| Institut Deutsche
Adelsforschung |
Gegründet 1993 - Online seit 1998 |
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Nobilität im Sittlich-Wissenschaftlichen Verein 1808-1809
Mitglieder und Ziele des Tugendbundes
Auf dieser Webseite finden Sie die Fortsetzung der Geschichte des sogenannten
Tugendbundes in Preußen im Zeilalter der napoleonischen Bedrückungen
Preußens. Den Beginn des Artikels können Sie auf dieser
Webseite einsehen.
IV. Mitgliederzusammensetzung
Nach der Nennung der Ziele des Vereins läßt sich vermuten,
daß es es nur besonders fortschrittliche, liberal gesinnte Edelleute
waren, die dem Verband beitraten. Geht man von den in der Literatur genannten
Gesamtmitgliedzahlen von zuletzt rund 620 aus, so ist jedoch der Anteil
des Adels daran mit 128 ermittelbaren Personen oder 20,6 % außergewöhnlich
hoch und in keine Beziehung zu setzen zum Anteil der Nobilität in
Bezug auf sein Verhältnis zur Bevölkerungszahl.
Innerhalb der also recht großen Adelsgruppe waren die meisten
Adeligen mit einem militärischen Beruf begnadet, allein 80,5 % waren
Offiziere aller Rangklassen, vom Oberst bis hin zum Sekondeleutnant, wobei
sich die Rangübergewichtigkeit meist bei den Subalternoffizieren zeigte.
Die nächstgrößere Berufsgruppe stellten mit ca. 14,1 %
die Beamten, das waren ein Bergrat, zwei Kriegs- und Domänenräte,
zwei Kriegs- und Steuerräte, ein Particuleur, ein Geheimer Rat und
Postdirektor, ein Oberforstmeister, ein Kreisrat, ein Kreisdeputierter,
drei Landräte, ein Kammerreferendar, zwei Kriegsräte und ein
Kommissar.
Nur noch rund 1,5 % kamen aus der Wissenschaft und waren Professoren
(v.Baczko, v.der Goltz). ebenfalls nur eine Minderheit stellten erwartungsgemäß
die Gutsbesitzer, die bereit waren, die Leibeigenschaft auf ihren Gütern
freiwillig aufzuheben: Mit den Rittergutsbesitzern v.Roenberg-Gruszinski,
v.Woyrsch, Henckel v.Donnersmark, v.Portugall und v.Kollas stellten sie
aber immerhin noch etwa 3,9 % aller adeligen Mitglieder.
Im Adelsgefüge auffallend war, daß kaum ein Uradeliger verteten
war, daß die meisten Edeleute aus dem Diplomadel stammten, einige
gar den Adel erst selbst erhalten hatten. Neben wenigen Freiherren und
Grafen fanden sich aber auch drei Hochadelige im Verein; sie entstammten
den Häusern Hohenzollern-Hechingen, Henckel v.Donnersmarck, und (Schleswig-)
Holstein-Beck. Auffallend ist auch ein Anteil an Katholiken unter den sonst
nur protestantisch orientierten Mitgliedern.
V. Sämtliche ermittelbare Edelleute als Vereinsmitglieder 1808
bis 1/1809
Im folgenden Abschnitt werden alle ermittelbaren Edelleute als Mitglieder
des Sittlich-Wissenschaftlichen Vereins dargestellt, sofern sie sich in
den noch vorhandenen handschriftlichen Mitgliederlisten von April 1808
bis Januar 1809 verzeichnet fanden. Es handelt sich bei den Einträgen
jedoch nicht um die vollständige Mitgliederliste, da der Verein bis
Dezember 1809 bestand, später noch zwei Kammern hinzukamen und auch
viele neue Mitglieder.
Aber die Aufstellung ist die erste ihrer Art, in der eine Vielzahl und
sicherlich die Mehrheit der Adeligen zum ersten Mal veröffentlicht
wird. Grundlage hierzu waren dem Verfasser mehrere leider undatierte Verzeichnisse
aus dem Geh. Staatsarch. Preuß. Kulturbes. in Bln.-Dahlem (genaue
Signatur der Verzeichnisse siehe unten im Abschnitt Quellen).
Es sei bemerkt, daß die Schreibweise der Nachnamen und Vornamen ungeprüft
aus der Quelle übernommen wurden, also u.U. variieren können:
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Arnauld, v., Leutnant im Kolbergischen Inf.-Rgt., seit 16.Dezember 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Baczko, Ludwig v., Professor, Katholik, entstammt einem eigentlich evangelischen
Geschlecht, daß mit 1665 in Ungarn den Adelsstand erhalten hatte
und mit dem Kgl. Preußischen Major a.D. Adolph v.Baczko in Preußen
eingewandert war, wo die Namensform "v.Baczko" unbeanstandet geblieben
ist. Er selbst war seit 15.Juli 1808 Mitglied der Königsberger Kammer,
wohnte in Königsberg in der Katholischen (!) Straße 112, übernahm
das Thema "Volkswohlstand" und war im Verein Rat des Provinzialrats. Erklärte
aber am 17.Mai 1809 schriftlich: "Meine Umstände und Verhältnisse
machen es mir zur Pflicht jetzt dem sittlich-wissenschaftlichen Verein
zu entsagen; ich erkläre folglich hierdurch mit Zurücksendung
der Constitution, daß ich dessen Mitglied zu seyn aufhöre. Bin
ich aber in dem Fache der Erziehung und in Hinsicht der Wohlthätigkeit
gegen die Armen, woran ich im Verein theil nahm, auch außer demselben
meinen Mitbürgern nützlich zu seyn im Stande, so bin ich mit
Vergnügen dazu bereit und empfehle mich allen den guten und redllichen
Männern, die ich im Verein kennen gelernt habe, zu Freundschaft und
Wohlwollen."
-
Below, v., Kriegs- und Steuerrat, war 1809 eines von drei Mitgliedern der
neuen Kammer zu Tarnowitz in Oberschlesien
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Below, Wilhelm Adolph Hans Heinrich v., * 1789 Koethen im Anhaltinischen,
1794 Kadett in Stolp, 1797 Kadett in Berlin, 1798 als Junker ins Grenadier-Gardebataillon
Nr.6 eingetreten, Leutnant beim 1.Bataillon Garde zu Fuß, in der
Schlacht bei auerstedt durch Brustschrapnellschuß verwundet, war
seit 4.Mai 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm die
"2.Abteilung der Volksbildung", wohnte in der Pulvergasse, als er zur V.Kammer
übergegangen war. Gab als sein Ziel an, "so es erreichbar ist, die
sittliche Ausbildung des gemeinen Soldaten, welches geschäftlich indes
für das Individuum sehr schwierig seyn dürfte", zu übernehmen.
Zuletzt Kgl. Preußischer Generalleutnant, gestorben 1864.
-
Beyer, Otto Friedrich Wilhelm v., * in Gumbinnen, Kgl. Preußischer
Premierleutnant in der Armee, zur Zeit in Königsberg, seit 19.Juni
1808 Mitglied der Königsberger Kammer
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Blacha, v., Rittmeister im Schlesischen Ulanen-Regiment, trat zwischen
Januar und März 1809 dem Verein bei
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Boehn, Ingenieur-Leutnant, 1809 Mitglied in der Braunsberger Kammer
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Bonin, Friedrich Erdmann v., stammte aus hinterpommerschem Uradel,
Major und Direktor, war 1809 einziges Mitglied der neuen Kammer zu Stolp
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Borcke, v., Ingenieur-Leutnant, 1809 Mitglied in der Braunsberger Kammer
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Borcke, Ernst Gottlob (auch Gottlieb) v., * Stargard, Ingenieur-Leutnant
in Kolberg, übernahm das Thema "Erziehung", seit Oktober 1808 Mitglied
der Kolbergischen Kammer
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Borne, Carl Friedrich v., * in Berneuchen in der Neumark, 40 Jahre alt,
Particuleur, zur Zeit in Königsberg, seit 30.Mai 1808 Mitglied der
Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volkswohlstand"
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Boscamp, Carl Friedrich v., Bergrat in Cudowa, war 1809 eines von drei
Mitgliedern der neuen Kammer zu Tarnowitz in Oberschlesien
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Both, Gustav Friedrich v. (1772-1835), aus mecklenburgischem Uradel ,*
Schwerin im Herzogtum Mecklenburg, Kgl. Preußischer Major, zur Zeit
in Königsberg, seit 12.April 1808 Mitglied der Kammer Königsberg,
übernahm eine Erklärung zur Arbeitsteilnahme im Bereich "Volksbildung",
zuletzt Kgl. Preußischer Generalleutnant und Kommandeur der 10.Division
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Boyen, Hermann v. (1771-1848),* in Creutzburg in Ostpreußen, 37 Jahre
alt, Kgl. Preußischer Major der Armee, steht beim Allg. Kriegs-Departement,
seit 27.Juni 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm
das Thema "Volksbildung", war Direktor des Militärinstitus des Vereins,
später Generalfeldmarschall und Kriegsminister. Seit 1808 auch Freimaurer
in der Loge Zu den drei Kronen in Königsberg. War auch Mitglied der
Berliner Gesetzlosen Gesellschaft.
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Buddenbrock, v., Ltn in einem ostpreußischen Rgt., seit 26.September
1808 Mitglied der Köngsberger Kammer, 23 Jahre alt, wohnte in Rastenburg,
übernahm die Themen "Polizei" und "Volksbildung"
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Burgsdorff, v., aggregierter Kgl. Preußicher Leutnant im Litthauischen
Dragoner-Rgt., trat zwischen Januar und März 1809 dem Verein bei
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Carlowitz, Carl Friedrich Wilhelm v. (1779-1843), aus meißnischem
Uradel, Premierleutnant der Garde zu Fuß, seit Silvester 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, 27 Jahre alt, wohnte in Berlin. Zuletzt Kgl.
Preußischer Major a.D. ,ehemals Herr auf Stenkendorf im ostrpßeußischen
Kreis Osterode.
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Carnoll, v., Major, war 1809 eines von drei Mitgliedern der neuen Kammer
zu Glatz
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Collrepp, Ernst v. (1773-1813), Stabscapt. von der Armee, vormals beim
Infanterie-Regiment Nr.4 v.Kalckreuth mit Garnison in Elbing, war 1795
Sekondeleutnant, Adjutant eines Generalleutnants, später Adjutant
des Chef des Rgts. Oberst Wilhelm v.Kalckreuth, heiratete die Stief- und
Adoptivtochter des Regimentskommandeurs (Helene v.Kalckreuth), 1806 wurde
er Stabscapt., seit 9.November 1808 Mitglied der Königsberger Kammer,
übernahm das sonst von keinem Adeligen erwählte seltene Thema
"Pflanzschule für Officiere und Volks-Aufklärung", in Berlin
gestorben.
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Crailsheim, Johann Ludwig v., 38 Jahre alt, Capitän im Rgt. Prinz
Heinrich zu Pferd, * in Sachsenberg in Franken, seit 12.April 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, übernahm eine Erklärung zur Arbeitsteilnahme
an den Themen "Volksbildung" und Polizei"
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Crüger v.Konarsky, Christian Daniel, Leutnant im Leichten Bataillon
des Rgts. Prinz Heinrich, Ritter des Ordens Pour le Mértie, Sohn
des Pfarrers Crüger in Bilderweilschen, adoptierter Sohn des Kammerherrn
v.Konarsky, * in dem Dorfe Bilderweilschen in Preußisch-Litauen,
25 Jahre alt, am 27.März 1809 in die Braunsberger Kammer aufgenommen
(wurde hier, obgleich nur adoptiert, trotzdem mit aufgenommen, da dem Verfasser
nicht bekannt ist, ob er eine Adelsbestätigung erhalten hatte)
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Dalwigk, Georg Ludwig v., * in Baumgarten in Niederschlesien, reformierten
Bekenntnisses, 47 Jahre alt, Kgl. Preußischer Obrist von der Kavallerie,
seit 27.Juni 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm
das Thema "Volksbildung", trat aber zwischen Januar und März 1809
wieder aus dem Verein aus
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Derschow, Ernst Johann v., * in Kurland, Capitän im Grenadier-Bataillon
v.Fabecky, 44 Jahre alt, seit 15.Juli 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Dörnberg, Ludwig Wilhelm v., * in Hausen in Hessen, Rittmeister a.D.
aus westphälischen Diensten, hält sich zur Zeit in Westphalen
auf, seit 18.April 1808 Mitglied der Königsberger Kammer
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Douglas, v., Capt. im Rgt. v.Dierke, seit 28.Oktober 1808 Mitglied der
Königsberger Kammer
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Eberstein, Carl v., * 7.Januar 1778 in Dresden, 30 Jahre alt, Kgl. Preußischer
Sekondeleutnant, zur Zeit in Königsberg, seit 26.April 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, widme6e sich den Themen "Militair-Fach" und
"Polizei", wollte vorzüglich im Großherzogtum Warschau im Sinne
des Vereins wirken
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Einsiedel, v., Leutnant im Ostpreußischen Kürassier-Rgt., seit
20.Januar 1809 Mitglied der Königsberger Kammer, Katholik, wohnte
in Königsberg und übernahm das Thema "Volksbildung"
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Eisenhart, Friedrich v. (1769-1839), * in Berlin, aus einem preußischerseits
1786 geadelten Geschlecht aus Brandenburg, Kgl. Preußischer Rittmeister
und Adjutant des Generals v.Blücher, in einem pommerschen Husarenregiment,
zur Zeit in Treptow in Pommern sich aufhaltend, ab 18.April 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer
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Ernsthausen, Eduard Wilhelm v., Premierleutnant von der Armee, seit 6.Dezember
1808 Mitglied der Königsberger Kammer
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Falckenhayn, Bernhard v., Leutnant a.D., 50 Jahre alt, seit 7.Oktober 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg, übernahm
das Thema "Volkswohlfahrt"
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Falckenhayn, Wilhelm v., Ltn. a.D., seit 28.Oktober 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, übernahm das Thema "Volkswohlfahrt"
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Ferentheill, v., Ingenieur-Leutnant, 1809 Mitglied in der Braunsberger
Kammer
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Glasow, v., aus pommerschem Uradel, 38 Jahre alt, Capt. von der Armee in
Otton bei Zinten wohnhaft, seit 18.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer
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Goltz, Carl v.der, * Freystadt in Ostpreußen, Kgl. Preußischer
Leutnant im Corps v.der Marwitz, zur Zeit in Königsberg, ab 30.April
1808 Mitglied der Königsberger Kammer
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Goltz, v.der, Rittmeister im Ostpreußischen Kürassier-Rgt.,
seit 20.Januar 1809 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in der
Todtengasse in Königsberg, übernahm das Thma "Volksbildung"
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Goltz, Friedrich Julius v.der, Prof.jur., seit 4.November 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, wohnte auch dort
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Groeben, Carl Graf v.der (1788-1876), aus magdeburgischem Uradel, Leutnant
in einem Ulanen-Rgt., seit 2.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, wohnte in Schlesien, übernahm das Thema "Militair-Institut,
Litteratur und Kunst", zuletzt 9.Fideikommißherr auf Neudörfchen
im Krs.Marienwerder, Kgl. Preußischer General der Kavallerie, Generaladjutant
sowie Ritter des Ordens Pour le Mérite
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Grolman, Carl Wilhelm Georg v. (1777-1843), * in Berlin, Major von der
Armee, steht beim Allg. Kriegs-Departement, 31 Jahre alt, Mitglied
der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung" und
war im Verein Rat im Provinzialrat, zuletzt Kgl. Preußischer General
der Infanterie und kommandierender General des V.Armeekorps, preußischer
Reformer, Chef des Generalstabsdepartements. Von 1807 bis 1809 war er in
der Militär-Reorganisationskommission unter Scharnhorst tätig
gewesen, bevor er 1809 in österreichische Dienste trat und in Spanien
gegen Napoleon kämpfte. Ihn verband seit langem eine enge Zusammenarbeit
mit dem Reformer Hermann v.Boyen, der ebenfalls Mitglied im Sittlich-Wissenschaftlichen
Verein war.
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Gutzmerow, v., Capt. im 1.Pommerschen (Inf.-?) Rgt., seit 29.August 1808
Mitglied der Könisberger Kammer, wohnte in Kolberg, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Hanmann junior, Ignatz v., * in Radelshoefen bei Braunsberg, 27 Jahre alt,
Katholik, seit 8.Juni 1809 Mitglied in der Braunsberger Kammer
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Hansen, Friedrich Heinrich Sigismund v., Leutnant im 1.Ostpreußischen
Inf.-Rgt., seit 13.Juni 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, * in
Sorge, übernahm eine Erklärung zur Arbeitsteilname an den Themen
"Polizei" und "Ausbreitung", im Verein war er Rat der Hauptkammer Königsberg
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Hausen, Friedrich Heinrich Siegmund v., Kgl. Preußischer Leutnant,
zur Zeit in Königsberg Mitglied der Königsberger Kammer
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Henckel v.Donnersmarck, Carl Graf (1784-1813), Standesherr auf Beuthen,
stammte aus einem mit ungarischer Adelsbestätigung im 16.Jahrhundert
versehenen Geschlecht aus der Grafschaft Zips, 1661 folgte der böhmische
Grafenstand, 1697 die Erhebung von Beuthen zur Freien Standesherrschaft.
Der Genannte, Kgl. Preußischer Legationsrat, Kammerherr, K.K. Premierleutnant
der Kavallerie, war 1809 eines von drei Mitgliedern der neuen Kammer zu
Tarnowitz in Oberschlesien. Er starb in Dresden Anfang Mai 1813 an der
in der Schlacht bei Groß-Görschen als Kgl. Preußischer
Leutnant empfangenen Verwundung.
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Herrmann, Friedrich v., * Königsberg i.Pr., Kgl. Preußischer
Leutnant im Rgt. Prinz Heinrich, ab 11.Mai 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Hohendorf, Johann Friedrich v., Premierleutnant, seit 2.Dezember 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer
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Hohenzollern-Hechingen, Hermann Prinz zu, * in Troppau in Schlesien, 32
Jahre alt (an anderer Stelle: 22 Jahre alt), Katholik, Kgl. Preußischer
Major in der Armee, Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Holstein-Beck, Friedrich Herzog v., seit 29.September 1808 Mitglied der
Königsberger Kammer
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Hülsen, v., Ingenieur-Leutnant, 1809 Mitglied in der Braunsberger
Kammer
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Humbracht, Joseph Friedrich v., Leutnant im Füs.-Batl. v.Heinrichs,
seit 31.August 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte
in Riesenburg, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Ingersleben, v., Capitän im Leib-Rgt., seit 25.Juli 1808 Mitglied
der Könisberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Kahlden, v., Leutnant im Leib-Grenadier-Bataillon, mindestens seit 1809
Mitglied der Kammer zu Kolberg
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Kerckerinck, Karl Frhr.v., Capt. von der Armee, 29 Jahre alt, seit 21.Oktober
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, reformierten Bekenntnisses,
wohtne in Königsberg, übernahm die Themen "Polizei" und "Militair-Institut"
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Kestelot (vielleicht richtig Ketelhodt?), Christian Otto v., Capitän
im Leib-Rgt., seit 15.Juli 1808 Mitglied der Königsberger Kammer,
* in Berlin, übernahm die Themen "Volksbildung" und "Polizei", ging
später zur III.Kammer über
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Knackfuß, Friedrich v., Leutnant, war seit etwa 1809 Mitglied der
III.Kammer
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Knobelsdorff, Josef Carl Siegmund v., Hauptmann a.D., seit 7.November 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg, übernahm
das Thema "Volkswohlfahrt"
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Kollas, Fr.v., wohnte in Groß-Koschlau bei Gilgenburg, Landschaftsrat
und Gutsbesitzer, wurde 1809 Mitglied in der Hohensteiner Kammer
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Kollas, Samuel v., wohnte in Friedrichshold (?), Leutant im Rgt. v.Hertzberg,
seit 1809 Mitglied in der Hohensteiner Kammer
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Kornatzki, Gottlieb Christian Ludwig v., * Mahlies bei Polnisch-Wartenberg
in Niederschlesien, Leutnant im Leichten Bataillon des Rgts. Prinz Heinrich,
25 Jahrer alt, wurde zwischen Juli und Oktober 1809 Mitglied in der Braunsberger
Kammer
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Krockow, August Graf v., Major im 2.Pommerschen Inf.-Rgt., 40 Jahre alt,
seit 31.August 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Kolberg,
übernahm das Thema "Volksbildung", war aber vor dem 20.September 1809
wieder aus dem Verein ausgetreten, ohne seine Konstitution zurückgegeben
zu haben.
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Kworkowski, Jakob v., Premierleutnant, 38 Jahre alt, seit 6.Dezember 1808
Mitglied der Königsberger Kammer
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La Roche-Aymon, Graf v., Oberleutnant im Schwarzen Husaren-Rgt., seit 2.September
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, 36 Jahre alt, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Landwuest, Christian Ludwig Hartmann v., Oberforstmeister, seit 17.Juli
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Marienwerder
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Lepell, Friedrich Wilhelm v. (1780-1864), * in der Mark Brandenburg, stammte
aus niedersächsischem Uradel, Capt. in einem Jäger-Rgt., seit
24.August 1808 Mitglied der Kolbergischen Kammer, zuletzt Kgl. Preußischer
Oberstleutnant a.D.
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Lewinsky, Xaver v., Leutnant von der Armee, * in Temptsch in Pommern, 33
Jahre alt, Katholik, seit 6.April 1809 Mitglied der Braunsberger Kammer
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Liebeherr, Carl Friedrich Wilhelm v., Capt. von der Armee, jetzt Postmeister
zu Braunsberg, * in dem Dorf Woitsick in Hinterpommern, 40 Jahre alt, seit
6.April Mitglied der Braunsberger Kammer
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Liebhaber, v., Capt. und Quartiermeister-Leutnant im Generalstab, * Wolffenbüttel
im Braunschweigischen, 35 Jahre alt, am 5. April in die Braunsberger Kammer
aufgenommen
-
Linsingen, Carl Ludwig Frhr.v., * 22.Mai 1765 in Ringelrode im Eichsfeld,
43 Jahre alt, Wirklicher Kgl. Preußischer Capitän, zur Zeit
in Königsberg, Katholik, seit 20.April (an anderer Stelle: 13.Juni)
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, erklärte sich bereit zur
Arbeitsteilnahme an dem Themen "Militair-Fach", wollte vorzüglich
in Thüringen, Hannover und im Eichsfeld für die Ziele des Vereins
eintreten, war Sekretär des Provinzialrats des Vereins
-
Loebell, Leopold Bernhard v., aus schlesischem Uradel, Capt. im Leichten
Bataillon des Prinzen Heinrich, * Mitau im Kurländischen, 40 Jahre
alt, seit 6.Juni 1809 Mitglied in der Braunsberger Kammer
-
Loeben, Anton, v., aus einer frühzeitig im Mittelalter im Erzstift
Magdeburg auftretenden Familie, wohnte in Berlin, Major in einem Brandenburgischen
Husaren-Rgt., wurde 1809 Mitglied in der Hohensteiner Kammer
-
Logius v.Rovive gen.Seille, Ludwig Maria Frhr.v., Kriegs- und Domänenrat,
seit 2.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg,
Tragheim 2, übernahm das Thema "Volksbildung"
-
Luck, Hans Wilhelm August v., Capt im Füs.-Batl. v.Schuler, seit 7.September
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, 34 Jahre alt, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Madeweiß, Matthias Wilhelm v., * in Kolberg, 63 Jahre alt, Geheimer
Rat und Hofpostdirektor, Mitglied der Königsberger Kammer
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Marck, Wilhelm v.der, Oberprovinzial-Kommissar beim Pommerschen Armeekorps,
Rat in der Kammer Kolberg, * in Hamm in Westphalen, übernahm die Themen
"äußere und innere Polizei", seit 5.August 1808 Mitglied der
Kolbergischen Kammer
-
Markow, v., Capt. und Ingenieur de la place in Spandau, seit 25.Juli 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Spandau, übernahm
das Thema "Volksbildung"
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Matthy, v., Domprobst zu Frauenburg, Katholik, seit 28.Oktober 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, wohnte in Frauenburg
-
Meier, Wilhelm Leopold Heinrich v., Leutnant im 2.Ostpreußischen
Grenadier-Bataillon, seit 25.Oktober 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, 32 Jahre alt, wohnte in Preußisch-Holland, übernahm
due Themen "Polizei" und "Volksbildung"
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Mirbach, Ernst v., Sekodeleutnant im 3.Ostpreußischen Infanterie-Rgt.,
war 1809 Mitglied der Kammer zu Memel
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Monts, Graf v., Staabscapt. von der Armee, seit 1.November 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
-
Mu(e)llenheim, v., Capt. im 3.Ostpreußischen Inf.-Rgt., seit 28.September
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Negelein, Ludwig v. (1784-1862), aus einem Nürnberger Stadtgeschlecht,
welches 1724 den preußischen Adelsstand erhalten hatte, Capt. a.D.,
seit 2.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm
das Thema "Volkswohlstand"; zuletzt Herr aud Glittehnen und Wangrittern,
Kgl. Preußischer Hauptmann a.D.
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Oertzen, Viktor v. (1773-1853), * Neustrelitz in Mecklenburg, stammte aus
mecklenburgischem Uradel, Capt. im Leib-Rgt., seit 24.August 1808
Mitglied der Kolbergischen Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung".
Geboren in einem Zweig von Militärs dieser großen Familie (Gesamthaus
Kotelow), trat er schon früh in diese Tradition ein, war er der Sohn
eines Herzogl. Mecklenburg-Strelitzschen Hofmarschalls. 1788 sehen wir
ihn als Rekrut, 1790 Fähnrich in dem preußischen Regiment Garde.
Hier avencierte er in den folgenden Jahren zum Sekondeleutnant (1794),
1801 zum Premierleutnant und im Januar 1805 zum Stabscapitän. Mitte
Dezember 1806 hielt er sich diensthalber bereits in Königsberg auf,
vermutete aber mit der Verlegung der Garde nach Ostpreußen eine Rüge
durch den König. Dieser konnte ihn beruhigen und ihm mitteilen, daß
dies nicht der Fall war; die Verlegung der Garde hatte vielmehr mit der
Flucht vor Napoleon zu tun. Später nahm v.Oertzen als Offizier an
der Verteidigung der Festung Kolberg teil, wofür ihn König Friedrich
Wilhelm III. von seinem Exil in Memel aus am 10.September 1807 aus belobigte.
Es ist noch interessant, daß v.Oertzen am 20.August 1808 - also mithin
vier Tage vor seinem Eintritt in den Sittlich-Wissenschaftlichen Verein
- zum Kompaniechef beim Leib-Infanterie-Regiment ernannt wurde und Ende
März 1812 die Ernennung zum Major entgegennehmen konnte. Nach Abschluß
der Hauptschlachten der Befreiungskriege trat er Anfang April 1815 zu den
Ersatztruppen über, wurde im Oktober 1815 Obristleutnant und Ende
März 1816 noch Oberst. 1825 nahm er schließlich seinen Abschied
als Generalmajor, zuletzt hatte er ein Landwehr-Regiment geführt.
Seinen Wohnsitz nahm er nun in Schwedt an der Oder, wo er unter Hinterlassung
seiner Gattin Karoline geborene v.Genzkow (1776-1850) ohne Kinder Anfang
Mai 1858 verstorben war.
-
Oppen, Johann Joachim Heinrich v., * in Berlin, SekLtn im Regiment vacant
Graf v.Kuenheim, 24 Jahre alt, seit 15.Juli 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, übernahm die Themen "Volksbildung" und "Polizei"
-
Oppen, Friedrich Wilhelm v., * in Berlin, Kgl. Preußischer Stabs-Capitän
im Generalstab, 20 Jahre alt (an anderer Stelle 29 Jahre?), seit 28.Juni
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm die Themen "Volksbildung"
und "Polizei"; war im Verein Stellvertretender Rat in der Hauptkammer zu
Königsberg
-
Oppen, v., Ltn. im Ostpreußischen Artillerie-Rgt., seit 31.Oktober
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg,
übernahm die Themen "Volksbildung" und "Polizei"
-
Perille, Johann Leopold Wilhelm v., Capt. von der Armee, seit 20.November
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg in
der Löbnischen Langgasse 87, übernahm das Thema "Volksbildung"
-
Petersdorff, Friedrich Christoph v., Kriegsrat und Direktor des Kreises
Saatzig, war 1809 einziges Mitglied der Stargarder Kammer
-
Petri, v., Leutnant, spätestens seit 1809 Mitglied in der Königsberger
Kammer
-
Petzold, Friedrich v., * Neiße in Oberschlesien, Ltn im Regiment
Kolberg, seit 24.August 1808 Mitglied der Kolbergischen Kammer, übernahm
Volksbildung"
-
Platen, Philipp Christoph v., * Schwedisch-Pommern, Kgl. Preußischer
Capitän a.D. des Infanterie-Regiments v.Thiele, seit 30.Mai 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung in
militairischer Hinsicht", ging später zur III.Kammer über
-
Portugall, Frhr.v., Gutsbesitzer, seit 6.Janaur 1809 Mitglied der Königsberger
Kammer, 34 J. alt
-
Printz, Friedrich v., Major a.D., seit 1.November 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, wohnte in Krafftshagen im Mittelanger 113
-
Prondsinsky, Peter Georg v. (eigentlich: Prondzinsky, aus einem pommerellischen-kassubischen
Adelsgeschlecht), Premierleutnant im leichten Bataillon des 2.Ostpreußischen
Inf.-Rgts., war 1809 Mitglied der Kammer zu Stallupönen
-
Putlitz, v., Obristleutnant, war 1809 eines von drei Mitgliedern der neuen
Kammer zu Glatz
-
Quednow, v.Hauptmann, war einstweilen abwesend und wollte später in
jedem Fall Mitglied in der Braunsberger Kammer werden (1809)
-
Retzow, Friedrich v., Landrat a.D. in Neuostpreußen, Bürgermeister
von Tolokemit, * in dem Dorf Retzow in der Mark Brandenburg, 59 Jahre alt,
am 4.April 1809 in die Braunsberger Kammer aufgenommen
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Reuß, v., Major im Leibregiment, seit 19.August 1808 Mitglied der
Königsberger Kammer, wohnte in Berlin, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Rochelle, Karl Wilhelm v., Major im Rgt. Prinz Heinrich, 41 Jahre alt,
seit 18.Oktober 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, Katholik, wohnte
in Stallupönen, übernahm das Thema "Volksbildung", war im April
Rat in der Kammer in Braunsberg
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Rohr, Albrecht v., Leutnant im 3.Ostpreußischen Inf.-Rgt., seit 8.Dezmber
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Bartenstein
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Rohr, Ernst v., Leutnant im 3.Westpreußischen Inf.-Rgt., seit 8.Dezember
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Schippenbeil
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Rosenberg-Gruszinsky (eigentlich v.Rosenberg-Gruszczinsky), Anton v. (1759-1817),
stammte aus siradischem Uradel, Kammerherr und Besitzer der Klötzenschen
Güter, nämlich Klötzen, Groß-Tromnau, Gallnau, Auer
usw., erhielt im Juni 1809 von König Friedrich Wilhelm III. die Genehmigung,
den alleinigen Namen "v.Rosenberg" anstatt seines bisherigen Namens "v.Rosenberg-Gruszczynski"
zu tragen und wurde von demselben in Königsberg Anfang September 1809
in den preußischen Freiherrenstand erhoben, damit Stammvater der
freiherrlichen Familie v.Rosenberg, war seit 24.September 1808 Mitglied
der Königsberger Kammer, wohnte in Marienwerder
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Rosey, de, Leutnant im 1.Ostpreußischen Inf.-Rgt., seit 25.Oktober
1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg,
übernahm die Themen "Volkswohlfahrt" und "Polizei"
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Schachtmeyer, Hans v., Leutnant im 1.Ostpreußischen Inf.-Rgt., seit
2.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg,
übernahm das Thema "Volksbildung, Litteratur und Kunst"
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Schenckendorff, Carl v., * Tilsit, Kgl. Preußischer Leutnant im Rgt.
v.Kuckels, zur Zeit in Königsberg in Garnison liegend und gegenwärtig
auf Urlaub in Neisselbeck unweit von Königsberg, seit 30.April 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Schierstädt, Ernst Heinrich Carl August Friedrich v., Kammerreferendar,
war 1809 Mitglied der Kammer in Stettin
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Schierstädt, Carl v., stammte aus obersächsischem Uradel, Rittmeister
eines Ulanen-Rgts., seit 6.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, 30 Jahre alt
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Schill, Ferdinand v., (1776-1809), Major mit der Mitgliedsnummer 32, jedoch
o.D. wieder gestrichen, war seit mindestens 1809 Mitglied der Kolberger
Kammer; neben Hermann v.Boyen das prominenteste Mitglied des Vereins,
der sich 1807 bei der Verteidugung von Kolberg hervorgetan hatte und 1809
erfolglos versucht hatte, mit seinem Husaren-Rgt. eine Volkserhebung gegen
Napoleon zu entfachen. Elf seiner Offiziere wurden in Wesel erschossen,
rund 500 Mann kamen als Sklaven auf Galeerenschiffe.
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Schön, Johann Friedrich Wilhelm v., Hautmann im ehemaligen Rgt. v.Zenge,
war 1809 eines von zwei Mitgliedern der neuen Kammer in Frankfurt an der
Oder
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Schrötter, Ferdinand Ludwig Dietrich Wilhelm Frhr.v., Regierungs-Beamter,
seit 7.Oktober 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Königsberg
im Königsgarten, übernahm das Thema "Volkswohlfahrt"
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Schulz, Johann Carl v., ehemaliger Kreisrat, später Kassierer bei
der Kontributionskasse, wohnte in Wenden bei Dönhoffstädt, 38
Jahre alt, seit 17.September 1808 Mitglied der Königsberger Kammer
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Selasinsky, v., Leutnant beim 3.Ostpreußischen Inf.-Rgt., seit 27.Juli
1808 Mitglied in der Königsberger Kammer, übernahm das Thema
"Polizei"
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Sikorsky, Josef v., Premierleutnant im 4.Artillerie-Rgt., aus einem Dorf
bei Güben in Hinterpommern, 20.April 1808, zur Zeit in Königsberg
in der Vorstadt sich aufhaltend, erklärte sich bereit zur Arbeitsteilname
an dem Thema "Militair-Erziehung", ging später in die III.Kammer über
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Slomski, Johann v., wohnte in Hohenstein, Landrat a.D., jetzt Intendant,
aufgenommen in die Königsberger Kammer am 4.Januar 1809, wechselte
jedoch gleich in die Hohensteiner Kammer
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Stach v.Goltzheim, Engel Ludwig, Hauptmann im Leichten Infanterie-Batl.,
war 1809 Mitglied der Kammer zu Memel
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Stein, Johann Salomon v., Geheimer Kriegsrat, war 1809 Mitglied der Kammer
zu Memel
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Stein, v., Kriegs- und Domänenrat, war 1809 Mitglied der Kammer zu
Breslau
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Stomski, v., Landrat und Intendant, seit 15.Oktober 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, wohnte im Amt Hohenstein
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Tepper, Carl August v., Kriegs- und Steuerrat, * in Westpreußen,
zur Zeit in Königsberg, seit 12.April 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, übernahm eine Erklärung zur Arbeitsteilname an den Themen
"Polizei" und "Finanzfach", ging später zur III.Kammer über
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Thile, Adolph Eduard v., * in Dresden, Capitän im Generalstab, 25
Jahre alt, Mitglied der Königsberger Kammer
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Tippelskirch, v., Capt. a.D., seit 21.Dezember 1808 Mitglied der Königsberger
Kammer, wohnte in Bichoffsburg, Neue Sorge, übernahm das Thema "Volkswohlstand"
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Verno, v., Rittmeister bei den Husaren, Mitglied der Königsberger
Kammer mindestens seit 1809, war aber vor dem 20.September 1809 wieder
aus dem Verein ausgetreten, ohne seine Konstitution zurückgegeben
zu haben.
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Wichert, Carl Friedrich v., Sekondeleutnant im Leichten Bataillon des Rgts.
Prinz Heinrich, * Heiligenbeil in Ostpreußen, 20 Jahre alt, "mit
der silbernen Medaille decorirt", seit 18.Dezember 1808 Mitglied der Stallupönener
Kammer
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Willich, Johann George v., * in Schwedisch-Pommern, 40 Jahre alt, Rittmeister,
Landrat a.D. in Neuostpreußen, Bürgermeister in Braunsberg,
Ritter des Ordens Pour le Mérite, Mitglied der Braunsberger Kammer,
vor April 1809 aufgenommen
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Wittich, Georg Emil (auch: Georg Carl) v., * Alten-Stettin, Leutnant beim
Leib-Grenadier-Batl., übernahm das Thema "Volksbildung", seit 16.August
1808 Mitglied der Kolbergischen Kammer
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Witzleben, Job Carl Ernst Wilhelm v., * in Thüringen, 25 Jahre alt,
Kgl. Preußischer Leutnant der Garde zu Fuß, seit 30.Mai 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, übernahm das Thema "Volksbildung"
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Wostrowsky, Wilhelm August v., Kommandeur des 3.Ostpreußischen Inf.-Rgts.,
war 1809 Mitglied der Kammer zu Memel
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Woyrsch, Karl v., aus böhmischer Uradelsfamilie, Herr auf Schönwalde
bei Wartenberg, war 1809 Mitglied der Kammer zu Breslau
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Zabeltitz, Carl Friedrich Leopold v., Deputierter des Insterburgischen
Kreises, seit 1.November 1808 Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte
bei Tilse
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Zastrow, v., Capt. im Rgt. Kolberg, übernahm die Themen "Volksbildung"
und "Polizei", seit Oktober 1808 Mitglied der Kolbergischen Kammer
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Zenge, August Alexander v., Leutnant von der Armee, seit 18.September 1808
Mitglied der Königsberger Kammer, wohnte in Berlin, übernahm
die Themen "Polizei" und "Militair-Institut".
VI. Quellen und Literaturhinweise
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An benutzter sowie weiterführender Literatur sowie an Quellen zum
Verein sei an dieser Stelle chronologisch aufsteigend genannt: Anonymus:
Tugendbund, in: Brockhaus Großes Konversationslexikon, Bd.XV, Leipzig
1895, S.1046 --- Anonymus: Tugendbund, in: Bilder-Konversationslexikon
für das dt. Volk, Bd.IV, Leipzig 1841, S.491-492 --- Professor Krug:
Das Wesen und Wirken des Tugendbundes, Leipzig 1816 --- Professor Krug:
Darstellung des unter dem Namen Tugendbund bekannten sittlich-wissenschaftlichen
Vereins, Berlin 1816 --- Voigt: Geschichte des sogenannten Tugendbundes,
Berlin 1850 --- August Lehmann (Hg.): Der Tugendbund. Aus den hinterlassenen
Papieren des Dr. Hans Friedrich Gottlieb Lehmann, Berlin 1867 --- Paul
Stettiner: Der Tugendbund, Königsberg 1904 --- Johannes Ziekursch:
Friedrich v.Cölln und der Tugendbund, in: Historische Zeitschrift
(1907), Heft 12, S.38-80 --- Siegfried Schmidt: Tugendbund 1808-1809, in:
Lexikon zur Parteiengeschichte, Bd.IV, Leipzig 1986, S.199-200. Archivalisch
ausgewertet wurden besonders für die Matrikelliste: GehStaatsArch.
Preuß. Kulturbes. Berlin, I.Hpt.-Abteil. Repos.111 Nr. B 10: Verzeichnis
der Mitglieder des Sittlich-Wissenschaftlichen Vereins der Kammer zu Königsberg,
1808 und ebenda jedoch Repos.111 Nr. A 3: Acten des Sittlich-Wissenschaftlichen
Vereins die Liste der Mitglieder und deren vierteljährliche Einsendung
betreffend, 1809, 68 Blatt.
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