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Nobilität im Sittlich-Wissenschaftlichen Verein 1808-1809

Mitglieder und Ziele des Tugendbundes

Auf dieser Webseite finden Sie die Fortsetzung der Geschichte des sogenannten Tugendbundes in Preußen im Zeilalter der napoleonischen Bedrückungen Preußens. Den Beginn des Artikels können Sie auf dieser Webseite einsehen.

IV. Mitgliederzusammensetzung
Nach der Nennung der Ziele des Vereins läßt sich vermuten, daß es es nur besonders fortschrittliche, liberal gesinnte Edelleute waren, die dem Verband beitraten. Geht man von den in der Literatur genannten Gesamtmitgliedzahlen von zuletzt rund 620 aus, so ist jedoch der Anteil des Adels daran mit 128 ermittelbaren Personen oder 20,6 % außergewöhnlich hoch und in keine Beziehung zu setzen zum Anteil der Nobilität in Bezug auf sein Verhältnis zur Bevölkerungszahl.

Innerhalb der also recht großen Adelsgruppe waren die meisten Adeligen mit einem militärischen Beruf begnadet, allein 80,5 % waren Offiziere aller Rangklassen, vom Oberst bis hin zum Sekondeleutnant, wobei sich die Rangübergewichtigkeit meist bei den Subalternoffizieren zeigte. Die nächstgrößere Berufsgruppe stellten mit ca. 14,1 % die Beamten, das waren ein Bergrat, zwei Kriegs- und Domänenräte, zwei Kriegs- und Steuerräte, ein Particuleur, ein Geheimer Rat und Postdirektor, ein Oberforstmeister, ein Kreisrat, ein Kreisdeputierter, drei Landräte, ein Kammerreferendar, zwei Kriegsräte und ein Kommissar.

Nur noch rund 1,5 % kamen aus der Wissenschaft und waren Professoren (v.Baczko, v.der Goltz). ebenfalls nur eine Minderheit stellten erwartungsgemäß die Gutsbesitzer, die bereit waren, die Leibeigenschaft auf ihren Gütern freiwillig aufzuheben: Mit den Rittergutsbesitzern v.Roenberg-Gruszinski, v.Woyrsch, Henckel v.Donnersmark, v.Portugall und v.Kollas stellten sie aber immerhin noch etwa 3,9 % aller adeligen Mitglieder.

Im Adelsgefüge auffallend war, daß kaum ein Uradeliger verteten war, daß die meisten Edeleute aus dem Diplomadel stammten, einige gar den Adel erst selbst erhalten hatten. Neben wenigen Freiherren und Grafen fanden sich aber auch drei Hochadelige im Verein; sie entstammten den Häusern Hohenzollern-Hechingen, Henckel v.Donnersmarck, und (Schleswig-) Holstein-Beck. Auffallend ist auch ein Anteil an Katholiken unter den sonst nur protestantisch orientierten Mitgliedern.

V. Sämtliche ermittelbare Edelleute als Vereinsmitglieder 1808 bis 1/1809

Im folgenden Abschnitt werden alle ermittelbaren Edelleute als Mitglieder des Sittlich-Wissenschaftlichen Vereins dargestellt, sofern sie sich in den noch vorhandenen handschriftlichen Mitgliederlisten von April 1808 bis Januar 1809 verzeichnet fanden. Es handelt sich bei den Einträgen jedoch nicht um die vollständige Mitgliederliste, da der Verein bis Dezember 1809 bestand, später noch zwei Kammern hinzukamen und auch viele neue Mitglieder.

Aber die Aufstellung ist die erste ihrer Art, in der eine Vielzahl und sicherlich die Mehrheit der Adeligen zum ersten Mal veröffentlicht wird. Grundlage hierzu waren dem Verfasser mehrere leider undatierte Verzeichnisse aus dem Geh. Staatsarch. Preuß. Kulturbes. in Bln.-Dahlem (genaue Signatur der Verzeichnisse siehe unten im Abschnitt Quellen). Es sei bemerkt, daß die Schreibweise der Nachnamen und Vornamen ungeprüft aus der Quelle übernommen wurden, also u.U. variieren können:

VI. Quellen und Literaturhinweise

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