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Adelige Subskribenten literarischer Werke 1500-1900

Was Pränumerantenverzeichnisse für die Adelsforschung leisten können

Auf der folgenden Seite bringen wir erstmals eine kleine Anzahl von Pränumerantenverzeichnissen nebst einer zum Verständnis nötigen Einleitung zur Subskribentenforschung mit einem Verzeichnis der von uns benutzen Abkürzungen aus den Listen.

I. Subskripentenforschung als neue hilfswissenschaftliche Disziplin

Auf dieser Website geht es um ein neues hilfswissenschaftliches Thema, nämlich die bislang unentdeckte Wissenschaft der "Subskribentenverzeichnisse als Quelle der Adelsforschung".

Das Wort Subskription stammt aus dem Lateinischen ud bedeutet eine Namensunterzeichnung und Verpflichtung, sich bei der Produktion eines meist künstlerischen und literarischen Werkes an den zu erwartenden Kosten zu beteiligen. Ein Subskriptionspreis ist meist niederiger als der spätere Kaufpreis.

Gleichbedeutend kann man hierfür auch die Bezeichnung Pränumeration verwenden. Dieser Begriff kommt ebenfalls aus der lateinischen Sprache und bezeichnet eine Vorausbezahlung vor Erhalt der Ware im Gegensatz zur Postnumeration, in der die Bezahlung erst nach Lieferung der Ware eintritt. Beim Pränumerationskauf wurden im Buchhandel oft verbilligte Preise veranschlagt, um die Kunden mit zusätzlichen Vorteilen zu einer Pränumeration zu verlocken.

Vorausbestellungen von Büchern oder literarischen Reihenwerken sind früher an der Tagesordnug gewesen, um dem Verleger das unternehmerische Risiko zu vermindern. In vielen Fällen wurden dann die Personen, die eine solche Bestellung auslösten, in Listen mit ihrem Namen, ihrem Beruf und manchmal auch mit ihrem Wohnort aufgeführt und abgedruckt; sie wurden vorgeschalteter Bestandteil des Buches. Um eben jene Listen geht es hier, die bisher kaum von der Wissenschaft beachtet wurden. Denn es ist zu beobachten, daß Quellen, die nur schwer erschließbar sind oder in der Regel nur wenige Auskünfte zu Personalia enthalten (z.B. auch Kleinanzeigen in Zeitungen und Zeitschriften), aufgrund der Quellensituation oftmals von der Forschung vernachlässigt werden.

II. Subskriptions-Motivationen von Vorausbestellern

Wir finden bereits in dieser Vorausbestellung oder Subskription ein Motiv des Interessenten. Er ist auf das Werk so gespannt, daß er es sich, mit zunächst nur spärlichen Informationen zum Inhalt versehen, im Voraus bestellt und es auf jeden Fall in seiner Bibliothek haben möchte. Es ist ohne Zweifel davon auszugehen, daß der Betreffende mit einem besonderen Interesse am Thema, von dem das Werk handelt, ausgestattet ist.

Hinzu kommt bei manchen Käufern sicher die menschliche Eitelkeit, da Subskribentenlisten in der Regel in dem Werk abgedruckt wurden und manch einer seinem gedruckten Namen in dem Buch mit Freude entgegen sah. Er mußte aber auch damit rechnen, daß man ihn in gewisser Weise mit dem Inhalt identifizierte und nicht umsonst wird daher jemand Subskribent geworden sein.

Wir können also feststellen, daß der Inhalt des vorausbestellten Werkes in besonderer Beziehung zu dem Besteller stand.
Bei wissenschaftlichen Themen kann man daher wohl nur konstatieren, daß ein formales Interesse an Wissenszuwachs, an der Anlegung einer Bibliothek, an der Wissensvermittlung durch Schrift und Bild bestand, daneben setzte die Subskription natürlich auch ein Budget voraus. Man verauslagte Geld, bevor man die Gegenleistung erhalten hatte. Von einer geissen finanziellen Rückendeckung und von Wohlstand des Bestellers ist daher auch auszugehen.

Nun zum Adel speziell: Wir finden bei bestimmten Themen besonders viel Edelleute, beispielsweise wenn es um Geschichten von lokalen Ritterschaften geht. Mehrdeutiger sind Subskribenten zu philosophischen oder politischen Werken, beispielsweise zur Freimaurerei. Solche Vorausbesteller müssen notwendigerweise einen maurerischen Ansatzpunkt haben, sofern es sich um private Besteller und nicht um Institutionen handelt.

III. Erkenntnismöglichkeiten über die biographische Forschung hinaus

Allein aus der Existenz einer Subskription können daher bereits Rückschlüsse auf die Interessengebiete des Bestellers geschlußfolgert werden. Aber der Subskriptionseintrag sagt noch mehr aus, wenn man die einzelne biographische Komponenten vernachlässigt und die ganze Liste in ihter Zusammensetzung betrachtet. In seiner Gesamtheit gibt er ein Bild der damals an dem Werk hervorragend interessierten Menschen. Wenngleich die Leserauswahl wohl nicht automatisch als repräsentativ gelten kann, so dürfte doch mit ziemlich sicherer Wahrscheinlichkeit anzunehmen sein, daß es sich um einen Durchschnittsleserkreis handelte.

Hier kann man erkennen, ob mehr Frauen oder mehr Männer, mehr Beamte, mehr Militärs oder andere Berufsgruppen angesprochen wurden, je nach der Ausführlichkeit der Anzeigen in der Liste kann auch eine regionale Verteilung erkannt werden; dies wird vor allem der Fall sein bei Schrifttum, welches auch regionale Themen behandelt, wie z.B. Topographien oder landschaftsbeschreibende Bücher.

Was sagen aber solche alten Verzeichnisse noch aus? Da Subskribenten, wenn man über ihr Interessengebiet nicht Bescheid weiß, sich dem Forscher auf didaktischem Wege nicht erschließen, könnten solche Verzeichnisse nach Namen aufgeschlüsselt hilfreich sein. Möglicherweise entdeckt man dabei ein Interessengebiet, das bisher unbekannt war.

Bei entsprechender Ansammlung einer großen Menge von dieser Listen können außerdem Rückschlüsse auf das Vorhandensein und die Zusammensetzung von privaten adeligen Bibliotheken im 18. und 19.Jahrhundert gezogen werden, besipielsweise wenn sich ein und dieselbe Person als Subskribent in mehreren Werken finden läßt.

Diese Aufgabe der Erschließung möchte nach und nach das Institut Deutsche Adelsforschung übernehmen und Pränumerationsverzeichnisse online stellen.

IV. Zukunft der Subskriptionen

In jedem Falle ist neben dem Gesamtbild der Einzeleintrag eine Quelle, die sich besonders eignet, um über die Interessen, die Neigungen und gelegentlich auch die weltanschaulichen oder politischen Grundtendenzen einer Persönlichkeit Aufklärung zu erhalten. Das gilt vor allem für jene Zeit, in denen die Auflagen noch nicht so hoch waren und daher auch die Vorausbestellerzahl relativ gering blieb, also im Buchwesen vornehmlich des 18.Jahrhunderts. Im 20.Jahrhundert sind Subskriptionen und namentlich der Abdruck derselben selten geworden und meist nur noch bei spezieller Fachliteratur oder Faksimileneudrucken in der Mode. Sie werden wahrscheinlich ganz aussterben, da das books-on-demand-Verfahren es ermöglicht, jedem einzelnen Leser ein Buch zu drucken und daher eine bestimmte Auflage nicht mehr nötig ist.

V. Verzeichnisse adeliger Subskribenten


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Online gestellt am 29.05.2000