 1 S. - Beiliegt: Eigenhändiger Briefumschlag, Poststempel Igls 11.5.43. (Preis DM 100,--). An den Schriftsteller [Graf] Conte Corti in Wien. Bedankt sich für die Übersendung seines Metternich-Buches. - Der Erzherzog war österreichischer Feldmarschall (1863-1954).

Habsburg - Franz Karl Joseph, Erzherzog von Österreich - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Schönbrunn, 8. Oktober 1815. 2 S. (Preis DM 300,--). An seinen Bruder Ferdinand, den späteren Kaiser Ferdinand I. (damals 22 Jahre alt). - Der 13jährige Franz (1802-1878) dankt für ein genanntes Werk, dessen Wert er kennt, "da der liebe Papa einmal die Gnade hatte, dieses schöne und seltene Buch aus seiner Bibliothek zu leihen", dankt auch für einen Säbel und will wissen, was er alles in Frankreich gesehen hat. Würde sich freuen, wenn sein Bruder den Vater auf seiner Reise nach Italien begleiten kann.

Habsburg - Franz Joseph I., Kaiser - : Eigenhändiges Schriftstück mit Unterschrift. O. O. u. J. 1 S. - Beiliegt: Briefumschlag mit Anschrift "General Direktor Freiherr v. Mayr", rückseitig Lacksiegel. (Preis DM 250,--).  "Ich bitte mir 5 Stück Banknoten a 1000fc zu schicken".

Habsburg - Friedrich, Erzherzog von Österreich - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als General. Dazu Umschlag mit Lacksiegel. Wien, 18.Juni 1911. 3 S. (Preis DM 250,--). An den "General der Infanterie Versbach von Hadamar, Kommandant des 2. Korps und kommand. General, Wien" (beil. eigenhänd. Umschlag). - Dankt für Brief in Angelegenheit des erkrankten General Jaksch mit näheren Umständen und bedauert, "dass so wenig für unrettbar erkrankte Offiziere gethan wird... Ich fahre heute dienstlich nach Istrien und Kärnthen..." - Der Erzherzog (1856 Groß-Seelowitz bei Brünn - 1936 Ungarisch Altenburg) war öst.-ung. Feldmarschall, Kommandant der öst.-ung. Armeen im Weltkrieg, zuvor 1889-1905 kommand. General in Preßburg.

Habsburg - Josef I., Kaiser und Erzherzog von Österreich - : Zeitgenössische Abschrift (16. September 1709) eines Briefes. Mit papierged. Siegel (6 cm). Wien, 22. August 1709. 4°. 2 S. (Preis DM 150,--). An Ferdinand Leopold Edler von und zu Weißenburg, Hofzahlmeister und Johann Ludwig Kreth (?). - Befehl, eine von Erzherzogin Barbara Isabella geborene Gräfin B... veranlasste Summe "Unseren N. Ö. und Mährl. Dann Schleßl. Satz und Khönigl. Pragerlich Deputirten Ambtes befohlen...gegen quittung Unsers Gräf. Großhofzahl Ambts abgestattet werden solle". - Mit Nennung des "N. Ö. und Mährl. Salzamtmanns Johann Baptist Bartholotti, freiherrl. von Parttenfeldt, bzw. Schleßl. Salz Ambts Directore Bartholomee von Tinti". "...sind an Gottfridt Christian von Schreyvogl...unsere Khönigl. Pragerischer Deputirten...anvertraut". - Unterzeichnet von Thomas Graf und Herr zu Starhemberg, Ferdinand Ernst Graf Mollarth, Georg Antoni Forschner u. a.

Habsburg - Karl Stephan, Erzherzog von Österreich - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als Erzherzog. Schloß Weilburg, 4.September 1879. 2 S. (Preis DM 150,--). An die Gräfin Batthyany. - Der Admiral übersendet Photographien ("Ich hatte leider keine mehr in Civil und als Matrose und ich sandte daher die als Marineofficier") und dankt für "angenehm verbrachte Tage in Laglehimst" (?), dem "Glanzpunkt meiner Reise".

Habsburg - Leopold Ferdinand von Toskana, Erzherzog von Österreich, (ab 1902:) Leopold Wölfling - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier "Hotel Vier Jahreszeiten". München, 28. Februar 1913. 1 S. (Preis DM 250,--). An den Herausgeber einer Zeitschrift. Hat auf Wunsch eine Skizze über den neuen österreichischen Marinekommandanten Vizeadmiral Haus verfasst ("Ich habe Haus persönlich gut gekannt und sehr verehrt"). - Leopold Ferdinand war der älteste Sohn des Großherzogs Ferdinand IV. von Toskana, machte mit dem damaligen Thronfolger Franz Ferdinand eine Weltreise, bei dessen Verlauf er in Australien wegen Differenzen heimberufen wurde und aus der Marine austreten mußte. Ging 1902 heimlich von Salzburg nach Genf, verzichtete auf die Würde eines Erzherzogs und nahm den Namen L. W. an.

Habsburg - Rainer, Erzherzog von Österreich - : Brief mit Unterschrift. Wien, 20. Februar 1867. 4°. 1 S. (Preis DM 150,--). An Achilles Melingo [auch Alcides Melingo Edler von Saginth, Oberkontrolleur der östr.-ung. Bank]. Gemeinderath, Curator des k. k. österr. Museums für Kunst und Industrie, etc. - Wünsche zu seinem bevorstehenden Besuch auf der Pariser Weltausstellung im Interesse des Museums und Dank für die dreijährige Tätigkeit als Curatoriumsmitglied.

Habsburg - Wilhelm, Erzherzog von Österreich - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit geprägten, gekrönten Wappen. O. O., 25. August 1945. 1 S. (Preis DM 150,--). An den Freund Dr. Otto Friedländer in Wien. - Dankt für die Einladung zur Gründungs-Versammlung des Französisch-Österreichischen Verbandes und bedauert, daß er krankheitshalber verhindert ist. "...gerade diese Annäherung der beiden Länder mir besonders am Herzen liegt, da ja so viel Gemeinsames Beide aufs innigste verbindet".

Halberstadt - (Gleichzeitige Abschrift ohne Siegel). Zwischen dem General und Feldmarschall Johann [v.?] Bauer, Erich [v.?] Schlang als Halberstädt. Obrist über ein Regiment zu Pferde und der Stadt Halberstadt selbst. Mit Unterschrift des Erich Schlang. (Halberstadt), 16.Dezember 1636. 4°. 1 S. (Preis DM 300,--). Dokument des Dreißigjährigen Kriegs: Kriegsaccord über 8000 Taler von der "Stadt Halberstadt nebst denen darinnen Begriffenen Capittellen und Clöstern", die dem Obrist Schlang(en) entrichtet werden soll, daneben die Verpflegungsgelder für die Kompagnie, die Bürgermeister und Rat der Stadt Halberstadt einhalten müssen.

Harlingen von Nettelhorst - : Schmaler Ausschnitt mit Unterschrift und Lacksiegel. 1776. (Preis DM 45,--).

Hatzfeld zu Trachenberg, Paul Graf zu - : Eigenhändiger Brief in Bleistift mit Unterschrift. Sommerberg (?), 18. Mai 1882. 1 S. (Preis DM 200,--).  An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, eiliger Antwortbrief vor der Abreise zu einem aufwendigen Besuch. - Vertrauter Bismarcks, Düsseldorf 1831 - London 1901, dort Botschafter.

Hessenstein, F. W. Fürst von - : Brief mit eigenhändiger Empfehlungsformel und Unterschrift. Lütjenburg ("Lütienburg nach Panker") in Holstein, 8. Januar 1797. Gr.-8°. 1 S. (Preis DM 100,--). An einen königlichen Sekretär. - Text mit Erwähnung von Hamburg.

Hohenlohe-Schillingsfürst, Chlodwig Fürst von - : Eigenhändige Nachricht mit Unterschrift. O. O. u. J. Schmal-Qu.-12°. 1 S. - Auf Notizzettel. (Preis DM 40,--).  "Ich bitte dieses Protokoll bei Ihren Berichten an Ihr Blatt zu benützen u. wieder an das...zurückzugeben".

Hohenzollern-Hechingen, Eugenie Fürstin zu, geb. Prinzessin von Leuchtenberg - : Brief mit Lacksiegel und eigenhändiger Unterschrift als regierende Fürstin und geborene Prinzessin. Hechingen, 3 April 1847. 4°. 1 S. (Preis DM 250,--). Bestätigung, daß sie von dem Kronprinzen Karl von Württemberg den Betrag von zehntausend Gulden erhalten hat, der an ihren Bevollmächtigten Baron von Billing als Agio für die an ihn ausbezahlten Staatspapiere im Nominalwert von 400 000 Gulden ausgehändigt und von diesem an ihr übergeben wurde.

Hohenzollern-Sigmaringen, Leopold Fürst von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit kl. dunkelblauer Kopfprägung "Sigmaringen Palais". Sigmaringen, 6. Juni 1893. 8°. 3 S. - Beiliegt: Eigenhändiger Briefumschlag (Briefmarke abgerissen) an die "Kaiserliche Hoheit der verwitteten Herzogin Eugen von Württemberg Großfürstin von Rußland. Stuttgart" und rückseit. fürstl. Lacksiegel. (Preis DM 250,--). An die Herzogin [Wera] von Württemberg. - Der Fürst bedankt sich für das jahrelange teilnehmende Wohlwollen beider Häuser und einer ihm übersandten Erinnerung aus der Hand ihrer [vor kurzer Zeit verstobenen] Mutter Königin Olga von Württemberg. (Es handelt sich um ein Aquarell das seine Frau [Antonia von Portugal] seinerzeit malte und "in Friedrichshafen einen Platz" hatte).

Hopfer, Johann Friedrich von - : Schmaler Ausschnitt mit Unterschrift als Königl. Preuß. Geheimer Rath und Lacksiegel. Geissenheim im Rheingau 1777. (Preis DM 65,--).

Hoyerswerda - Beichlingen, Gottfried Hermann von - : Schriftstück mit Unterschrift. Dresden, 28. Oktober 1701. 4°. 1 S. - Rückseitig: Genannter Antrag des Samuel Martini, erster Pastor zu Hoyerswerda (von alter Hand namentlich bezeichnet). (Preis DM 150,--). Befehl für den Oberförster zu Hoyerswerda, Johann Gottfried Lobrinus, auf Antrag des Herrn [Pfarrers] Martini zu seiner Tochter Hochzeit "1 Stück Wild, 1 Stück Reh und 4 Hasen...schießen und ohne Entgeld abfolgen zu laßen".

Hübner, Joseph Alexander von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. "Therapia, Montag 23". Kl.-8°. 1 S., deutsch. (Preis DM 100,--). An einen Freund, um terminliche Vereinbarungen. - Wien 1811-1892, Diplomat in London, Paris, Lissabon, Leipzig und Italien, Botschafter in Paris und im Vatikan, 1860 Polizeiminister in Wien, zuletzt weltreisender Publizist.

Hübner, Joseph Alexander von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blindger. gekrönten Initialen. Paris, 19. August 1869. Kl.-8°. 4 S., französisch. (Preis DM 150,--). An "Mm cher Leon" de Maupassant.

Hutten, Bernhard Friedrich von - : Eigenhändiger Briefabschnitt mit Empfehlungsformel, Datierung und Unterschrift. Mit Lacksiegel (18 mm hoch) und von späterer Hand aufmont. Wappenstich des 18. Jahrhunderts. Franckenberg, 19.IV.1725. (Preis DM 100,--).

Jomini, A. - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [St. Petersburg] o. J. 1 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1872-1875 Botschafter in St. Petersburg. - Terminangabe. Mit Erwähnung der Botschaft von Österreich.

Jomini, A. - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. [St. Petersburg] 19. Mai 1875. 4°. 1 S., französisch. - Seitlich knitterig. (Preis DM 150,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1872-1875 Botschafter in St. Petersburg. - Nennung einer deutschen Delegation und Konferenz der Telegraphie.

Karl VI., röm.-dt. Kaiser - : Brief mit eigenhändiger Unterschrift. Wien, 20 Januar 1720. 4°. 2 S. - Rechter Rand der ersten Seite knapp (mit geringem Textverlust) beschnitten. (Preis DM 300,--). Mitteilungen, das Ableben seiner Mutter, der "Eleonore Magdalena Therese, Kaiserin in Germanien, zu Ungarn und Böhmens Königin, geborene Pfalzgräfin bey Rhein und Herzögin von Bayern", betreffend. - Unterer Blattrand mit Unterschrift des kaiserl. "proprium" E. Fr. v.Glandorff.

Kettenburg, Margareta Elisabeth von der - : Vollmacht mit Lacksiegel ("MEVDKB" und Wappen). O. O. u. J. (17. Jh.). 4°. 1 S. (Preis DM 45,--). "Margareta Elisabeht fraw von / gebohrne von der Kettenburg...Vollmacht Contra meinen bruder / JOhan Dieterich von der Kette..." auf unterer Ecke eines Kanzleipapiers (mit seitl.Abriß).

Keyserlingk, Hermann Carl von - : Brief mit Unterschrift. Dresden, 13.September 1739. 4°. 3 S. (Preis DM 300,--). An eine Herzogin und Fürstin (Königliche Hoheit). - Aus der Zeit, als Graf von Keyserlingk (Großbotschafter der Kaiserin Katharina II. in Warschau, Königreich Polen) russischer Gesandter in Dresden war: Dankt für die Nachricht ihrer Reise nach Gotha, die ihm verspätet zuging, da der Kammerrat von Nymptsch abwesend war und bedauert, ihr nicht die Aufwartung machen zu können infolge des "übereylten Friedens wegen...der sich in Ungarn zwischen den Römisch-Kayserlichen und denen Türcken, zur Unzeit beschlüßen laßen". Berichtet ausführlich vom "Beglückten Fortgang der Rußisch-Kayserlichen Waffen" bei Dnyestr, Chotin (Sieg der russischen Truppen unter Münnich) und Jassy "wieder den Erfeind der Christenheit".

Keyserlingk, Wedig Christoph von - : Schmaler Briefabschnitt mit Unterschrift und Lacksiegel. Feldlager Großdorf, 16.IX.1757. (Preis DM 45,--).

Kriegsau, Johann Baptist von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Wien, 18. Dezember 1759. 2 S. - Auf zweitem Blatt: Eigenhändiger Brief mit Unterschrift seines Vaters. 2 S. (Preis DM 150,--). Empfehlungsschreiben für den Vater, der in seinem Briefteil eine Bittschrift verfaßt hat.

Lanckoronski, Karl Graf von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit blindgeprägten Wappen. Jacquinyako, 22. Dezember o. J. Kl.-8°. 2 S. (Preis DM 150,--).  Wien 1850-1936 (?). - Hochwürdenträger, berühmter Sammler und Mäzen, eine der bedeutendsten Erscheiungen der Wiener Gesellschaft zwischen 1800 und 1930. Sein Urteil in künstlerischen Fragen war an den entscheidenden Stellen maßgebend. Er war ein großer Förderer Max Dvorak's. Aus polnischer Königsfamilie stammend, besaß er riesige Güter in Österreich und in Rußland. Berühmt war er auch durch seine Grobheit. Er gehörte zu den
Traditionsfiguren der ersten Reihe im Hoftheater - Ecksitz links.

Langenau, Freiherr von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit violett geprägten Kopf "Ambassade d'Autriche-Hongrie". St. Petersburg, o. J. 1 S. (Preis DM 150,--).  An Friedrich Johann Graf von Alvensleben, 1875-1875 Botschafter in St. Petersburg. - Erhält soeben ein Telegramm von Bechtolsheim, daß er zu einem genannten Termin (Geburtstag seines Kaisers) in Galphina erscheinen muß und daher nicht abreist und "Ihre Depesche nicht mitnehmen" kann.

Leisching, Carl Gottlob - : Heiratsbescheinigung des Carl Gottlob Leisching mit Unterschrift als Superintendent und Familiensiegel. Langensalza, 23. November 1799. 4°. 2 S. (Preis DM 150,--). Bescheinigung der väterlichen Einwilligung zu der vorhabenden Verehelichung seiner Tochter Caroline Friederike Sidonie Leisching mit dem Premier Leutnant Friedrich Wilhelm August von Brause, beim Regiment Kurfürstl. Infanterie, und der alljährlichen Bezahlung von Zinsen aus viertausend Talern und als Erbe das gesamte Kapital.

Lewenhaupt, Carl Emil Graf von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. O. O. u. J. 1 S., schwedisch. (Preis DM 100,--). An einen Leutnant. Text mit Erwähnung von Hamburg. - Der Graf war General, Chef der schwedischen Armee gegen Rußland, verlor die Schlacht von Willmannstrand 1741.

Limburg, Fürst...Holstein - : Briefabschnitt mit Empfehlungsformel und Unterschrift als "Guter Nachbar und Freund". Wien, 19. August 1769. (Preis DM 40,--).

Limburg-Styrum, Philipp Ferdinand Graf zu - : Briefabschnitt mit 3 Zeilen Textrest, Unterschrift und Lacksiegel. Schloß Burgmilchling nächst Wilhelmsdorf ["Willhermsdorff"], 4. April 1764. - Rückseitig Wappen und 6 Zeilen dekorativer Regentenbriefkopf ("Styrum").
 (Preis DM 80,--).

Lippe-Weissenfeld, Carl Christian Graf von der - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift als "Kays. Würkl. Geheimer Rath". "Armenreich bei Löwenberg in Schlesien", 8. März 1803. Gr.-8°. 3 S. - Stockfl. (Preis DM 300,--). An seinen Verleger, ein Manuskript über "die Alterthümer der Mannus-Söhne" zusendend und anbietend. "Da ich mit Ihnen bekannt bin, so wäre mir es am liebsten, wenn Sie mein Verleger werden möchten...", über Honorar, Arbeit bei der Erstellung des Manuskripts, Auflagenhöhe, Illustrationen, Schriftart usw. - Der Graf (1740-1808) war u. a. Schriftsteller.

Loftus, August Lord - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Auf Briefpapier mit weinrot geprägten Kopf "British Embassy, St. Petersburgh". (St. Petersburg), 12. April 1873. 2 S., französisch. (Preis DM 100,--). An Friedrich Johann Graf von Alvensleben als Kollege, später Botschafter in St. Petersburg. - Der Lord war britischer Botschafter.

Losenstein, Wolff Sigmundt [Graf] zu - : Brief mit Unterschrift und papiergedeckten Siegel. Schwenndt, 10. August 1597. 4°. 2 S. Text und 1 S. Postanschrift. - Alte Faltspuren. (Preis DM 250,--).

Lüdersburg - "Sämtl. Haußleute zur Neetze und Boltersey". Brief mit kollektiver Unterschrift. O. O., 1. November 1694. 4°. 5 S. (Preis DM 200,--). "wegen den von Wittorff zu Lüdersburg umb außnehmung frembden Viehes..." und Weiderechten verordneten Schadensregulierung mit Nennung des Landrates von Dannenberg, des Direktors des Klosters St. Michaelis in Lüneburg und Amtmanns zu Lüneburg, Hauptmann Magnus Hans von Wittorff und "ärger, wie es Vorhin gewesen, indehm Er für ohngefehr 3 Wochen unsern ViehHirten mit einen Degen Vielfältig geschlagen und drey Löcher im Hudt gehauen..." - Beiliegt: I. Wittdorf, M. F. v. Abschrift der Verteidigungsschrift um traktierte "unmündige Kinder von dem Brambt" zu Lühne. Mit Nennung von Commißary Secretarii Klinger und des Gutes Lüdersburg. 4. Januar 1695. 4°. 5 S. - II. Püchler (?), Lüneburgischer Geheimrat. Brief mit Unterschrift und papierged. Siegel (Lüneburg) um vorgenannte Klage. An Georg Gebhard von Dannenberg. Landrat und Hofgerichtassessor in Lüchow. 27. Mai 1695. 4°. 2 S.

Luxburg, Graf von - : Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Mit rückseit. (unleserl.) Lacksiegel, Poststempel Z2 Höchst 3 Maj 1838 und Distributionsstempel. Dresden, 12. Oktober 1837. 4°. 1 S. (Preis DM 100,--). An eine Excellenz. - Bittet ihn am "Höchsten Hofe anzumelden", nennt Zeit in der er in Weimar eintrifft, nennt Geschäfte die er zu Leipzig besorgen will und wünscht, dem Erbprinzen von seiner Ankunft Nachricht geben zu lassen.

Lieferung 2

Die Preise (grundsätzlich in DM!) sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung!

Die folgenden Autographen mit Adelsbezug stammen aus:
 
Katalogtitel: Autographen aus zwei Jahrhunderten
Erscheinungsart: virtueller Online-Katalog
Erscheinungszeitpunkt: ohne Jahresangabe (1999)
Ehemaliger Anbieter: Antiquariat Halkyone, Inh. Detlef Stechern, Lampl´weg 10, 22767 Hamburg, eMail: info@halkyone.de, Internet: www.halkyone.de 
Autographen aus der Zeit: 1792-1905

Adlersfeld, Eufemia v., Schriftstellerin (1854-1941). Zwei eigenh. Brief- bzw. Postkarten mit U. D[urlach], [18]93 und Baden-Baden, 1897. Quer-8°. Die Briefkarte auf rosafarbenem Papier, die andere mit Ansicht von Baden-Baden. 100,- Die schlesische Schriftstellerin Eufemia von Adlersfeld, geb. Gräfin Ballestrem, hat eine große Zahl von Romanen und Novellen, hauptsächlich aus dem Offiziers- und Adelsmilieu, veröffentlicht. I: 18. V. 1893. Dank für eine Einladung. - II: 28. X. 1897. Gruß an Marietta von Bernard, geb. Edle von Arthofer, in Wien.

Allioli, Joseph Franz v., Dichter, Orientalist und Theologe (1793-1873). Eigenh. Brief mit U. o.O. u. J. [München ca. 1830]. 8°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und kleinem Siegelausriß. 250,- An Lorenz Oken (Naturforscher u. Philosoph, 1779-1851). - Bedauert, der "Einladung zu einer Sitzung des philomath[ischen] Vereins" nicht folgen zu können, da ihm sein Arzt wegen einer Halsentzündung verboten habe, abends das Haus zu verlassen, "bis nicht die mildere Witterung des Sommers eintritt […]". - Allioli war mit König Ludwig I. befreundet und seit 1826 Professor an der Münchener Universität; Oken war dort 1827-33 Professor.

Archenholz, Johann Wilhelm v., Historiker und Publizist (1743-1812). Eigenh. Brief mit U. Hamburg, 15. VIII. 1800. 8°. 2 Seiten. 650,- An den Berliner Kupferstecher und Zeichner Johann Friedrich Bolt (1769-1836). Der Historiker berichtet ihm von dem fertigen Manuskript seiner "Geschichte Gustavs Wasa, Königs von Schweden", für das er ein Kupfer von ihm wünsche. "Ich hoffe Sie werden meine Bitte gewähren, und mir es selbst machen […] Von diesem großen König existirt kein besseres Bild in Europa, und habe ich dieses aus der Königl. Bibliotheck aus Stockholm erhalten. Es wird daher desto interessanter seyn, und dem deutschen Künstler umso mehr Ehre machen, daher ich es gern in sehr gute Hände sehen möchte; auch wird das Buch, dem es vorgesetzt wird, kein Al[l]tagsbuch seyn […] " - Das gewünschte Porträt erschien ein Jahr später als Frontispiz in der zweibändigen Veröffentlichung bei Cotta. - Knickfalte etwas angestaubt.

Arnim, Bettina v., Schriftstellerin (1785-1859). Eigenh. Brief mit U. "Bettine". o.O. und J. [Berlin ca. 1830]. Quer-8°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse. 2.200,- An den Geographen und Germanisten (ab 1810 Professor) Johann August Zeune (1778-1853). "[…] Sie hatten mir versprochen mir am lezten Freitag den englischen Schweizer Giddi zu bringen ich habe jenen Abend auf Ihr Wort bauend, bis spät auf die Erfüllung Ihres Versprechens geharrt - und harre noch, vielleicht vergebens - belehren Sie mich über diesen meinen Zweifel, denn ich möchte nicht in alle Ewigkeit blos harren und nicht erlangen […]" Vermutlich ist ein englischsprachiger Reiseführer durch die Schweiz gemeint. - Lackspur, Eckchen fehlt.

Auegg, Henriette, Schriftstellerin (1841-?). Eigenh. Manuskript: "Zwei kleine Bände. Eine Erzählung." Ca. 1872/78. Gr.-8°. Titel, 7 pag. Doppelblätter mit 14 beschriebenen Seiten. Mit einigen redaktionellen Anweisungen. 350,- Henriette Auegg war Erzieherin beim Grafen Attems in Graz. Ihr Interesse galt der häuslichen Krankenpflege und öffentlichen Wohlfahrt. "Von 1861-1879 betrieb H. ausser ihren Berufsarbeiten nur medizinische und theologische Privatstudien, widmete sich der Armenpflege und schrieb hier und da Märchen und Novellen, die in österreichischen Tagesblättern und der Elberfelder Zeitung erschienen" (Pataky I, S. 21). - Umschlag am Rücken eingerissen, sonst etwas fleckig.

Auerbach, Berthold, Erzähler (1812-1882). Eigenh. Brief mit U. Bonn, Hotel Bellevue, 8. I. 1867. 8°. 4 Seiten. Doppelblatt. 500,- An einen Schriftsteller, den Auerbach als Mitarbeiter seines Volks-Kalenders gewinnen möchte. "Erinnern Sie sich noch, daß Sie mir vor Jahren die Hoffnung machten, einen Beitrag zu einem Kalender von Ihnen zu erhalten? […] Nun giebt mir Ihr […] Aufsatz über den Kaffee in der Illustr. Monatsschrift neue Belebung meiner Hoffnung und den Anlaß Ihnen schon jetzt zu schreiben […] Sie sind der beste Beweis, daß nur die vollendete Bildung zu popularisiren vermag […] Also Sie geben mir für den Kalender 68 einen Beitrag / Stoff und Form steht Ihnen ganz anheim […] Sollte eine oder mehrere Illustrationen […] erwünscht sein, so bestimmen Sie nur […]" Abschließend läßt Auerbach Grüße an die Münchner Moritz Carriere (Philosoph, 1817-1895) und Karl v.Pfeufer (Arzt, 1806-1869) ausrichten. - Mit Tintenspritzer.

Auffenberg, Joseph v., Dramatiker (1798-1857). Eigenh. Brief mit U. Karlsruhe, 20. IX. o. J. [um 1846]. 8°. 1 Seite. 250,- Verweist auf das neueste Hof- und Staatshandbuch des Jahres 1846, in dem alle Branchen zu finden seien. Danach muß "Anzahl der Billets bemessen werde. Auch ist an die Gesandten zu denken, und werden Billets für Freunde zu reservieren sein." - Der "lesefruchtfrohe Vielwoller" (Stahl) von Auffenberg verlor 1849 seine Stellung als badischer Hofmarschall und Intendant des Karlsruher Hoftheater durch seine Taktlosigkeit, bei einem Festbankett hinter dem Rücken des Großherzogs eine spöttische Pulcinell-Einlage zu geben. - Leichte Knickfalten.

Baudissin, Wolf Heinrich Graf v., Schriftsteller (1789-1878). Eigenh. Brief mit U. Dresden, 8. XII. 1865. 8°. 2 Seiten. 450,- Dankt für die Übersendung von K. M. Kertbenis Übersetzung der "Erzählenden Gedichte" von Petöfi, lehnt aber die vorgesehene Besprechung des Buches für die "Augsburger Allgemeine Zeitung" ab, da es ihm an Zeit mangele und er die ungarische Sprache nicht beherrsche. - Baudissin war mit Tieck befreundet und übersetzte unter seiner Anleitung und zusammen mit Tiecks Tochter Dorothea dreizehn Dramen Shakespeares für die sogenannte "Schlegel-Tieck'sche Ausgabe". - Eingangsvermerk. Einriß.

Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst v., Schriftsteller und Politiker, (1767-1849). Eigenh. Brief mit U. (Monogramm). Regensburg, 3. II. 1803. 4°. 3/4 S. Doppelblatt. Mit Siegel. 250,- In seiner Eigenschaft als Staatsrat des Kur-Erzkanzlers von Mainz, Carl Theodor v.Dalberg, dankt der Schriftsteller dem Empfänger für seine Zuschrift, die wohl die Brotversorgung der Bevölkerung betrifft. "Die Sache ist ansich selbst wichtig und wohlthätig; sie wird es doppelt durch die gegenwärtig allenthalben bestehende Brod Theurung und die gegründete Furcht ihrer Zunahme im Frühjahr." - Graf Benzel-Sternau wirkte als badischer Direktor des Innenministeriums, seit 1812 Finanzminister des Großherzogs von Frankfurt a. M. In seinen Freistunden verfaßte er zahlreiche, meist humoristisch-satirische Schriften. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, Adresse abgetrennt.

Bentzel-Sternau, Karl Christian Ernst v., Schriftsteller und Politiker, (1767-1849). Eigenh. Brief mit U. Mariahalden/Zürich, 18. III. 1842. 4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse. 350,- An die Cotta'sche Buchhandlung in Stuttgart. Betrifft die "Constituirung des literar[ischen] Vereins" und wünscht, damit verbundene Honorarforderungen "nach Frankfurt a/M. […] Metzlersche Sohn & Comp. zu überweisen […] Die […] abzugebenden Frühschriften werde ich die hiesige Buchhandlung H Friedrich. Schnelhoff [?] beauftragen […] übernehmen zu lassen." - Adreßblatt mit Abschnitt (ohne Textverlust).

Berzelius, Jöns Jakob Freiherr v., Chemiker (1779-1848). Eigenh. Brief mit U. Stockholm, 12. XII. 1833. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 1.500,- An den Chemiker und Pharmazeuten Antoine Francois Boutron-Chalard (1796-1878) in Paris. "[…] Je viens de recevoir les deux Memoires sur l'huile des Amandes ameres et sur l'asparagine, ainsi que l'ouvrage intitule: Traite des moyens de reconnoitre les falsifications des drogues simples et composes, conjointement avec l'obligeante lettre que vous avez eu la complaisance de m'adresser par l'entremise de notre ami commun Mr Magnus de Berlin. Je vous prie d'agreer mes remercimens pour ce cadeaund Le champ nouveau de la chimie organique, quvert par les recherches sur l'huile des amandes ameres, qui vous font communs avec Mr. Robiquet, dans lequel Mrs. Wöhler & Liebig ont fait de nouveau progres, paroit presenter un des plus remarquables problemes, que la chimie organique peut nous offrir a resoudre. Par les belles recherches, que vous avez fait conjointement avec M. Pelouze, j'ai appris bien d'interet l'explication du phenomene paradoxale relatif a la quantite de carbone, qui est a la meme dans l'asparamide et dans l'acide aspartique […]" - Justus v.Liebig (1803-1873) und Friedrich Wöhler (1800-1882), Schüler von Berzelius, hatten 1830 ihre Zusammenarbeit begonnen und erste Ergebnisse veröffentlicht. Offenbar ließen sie sich von den Forschungen Boutron-Chalards anregen: 1834 veröffentlichten sie "Zerlegung des Asparamids und Asparagins" und 1837 "Zusammensetzung der Mandelsäure" und "Über Bildung des Bittermandelöls". Bittermandelöl (Benzaldehyd) ist zusammen mit Blausäure in der Mandel enthalten, Asparaginsäure wurde zuerst aus Spargel gewonnen. - Berzelius begründete die quantitative Analyse organischer Verbindungen, führte die chemischen Symbole ein und entdeckte Selen (1817) und Thorium (1828).

Brunsig v.Brun, Ida, Schriftstellerin (geb. 1840). Eigenh. Brief mit U. Friedrichsroda, 22. VII. [18]72. 8°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Blaues Papier. 150,- Die Malerin und Schriftstellerin (Pseud. Ida von Brun-Barnow) aus Breslau veröffentlichte 1879 ihren ersten Roman. Später lebte sie als Stiftsdame in Dresden. An einen Herausgeber. Es geht um das verlorengegangene Manuskript des kleinen Romans: "Die Frau des Weltmannes". "Ist das verlorene Manuscript nicht zu ermitteln, würde ich mir erlauben, eine soeben vollendete Novelle zur gefälligen Durchsicht und Aufnahme in das Album zu übersenden."

Buch, Leopold v., Geologe und Paläontologe (1774-1853). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 12. XII. 1830. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 800,- Der berühmte Geologe bedankt sich bei dem Stuttgarter Bergrat Hehl für zwei französische Ammoniten und kündigt als Gegengabe sein eigenes Buch über die Kanarischen Inseln an. Mit Freuden hätte er das zweite Heft von K. H. Fr. D. v.Zietens Werk "Die Versteinerungen Württembergs" erhalten. "Meine Arbeit über Ammoniten wird dadurch sehr erleichtert; allein mein Buch wird auch um so nothwendiger. So schön auch die Zeichnungen sind, so schlecht ist die Critick; und der Beschreibung darf ein solches Werk nie entbehren, wenn es wirklich nützlich seyn soll." Er äußert weiter seine Kritik im Einzelnen, erwähnt das Museum des Oberamtsarztes Dr. Hartmann in Göppingen und die Sammlung Höninghaus. Am Schluß gibt er Hehl den Rat, Herrn von Zieten zu bewegen, sich durch seinen "belehrenden Rat leiten zu lassen. Er würde dann so arge Mißgriffe vermeiden". - Mit Siegelausschnitt, kleinem Loch im Rand und Randeinrissen.

Bülow, Karl Eduard v., Übersetzer (1803-1853). Eigenh. Albumblatt mit U. Berlin, 12. III. 1848. Quer-8°. 250,- "Wiewol sich unsere Erinnerung immer mehr an das was Andre sind oder scheinen, als an das was sie sagen hält; wage ich es doch, mich auf dem Blatte Ihrer wolwollenden Erinnerung zu empfehlen." - Der Übersetzer und Literarhistoriker hielt sich seit 1842 meist in Berlin bei seinem Freund Ludwig Tieck auf. Der berühmte Klavier-Virtuose Hans v.Bülow ist sein Sohn aus erster Ehe.

Camesina, Albert v., Graphiker und Altertumsforscher (1806-1881). Eigenh. Mitteilung mit U. Quer-8°. Drei Zeilen. 100,- "Ich bin hiermit einverstanden das mein Port[r]ait gestochen wird." Das Porträt des vielfach geehrten Wiener Kunsthistorikers Albert von Camesina erschien laut Wurzbach 1866 als Holzschnitt in Waldheim's illustr. Blättern. - Kleine Löcher in der oberen rechten Ecke.

Sachsen-Weimar-Eisenach, Carl August Großherzog von  (1757-1828). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. [Weimar], 11. IV. 1828. 4°. 1 1/2 Seiten. 800,- Ausführlicher militärtechnischer Brief aus dem Todesjahr des Herzogs an den preussischen General der Infanterie Baron Justus Philipp Adolf Wilhelm Ludwig v.Wolzogen (1773-1845). "Ew. Excellenz ersuche ich ergebenst mir abschriften der Protocolle zu verschaffen, welche bey den Artill[erie] Versuchen in Majnz gefertigt werden müssen. Die Bezahlung wird Gr. Beust besorgen. Einen Artill[erie] Off[izier] nach Majntz zu den Versuchen zu senden, würde mir zu kostbahr fallen und bloß die Autor liebe könnte mich zu einer so unnützen Ausgabe verleiten, wenn ich nicht überzeugt wäre das die von mir gelieferte Methode ein Canon zu entzünden, durch jeden andren ausgeführt und probirt werden könnte, als wie durch jemanden eigends dazu abzusendenten. Die Sache ist in der Ausführung ganz einfach: laßen Ew. Excellenz in Majntz unter den großen Haufen dort befindl. Geschützes ein od. paar brauchbare Metalrohre heraus suchen, diese gehörig affatiren und mit solchen […] Zündlöchern versehn, wie dieses das Eiserne Modell bezeigt das ich Ihnen geschickt habe. Mit Schlagröhren sind Sie gehörig versehn, und auf Ihr Verlangen, gegen Gen. v. Gas. geäußert können Sie davon hier soviele machen laßen als wie sie wollen […] Freil. werden diese Versuche einigen Aufwand machen! Solten Sie aus den Zuschüßen des Bundes dieses nicht herausbringen können, so erbiethe ich mich die dazu nöthigen Ausgaben ex propriis zu bestreiten. Es kann diese Ausgabe nicht sehr beträchtl. seyn, da eigenlich wenig außer dem Schießpulver, das evtl. Centner betragen kann, und benehmend welches kleinigkeiten, dabei verlohren geht. Ew. Excellenz werden dieses schon einzurichten wissen. Mir liegt sehr daran zu erfahren was gutes od. vermuthl. in der neuen Entzündungsmethode sich finden wird. Capt. Metschs erfindung ist mir […] zu compl. zu gebrauch. und nicht gleich ans erste beste Canon anzubringen; die Hammerische Erfindung krankt auch an diesem selben fehler, meine methode kann aber an jedes neu erleitetes Canon augenbl. angebracht werden. Hat man bey untersuchung von dergl. Dingen bloß mit der Artill. Gilde eines Staates zu thun, so behält man beständig unrecht; jetzt in Mainz aber kommen die Bombenschmeißer […] zusammen, da kann also keine Vorliebe, kein Vorurtheil, kein National Kasten Geist hinderl. seyn, dorten wird hoffentl. somit die reine Wahrheit ergründet werden. Ich wollte daß ich selbst bey den Versuchen seyn könnte […]" - Kleinere teils hinterlegte Papierschäden.

Dalberg, Johann Friedrich Hugo v., Domherr (1752-1812). Eigenh. Brief mit U. Aschaffenburg, 26. IV. 1807. 4°. 3 Seiten. Doppelblatt. Mit Adresse und Siegelresten. 250,- An Landrat v.Resch in Erfurt wegen einer Stellenvermittlung. "Graf v.Bassenheim der seit einigen Tagen erst von seinen Gütern zurückgekehrt ist, hat mir endlich die Zusage gegeben den Martin Hüber in seine Dienste zu nehmen, und zwar in der Absicht denselben als Förster in irgendeinem seiner Waldungen anzustellen […]" Er bittet nun den Landrat, diese frohe Botschaft auszurichten. Der Musikschriftsteller und Komponist Joh. Fr. H. v.Dalberg war der Bruder des Kurfürsten und Erzbischofs von Mainz, Carl Theodor v.Dalberg, der von 1772-1802 in Erfurt als Statthalter tätig war. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, mit Heftspuren und Siegelausriß (Verlust weniger Buchstaben).

Dielitz, Karl Johann Gottlob Ludwig, Schriftsteller (1781-1845). Eigenh. Gedicht mit U. "Doppel-Räthsel zum Geburtstagsgedicht." 4°. 14 Zeilen. 200,- "Seinem Freunde, dem Baron v.Biedenfeld. Am 5ten Mai, 1827." An diesem Tag hatte der Schriftsteller Ferdinand von Biedenfeld (1788-1862) Geburtstag. Sein Freund Dielitz war Privatgelehrter in Berlin. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet und mit Kleberesten am Rand.

Eberhard, August Gottlob, Schriftsteller (1769-1845). Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 6. V. 1817. Kl.-4°. 1/2 Seite. Mit Adresse. 200,- An den Magdeburger Buchhändler Wilhelm v.Heinrichshofen. "Ich ersuche Sie, an Hrn. Hofrath G. S. Lau in Magdeburg für meine Rechnung gegen Quittung fünfhundert und siebzig Thaler preuß. Courant zahlen zu lassen […]" Eberhard war seit 1809 Eigenthümer der Rengerschen Buchhandlung in Halle. Seine bekannteste Veröffentlichung ist das Jugendbuch "Hanchen und die Küchlein" (1823). - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, knitterig und fleckig.

Eiselsberg, Anton Freiherr v., Chirurg (1860-1939). Eigenh. Briefkarte mit U. Wien, 28. IV. 1908. Quer-kl.-8°. 2 Seiten. 150,- An Frau Korrin "[…] Ich kenne und schätze Herrn Dr. Heinleth als tüchtigen Operateur. Im vorliegenden Falle kann ich, ohne die Pat. zu sehen, nichts entscheiden, wo[h]l aber bin ich gerne bereit die Patientin wieder an meine Klinik aufzunehmen […]" - Eiselsberg, seit 1901 Prof. in Wien, arbeitete über die Impftuberkulose und gab neue Methoden für Magen-, Darm-, Gehirn -und Rückenmarksoperationen an. Er gründete Unfallstationen und wurde damit zu einem Vorkämpfer der Unfallchirurgie. 1938 veröffentlichte er seine Autobiographie "Lebensweg eines Chirurgen". Er kam bei einem Eisenbahnunglück in der Nähe von St. Valentin in Niederösterreich um.

Elsholtz-Blomering, Franz v., Schriftsteller und Diplomat (1791-1872). Eigenh. Brief mit U. "Hohenberg am Würmsee", 9. VII. 1863. 4°. 1 Seite. Mit rückseitiger Adresse und Siegelausriß. 150,- "An den Königl: Advocaten Herrn v.Hagen" in München, dem er mitteilt, daß der "Landgerichts-Arzt Herr Xaver Leonhardt heute seine Schuld mit Zinsen berichtigt" habe. Er schließt seine Einladung an. - Elsholtz war sachsen-gothaischer Geschäftsträger in Weimar und seit 1830 mit Josefa v.Toerring-Seefeld vermählt. Schloß Hohenberg liegt bei Seeshaupt am Starnberger See.

Eschstruth, Nataly v., Schriftstellerin (1860-1939). Eigenh. Ansichtskarte mit U. Warnemünde, 30. VIII. 1897. Quer-kl.-8°. Mit Adresse. 150,- Grußworte für Marietta v.Bernard, geb. Edle v.Arthofer, Wien. - Die farbige Ansicht in den Rändern oxydiert.

Förster, Friedrich Christoph, Historiker und Schriftsteller (1791-1868). Eigenh. Brief mit U. Danzig, 21. VI. 1842. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 300,- An Minna Körner (geb. Stock, 1762-1843) in Berlin, Witwe des Schillerförderers Christian Gottfried Körner (1756-1831) und Mutter des 1813 verstorbenen Freiheitsdichters Theodor, dem Friedrich Förster eng verbunden war und dessen Freundschaft sich auf die Familie übertrug. "An Herrn Ullrich [Diener der Staatsrätin Körner] richte ich die Bitte das Oelbild des seel. Staatsraths v.Graff zu dem Professor Mandl, Neuköln […] durch meinen Diener Quant gefälligst besorgen zu lassen, damit ich Hrn. Robertsons Wunsch in London erfüllen kann." Anton Graff hat Körner zweimal porträtiert (siehe Berckenhagen 831 und 832). - Mit Nachsatz von Försters Frau Laura, geb. Gedike. - Mit Siegelausschnitt.

Fröbel, Julius, Schriftsteller und Politiker (1805-1893). Eigenh. Brief mit U. Frankfurt a. M., 19. V. [18]48. 4°. 1 Seite. Auf bläulichem Papier. Doppelblatt. Mit Adresse und papiergedecktem Siegel. 650,- An den Mannheimer Verleger Heinrich Hoff (1808-1852). Seine "verlegerische Tätigkeit war stark geprägt durch seine politischen Aktivitäten, seine revolutionären Ansichten. Er stellte seinen Verlag aus innerer Überzeugung den radikalen Reformern zur Verfügung und gehörte zum engeren Kreis um Friedrich Hecker und Gustav v.Struve" (Veitenheimer). 1848 veröffentlichte Hoff die Broschüre von Fröbel "Grundzüge zu einer republikanischen Verfassung für Deutschland. Der in Frankfurt a. M. zusammentretenden constituirenden Versammlung vorgelegt". Fröbel regt zur Absatzsteigerung an, große Anzeigen ins Frankfurt a. M.er Journal zu setzen. "Sie wissen daß es von den hiesigen Blättern die größte Auflage hat, und es ist jetzt der rechte Zeitpunkt." Er hat "einige Kleinigkeiten in Mannheim" vergeßen und schließt mit der Mitteilung: "Diesen Morgen [eig. am 18.] wird der Präsident der konst. Vers. (provis. auf 4 Wochen) gewählt. Es handelt sich um v.Gagern oder Robert Blum. Wahrscheinlich wird es Gagern […]", womit er Recht behielt. Im Juni leitete Fröbel in Frankfurt a. M. den ersten Kongreß deutscher Demokraten, im Herbst wurde er in die deutsche Nationalversammlung gewählt. - Mit Siegelausschnitt.

Gaudy, Franz Frhr.v., Schriftsteller (1800-1840). Eigenh. Gedicht mit U. o.O. und J. 8°. 4 Seiten. 500,- "Die gute alte Zeit. | Die großen Fische fressen stets die kleinen. | So war's von je, so bleibt's in Ewigkeit - | Mit bestem Willen kann man's nicht verneinen. | Die Menschheit schreitet vor. Doch bis zur Zeit | Wo gleiches Recht und Friede herrscht auf Erden, | Bis dahin ist es noch verzweifelt weit." und schließt: "Der Herzog half ihr nun zum Rechte? - Nein. | Doch er vergönnte - Heil dem Ehrenmann [überschrieben: edlen Manne]! - | Daß sie die beiden Fische, groß wie klein, | Geruhig durfte braten in der Pfanne." - Das Gedicht erschien erstmals im "Deutschen Musenalmanch für das Jahr 1838", herausgegeben v.Chamisso und Schwab. Gedicht am Schluß vom Autor signiert, am Kopf von fremder Hand bez. "Gedichte von Franz Freiherr Gaudy". - 2 Einzelbll. zu 1 Doppelbl. montiert. - Stellenw. mit kleinen Korrekturen vom Dichter, 2 Druckanweisungen von fremder Hand.

Gaudy, Franz Frhr.v., Schriftsteller (1800-1840). Eigenh. Gedicht mit Namenszug am Kopf. o.O. und J. 8°. 1 1/2 Seiten. 260,- Überschrieben: "Neue Lieder | von | Franz Freiherr Gaudy. | - | 6. [?] | Die drei Ringe. Drei Ringe sind's die ich am Finger trage. | Drei Ringe angesteckt vor dem Altar. | Den ersten gab am seligsten der Tage, | Sie, die des Jünglings erste Liebe war". - Eine kleine Korrektur.

Gleim, Johann Wilhelm Ludwig, Dichter (1719-1803). Eigenh. Brief mit U. Halberstadt, 20. III. 1785. 8°. 4 Seiten. 4.500,- An die Dichterin Elisa v.der Recke (1756-1833) in Wülferode, wo sie in Goeckingks Landhaus weilte. "[…] Sie befahlen, meine gnädigste, daß ich in der Abendluft nicht reisen sollte, diesem Befehle der gnädigsten Vorsorge folgt ich nicht, und bin gestraft. Gestern zwar befand ich mich so ziemlich wohl, diese Nacht aber bin ich so heiser geworden, daß ich die ehegestern angefangene Geschichte der goldnen acht Tage heut nicht werde fortsetzen können. Bey unsrer Zuhausskunft um Neun Uhr fand ich ein kleines Briefgebürge vor und auf dem Tisch, elende Geschäftsbriefe, nur dreye von Musenlieblingen waren darunter, von [Wilhelm] Heinsen [1746-1803], dem Griechen, von der deutschen Sappho [Anna Luise Karsch, 1722-1791], die Sophie Bekkerin [1754-1789] nicht eyfersüchtig machen wird, und von ihrer Tochter [Caroline Luise von Klencke, 1750-1802], die wenn Sie einen Boursault gefunden hätte, zehnfach eine deutsche Babet geworden wäre. Das Briefgebürge blieb unangerührt, mein lieber Begleiter [Johann Schwarz, 1759-1830] eilte zu seiner guten Mutter, und nun sollt ich erzählen […] - Auch wars, als wenn das Bret vorm Kopf weg wäre, so leicht war mirs ums Herz, als es mir schwer war zu Wülferode; denn, meine gnädigste, daß ich so wenig beytragen konnte zu den Freuden der acht goldenen Tage, das machte das Herz mir schwer […] Gestern, der ganze Tag, war ein Gespräch. Clamer Schmidt [1746-1824] kam erst den Nachmittag und hatte seinen Brief, brach aber ihn nicht auf in unsrer Gegenwart, in meiner nemlich und Herrn Schwarzens, so sehr wir baten, vermuthlich wars sein böses Gewißen, das einen Text vermuthete. Beym Weggehn wettete Gleminde mit Ihm, daß Er nicht zu Fuße nach Wülferode gehen würde; diese Wette, glaub' ich, wird Er gewinnen, wenn nicht der Oheim sie verliehren macht, dadurch, daß Er an einem schönen Sonnabend bey beßerm Wege noch einmahl den Harz bezwingt, den Sonntag auf dem Sopha sitzt, bey seiner Kayserin, den Montag zurük fliegt, und diese kurze Reise mitzumachen, den guten Schmidt sehr leicht verführt. Von Ihnen, meine gnädigste, bekam ich Erlaubniß zu dieser Verführung! [... Nachschrift:] Duval und Bibi werden hoffentlich angekommen seyn. Ich sehe im Geist wie die herzliche Bekkerin mit Bibi sich vergleicht, und mich mit Duval […] Den beyden Begleiterinnen der einzigen Elisa und meinem Gö[c]kingk, und auf so lange bis mein Briefberg abgetragen ist, die herzlichsten Empfehlungen. [Nachschrift am linken Blattrand:] An Freund Gö[c]kingk einige Zeilen zu schreiben habe noch die Zeit gehabt, weshalb dieses an ihn einschließe […]". Der vorliegende Brief führt uns mitten in Gleims Halberstädter Freundschaftsund Dichterkreis: Goeckingk war 1770-86 Kanzleidirektor im nahen Ellrich im Harz, Elisa von der Recke lernte den Dichterkreis auf ihrer Deutschlandreise 1784-86 kennen, Heinse hatte 1772-74 bei Gleim gelebt, der Karschin hatte Gleim zur ersten großen Gedichtpublikation verholfen und den Beinamen "deutsche Sappho" durchgesetzt, Klamer Schmidt lebte als Domänenrat in Halberstadt und hatte in Gemeinschaft mit Gleim die Gedichte der Karoline Luise v.Klencke, der Tochter der Karschin, herausgegeben. Gleims Nichte Sophie Dorothea, von der Karschin und in Gleims Liedern oft "Gleminde" genannt, führte den Haushalt des Oheims seit 1753. Eine weitere Verbindung deutet sich im Brief ebenfalls an: Die Reisebegleiterin der Elisa v.der Recke, Sophie Becker, lernte im Wülferoder Landhaus den ebenfalls dichtenden damaligen Referendar und späteren Kriminalrat Johann Ludwig Georg Schwarz aus Halberstadt kennen, mit dem sie sich 1787 ehelich verband (er gab 1790 dann "Elisens [von der Recke] und Sophiens [seiner Frau] Gedichte" heraus). - Gleims literarische Anspielung bezieht sich auf Edme Boursaults (1638-1701) Briefwechsel mit seiner ins Kloster verbannten Geliebten Babet, die erstmals 1666 erschienen waren. 1751 war eine deutsche Übersetzung herausgekommen. - Duvals Briefwechsel mit Anastasie Socoloff, genannt Bibi, aus den Jahren 1762 bis 1774 erschien in den "Oeuvres de Valentin Jamerai Duval" (Petersburg 1784); ein Exemplar davon ist noch heute in der Gleimbibliothek in Halberstadt vorhanden. - Beide zumindest teilweise fiktive Briefwechsel übten großen Einfluß auf die Briefkultur ihrer Zeit aus und werden in Gleims Briefwechsel mehrfach als Vorbilder zitiert. - Die erste Seite mit Tintenwischer.

Glogau, Henrik, Nationalökonom, Geograph und Schriftsteller, Pseud. Gotthold Logau (1821-1877). [Frankfurt a. M.], 5. IV. 1851. Quer-8°. 1 Seite. 150,- An eine Gräfin (Ida v.Düringsfeld?), mit der Erklärung, "daß die Engländer (d. h. die Anglicaner) das Wort catholic in der ursprünglichen griechischen Bedeutung ›allgemein‹ gebrauchen. Sie nennen also ihre Kirche a catholic church, eine allgemeine Kirche, wiewohl diese es bekanntlich nicht einmal in England ist […]" - Unterrand mit Eintragung von alter Hand. - Glogau studierte zunächst bei Liebig Chemie, wandte sich aber dann nach Stuttgart, wo er die literarische Gesellschaft "Das Bergwerk" mitbegründete.

Glümer, Claire v, Schriftstellerin (1825-1906). Zwei eigenh. Briefe mit U. und eine eigenh. Postkarte mit U. Wolfenbüttel, Berchtesgaden und Dresden, 1857-1901. Versch. Formate. Zus. 3 Seiten. 250,- Claire von Glümer aus Blankenburg/Harz stammt aus einer liberalen, politisch verfolgten Familie. Ihr vergeblicher Versuch, den inhaftierten Bruder zu befreien, wurde mit einer Gefängnisstrafe geahndet. Anfang der fünfziger Jahre begann sie, als Schriftstellerin und Übersetzerin ihren Lebensunterhalt zu verdienen. 26.VII.1857: An die Redaktion der Frauenzeitung, an die sie die historische Novelle "Leonne Hachette" schickt. "[…] es wäre mir lieb wenn sie den Anfang zu einer literarischen Verbindung zwischen uns machen könnte, (daß es eine Originalarbeit von mir ist, bedarf wohl kaum der Erwähnung)." - 13. IX. 1893: Postkarte an Ernst Moser, Königsberg. "[…] mein Lebensspruch war und ist: ›Man muß helfen, wenn Gott gutes Korn machen soll.‹ " - 28. V. 1901: "Mit nachträglichen Pfingstgrüßen sende ich endlich das versprochne Bild […]" - Gelocht.

Goethe, Johann Wolfgang v, Dichter (1749-1832). Brief mit eigenh. U. Weimar, 28. XI. 1816 Fol. 2/3 Seite. Doppelblatt mit Adresse. Rotes Lacksiegel (zerteilt). 9.500,- An die Schauspieler Friedrich und Beate Lortzing (1752-1851 bzw. 1788-1831). Behandelt das "angebrachte Gesuch um eine Gage Vermehrung", welche "höchsten Orts in Vortrag gebracht worden. […] der Herr Großherzog haben hierauf der Intendanz erlaubt, den zu Ostern 1818 zu Ende gehenden Contract auf andere drey Jahre zu verlängern, und beiden jetzt schon eine Zulage von zwey Thalern wöchentlich, worauf deren Gehalt in 1144 [Thalern] und in 144 [Thalern] Garderobe-Geld järlich bestehn wird […]" Aus Goethes Zeit als Weimarer Theaterleiter. Er inszenierte in 26 Jahren bis zu seiner Amtsniederlegung 1817 annähernd 650 Stücke. Mit drei Gegenzeichnungen. - Kaufvermerk. - Nicht in der Werkausgabe zu Goethe und den Nachträgen gedruckt!

Grüneisen, Karl v., Theologe und Schriftsteller (1802-1878). Eigenh. Brief mit U. [Stuttgart], 2. IX. 1851. 4°. 1 Seite. Doppelbl. mit Adresse, Siegelausriß. 150,- An den Stuttgarter Physikprofessor Otto Ernst Julius Seyffer mit der Erwiderung, "daß eine geistliche Function für die bevorstehende militärische Feier nicht mir, sondern […] den beiden hiesigen Garnisonspredigern, den evangelischen und katholischen, übertragen ist […]". - Grüneisen war Oberhofprediger in Stuttgart.

Hand, Ferdinand Gotthelf, Philologe und Ästhetiker (1786-1851). Eigenh. Brief mit U. Jena, 10. VIII. 1842. 4°. 1/2 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse und Siegel der Neuen Jen. Allg. Lit.-Zeitung. 300,- An den Superintendenten und Dichter Christian Schreiber (1781-1857) in Lengsfeld (Weimar-Eisenach). Im Namen der Redaktion dankt Hand für die angebotene Mitarbeit. "Kirchenrath [Ludwig Friedrich Otto] Baumgarten-Crusius [1788-1843] wird von den nun eingehenden Schriften Ihnen Einiges zusenden. Was mein Fach, die Belletristik anlangt, haben Sie die Güte mir näher zu bestimmen, aus welcher besondern Gattung der Dichtkunst Sie Werke bedeutender Art zu beurtheilen geneigt sind (denn unbedeutende Romane und Dramen wollen wir den Flugblättern überlassen) […]. Zur Beurtheilung liegen vor: Mügges Gesammelte Novellen, Straß […] Gedichte […]" - Hand war seit 1817 Professor für griechische Literatur und Philosophie in Jena, seit 1818 auch Erzieher der Prinzessinnen Maria und Augusta von Sachsen-Weimar. - Etwas knitterig und fleckig.

Heyden, Friedrich v., Jurist und Schriftsteller (1789-1851). Eigenh. Gedicht mit U. o.O. und J. [Königsberg nach 1820?] 4°. Doppelblatt mit 21 Strophen. 250,- "Der Weitgereiste. Auf meiner Burg, mir fehlte viel, | Nicht wußt ich was; ich kannt kein Ziel […]" "H.s literar. Anfänge Anfänge standen im Zeichen der Spätromantik […] am eigenständigsten [war er in der Versepik" (A. Matschiner in: LL, V, 294). Nach seinem Tode gab Theodor Mundt einen Band mit seinen Gedichten heraus. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet und mit Heftspuren.

Hoefer, Edmund, Schriftsteller (1819-1882). Eigenh. Brief mit U. St[uttgart], 14. X. 1859. 1 S. Doppelblatt mit Adresse und Siegelresten. 200,- An die Schriftstellerin Ida v.Düringsfeld (1815-1876) in Stuttgart mit Bedauern, deren Einladung nicht folgen zu können; wünscht eine glückliche Reise. - Hoefer redigierte 1854-66 in Stuttgart mit Hackländer die "Hausblätter", seine letzten Jahre verbrachte er in Cannstatt. Die Adressatin pflegte ein unstetes Reiseleben.

Hoffmann v.Fallersleben, August Heinrich, Schriftsteller und Germanist (1798-1874). Eigenh. Gedicht: "Das deutsche Nationalgefühl." 8°. 1 1/2 Seiten mit 28 Verszeilen. 1.500,- Liedanfang (nach der Melodie "Frisch auf zum fröhlichen Jagen!"): "Wie könnt ihr mich doch nennen | Gänsdarm, das bin ich nicht! […]" Der Untertitel ist nachträglich mit Bleistift ergänzt: "Eine wahre Geschichte." - In der ersten Gesamtausgabe von 1890-1893 nicht abgedruckt.

Hoffmann v.Fallersleben, August Heinrich, Schriftsteller und Germanist (1798-1874). Eigenh. Brief mit Paraphe. Dresden, 23. VI. 1843. 8°. 1 Seite. Doppelblatt, auf rosa getöntem Papier mit Adresse und schönem Siegelabdruck "Il me changerai qu'en mourant". 750,- An den Schriftsteller Ludwig Walesrode (1810-1889) in Leipzig. "[…] Philipp [v.] Nathusius [1815-1872] hat sich sehr gefreut, daß Sie ihn in Althaldensleben besuchen wollen. Er wünscht von Ihnen Tag und Stunde zu wissen, wann Sie in Magdeburg eintreffen, damit er Ihnen dann seinen Wagen schickte. Sollten Sie es nicht vorherbestimmen können, so finden Sie auch in M[agdeburg] wol Gelegenheit. Einige Male geht auch Post nach Neuhaldensleben und das ist dicht bei Althaldensleben. Das Land-Handeln dürfen Sie nicht aufgeben. Sie können schon durch Ihre Gegenwart viel wirken und werden sich bald überzeugen, auf welchem freien und bewegten Grund und Boden Sie dort sind […]" - Unterrand mit alter Echtheitsbestätigung.

Hoffmannsegg, Johann Centurius, Graf v., Naturwissenschaftler (1766-1849). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 11. IX. 1809. 4°. 1 Seite. 350,- Adressat von anderer Hand: "To Professor Mertens". Der Naturforscher Franz Karl Mertens (1764-1831) wurde 1817 Direktor der Handelsschule in Bremen. Begleitschreiben zur Anzeige der im Entstehen begriffenen "Flore portugaise" des Grafen von Hoffmannsegg und des Botanikers Heinrich Friedrich Link [1767-1851). "Gewiß würde ich nicht so unbescheiden gewesen sein, ohne Ihre ausdrückliche Erlaubniß Ihren berühmten Namen unter die Beförderer meiner Flora zu setzen wenn mein […] Freund Hr. Willdenow nicht die ganze Verantwortlichkeit davon auf sich geladen, und mich versichert hätte, daß ich es wagen dürfe, ohne Ihre Unzufriedenheit zu erregen." Karl Ludwig Willdenow (1765-1812) war Direktor des Botanischen Gartens und erster Professor für Botanik in Berlin. - Montagespuren am Rand.

Holtei, Karl v., Schriftsteller und Theaterdirektor (1798-1880). Eigenh. Brief mit U. Wien, "Freitag" o. J. 8°. 1 Seite. Mit Adresse. 250,- An Franz Thome. Einladung "auf eine Viertelstunde". - Holtei wirkte u. a. in Breslau und Berlin, führte zeit seines Lebens ein unstetes Wanderleben.

Houwald, Ernst Christoph v., Schriftsteller (1778-1845). Eigenh. Brief mit U. Sellendorf [Preußen], 23. III. 1820. 4°. 1 Seite. Mit Adresse und Siegel. 250,- An seinen Freund Wokenius [Pfarrer ?] in Sellendorf. "Ja ich liebe Sie, wie meinen Sohn […] Müssen Sie fort, und zwar schon so bald, nun so kann ich nur meinen Seegen Ihnen auf den Weg geben […] Leider weis ich noch nicht wer Ihr Nachfolger sein wird." - Etwas angeschmutzt und mit Randeinriß.

Houwald, Ernst Christoph v., Schriftsteller (1778-1845). Zwei eigenh. Briefe mit U. Neuhaus bei Lübben, 21. V. 1829 und Berlin, 12. II. 1836. 4°. Zus. 2 Seiten. 350,- I: 1829. Empfehlung für den Kgl. Sächsischen Hof-Gitarristen Zoche-Zochetti. "Seinem in jeder Hinsicht ausgezeichnetem Spiele auf der Guitarre, und der eben so meisterhaft fertigen, als zarten Behandlung dieses Instrumentes verdanke ich einen schönen Genuß […]" - Zerschnitten und auf Leinen aufgezogen. - II: 1836. "Der Herr Superintendent Roth hätte Ihnen, mein verehrter Her Consul, nicht sagen sollen, daß ich hier sei, weil ich mir vorbehalten hatte, Ihnen persönlich aufzuwarten und Ihnen Grüße und gute Nachricht von Ihrem lieben Sohn zu bringen." - Einriße hinterlegt und gebräunt. - Dazu: Eigenh. Aufstellung seiner Werke. Ca. 1820. 4°. 2 Seiten. Mit Ergänzungen von anderer Hand.

Hülsen, Helene v., Schriftstellerin (1829-1892). Sieben eigenh. Briefe mit U. Berlin, 1869-1888. Versch. 8°-Formate. Zus. 15 Seiten. 350,- Helene Gräfin v.Haeseler heiratete 1849 den nachmaligen Berliner Generalintendanten Botho v.Hülsen. Ihr Schriftsteller-Pseu- donym war "Helene". I: 17. V. 1869: Bescheinigung für ein Artikel-Honorar im "Salon" ("zur Cour bei I. Majestäten"). - II: 25. IX. 1873: "Ich weiß in der That nicht wie ich Ihnen danken soll, kann aber nicht verhehlen daß die künstlerisch schöne, unter Ihrer Meisterhand erstandene Hülle meines Büchleins mir eine große, sehr große Freude und Genugthuung bereitet:" - III: 26. VIII. 1874: "Nehmen Sie meinen herzlichsten Dank, und glauben Sie daß mich der Inhalt wie die Ausstattung des reitzenden Buches entzückt […]" - IV: 5. IX: "Euer Wohlgeboren mögen gefälligst die Anfrage gestatten, ob die Notiz des Herrn Doktor [Julius] Rodenberg hinsichtlich meines, mir noch nicht zugegangenen Honorars für meine, im Juny im Salon erschienene ›Schwedische Reise‹ wohl zu Ihrer Kenntniß gelangt ist?" - V: 3. X. 1877: "Von Ihrer eingesandten dramatischen Arbeit wußte ich bis jetzt noch nichts, bin aber nun um so mehr auf deren Erfolg in Wien, und hiesiges Schicksal gespannt, als Sie […] Ihren und Herrn Daudet's Besuch in Berlin von der Annahme abhängig machen." - VI: 12. III. 1882: Einladung zum Kaffee "im kleineren Kreise und Ueberrock". - VII: 14. XI. 1888: Dankt einer Schriftsteller-Kollegin in Straßburg für eine Büchersendung. "Die Umzugs-Erzählung scheint mir eigens für meine geliebte Tochter, Marie v.Nasso [v.Naso?], geschrieben […]"

Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. und J. [Bayreuth, Ende Oktober 1796]. 4°. 4 Seiten. Doppelblatt. 8.000,- An Friedrich v.Schuckmann (1755-1834), damals Kammerpräsident in Bayreuth und Ansbach. "Ich gehe auf einige Tage ins Gebirge, mein Lieber, um mit Killinger einige mineralog[ische] Beobachtungen zu machen u besonders mein Werk über Schichtung der Gebirgsmassen im mittleren Europa [nicht erschienen, die Vorarbeiten sind in dem Werk von 1823 ›Essai geognostique‹ verwendet worden], an welches ich mich im Winter mache, zu berichtigen […] Es freut mich unendlich, daß Sie mir meine Bitte um Gehaltszulage für den kleinen Go[e]deking [Christian Friedrich, 1770-1851, seit 1795 Münzmeister in Bayreuth] gewähren wollen […] In des Ministers [Friedrich Anton v.Heinitz, 1725-1802, Leiter der preußischen Bergwerke] Vorschlag wegen Beibehaltung meines Gehalts werde ich nicht willigen können. Ich befolge sonst gern den Rath der Freunde, fühle, daß ich nicht reich genug bin, um auch eine kleinere Zulage gern zu entbehren, fühle (aus Eitelkeit), daß Fürsten auch für Menschen meines Schlages etwas thun können - aber ich denke mich immer in die individuelle Lage, in der ich stehe, hinein. [Humboldt wollte den Staatsdienst verlassen, um seinen Forschungen auf Reisen nachgehen zu können. Heinitz hatte ihm daraufhin Beibehaltung des Staatsgehaltes angeboten, was Humboldt indes ablehnte.] Je mehr man selbst die sittlichen Handlungen anderer richtet, desto strenger muß man selbst die Geseze der Sittlichkeit befolgen. Das Verdienst, die Freundschaft eines Ministers nicht gemisbraucht zu haben, ist das einzige Verdienst, welches ich in diesem Lande zurüklasse. Dazu sind die Cassen hier sehr arm, denn ich glaube, daß ein Land arm zu nennen ist, in dem Vorsteher angesehener Schulen, also die wichtigsten Werkzeuge des Staates, mit 70-90 Fl. Gehalt u 5- 6 Kindern darben […] Auch glaube ich, daß mein Vorschlag, mit Salpeters[aurem] Dampf zu räuchern (NB. in den Ställen, die verpestet sind), nicht ganz unwichtig ist. Schrieb ich Ihnen schon, daß Fourcroy, Vauquelin und [Guyton de] Morveau [Mitglieder der Pariser Academie] sich ganz mit meinen Versuchen über den chem[ischen] Lebensprocess, besonders mit Reizung der Nerven durch alkalien, beschäftigen [vgl. das Akademie-Protokoll vom 11. November 1796 ...] Ich mache morgen wieder Wetterversuche [in Bergwerken]. Meine große [Rettungs-]Lampe ist fertig, ich habe ganz neue Veränderungen dabei angebracht […]" Jugendbriefe Nr. 379. Da der Brief dort nicht nach dem Original, sondern nur nach den Ausgaben von Holtei (1865 und 1872) wiedergegeben werden konnte, weist dieser Druck zahlreiche Abweichungen und Namensauslassungen gegenüber dem Original auf. So etwa lösten die Herausgeber der Jugendbriefe jene Auslassung im Druck, wo im Original der Name "Schöpf" steht, mit "Gottfried v.Schallern" auf. - Bräunung und kleiner Einriß unten in der Knickfalte des zweiten Blattes. - Frühe Briefe Alexander von Humboldts sind sehr selten.

Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. [Berlin oder Potsdam, um 1828?] 8°. 1 Seite. 850,- König Friedrich Wilhelm III. ernannte Alexander v.Humboldt 1827 zum Präsidenten einer Kommission zur Prüfung der Unterstützungsgesuche von Gelehrten und Künstlern. In diesem Zusammenhang ist wohl diese Mitteilung zu verstehen. "H[err] Frankel [wohl Francke] hat mir heute morgen sagen lassen, daß er das Geld gern vorstrekken würde, wenn ich ihm schreiben wollte, daß es ein Vorschuß für den König sei. Nun aber […] habe ich schlechterdings keinen Auftrag des Königs, sondern der König hat mir […] sehr bestimmt gesagt, er wolle keine Gemälde kaufen […]". Der Maler Carl Ludwig Francke (1797-1846) "besuchte seit 1815 die Berliner Akademie, wurde 1824 Zeichenlehrer am Gymnasium der Brüdergemeinde zu Niesky in der Oberlausitz, kehrte aber schon 1826 nach Berlin zurück, um sich der Kunst zu widmen, wofür er eine kgl. Unterstützung auf 2 Jahre erhielt, mit der Bedingung, Rücksicht auf die Ausbildung im Lehrfach zu nehmen" (Thieme/Becker XII, S. 339).

Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. Potsdam, Mittwochs [14. IV. 1841?]. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 850,- An den Herausgeber der Allg. Preußischen Staatszeitung. Ab 1. Januar 1841 war der Historiker Johann Wilhelm Zinkeisen (1803-1863) für die gesamte Redaktion verantwortlich. "Darf ich Sie, theuerster Herr Doctor, recht dringend ersuchen, wenn Sie am Schlusse der Staats Zeitung bald etwas Raum haben, den beiliegenden Artikel über den Improvisatore H[errn] Giustiniani einrücken zu lassen. Ich habe so eben die ausdrückliche Erlaubniß Sr. Majestät des Königs dazu erlangt […]. Sezen Sie ja den Namen des Geh. Raths Streckfuß darunter, er hatte neulich ungern gesehen, daß sein Name unter dem Artikel Graf Lottum vergessen worden war […]" - In Humboldts Bibliothek befand sich ein Widmungsexemplar des berühmten Vortragskünstlers Giovanni Giustiniani (geb. 1807 in Imola). Streckfuß' Nekrolog des Staatsministers und Generals Graf v.Wylich und Lottum (1767-14. II. 1841) erschien auch als Separatdruck (siehe ADB XLIV, S. 395, und Goed. XIV, 791, 10).

Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. o.O. u. J. [Berlin um 1850], "Dienstag." 8°. 1 1/2 Seiten. 1.650,- An Leopold Frhr. v.Loen, der 1842 Humboldts Großnichte Gabriele v.Bülow geheiratet hat. "Hier ist der Brief, den Sie ja in den Händen der Verwandten des theuren K. lassen müssen. Die Konigin hat ihn mit vielem Interesse gelesen. Vor dem Lesen wurde ich durch die Behauptung beider Monarchen beunruhigt: ›Der Gesandte [Graf v.] Brassier schreibe, unser Kessel sei an einen Anker geschmiedet und sei mit Mühe gerettet worden, um nicht ins Meer geworfen zu werden.‹ Da ich aus alter Erfahrung solchen halsbrechenden Reiseabentheuern wenig Glauben schenke […] so drang ich darauf das Datum der Briefe zu vergleichen […]" Der deutsche Offizier Oscar v.Kessel bereiste im Auftrag der holl. Regierung in den vierziger Jahren Sumatra und Borneo. Vereinzelt erschienen in Zeitschriften Beiträge über seine Beobachtungen; aber eine zusammenhängende Darstellung seiner Reisen wurde nie veröffentlicht (siehe Henze III, S. 24). Graf v.Brassier (1798-1872) war als preuß. Diplomat in Athen, Stockholm und 1853 in Turin tätig. - An den Faltstellen kurze Einrisse.

Humboldt, Alexander v., Naturforscher und Geograph (1769-1859). Eigenh. Brief mit U. B[erlin], 20. II. 1859. 8°. 1 Seite. 1.200,- Schöner Altersbrief an den Botaniker Alexander Braun (1805-1877), Direktor des Botanischen Gartens in Berlin. Wenige Monate vor seinem Tode dankt Humboldt für "die beruhigende Nachricht über das schlimme Augenübel des theuren Agassiz und für die Hofnung des Ankaufs der Müllerschen Bibliothek, die man freilich nicht mit so catonischer Frostigkeit über das Meer sollte gehen lassen." In diesem Zusammenhang erwähnt Humboldt auch den Weggang von Johann Lukas Schönlein (Prof. in Berlin und kgl. Leibarzt, 1793-1864), der kürzlich seinen Abschied genommen hatte. Im Nachsatz bedauert er, aus gesundheitlichen Gründen das Palmenhaus von Braun noch nicht hätte bewundern können. Der schweizer Naturforscher Louis Agassiz (1807-1873) war ein Freund von Braun, seit 1846 hatte er eine Professur in Cambridge, Mass. Der Anatom und Physiologe Johannes Müller starb im April 1858 in Berlin, und Humboldt hatte sich in rührender Sorge um die Witwe um den Verkauf von Büchern aus Müllers Bibliothek, unda. nach Washington, bemüht. - Geringfügig fleckig und knitterig. - Für die Hilfe bei der Bearbeitung danken wir Frau Dr. Ulrike Moheit, Berlin.

Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief. [Ariccia], 9. IX. [1805]. 8°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. Mit Adresse. 1.250,- An denselben in Rom. Caroline freut sich zu erfahren, daß es seiner kleinen Tochter Teresina (geb. 1804) wieder besser geht. "Niemand kann an Ihrer Sorge und Freude einen treueren Antheil nehmen als ich." Sie ist auf dem Lande und braucht Reinharts Rat bei der Abmessung eines Bilderrahmens. "Es wird Sie selbst nicht gereuen, wenn Sie das Bildchen besehen und Schik wäre es nicht unwichtig wenn der Rahmen bald gemacht wird. Sie wissen selbst daß ein Bild sich doch anders in als außer dem Rahmen macht." Der klass. Maler Gottlieb Schick (1776-1812) hielt sich von 1802 bis 1811 in Rom auf. Er hatte gleich einen familiären Kontakt zu den Humboldts und malte mehrfach Caroline und ihre Kinder. Weiter berichtet sie dem Freund von ihren Unternehmungen. "Ich habe schon große Touren gemacht und wenn ich mich nur von Zeit zu Zeit ausruhen kann so kann ich auch sehr weit gehen und besonders über meine Erwartung, steigen […] Mein Mann grüßt Sie herzl. Sie werden uns innigst willkommen sein […] Ob aus der Tour nach dem Lago etwas werden wird daran zweifle ich beinahe, denn Humb. will selbst allein nicht eher gehen als Sikler gekommen ist und vor dem 15ten ist dieser schwerlich hier." Der Archäologe und Philologe Friedrich Sickler (1773-1836) traf am 19. Oktober in Rom ein und blieb bis Januar 1807 als Hauslehrer bei den Humboldts. - Im Auszug gedruckt bei Baisch S. 190; vgl. Feuchtmayr S. 429. - Kleiner Eckabriß.

Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. "Sonntag Abend". Quer-gr.-8°. 1/2 Seite. Mit Adresse 500,- An denselben in Rom. Freundschaftliche Einladung an die Adresse in der Via Quattro Fontane. "Sie kamen mir heut Abend so schnell aus den Augen, daß ich Ihnen nicht mündlich vorschlagen konnte den Wein mit uns morgen Mittag zu kosten […]" - Auf der Rückseite ein italienisches Konzept von Reinhart (?), das aber nicht diese Einladung betrifft.

Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. "Freitag". 8°. 1 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. 750,- An denselben in Ariccia. "Ich freue mich aufs herzlichste Sie so schnell und so kräftig wieder hergestellt zu wissen. Heute wußte ich keine Gelegenheit nach Rom, wohl aber morgen durch Hrn. v.Hahn [?], der beim Prinzen ist. Meine Carol. [?] könnte Ihren Brief sogleich zu Madrazo tragen […]" Der Erbprinz Friedrich von Sachsen-Gotha und Altenburg sowie Georg Friedrich von Mecklenburg zählten zu den Besuchern im Hause Humboldt. Caroline (geb. 1792) hieß ihre älteste Tochter. Der spanische Maler Jose de Madrazo (1781-1859) war ein Hausgenosse von Reinhart in der Casa Franzoni in Rom. - Adressblatt mit Eckabriß und Fleck.

Humboldt, Caroline v., Schriftstellerin (1766-1829). Eigenh. Brief mit U. [Wien], 3. VIII. [18]13. 8°. 2 3/4 Seiten. Mit Adresse. 4.500,- An denselben in Rom. Im Sommer 1810 wurde Wilhelm v.Humboldt zum Außerordentlichen Gesandten und Bevollmächtigten Minister in Wien ernannt. Caroline traf am 21.Oktober mit den Kindern dort ein und blieb auch in Wien als ihr Mann im Juni 1813 ins preußische Hauptquartier gerufen wurde. "Die Zeiten drükken einen jeden auf recht furchtbare Weise und uns arme Deutsche und Preußen zumal. Doch hoffen wir daß aus der tiefen Nacht die uns umgiebt noch ein schöner Morgen hervorbrechen wird […]" Dann kommt sie auf gemeinsame Bekannte zu sprechen. "Ich besitze zum Aufbewahren seit beinahe einem Jahre Ihre liebliche kleine Landschaft der Gräfin Vay [Gräfin Vay v.Vaja] gehörig, und begrüße jeden Morgen beim Frühstük die einsame Felsengegend […] Die Gräfin selbst ist seit dem November nach Holland zu einer bejahrten Tante gereist […] Mit Freude erfahr ich aus Ihrem Briefe und durch die Erzählung einiger Fremde daß Madrazzo viel für die Königl.-Spanischen und die Friedens Fürsten zu thun habe. Wie herrlich es in Madrazzos Vaterlande hergeht wird der Ueberbringer mündlich melden. Für die Kunstgeschichte hier nur wenig. Koch hat schöne Bilder gemahlt die aber schwerlich hier bleiben werden." Der Maler Joseph Anton Koch (1768-1839) gehörte schon in Rom zu den befreundeten Künstlern, die in ihrem Hause zu Gast waren. Erwähnung in dem Brief finden noch der Bildhauer Christian Rauch (1777-1857) und "Freund Kühner", womit sie wohl den Maler Friedrich Johann Christian Kühner (1774-1852) aus Gotha meint, der mit Sickler nach Italien kam. "Meine Sehnsucht nach Rom zurük zu kommen ist immer dieselbe. Ich mußte aber das ununterbrochene Hierbleiben theils dem Unterricht meiner jüngeren Töchter, theils auch den drükkenden Umständen zum Opfer bringen." Sie berichtet auch von ihrem ältesten Sohn und ihrer "Zufriedenheit mit des Knaben Gesinnung und Bestreben". Theodor hatte sich 1813 als 16jähriger zur preußischen Armee gemeldet. Der Brief schließt mit weiteren Familiennachrichten. - Im Auszug gedruckt bei Baisch S. 241; vgl. Feuchtmayr S. 429. - Kleiner Eckabriß mit Verlust weniger Buchstaben.

Humboldt, Wilhelm v., Gelehrter und Staatsmann (1767-1835). Eigenh. Brief mit U. Rom, 13. VII. 1805. 4°. 2 1/2 Seiten. Doppelblatt. 3.000,- Großer wissenschaftlicher Brief an einen befreundeten Gelehrten als Antwort auf dessen Brief vom 16. VI. 1804 und mit Dank für von diesem für Humboldt besorgte Bücher. Im Gegenzug hatte Humboldt in der Vatikanischen Bibliothek Recherchen über Handschriften angestellt. "[…] Je Vous envoye ci-joint la liste de tous les Manuscrits des Trois Poetes Tragiques des Grecs & de Demosthenes qui se trouvent dans les differentes Bibliotheques reunies dans celle du Vatican. Elle est copiee sur les Catalogues, mais qui eux memes […] sont assez mal faits. L'Abbe Gaetano Marini [1742-1815], Bibliothecaire de la Vaticana, qui sans doute pour l'explication des inscriptions anciennes est le premier savant maintenant, et dont Vous connaitrez les ouvrages […] a eu l'amitie de faire lui-meme cette copie, puisque son Copiste ordinaire est tombe malade, & elle ne me coute rien par cette raison. Tout a qui me fait de la peine c'est que cette liste de purs titres, sans aucune indication da la qualite, ni du prix et de l'age des Manuscrits, ne pourra pas Vous aider il grand chose. Mais […] il n'existe point un Catalogue raisonne [... Über die Schwierigkeiten, eine brauchbare Beschreibung der gewünschten Manuskripte zu erhalten ...] Pour les livres dont je pris la liberte de Vous ecrire, j'ai recu le Dict. Etymol. [Etymologicon magnum, or universal etymological dictionary, Cambridge 1800] de [Walter] Whiter [1758-1832] qui me parait fort savant & M. [August Wilhelm] Rehberg [1757-1836, Staatsmann] m'annonce qu'il m'apporte […] d'autres objets de Vous. Le Lloyd est certainement excellent [...]". Empfiehlt, gleichzeitig ein noch im Erscheinen begriffenes Lexikon des walisischen Dialektes zu benutzen, das er bei einem Berliner Freund gesehen habe. "Il me sera extremement agreable de recevoir les Pheniciennes & la Medee d'Euripide de M. [Richard] Porson [1759-1808, Philologe, die genannten Ausgaben waren in London 1799 und Cambridge 1801 erschienen ...]. J'ai fait la connaissance de M. [Muzio] Clementi [1752-1832; Komponist] ici qui […] est Votre ami […]" - Humboldt war damals preußischer Resident im Vatikan. Der unbekannte Empfänger des Briefes muß, wie sich aus dem Text ergibt, ein englischer Philologe sein, der dem Ehepaar Humboldt in Berlin, Jena oder Paris persönlich begegnet war. - Etw. braunfleckig und knittrig.

Jean Paul (Friedrich Richter), Dichter (1763-1825). Eigenh. Albumblatt mit U. Dresden 9. VI. 1822. Quer-8°. 1 Seite. 2.500,- "Der Stand hat seine Metallkrone; die Dichtkunst hat ihre Blumenkrone; glücklich ist aber, wer beide vereinen kann. Zum Andenken für die glückliche Besitzerin dieses Stammbuchs." - Die Besitzerin des Stammbuchs war "vielleicht Klothilde Septimia v.Nostitz (1801-1852), die ... Jean Paul am 29. Mai 1822 bei Försters kennengelernt hatte" (Berend). - Während seines Aufenthaltes in Dresden kam es zu Begegnungen u. a. mit Tieck und C. M. v.Weber. - Gedruckt in der Briefausgabe von Berend, Bd. VIII, Nr. 301 (nach dem Stargardt-Kat. 508, 1953, Nr. 205). - Aus der Autographensammlung von Eugen Wolbe und gedruckt in dessen "Handbuch für Autographensammler" (1923) auf S. 582. - Rückseitig unbedeutende Montagepunkte.

Keller, Adalbert v., Literaturhistoriker (1812-1883). Eigenh. Brief mit U. [Tübingen], 31. VII. 1845. 8°. 1/2 Seite. 100,- Lädt eine Magnifizenz zu einer Tasse Tee zu sich ein. - Keller war Professor in Tübingen sowie Präsident des Stuttgarter literarischen Vereins.

Kesaer, Franz Anton v., Registraturdirektor, Kaiserlicher Rat (1742-1827). Eigenh. Brief mit U. Wien, 21. VII. 1813. 8°. 2 Seiten. 200,- "[…] In der am 2ten August zu Nürnberg beginnenden Ebner'schen Bücherversteigerung befindet sich ein Schatz von altdeutschen poetischen Werken, wovon ich die interessantesten in dem beiliegenden Verzeichniße notirt habe, und deren Uiberkommung ich gerne Ihrer freundschaftlichen Vermittlung zu verdanken wünschte. Ich kenne niemand in Nürnberg, an den ich mich in dieser Angelegenheit wenden könnte; dürfte ich mir also schmeicheln daß Sie die Güte haben wollten, meine Commissionen, etwa an den als rechtlich bekannten Auctionator Frauenholz, zu übermitteln, und für die Hieherbeförderung des Erstandenen gefälligst Sorge zu tragen? Sobald mir Ihre Aeußerung über diese Bitte zugekommen seyn wird, werde ich mir die Uibersendung der nöthigen Summe, mittels eines Wechsels des [Wiener Bank-] Hauses Arnstein, angelegen seyn lassen […]" - Über den nürnbergischen Staatsmann Hieronymus Wilhelm Ebner (1673-1752) schreibt die ADB V, 594: "Große Verdienste erwarb sich E. […] dadurch, daß er die reichen litterarischen Schätze seiner Familienbibliothek […] zugänglich machte. Kataloge über mehrere Abtheilungen dieser Bibliothek wurden im Druck veröffentlicht."

Klopstock, Friedrich Gottlieb, Dichter (1724-1803). Eigenh. Brief mit U. o.O. [1793?] 4°. 1/2 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. 4.500,- An die Dichterin und pädagogische Schriftstellerin Karoline Rudolphi (1754-1811). "Hier sitze ich, liebste Rudolphi, und warte besser Wettern ab. Ich mache mir Hoffnung, daß ich wenigstens diesen Nachmittag noch werde zu Ihnen kommen können […] Aber vielleicht wird die Frau Gräfin das Mädchen von Marienburg sehen wollen […]" Klopstock war ein regelmäßiger Gast in der Erziehungsanstalt der Rudolphi in Hamburg/Hamm. Diese war ebenfalls mit Amalia Reichsgräfin v.Münster-Meinhövel (1767-1814) befreundet, die bei ihr gerade zu Besuch weilte. Das Drama "Das Mädchen von Marienburg" von Franz Kratter wurde 1793 von der Schröderschen Gesellschaft in Hamburg aufgeführt (siehe Meyer, Schröder II 2, S. 67). - Mit Siegelausriß. - Nicht in der HKA, Briefe 1783-1794, gedruckt.

Knebel, Karl Ludwig v., Jurist, Offizier und Übersetzer (1744-1834). Eigenhändiger Brief mit U. o.O. [Jena], 6. V. o. J. 8°. 1 Seite. Doppelbl. Mit Adresse. 450,- An den Journalisten Dr. Friedrich Alexander Bran (1767-1831). Goethes "Urfreund", der Weimarer Prinzenerzieher, Dichter und Übersetzer Karl Ludwig von Knebel, lebte seit 1804 in Jena. Er dankt dem "werthen Freund" für "beifolgende Blätter […] Das Stück der Minerva werden Sie durch Hr. Obrist v.Lynker wieder erhalten haben, der mich darum ersucht hat." Der liberale Publizist Bran gab die von Archenholz gegründete "Minerva" in den Jahren 1816-31 in Jena heraus. Knebel war mit Carl Wilhelm Heinrich Frhr. v.Lyncker (1767-1843), Oberst und Landrat des Kreises Jena, befreundet. - Mit Siegellackresten.

Lieferung 3

Die Preise (grundsätzlich in DM!) sind ehemalige Preise des Anbieters! In der Regel sind die damals angebotenen Stücke nicht mehr zu erwerben! Sie werden hier nur gesammelt und publiziert, um sie der historischen Forschung zu erhalten. Nachfragen nach eventuellem Vorhandensein des einen oder anderen Stücks sind daher ausschließlich an den ehemaligen Anbieter zu richten, nicht an uns vom Institut Deutsche Adelsforschung!

Die folgenden Autographen mit Adelsbezug stammen aus:
 
Katalogtitel: Autographen aus zwei Jahrhunderten
Erscheinungsart: virtueller Online-Katalog
Erscheinungszeitpunkt: ohne Jahresangabe (1999)
Ehemaliger Anbieter: Antiquariat Halkyone, Inh. Detlef Stechern, Lampl´weg 10, 22767 Hamburg, eMail: info@halkyone.de, Internet: www.halkyone.de 
Autographen aus der Zeit: 1792-1905

Kobell, Franz v., Dichter und Mineraloge (1803-1882). Eigenh. Brief mit U. und eigenh. Manuskript. o.O. u. J. [München ca. 1850]. 4°. Zus. 1 1/2 Seiten. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 250,- An den Schriftsteller und Herausgeber von Anthologien ("Dichter der Gegenwart" u .a.) Ignaz Hub (1810-1880; lebte 1850-53 in München), mit der Bitte, am Schluß der Ballade "Die Jagd von Winchester" von Ludwig Uhland ("König Wilhelm hat einen schweren Traum […]") die folgende, 20 Zeilen umfassende, "Anmerkung" abdrucken zu lassen: "[…] Durch die Bildung des ›New Forest‹ wurden gegen sechs und dreißig Kirchspiele gestört […]" - Es folgt eine interessante Schilderung der historischen Verhältnisse im England des 11. Jahrhunderts.

Kobell, Franz v., Dichter und Mineraloge (1803-1882). Eigenh. Albumblatt mit U. München, Juni 1872. 8°. 1/2 Seite. 250,- "Du magst einen Esel noch so sehr loben, | Bringst doch kein Pferd heraus, | Und gegen das Pferd magst Du noch so sehr toben, | Machst doch keinen Esel d'raus." - Siehe Abb. auf dem Titel.

Küstner, Karl Theodor v., Schriftsteller und Theaterleiter (1784-1864). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 7. II. 1860. 8°. 1 1/2 Seiten. Doppelblatt mit Eingangsvermerk. 150,- An Franz Thome, welcher fälschlicherweise einen Brief zugestellt gekommen hatte, der eigentlich für den Pesther Theaterdirektor Georg Gundy (?-1880) bestimmt gewesen war. - Küstner war 1842-51 Generalintendant der königlichen Schauspiele zu Berlin.

Kunsthistoriker und -sammler. - Konvolut von acht meist eigenh. Schriftstücken. 1850-1879 und undat. Verschiedene Formate. 200,- Rudolf Marggraf (1805-1880). Eigenh. U. auf einem gedruckten "Erlaubnißschein für Louis Laruelle aus München, als Zögling der Bildhauer-Schule, die Akademie der bildenden Künste zu besuchen." München, 10. V. 1851. Aufgezogen, etwas fleckig und knitterig. - Ferdinand B. Mikowec (1826-1862). Eigenh. Brief mit U. o.O. und Datum. 1 Seite. - Alexander Frhr. v.Minutoli (1806-1887). Eigenh. Brief mit U. Liegnitz, 4. VII. 1850. 2 1/2 Seiten. - Edmund Schebek (1819-1895). Zwei eigenh. Briefe mit U. Prag 1876 und 1879. Zus. 3 Seiten. Über die Preise von Autographen. "Am Preiswürdigsten erscheinen mir immer noch die Schillerbriefe […]". - Johann Karl Ludwig v.Schorn (1793-1842). Briefausschnitt mit eigenh. U. - Alfred Woltmann (1841-1880). Eigenh. Brief mit U. o.O., 17. V. 1876.

Kurtzel, Karl August, Schriftsteller (1808-1871). Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 6. VII. 1860. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. 150,- An den Schriftsteller Otto v.Reinsberg-Düringsfeld (1822-1876) mit der Bitte um Korrektur des "ersten Bogen von Bosnien […] Da, wo von den Häusern der Bosnier die Rede, war ein Buch ›Aus Dalmatien‹ angeführt, von dem ich einen Verfasser, der doch genannt werden muß, nicht auffinden konnte. Ich glaubte, Sie selbst oder Ihre Frau Gemahlin seien der Verfasser, aber in unseren Bibliographien steht nichts davon […]" - Kurtzel war Hauptredakteur der 10. und der 11. Auflage des Brockhausschen Konversationslexikons.

Lacroma, Paul Maria (Pseudonym für Maria Edle v.Egger, geb. 1852). Eigenh. Porträtpostkarte mit U. Görz [Gorizia], 4. III. 1899. Quer-8°. 1 Seite mit Foto in Medaillonform und 10 Zeilen. Mit Adresse. 200,- An Marietta v.Bernard, geb. Edle v.Arthofer, in Wien. "Mein Dank für die sinnigen Verse, kömmt spät. Doch sollten Sie die Erste sein, welche die neue Autoren-Karte erhält." Maria v.Schmitzhausen aus Triest heiratete 1871 den Juristen Camillo Ritter v.Egger. Seit 1883 veröffentlichte sie eine Reihe von Romanen und kleinerer Prosa.

Lannoy, Heinrich Eduard Joseph v., Komponist und Musikschriftsteller (1787-1853). Eigenh. Brief mit U. o.O. [Wien], 18. IV. 1841. 8°. 1 Seite. Bläuliches Papier. 150,- Wohl an Adolf Bäuerle, den Leiter der Wiener "Theaterzeitung", dem er anzeigt, daß er "für einen Bericht über das Concert für das Blindeninstitut selbst Sorge tragen werde." - Lannoy war u. a. Förderer der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und "hat das vormärzliche Wiener Musikleben wesentlich mitgeprägt" (MGG VIII, 198).

Leonhardi, Hermann Karl v., Philosoph und Schriftsteller (1809-1875). Eigenh. Brief mit U. [Prag, 9. V. 1859?]. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt. 200,- An Franz Thome, den er zu einem Vortrag zum Besten der Schillerstiftung Freikarten übersendet. - Leonhardi war Schwiegersohn Karl Friedrich Christian Krauses (siehe dort).

Liebig, Justus v., Chemiker (1803-1873). Eigenh. Brief mit U. München, 10. XI. 1866. 8°. 1 Seite. 600,- An Friedrich Knapp (Chemiker, 1814-1904) in Braunschweig. Der Adressat war mit Liebigs Schwester Elisabeth verheiratet, erhielt 1863 einen Ruf auf den neueingerichteten Lehrstuhl für technische Chemie an der Polytechnischen Schule (später TH) Braunschweig. - Dankt für beruhigende Nachrichten und schickt zur Unterstützung eines kranken Familienmitgliedes "ein Kautschuk Kissen, es wird mit Wasser gefüllt unter das Gesäß, oder längs des Rückens gelegt; es darf nicht stark gefüllt werden […]". Legt weiterhin Exemplare seiner gedruckten Rede bei, darunter eines für Varrentrapp. Schließt: "Schreiben Sie mir, wie bisher; ein paar Zeilen genügen. Von Herzen Ihr treuer Schwager JuLiebig". - Schwarze Tinte auf blauem Papier, Eigennamen gestrichen. Geringe Siegelreste.

Liliencron, Rochus v., Musikwissenschaftler und Historiker (1820-1912). Eigenh. Brief mit U. Meiningen, 11. II. 1865. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 150,- An Max v.Eelking (Offizier und Historiker, 1813-1873) mit der Bitte, ihm "einige Litteratur über den Tyrolerkrieg von 1809 [zu besorgen]", denn "In der Bibliothek ist eigentlich nichts rechtes." - Liliencron, "einer der hervorragendsten und vielseitigsten deutschen Gelehrten" (MGG VIII, 870), war in jenen Jahren Intendant der Hofkapelle und Bibliothekar zu Meiningen. Berühmt ist seine Tätigkeit als Herausgeber der "ADB" und der "Denkmäler der Tonkunst".

Liliencron, Rochus v., Musikwissenschaftler und Historiker (1820-1912). Eigenh. Brief mit U. Schleswig, 16. III. 1905. 8°. 1 1/3 Seite. 80,- Lehnt mit ausführlicher Begründung die Aufnahme eines Beitrages für eine Liedersammlung ab. - Falz mit Einriß.

Lingg, Hermann v., Dichter (1820-1905). Eigenh. Albumblatt mit U. München, 10. VI. 1872. 8°. 1 Seite. 200,- "Aus Deutschlands Siegergesang. Hoch wehen die Fahnen Von blutigen Bahnen Vom Waffengang Zum Glockenklang; Den Sieg errang Das Schwert des Germanen Auf! frohen Empfang Tön Festgesang etc." Datierung von fremder Hand hinzugefügt. - Hurra-Patriotismus a la bavaroise.

Lingg, Hermann v., Dichter (1820-1905). Eigenh. Postkarte mit U. München, 15. III. 1886. Quer-8°. 1 Seite. 120,- An Edmund Weiß in München." […] Besagtes Sonett wird eine willkommene Gabe für die Festzeitung sein, ich zweifle nicht, daß meine Herrn Collegen von der Redaktion hierüber mit mir einverstanden sein werden. Sehr angenehm wird es mir sein, wenn Sie sich gefälligst selbst zu mir bemühen wollen, wie Sie es in Aussicht stellen. Ich bin nachmittags stets bis 4 Uhr zu Hause […]" - Beilage.

Bayern, Ludwig I. König von, Dichter (1786-1868). Eigenh. Brief mit U. Innsbruck, 15. III. 1813. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Goldschnitt. 1.000,- "Ich habe das Vergnügen gehabt, Herr Geheimreferendär, ihr Schreiben neb[s]t Beilagen zu empfangen, zwar nicht ganz aber befriedigender als die vorigen. Aufrichtig wiederhohle ich daß ich die beschwehrliche Lage in welcher das Geschäft sich befindet erkenne, so den Eifer der Thätigkeit welche sie haben. Es wäre nur kleiner Gewinn der Augenblick-Erleichterung, auf andere Jahre die Last erdrückend wälzend. Noch weiß ich nicht ob und wie für das einst heimzuzahlende gezwungene Anleihen Fürsorge getroffen, ob es aus der Schuldentilgungskassa zugewiesenen Einnahmen bestritten kann werden und kaum wenige Monate verfloßen und schon wieder neues Vorhaben. Des [?] beträchtlicher Ertrag dächte ich mehr als hinreichend zur Militär-Erforderniß, genugsamen Ueberschuß gebend zur Deckung dessen die Schuldentgkassa bedurft. Obige wichtige Frage wegen Heimzahlungsmittel muß hier wiedergeschehen. Es ist gewiß in Baiern niemand mehr gegen Schmählerung der Einnahme aus den betreffend[en] Stiftungen als ich; daß aber diesen 5 statt 3 procent soll gegeben werden finde ich ein allzu freigiebiges Versprechen, das nicht auszuführen. Uebrigens gerade gesagt, weil sie doch die Gefälligkeit haben mir davon zu schreiben, ich glaube nicht daß genanntes Vorhaben der Erwartung entsprechend erfüllt wird, zu groß ist die Geldnoth und gegenwärtige Lage unsicher. Angefangen und gehemmt oder mangelhaften Erfolges, wäre besser gar nicht damit zu beginnen. Wenn nicht für ein Jahr geholfen, käme die Noth nicht in dem nächsten wieder? […]" - In Ludwigs eigenartig gräzisierendem Stil. - Dreiseitiger Goldschnitt. - Innsbruck war 1813 bayerisch.

Lützow, Carl v., Kunsthistoriker (1832-1897). Eigenh. Brief mit U. Wien, 23. VIII. 1868. 8°. 1 Seite. 200,- Der Brief an den "lieben Freund" A. Teichmann betrifft redaktionelle Arbeiten an der "Zeitschrift für bildende Kunst". Dieses wichtigste Fachorgan im deutschen Sprachraum leitete Carl v.Lützow seit zwei Jahren als Herausgeber. "In Sachen [Carl] Rottmann's schrieb ich Ihnen und sehe Ihrem Mspt zu der ersten Radirung in 8-10 Tagen entgegen. Daß man Ihnen auch von [Theodore] Rousseau's Porträt einen Korrektur-Abzug schicke, ordnete ich an." Erwähnt auch den Verleger Seemann in Leipzig.

Martius, Carl Friedrich Philipp v., Botaniker (1794-1868). Eigenh. Brief mit U. Surrey, St. Strand, 30. VI. 1826. 4°. 1 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. 450,- Brief in engl. Sprache an seinen Kollegen James Edward Smith (1759-1828) in London. "I beg leave to present You here enclosed the list of such brittish plants, as my friend Dr. Koch, the author of the Flora Germanica is desirous of possessing from the very authority, which has published them […] " Die dreibändige "Flora britannica" von Smith erschien in London von 1800-1804. Der genannte Erlanger Botaniker Wilhelm Daniel Joseph Koch (1771-1849) war Mitherausgeber von Röhlings "Deutschlands Flora".

Martius, Carl Friedrich Philipp v., Botaniker (1794-1868). Eigenh. Brief mit U. [München], 28. IV. 1861 "früh 6 1/2 U." 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 400,- An einen Professor. "Indem ich Ihnen […] hier die Eintrittskarte sende, ersuche ich Sie, sogleich heute (um 12 Uhr ist die Eröffnung) davon Gebrauch zu machen und sobald als möglich einen Artikel (oder einige) zu verfassen (etwa in die Neuest. Nachr.), denn das böse kalte Wetter könnte den Besuch sehr beeinträchtigen, wenn ihm nicht die wärmere wohlwollende Literatur entgegenwirkt […]" - Leicht stockfleckig.

Meddlhammer, Albin Johann Baptist v., Schriftsteller, Pseud. Albini (1777-1838). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 14. I. 1825. 8°. 1 Seite. 150,- Mit Übersendung seines neuen Lustspiels. Meddlhammer war nach einem bewegten Leben seit 1820 Italienischlehrer am Gymnasium zum Grauen Kloster in Berlin.

Meyern-Hohenberg, Gustav v., Schriftsteller (1820-1878). Eigenh. Brief mit U. Coburg, 11. X. 1858. 8°. 2 Seiten. Doppelblatt mit Empfangsvermerk. 200,- An Franz Thome mit Übersendung eines verbesserten Exemplars seines Schauspiels "Heinrich von Schwerin". - Meyern machte trotz eines Sprachfehlers in Sachsen-Coburg als Beamter und Diplomat Karriere und war u. a. Generalintendant des Hoftheaters zu Coburg.

Mosenthal, Salomon Hermann v., Schriftsteller (1821-1877). Eigenh. Billett mit U. [Wien, ca. 1860]. Quer-8°. 1 Seite. - Bittet um Übersendung von Billets. 50,-

Mosenthal, Salomon Hermann v., Schriftsteller (1821-1877). Eigenh. Brief mit U. o.O., 23. II. 1872. 8°. 1 Seite. 250,- Betrifft ein Gesuch an die Schillerstiftung, verdienstvolle deutsche Dichter in schwerer Lebenslage finanziell zu unterstützen. - "Geehrter Zellner | der Kaiser hat der Schillerstiftung seit [1]859 […] 5000 Th […] bewilligt. Es wär also eine Alternativbitte ohne Nen(n)ung der Summe zu stellen u das Gesuch bei Hohenlohe einzubringen. Der Präses des Comittes ist Domke [?] Auch Kochs Angelegenheit bitte ich Domke zu sagen, da mir die […]. Zur Sitzung kom(m)e ich […]". - Von Kerner und Schwab ging Mosenthal 1842 nach Wien, wo er bald zu einer zentralen Figur des Kulturlebens wurde. Noch heute bekannt ist sein Libretto zu Nicolais "Die lustigen Weiber von Windsor". - Rückseite mit Bleistiftkritzelei.

Müller, Johannes v., Historiker (1752-1809). Eigenh. Brief mit U. Mainz, 7.VI.1792. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt. 850,- Der Schweizer Geschichtsschreiber und Diplomat Johannes v.Müller wurde 1786 nach Mainz berufen. Er gewann das Vertrauen des letzten Kurfürsten von Mainz, Friedrich Carl Joseph Frhr. v.Erthal, und veröffentlichte ein Jahr später seine berühmte Schrift über den Fürstenbund. Während der Vorbereitungen für die Wahl Franz II. zum deutschen Kaiser entstand dieser Brief an einen "Rath", dem v.Müller im Namen des Kurfürsten für "die neue Probe deren patriotischer Gesinnung" dankt. "Höchstdieselbe freuen sich, Sie persönlich kennen zu lernen, ertheilen Ihnen daher mit Vergnügen auf die Zeiten des Wahlconventes und der Crönung die Cur-Mainzische Protection, und haben dem Haushofmeister aufgetragen, Ihnen in Frankfurt a. M. ein […] Quartier […] ausfindig zu machen und zu bestimmen." Die Krönung fand am 14. Juli 1792 in Frankfurt a. M. statt.

Nathusius-Ludom, Philipp v., Journalist und Politiker (1842-1900). Eigenh. Brief mit U. Schloß Nothwendig bei Filehne (Preußen), 29. II. 1884. 8°. 3 Seiten. Doppelblatt. Auf Kondolenzpapier. 200,- Ph. v.Nathusius bekämpfte als Redakteur der "Kreuz-Zeitung" Bismarcks Innenpolitik, gründete 1873 den "Reichsboten" in Berlin und war 1876 maßgeblich an der Schaffung der Deutschkonservativen Partei beteiligt. In diesem Brief an einen Vetter geht es eingangs um Probleme im Justizministerium mit Fideicommißgeldern, dann wechselt er ins Private. "Daß ich auch meine Anna im vorigen Herbst verloren habe, werden Sie vielleicht gehört haben.6 8 Kinder hat sie mir hinterlassen, für die zu sorgen der Reiz des Lebens bleibt. Sonst habe ich alles, was ein vernünftiger Mensch sich wünschen kann: interessante litterarische Beschäftigung, über die ich mir vielleicht noch einmal erlauben werde betreffs einiger juristischer Partien Ihren Rath einzuholen." Dann nennt er seine geplante "Deutsche Enzyklopädie" (1885-1895) und ihre Mitarbeiter.

Nees v.Esenbeck, Christian Gottfried Daniel, Botaniker (1776-1858). Eigenh. Brief mit U. Breslau, 25. III. [18]31. 4°. 1 Seite. 600,- Der bedeutende Naturphilosoph und Botaniker Nees v.Esenbeck schreibt hier in seiner Position als langjähriger Präsident der Kaiserl. Leop.-Carolin.-Deutsche Akademie der Naturforscher an den Zoologen und Paläontologen Heinrich Georg Bronn (1800-1862) wegen einer in Vorbereitung befindlichen Veröffentlichung in der Schriftenreihe "Nova Acta". "Euer Wohlgeboren lege ich hierbei ergebenst die Probeabdrücke der beiden Tafeln zu Ihrer Abhandlung über Schildkröten vor […] Ihre lehrreiche Behandlung kommt demnächst unter die Presse […] An den Originalzeichnungen waren einige Conturen mir, wie dem Lithographen, zweifelhaft […]" - Leicht gebräunt, kurzer Einriß im Falz.

Nees v.Esenbeck, Christian Gottfried Daniel, Botaniker (1776-1858). Eigenh. Brief mit U. Breslau, 20. XII. 1841. 4°. 1 Seite. Doppelblatt. 450,- An einen Geheimrat. "Euer Hochwohlgebohren überreiche ich hirbei ganz gehorsamst das Supplement […] des 19ten Bandes der Nova Acta […], welches dem Gedächtnisse des Jahres 1840 gewidmet ist und daher etwas außer der Reihe erscheint […]" - Mit späterer Eintragung im Rand.

Niebuhr, Barthold Georg, Historiker und Staatsmann (1776-1831). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. [Berlin ca. 1815?] Möglicherweise Fragment. 4°. 1 1/2 Seiten. Mit Adresse (auf die 2. Seite montiert). 500,- An den Philologen Philipp Buttmann (1764-1829) in Berlin. Der Brief oder die Mitteilung ist ohne Anrede und betrifft historisch-philologische Sachfragen zur griechisch-römischen Geschichte. "Sollte auch nur eine Tradition von Verwandtschaft unter Familien existirt haben welche in so künstlich gebildete Ganze zusammengestellt waren? Ich will Ihnen aber für Athen zugeben, bey einigen, bey denen welche ihre Abstammung von den Heroen der troischen Zeit ableiten, wie Alcibiades, wie Andocides, Eritias u.s.w. Dieses waren die Eupatriden […] Wenn Sie Savigny sehen wollen Sie ihm dann wohl dieses Blatt zeigen!" - Philipp Buttmann und der Jurist Friedrich Karl v.Savigny (1779-1861) gehörten zum engsten Freundeskreis von Niebuhr in Berlin. - Klebereste, Verfärbungen und zwei kleine Fehlstellen im linken (etwas beschnittenen) Rand.

Ompteda, Ludwig v., Staatsmann und Schriftsteller (1828-1899). Eigenh. Brief mit U. Wiesbaden, 18. I. 1889. 8°. 4 Seiten. Doppelblatt. 200,- An eine Baronin. "[…] Ich erscheine heute als Bettler vor Ihnen. Mein Bruderssohn […] ein junger Mensch von dessen Anlagen und bisherigen Leistungen ich eine besonders ehrenvolle Fortführung meines Namens im XX Jahrhundert erwarte, ist unter die 'Selbstschriften'-Sammler gegangen und bittet mich um meine Unterstützung. Ich stelle mir nun vor, daß Sie in Ihrem Besitze vielleicht einiges an Doubletten […] führen, die für einen Anfänger höchst erfreulich sein würden. Daran schließe ich, kurz und gut, die Bitte, Ihre freigiebige Hand aufzuthun […]" - Der erwähnte Neffe ist der Schriftsteller Georg v.Ompteda (1863-1931), der 1889-92 die Kriegsakademie in Berlin besuchte und später in Meran lebte. Ludwig v.Ompteda war 1849 in den hannöverschen Staatsdienst getreten. Er verfaßte Werke zur englischen und deutschen Kulturgeschichte, darunter "Irrfahrten und Abenteuer eines mittelstaatlichen Diplomaten" (1894).

Pückler-Muskau, Hermann Fürst von, Schriftsteller und Gartenarchitekt (1785-1871). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 21. V. 1848. 8°. 1 Seite. Doppelblatt. 600,- "Euer Durchlaucht wird es vielleicht interessiren auf einen Artikel in der Spenerschen, beifolgenden Zeitung aufmerksam gemacht zu werden, der mir hoffentlich Ihre Verzeihung dafür verschaffen wird, eine türkische Pfeife mit den deutschen Nationalfarben bekleidet zu haben […]"

Putlitz, Gustav v., Schriftsteller (1821-1890). Eigenh. Brief mit U. Gut Retzien in der Westpriegnitz, 2. VIII. [1859]. 4°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegel. 180,- An Franz Thome, dem er für die Aufforderung zur Übersendung seines Stückes "Das Testament des großen Churfürsten" (1859) dankt. Er könne dieser aber nicht sofort Folge leisten, da die Abschriften, die er besitze, sich bei Heinrich Laube in Wien sowie bei Botho v.Hülsen in Berlin befänden, und das Breslauer Exemplar zum Zwecke des Drucks ebenfalls in Berlin sei. - Putlitz war mit Alexis, Geibel und Fontane befreundet, der auch zur Neueinstudierung des Stückes 1884 eine wohlwollende Kritik verfaßte.

Putlitz, Gustav v., Schriftsteller (1821-1890). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 4. IV. 1861. 8°. 1 1/2 Seiten. Doppelblatt. Mit eigenh. Umschlag. 200,- An den Forschungsreisenden Heinrich Barth (1821-1865) in Berlin. Der dichtende "Priegnitzer Krautjunker" hatte einen Sitz im Abgeordnetenhaus und hielt sich daher zeitweilig in Berlin auf. "Meine, in der That ganz harmlos ausgesprochene Äußerung hat entschieden zu einem Mißverständniß Anlaß gegeben. Ich habe gewiß nichts Anderes gemeint als daß die Reiselust und der Drang zu erneuerten Forschungen Sie doch wieder so mächtig ergreifen würden daß Sie ihnen nicht widerstehen könnten. Von Ihren Plänen und Wünschen für die Zukunft habe ich nichts gewußt, und somit auch nicht auf dieselben hindeuten können." Barth engagierte sich damals in der "Gesellschaft für Erdkunde zu Berlin".

Reimer, Georg Andreas, Verleger (1776-1842). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 13. IX. [18]36. 4° 1/2 Seite. Mit Adresse. 350,- An Herrn v.Metzler in Frankfurt a. M. Reimer erkundigt sich besorgt, wo das von ihm "käuflich erstandene Bildniß' Luthers" bleibe, obwohl der Wechsel schon eingelöst worden wäre. "Indem ich Sie nun ersuche mich über die Angelegenheit entweder durch Beischluß des H. Sauerländer [FrankfurterVerleger], welcher Ihnen dies überbracht oder direct vollständig zu beruhigen […]" - Kleine Löchlein im weißen Rand. - Dazu: Eigenh. Brief mit U. von seinem Sohn Georg Ernst (1804-1885). Berlin, 14. I. 1833. 8°. 1 Seite. In Absprache mit seinem Vater wäre er nicht abgeneigt, dem "verdienstvollen Unternehmen die Hand zu bieten". Glaubt aber "nach den Erfahrungen, die er bei ähnlichen Werken, namentlich bei den Hirtschen, gesammelt habe, […] kein Honorar dafür zusagen zu können […]" - Der Reimersche Verlag hat einige Veröffentlichungen des Archäologen und Kunsthistorikers Aloys Hirt (1759-1836) herausgebracht und durch den eingeschränkten Kundenkreis Verluste gemacht. - Rechts oben mit "899." numeriert. - Dazu: Eigenh. Brief mit U. von seinem Sohn Dietrich Arnold Reimer (geb. 1818). Berlin, 21. VIII. 1846. 8°. 1/2 Seite. Doppelblatt. Mit Adresse. An Dr. med. Zimmermann. Betrifft Abrechnung mit der Buchhandlung Mörschner & Bianchi in Wien. - Dietrich Reimer gründete 1845 den gleichnamigen Verlag in Berlin, der heute noch existiert. - Fleckig.

Reinsberg-Düringsfeld, Otto v., Schriftsteller (1822-1876). Eigenh. Brief mit U. o.O. "Hotel de Saxe", 30. XI. 1860. 8°. 1 Seite. 50,- An einen Direktor mit Verlobungsglückwünschen.

Rohr, Leopold v., Beamter und Dichter (1771-1850). Eigenh. Gedicht mit U. "Phantasie" mit 12 Strophen. 4°. Doppelblatt. 200,- Der Lyriker Leopold v.Rohr war von 1816-1825 Regierungsdirektor in Stettin, dann bis 1832 preuß. Regierungspräsident in Stralsund. Den Ruhestand verlebte er in Berlin. Eine fünfbändige Gedichtsammlung erschien im großen zeitlichen Abstand in den Jahren von 1816 bis 1843. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet, etwas fleckig und mit Heftspuren.

Scheffel, Joseph Victor v., Schriftsteller (1826-1886). Fünf eigenh. Briefe (vier mit U). Radolfzell und Karlsruhe, 1874-1879. Gr.-8°. Zus. 7 Seiten. Mit 2 eigenh. Umschlägen mit Siegel. 2.200,- An den Privatdozenten Dr. Heinrich Maria Schuster (1847-1906) in Wien. I: 5. V. 1874. "Meinen herzlichen Dank für die Composition der ›jungen Minne‹. Ich bin leider nicht musicalisch und des Notenlesens wenig kundig, kann daher kein technisches Lob od. Urtheil schreiben; habe aber stets große Freude wenn eines meiner Lieder zu musicalischer Illustration anregt und werde dafür sorgen daß Ihr Lied in den Besitz einer kunstsinnigen steirischen Landsmännin gelangt. Es erwächst mir hieraus der Wunsch, wenn es durch Druck vervielfältigt wird, ein anderes Exemplar zu erhalten." - II: 17. I. 1876. "Vielleicht hat das germanische Museum in Nürnberg alte Schachspiele, oder ähnliche alte Holzschnitte, die Ihnen die Gestalt eines Schachzabelbrettes mit deren Figuren, zur Erläuterung Ihrer Frage, deutlich machen können […] Ein ganzes Buch über die ›Alemannischen Kinderspiele‹ […] hat Rochholz geschrieben […]" - III: 2. II. 1878. "Ihre Absicht mir die Arbeit über das Gewinst Spiel zu widmen, ist mir so wohlwollend und ehrend, daß ich nur einen Grund habe, sie dankend abzulehnen und der heißt also: Seien Sie nicht ideologisch, sondern practisch, wie es auch dem Gelehrten wohl geziemt. Durch Widmung einer Schrift zeichnet man Jemanden aus, mehr als einen Freund, - als Protector […] Eine juristische Abhandlung aber einem Poeten zu widmen, der Bergpsalmen und Waldeinsamkeit träumt, bringt die Gründlichkeit und den Ernst Ihrer juristischen Anschauungen in Zweifel. Ich führe das Beispiel von Felix Dahn an […]" - IV: 12. II. 1878. "Wenn es Ihnen so sehr am Herzen liegt, daß Ihre Abhandlung vom Spiel mir gewidmet sei, so will ich mich nicht länger dieser mir ehrenvollen Absicht widersetzen […]" - Schusters Abhandlung "Das Spiel, seine Entwicklung und Bedeutung im deutschen Recht" erschien 1878 in Wien. - V: Juli 1879. Glückwunsch zur Hochzeit mit Frl. Marie Newald. - Ein Brief fleckig, in einem anderen fehlt die Unterschrift durch Eckabschnitt.

Scherzer, Karl v., Forschungsreisender und Staatsmann (1821-1903). Eigenh. Brief mit U. London, 12. VII. [ca. 1870]. 8°. 1 Seite. 150,- An den Musikschriftsteller Eduard Hanslick (1825-1904) mit Übersendung eines Artikels aus den "Daily News". - Scherzer verfaßte den bekannten Bericht über die österreichische Weltumsegelung mit der Fregatte "Novara".

Scriba, C.v. (1788-1868). Unglückliches Ende der v.Schillschen Expedition im Jahr 1809. von einem Augenzeugen beschrieben. Eigenh. Manuskript. Angefangen 21. IX. 1845 - beendet 4. II. 1846. 8°. 130 Seiten. Roter Pappband d. Zt. mit Fileten und Goldschnitt. Titelrückseite mit Stempel der Fideikommiss-Bibliothek von Ernst August von Hannover. 2.400,- Der Verfasser dieses Berichts war der hannöversche Oberst a.D. C. v.Scriba, Leutnant im 2. Bat. der Mecklenburgischen Truppen in Stralsund 1809. Beiliegend ein eigenh. Brief mit U., dat. Nienburg 10. II. 1846. 2 Seiten. An einen Major, dem v.Scriba für die "gnädigste Erlaubniß" dankt, "das beigehende Manuscript, Seiner Königlichen Hoheit dem […] Kronprinzen […] überreichen zu dürfen." - In stark veränderter und gekürzter Form wurde diese Schilderung unter dem Titel: "Der Zug Schill's nach Stralsund" in der "Deutschen Rundschau", Jg. 10, 1884, Bd. 39/40 abgedruckt. In der Fußnote heißt es dort: "Der Werth dieses authentischen Berichts, welcher naturgemäß manches Bekannte wiederholt, liegt vorzüglich in der Fülle des vom Verf. sogleich an Ort und Stelle tagebuchartig niedergeschriebenen Details, welches den Verlauf jener erschütternden Episode mit all' ihren Nebenumständen zu einer greifbaren Wirklichkeit für uns macht." - Einband bestoßen und am Rücken beschädigt.

Schilling Ritter v.Henrichau, August, Schriftsteller (1815-1886). Zwei eigenh. vollständige Gedichtmanuskripte (36 und 16 Zeilen) mit U. o.O. [Wien], 4. X. 1831. 8°. 5 Seiten. Doppelblätter. 300,- "Dem Herrn Adolf v. Bäuerle […] zur gütigen Aufnahme in die Wiener-Theaterzeitung." - Jugendwerke: "Herr: ›Nein‹ und Fräulein: ›Aber! -‹ Eine Parodie aus dem Leben" und "Nachhall der vaterländischen Gesänge auf Franz, den Vater seiner Kinder."

Schlägel, Max v., Schriftsteller (1840-1891). Eigenh. Brief mit U. Ilmenau, 1. IX. 1874. 8°. 1 3/4 Seiten. 150,- Der Erzähler Max von Schlägel aus München quittierte 1863 den Militärdienst und ging nach Paris. Nach seiner Rückkehr war er politisch tätig. Einer Anklage wegen Hochverrats entzog er sich durch die Flucht in die Schweiz. 1870 wurde er als Kriegsberichterstatter von den Franzosen gefangengenommen. Nach seiner Freilassung lebte er als freier Schriftsteller in verschiedenen europäischen Ländern. In diesem Brief an eine Zeitungsredaktion bittet er um Besprechung einer eingesandten Arbeit. "Die Willkührlichkeit, mit welcher Gustav Rasch meine Schrift behandelt hat, ist mir doppelt mißlich nach dem Aufsehen, welches sein Pamphlet gemacht hat und Sie würden mich ungemein verbinden, wenn Sie meine Erklärung an der geeigneten Stelle mit den Worten einleiten möchten […]"

Schneegans, Ludwig, Schriftsteller (1842-1922). Eigenh. Brief mit U. München, 31. V. 1873. 8°. 1 Seite. 180,- "[…] Da ich leider meiner Theaterproben wegen verhindert bin, nach Leipzig zu reisen, habe ich die Ehre, Ihnen auf Anrathen von Dr. [Paul] Heyse vorzuschlagen, daß wir unsere Vota auf den Componisten Baron [Franz] v.Holstein [1826-1878] übertragen […]" - Schneegans lebte 1865-83 in München, ab 1870 war er "Hofdichter" für die Separatvorstellungen König Ludwigs II.

Schulheim, Hyazinth v., Schriftsteller (1815-1875). Eigenh. Brief mit U. [Graz], 17. III. [ca. 1855]. 8°. 1 Seite. Doppelblatt mit Adresse und Siegelausriß. 50,- An Franz Thome mit der Bitte um Theaterbillets. - Schulheim war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung.

Solger, Karl Wilhelm Ferdinand, Philosoph (1780-1819). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 24. III. 1812. 4°. 2 Seiten. 2.400,- An seinen Freund, den Germanisten Friedrich Heinrich v.der Hagen (1780-1856), Professor in Breslau. "[…] Was mich betrifft, so habe ich Dich nicht aus Trägheit so lange auf einen Brief warten lassen, sondern aus Bosheit. Erstlich dauerte es überhaupt ewig, ehe Du an einen von uns schriebst, ungeachtet Du an [Peter Christian Wilhelm] Beuth, [Julius Eduard] Hitzig, und wer weiß wen noch, schreiben konntest; und dann hättest Du vor allen Dingen mir recht viel ordentliches und tüchtiges über Breslau und die dortige Gelehrsamkeit in allen Beziehungen schreiben sollen. […] Nun will ich ein wenig nach Schwedt [Solgers Heimatstadt] reisen. Unsere Universität ist in großem Zwiespalt wovon Du aber ja nichts ausbringen mußt. Die Hauptursach[e] ist [Johann Gottlieb] Fichtes ganz verkehrtes und wunderliches Rektorat. Ihr habt gewiß einen zehnmal besseren Rektor. [Friedrich v.] Raumer kann Dir einiges davon mittheilen, was ich ihm geschrieben habe. Aber geh mir ja behutsam damit um. Was macht denn [Johann Gustav Gottlieb] Büsching [1783-1829; Literarhistoriker, Prof. in Breslau]? Ist er noch in Neisse? Er hat noch von mir die Uebersetzung aus der Galathea des Cervantes, die ich ihm für das Pantheon [Zeitschrift für Wissenschaft und Kunst, hrsg. von J. G. Büsching und K. L. Kannegießer, 1810] gegeben hatte. Diese möchte ich sehr gern wieder haben, um sie nunmehro dem dritten Journale anzubieten, welches von [Friedrich de la Motte-] Fouque und [Wilhelm] Neumann unter dem Titel: Die Musen [Berlin 1812-14, dort ebenfalls nicht aufgenommen], herausgegeben werden soll. Auch wünschte ich sehr, daß mir Büsching den Agamemnon von [Heinrich] Voß [1779-1822, Sohn von J. H. Voß, sein Agamemnon erschien erst 1826 im Druck], falls er ihn noch hat, einmal herschickte, um ihn kennen zu lernen. [Friedrich] Rühs [1781-1820, Geschichtsprofessor in Berlin] ist sehr böse auf Dich wegen einiger Bücher, die Du von ihm haben sollst. Eben so hat er mir erzählt, daß man in Göttingen sehr auf Dich schelte, welches [Achim v.] Arnim, der kürzlich da gewesen ist, bestätigt [Arnim war Ende Januar bis Anfang Februar von Frankfurt a. M. über Kassel und Göttingen nach Berlin gereist]. Verdirb Dir doch nicht diesen Handel. Ich muß heute kurz sein, werde Dir aber gewiß nächstens weitläuftiger schreiben, obgleich die Verpflichtungen des Freitags [Solger war Begründer eines ›Freitagskreises‹] übernommen hat. Am 20sten d. M. bin ich auf [Georg Wilhelm] Kesslers [1782-1846] Hochzeit [mit Auguste Heim] gewesen. Er scheint ein recht glücklicher Ehemann zu werden. Der Ueberbringer dieses wird wohl der Hr. Professor [Bernhard?] Meyer [1767-1836, Arzt aus Frankfurt a. M.] sein, der von Frankfurt a. M. nach Breslau kommt […]" - Fichte war von 1809 bis zu seinem Tode 1814 der erste Rektor der neu gegründeten Berliner Universität. Solger, seit 1811 Professor der Philosophie dort, wurde 1814-15 sein Amtsnachfolger. - Leicht fleckig.

Suckow, Emma v., Schriftstellerin (1807-1876). Eigenh. Brief mit U. Stuttgart, 5. II. o. J. 8°. 1 Seite. Papiergedecktes Siegel. 250,- An Amely Bölte (Schriftstellerin und Erzieherin, Nichte Fanny Tarnows; 1811-1891), Dresden. Bedankt sich für Andenken und lädt zum Besuche ein. Bittet "innigst" diesen aber erst in "1 oder 2 Monaten" zu tun, da sie gesellschaftliche Verpflichtungen binde. Erwähnt Leopold Kompert und Seyffarth (?). - Baronin Suckow, geb. Gräfin Pappenheim und Calantin, stand in Verbindung zu den bekanntesten Vertretern der schwäbische Romantik. Sie veröffentlichte unter dem Namen Emma von Niendorf. - Schwarze Tinte auf bläulichem Papier.

Wachler, Johann Friedrich Ludwig, Literaturhistoriker (1767-1838). Eigenh. Brief mit U. Breslau, 22.V. 1824. 4°. 2 3/4 Seite. Doppelblatt. 250,- Wachler erinnert eingangs mit "innigster Dankbarkeit" an seine kürzlich erfolgte Anstellung als Oberbibliothekar der Breslauer Universitätsbibliothek, nachdem ihm sein Wirkungskreis als Konsistorial- und Schulrat infolge des Streits um die Turnsache genommen worden war. "Lassen Sie, Verehrtester, einen Schleyer der Liebe fallen auf Einiges in der Vergangenheit; habe ich Feinde oder Gegner […] sie sollen mir als unerbittlich strenge Richter des Lebens und Strebens willkommen seyn […] Dem würdigen Herrn Minister v.Altenstein […] werde ich sobald der 4te Theil des Handbuches [der Literatur] in meinen Händen ist, ausführlich und mit tief gefühlter Innigkeit danken […] ohne Seinen Schutz würde mich vielleicht der, durch sehr natürliche Zauberkünste aufgeregte Sturm wenigstens äußerlich zu Boden geworfen haben […]" - Rechte obere Ecke fleckig und mit kleinem Ausriß.

Wagner, Ernst, Schriftsteller (1769-1812). Eigenh. Brief mit U. Fragment. Meiningen, 20. VI. 1808. 4°. 1/2 Seite. 350,- "Mein Brief hat Herrn Brentano abermals verfehlt. Werden Sie nicht endlich doch zürnen, wenn ich Sie bitte, ihn in Cassel, wo ich ihn vermuthe, gnädig bestellen zu lassen - im Nothfalle nur durch seinen Freund, Herrn von Arnim, und bey Gelegenheit […]" Ernst Wagner wurde 1805 durch Vermittlung von Jean Paul Kabinettssekretär beim Herzog von Meiningen. Sein bekanntestes Werk ist der Roman "Die reisenden Maler" (1806). Clemens v.Brentano und Achim v.Arnim hielten sich im Sommer 1808 in Heidelberg auf. - Aus einer alten Sammlung, beschriftet.

Wedekind, Georg Christian Gottlieb Frhr.v., Arzt und Politiker (1761-1831). Vier eigenh. Briefe mit U. Auerbach und Darmstadt 1824-1827. 4°. Zus. 11 Seiten. 1.500,- Wedekind studierte in Göttingen, wurde Arzt und 1787 Professor und kurfürstl. Leibarzt in Mainz. Er schloß sich den Republikanern an und verlor seine Stellung bei Hofe. Zusammen mit Georg Forster publizierte er die Wochenschrift "Der Patriot" sowie zahlreiche Schriften über Aufklärung, Freiheit und Gleichheit. Seit 1808 war er als Leibarzt des Großherzogs Ludwig I. von Hessen tätig. In Darmstadt wirkte Wedekind mit großem ärztlichem Erfolg und bei einer beachtlich vielseitigen schriftstellerischen Tätigkeit bis zu seinem Tode. Er war ein Vorkämpfer für die Kuhpockenimpfung in Deutschland, korrespondierte mit Wieland und behandelte noch in Mainz Heinrich v.Kleist. Die Briefe sind mit großer Wahrscheinlichkeit an den Heidelberger Professor und Theologen Paulus (1761-1851) gerichtet. Wedekind berichtet über seine medizinischen und freimaurerischen Veröffentlichungen, eine fachliche Auseinandersetzung mit dem Kollegen Franz Karl Naegele, spielt auf theologische Streitfragen an, erwähnt Johann Heinrich Voß, die Zeitschrift "Sophronizon" von Paulus und erteilt - nicht zuletzt - dem Empfänger ärztliche Ratschläge. - Selten. - Gebräunt, etwas fleckig und ein Brief mit kleinem Loch (ohne Textverlust).

Wied, Maximilian Prinz zu, Forschungsreisender (1782-1867). Eigenh. Brief mit U. Neuwied, 1. XI. 1827. 4°. 1 1/2 Seiten. Doppelblatt. 750,- An einen "Landrath", vermutlich Georg Friedrich Bärsch (1778-1866, Freiheitskämpfer und Geschichtsschreiber). Nach den Freiheitskriegen wurde er "dem Militärgouverneur in Aachen, am 6. 12. 1815 dem Generalstab Gneisenaus in Koblenz zur Organisation der Landwehr im Rheinland zugeteilt. Ende 1816 trat er in die Verwaltung ein: zunächst als kommissarischer Landrat des Kreises Lechenich (Euskirchen), später des Kreises Solingen, seit 1819 als Landrat im Kreise Prüm" (NDB I, S. 529). "Euer Wohlgeboren schon längst die Güte gehabt, bei Gelegenheit einiger dem General v.Pfuel geliehenden Bücher, mir zu schreiben, und ich war so unhöflich Ihnen nicht zu antworten […]" Der Prinz dankt für "einen seltenen Vogel" und fährt fort "Der Beschreibung nach […] muß er in das Geschlecht Möwe (Larus), oder Sturmvogel (Procellaria) gehören, und in dem letzteren Falle würde er als ein seltener von Stürmen verschlagener Gast zu betrachten seyn. Am heutigen stürmischen Tage dürften Sturmvögel wohl eher ihr Element an den Küsten als auf den Höhen der Eifel finden […]"

Wied, Maximilian Prinz zu, Forschungsreisender (1782-1867). Eigenh. Billet mit U. Neuwied, 3. I. 1848. 4°. 1/2 Seite. 350,- Am 2. Januar 1848 ist im "Rheinischen Hof" in Neuwied ein Mr. Herpaid (?), Ingenieur aus England, abgestiegen. Prinz Maximilian bedankt sich bei "Monsieur Shepard" dafür, daß er das "modele de son interessante invention, preuve de son genie mecanique" habe sehen dürfen. Um welche geniale Erfindung es sich dabei gehandelt hat, ist nicht festzustellen. - Herrn Dr. Krüger vom Fürstl. Archiv in Neuwied danke ich für seine Hilfe. - Rückseitig Montagespuren.

Wied, Maximilian Prinz zu, Forschungsreisender (1782-1867). Eigenh. Brief mit U. o.O. und J. [Neuwied um 1850/1860.] 4°. 2 Seiten. Auf bläulichem Papier. Mit Trockenstempel "Asmus Simonsen - St. Petersburg". 1.200,- Interessanter Brief des Prinzen Max, der von seinen weltweiten Verbindungen, Naturalien für seine große Sammlung zu tauschen, zeugt. Er stand mit einer großen Anzahl von Naturforschern und - freunden in Korrespondenz und hat bis ins hohe Alter einen regen Austausch von Informationen und Präparaten gepflegt. Dieser Brief an einen "Staatsrath" war höchstwahrscheinlich an Constantin Glitsch gerichtet, der in der Herrnhuter Kolonie Sarepta eine Senffabrik betrieb. Der Brief lief über die Niederlassung der Brüdergemeine in St. Petersburg. "E. H. haben mir durch Ihren schätzbaren Besuch am Rhein recht viele Freude gemacht, denn es gehört zu meiner angenehmsten Unterhaltung, mich mit entfernten Weltgegenden in Verbindung zu setzen. Hoffentlich sind E. H. glücklich wieder an die Ufer der oberen Wolga zurück gekehrt […] Ich habe, um Ihnen doch noch vor dem Schlusse der russischen Schiffahrt eine wilde Katze zu schicken, noch einige kleine Säugthiere vom Missouri beigepackt […]" Dann folgt die Liste von zehn Tieren aus Nordamerika und Brasilien. "Ich werde im Laufe dieses Winters gewiß Gelegenheit haben, recht große schöne wilde Katzen, und ein Skelett dieses Thieres für E. H. verarbeiten zu lassen, welche ich dann im kommenden Mai nach Petersburg expediren werde […] Ich erwarte jetzt eine Sammlung brasil. Frösche, die mir vielleicht Tauschartikel bringen könnten […] Die Saiga habe ich aus Sarepta schon öfters erhalten […]" Am Schluß des Briefes noch ein Hinweis für den Sammler: "Ich habe zwischen die Papiere, welche die Thiere einfüllen, ein Conservirpulver streuen lassen, welches mir immer gute Dienste gegen die Raubinsecten geleistet hat." - Etwas fleckig und mit winzigen Papierausbrüchen.

Wieland, Christoph Martin, Schriftsteller (1733-1813). Eigenh. Brief mit U. o.O. [Weimar], 7. IX. o. J. [1779]. 8°. 1 Seite. Rückseitig Adresse und Siegelausriß. 4.200,- Wohl an den Geheimen Hofrat Christian Gottlob Müller (1711-1786) in Weimar. " […] Ich weiß nicht, wie es kam, daß ich diesen Morgen vergaß, Ew. Hochwohlgeb[oren] zu sagen, daß es mir considerantis considerandis unmöglich sein würde, anders als in einem mit Gläsern versehenen Wagen nach Erfurt abzugehen. Sollten Sie mir einen solchen bey Sr. Durchl. dem Herzog auswirken können, so würden Sie mich sehr verbinden. Für Postpferde würde ich schon selbst sorgen. Sollte ich keinen solchen Wagen erhalten können, so kann ich nicht versprechen Morgen nach Erfurt zu kommen […]" - Freundliche Auskunft des Herausgebers der Wieland-Briefwechsel-Ausgabe Prof. Dr. Siegfried Scheibe: "Enger sind Wielands Beziehungen zu Erfurt in den frühen Jahren seines Aufenthaltes in Weimar, und so findet sich bei Thomas C. Starnes ›Wieland. Leben und Werk‹ (Bd. I., S. 665) unter ›Etwa am 8. September 1779‹ der Eintrag ›Nach Erfurt gefahren‹. Er bezieht sich damit auf einen Brief Wielands an Merck vom 20.November 1779 (WA Bd. 7/1, S. 239), in dem es heißt: ›Seit 3 Monaten bin ich ausser 12 Tagen die ich beym Statthalter von Erfurt [Karl Theodor v.Dalberg], und am Hofe von Gotha [belegt vom 13.-17. 9.] im September zugebracht habe, fast gar nicht aus dem Hause gekommen‹. Im Bd. 7/2 (S. 237) der Briefwechselausgabe wird vermutet, daß der Besuch in Erfurt möglicherweise mit dem Fortgang des Professors Johann Georg Meusel aus Erfurt zu tun haben könnte." - Mit 2 kleinen Hinterlegungen am Unterrand.

Wilbrandt, Adolf v., Schriftsteller (1837-1911). Eigenh. Briefkarte mit U. Rostock, 16. I. 1888. 16°. 1 1/2 Seiten. 220,- Dankesbrief an ein "gnädiges Fräulein". - "[…] zu mehr als zu Dank und Gruß reicht es nicht, ich bin zu tief in großer Arbeit; aber mit ein paar Worten muß ich Ihnen sagen, daß mir Ihr freundlicher Brief eine herzliche Freude war […] Zustimmungen und Mitteilungen wie die Ihrigen sind ein Labsal […]" - A. Wilbrandt war von 1881-87 Direktor des Burgtheaters in Wien und kehrte danach in seine Heimatstadt Rostock zurück. - Karton. - Stellenw. leicht fleckig und geringe Wischspuren.

Wilbrandt, Adolf v., Schriftsteller (1837-1911). Eigenh. Albumblatt mit U. Rostock, 5. VI. 1891. Quer-8°. 1 Seite. 240,- "Tod, Alter, Sorge wollen nicht | Gebeten sein. | Die Freude harrt, im Schleier dicht, | Auf Dein ›Herein!‹". - Rückseite mit Montagespuren, geringe Randmängel.

Willisen, Wilhelm v., General (1790-1879). Eigenh. Brief mit U. Leipzig, 16. V. 1815. Kl.-4°. 1 Seite. 450,- "[…] melde ich ganz gehorsamst wie mir unter heutigem dato eine Bestimmung des Kriegs Ministerii mitgetheilt worden ist, nach der ich als General Stabsoffizier zu der 6ten Brigade versetzt bin." Entschuldigt sich für verspätete Mitteilung und verspricht augenblickliche Abreise. - Willisen diente während der Feldzüge 1813/14 als Generalstabsoffizier in der schlesischen Armee. Das vorliegende Schreiben dokumentiert seinen Wechsel als Hauptmann in den Generalstab Blüchers. Im Juni 1815 zogen die Preußen unter Blücher in Belgien ein und besiegten die Armeen Napoleons endgültig mit der Koalitionsarmee unter Wellington bei Waterloo (18. VI.) Willisen wurde 1840 Chef des Generalstabs des 5. Korps in Posen, seit 1850 Oberbefehlshaber der schleswig-holsteinischen Armee. - Mit Empfangsvermerk. - Gebräunt.

Winterfeld, Adolf v., Schriftsteller und Soldat (1824-1889). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 10. I. 1881. 8°. 1 Seite. 80,- Der Kammerherr Adolf v.Winterfeld wird der Begründer der Militärhumoreske genannt. Seine zahlreichen Manövergeschichten erfreuten sich in der Mitte des 19. Jahrhunderts großer Beliebtheit, als "der preußische Lieutenant noch nicht zur ständigen Zielscheibe des Witzblattspotts geworden" (L. Fränkel) war. Hier wird ein ahnungsloser Redakteur aufgeklärt. "Das Schwein ist kein Wildschwein, sondern ein zahmer Zuchteber, den der dumme Peter und die beiden Nichtjäger im dichten Nebel für ein Wildschwein halten; gerade in diesem Schluß finde ich eine hübsche Wirkung […]!"

Woltmann, Karoline v., Schriftstellerin (1782-1847). Eigenh. Brief mit U. Berlin, 15. IX. 1835. 4°. 2 Seiten. Doppelblatt. 500,- An die Expedition des "Berliner Modenspiegels", Hrsg. Alexander Cosmar. "Als mir vor einigen Wochen gemeldet wurde, ein Aufsatz über weibliche Erziehung von mir, sei in Ihrem Modespiegel abgedruckt, bevor ich dessen Abdruck im Damen-Conversations- lexicon, für welches er gearbeitet worden erfahren, war ich zweifelhaft, ob er statt in dieses aufgenommen zu werden, vielleicht ohne meine Zustimmung Ihnen übergeben sei, und darüber in einiger Besorgniß […] Ich nehme mir die Freiheit Ihnen meine neueste Arbeit zu übersenden. Mein Bild Italiens ist allerdings eine Widerlegung vom Bilde Herrn Nicolais; indessen ist es treu, und thut dem schönen Lande Gerechtigkeit […] Ich hätte der Arbeit mehr Interesse geben können, hätte ich sie halb zum Roman gemacht […] So habe ich meine Person nicht durch Erdichtungen zur Heldin eines Reiseromans gemacht, sondern sie und das Erlebte geschildert, wie beide Natur und die Umstände gestaltet." - Die zweiteilige Reiseschilderung "Menschen und Gegenden" erschien 1835 in Breslau bei Max & Co. Die Veröffentlichung von Gustav Nicolai: "Italien wie es wirklich ist" (Leipzig 1834) rief unter den Italienfreunden einen Sturm der Entrüstung hervor. - Etwas gebräunt und knitterig.

Zach, Franz Xaver Freiherr v., Astronom (1754-1832). Eigenh. Brief mit U. Friedenstein bei Gotha, 9. XII, 1799. 4°. 1 Seite. Rückseitig Adresse. 900,- An Johann Friedrich Hennicke (1764-1848) in Gotha, den von ihm ausgewählten Redakteur seiner Zeitschriften "Allgemeine geographische Ephemeriden" und "Monathliche Correspondenz zur Beförderung der Erd- und Himmelskunde" (Gotha 1800-1813). Im vorliegenden Brief geht es ausschließlich um redaktionelle Fragen der Dezemberhefte der "Ephemeriden" und des ersten Heftes der "Monathlichen Correspondenz", dessen Veröffentlichung im Januar 1800 unmittelbar bevorstand: "Die Nachricht über die Bedeckung der Venus kann unmöglich abgebrochen, und in zwey Stücke vertheilt werden. Ich weis keinen anderen Rath zu geben, als von den Correspondenz Nachrichten die bereits abgesezzt sind, [Franz v.Paula] Triesneckers [1745-1817; Wiener Astronom], und wenn es nöthig seyn sollte auch [Heinrich Wilhelm Matthias] Olbers [1758-1840; Bremer Arzt und Kometenentdecker] Brief, auf das Decembr. Stück zurückzusetzen […] Der Schluss der Nachricht über die Venus-Bedeckung beträgt nur noch wenige Zeilen, auch werde ich [Placidus] Fixlmillners [1721-1791; Astronom in Kremsmünster] Biographie so kurz als möglich machen, beydes, so wie Mspt. für das Künftige December Heft folgt morgen ganz gewiss. […] Hrn. Rath [Rudolph Zacharias] Becker [1772-1822; Philanthrop und Verleger in Gotha] habe ich heute einen Auszug über Japon von Hrn. Hofr. [Adam] Weishaupt [1748-1830; Theologe und Gründer des Illuminatenordens] geschickt, er scheint mir interessant zu seyn, und einen Platz im I Heft der M. C. zu verdienen. Wenn Ew. Wohlgeb. das Journal general & ... von Treuttel [Straßburger Verleger] nicht mehr brauchen, so bitte ich darum. [Johann Friedrich] Blumenbach [1752-1840; Göttinger Mediziner und Naturforscher] schreibt mir, dass wenn es noch Zeit hat, er mir Nova Africana zum I St. der M. C. schiken wolle. Ich wünsche nun zu wissen, wie viel Raum noch in diesem I. St. übrig ist, und ob man auf diese Africanische Nachrichten warten sollen und können […]" Johann Friedrich Hennicke war Lehrer am Gymnasium zu Gotha, später Mitarbeiter von R. Z. Becker. "Als er durch Weishaupt mit dem Direktor der Sternwarte, Freiherrn v.Zach bekannt geworden war, übertrug ihm dieser 1798 die Redaction der ›Allgemeinen geographischen Ephemeriden‹, dann seit dem Jahr 1800 die der "Monatlichen Correspondenz für Erd- und Himmelskunde" (ADB IX, 773). Heft 1 dieser Zeitschrift erschien im Januar 1800. - Heinrich Wilhelm Mathias Olbers Beitrag zum Heft 1 der "Monatlichen Correspondenz" lautete "Über eine merkwürdige Entdeckung von [Johann Hieronymus] Schröter". - Adam Weishaupt floh nach der Aufhebung des Ordens 1786 nach Gotha, wo ihn Herzog Ernst II., selbst Illuminat, zum Hofrat ernannte und wo er bis zu seinem Tode blieb.


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