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Rangliste der Königlich Preußischen Armee 1806 (bis 1827)

Register zu Offizierslisten mit 6.684 Personal-Nennungen

"Die seit dem Jahre 1785 jährlich erschienene gedruckte Rangliste der Königlich preußischen Armee wurde durch die Begebenheiten des Jahres 1806 [vernichtende Doppelschlacht bei Jena und Auerstädt mit großen Verlusten und Teilauflösung der preußischen Armee sowie Flucht des Königs nach Memel] auf längere Zeit in ihrem jährlichen Erscheinen gehemmt und hat hiernächst wegen der neuen Organisation der Armee nach dem Tilsiter Frieden [1807 mit dem Verlust der westelbischen preußischen Gebiete]  so wie wegen der neuen Formationen in den Feldzügen 1813, 1814 und 1815 [Freiheitskriege gegen Frankreich] nicht eher als im Jahre 1817 mit Allerhöchster Genehmigung wieder erschienen, die in dem Zeitraum von 1806 bis 1817 vorgefallenen Personal-Veränderungen haben aber darin wegen ihres großen Umfangs nicht aufgenommen werden können.

Es sind zwar in den Denkwürdigkeiten oder kurze Geschichte des Königlich Preußischen Heeres von seiner Entstehung bis zum Jahre 1807, welche im Jahre 1817 in neuer Ausgabe in Leipzig im Druck erschienen, einige Personal-Veränderungen bei den Regimentern vom 10.August 1806 bis zum 31.Dezember 1810 und in dem seit dem Jahre 1816 erschienenen Militär-Wochenblatt Notizen über die Officier-Corps und Unterstabs-Beamten von 22 Truppentheilen enthalten; allein diese Bruchstücke dürften den noch lebenden Herren Officieren in und außer Dienst wohl nicht genügend seyn, jedem einzelnen es aber sehr schwer und kostspielig werden, die Notizen über seine zerstreuten Zeitgenossen und Waffengefährten zu sammeln.

Auf höhere Aufforderung .. hat es der Redacteur ...unternommen, einen großen Theil der entstandenen Lücken auszufüllen und die Rangliste von 1806 mit Nachrichten über das nachherige Verhältniß der darin aufgeführten Officiere und Militär-Beamten mit allerhöchster Genehmigung im Druck herauszugeben. Um jedoch den Raum dieser Rangliste mit Nachrichten nicht zu weit auszudehnen, ist mit Uebergehung der Beförderungen, Versetzungen, Verabschiedungen und Wiederanstellungen

aufgenommen worden. Bei den seit 1806 ohne Pension, Wartegeld usw. oder mit der Erlaubniß zum Uebertritt in fremde Dienste Verabschiedeten hat aber nur deren Civil-Anstellung und Aufenthalt oder ferneres Schicksal bemerkt werden können, wenn darüber auf amtlichem Wege oder von ihren noch lebenden Waffengefährten im diesseitigen und fremden Dienst, so wie von ihren Verwandten Nachricht zu erlangen gewesen ist. Berlin, den 27.December 1827"

Das vorgenannte Zitat aus dem Vorbericht zur Rangliste 1806, die heute nur noch in wenigen Exemplaren im Original vorhanden ist, erhellt bereits deutlich den Charakter der dort enthaltenen Auskünfte. Ausgehend von der amtlichen Rangliste von 1806 sind daher in die Bemerkungen zur ferneren Dienstlaufbahn sowohl amtliche als auch andere Aussagen eingeflossen; der "Redacteur" führte damals "Oral History" - Zeitzeugenbefragung - durch, eine in der heutigen Geschichtswissenschaft wieder aktuelle und vielbehandelte Methode. Aus diesem Grunde sind die Angaben für die Jahre 1806 bis 1827 kritisch zu betrachten, zumal nicht mehr erkennbar ist, welche Angaben von behördlicher Seite und welche von privater Seite eingeflossen sind. Im Allgemeinen aber erweist sich die Rangliste als recht zuverlässig und behauptet ihren Wert allein dadurch, daß die damalige Quelle der Aussagen von "Waffengefährten" heute versiegt ist.

Bedauern muß man indes, daß die zwischen 1806 und 1827 stattgefundenen Personalveränderungen nicht mit aufgenommen wurden, da heute die Akten hierzu fehlen (im 2.Weltkrieg zerbombt), andererseits auch nur für die Zeit ab 1816 im erwähnten Militär-Wochenblatt und dort wie auch in den Ranglisten der Kgl. Preuß. Armee aufgrund der Vielzahl der Namensvorkommen nur mit sehr großem Zeitaufwand recherchierbar sind.

Über ein Register verfügte das Werk nicht. Erst die Arbeiten des Oberstleutnants a.D. Friedrich Uebe ab 1945 haben hier ein wenig Abhilfe geschaffen. Er erarbeitete nach dem 2.Weltkrieg aus einer ihm vorliegenden Originalrangliste ein Verzeichnis, indem er alle Einträge indexierte und alphabetisch nach den Familiennamen abschrieb. In dem Verzeichnis von Uebe - welches noch heute existiert - befinden sich also alle Veränderungen im Volltext.

Der Nachteil seines Verzeichnisses ist indessen offenkundig: Es ist einmalig und es fehlt erneut ein Register, so daß man von außen trotz alphabetischer Reihung nicht erkennen kann, ob ein bestimmter Name vorhanden ist oder nicht. Dieser unbefriedigende Zustand wurde erste durch den hier seit Februar 2001 vorliegenden Onlineindex aufgehoen.

Er verzeichnet allerdings ausschließlich die Namen und Ränge der adeligen oder mit einem Adelszeichen versehenen Namen der Offiziere und Militärbeamten, nicht die der außerhalb unseres Erkenntnisinteresse liegenden Minderheit der nichtadeligen Offiziere (die jedoch im Verzeichnis von Oberstleutnant a.D. Uebe enthalten sind).

Das Original der Rangliste von 1806/27 erhielt das Institut freundlicherweise zur Auswertung von einem verabschiedeten Oberstleutnant der Bundeswehr 1999 leihweise zur Indexierung zur Verfügung gestellt. Die Erstellung der Indices erfolgte in Niederbayern vom 23. bis 26.Februar 2001 in 12 Bearbeitungssitzungen in 23 Stunden und enthält 6.684 Nachweise auf einzelne Offiziere und Militärbeamte, so daß nunmehr 174 Jahre nach Erscheinen der Rangliste endlich ein unkomplizierter biographiegeschichtlicher Zugriff auf diese wichtigen Daten erfolgen kann.

Nachgewiesen werden Fundstellen zu Offizierspersonalien von:

Aufgenommen wurden in den Index Name, Rang und Seitenzahl, auf dem der Betreffende vorkommt. Ein Beispiel: Auf Anfrage erhalten Sie von uns die Auskunft, daß der "Sekondeleutnant v.Hanffstengel" in dem genannten Werk auf den Seiten 184-187 vorkommt. Dieser Seitenkontext beinhaltet das ganze Regiment, so daß man den Zusammenhang versteht, da nicht jedes Regiment auf einer, sondern immer auf mehreren Seiten behandelt wird und die Truppenbezeichnung manchmal nicht auf der Seite steht, auf der der Name verzeichnet ist (sondern einige Seiten zuvor). Der Name "v.Hanffstengel" kommt zwar allein auf Seite 185 vor, aber Seite 184 ist zum Verständnis nötig, um erkennen zu können, um welchen Truppenteil es sich eigentlich handelt . An Auskünften zu dem Gesuchten finden Sie dann im Original Die genauen Seitenzahlen für jeden einzelnen Offizier sowie den Standort der Quelle in einer deutschen Bibliothek, von der Sie Reproduktionen der Volltexte erhalten können, senden wir Ihnen gern zu. Bitte benutzen Sie hierfür bitte unsere Anfragefomular, welches Sie am Ende jedes im Februar des Jahres 2001 erstmals in Niederbayern erstellten Indexteiles A-C, D-G, H-K, L-O, P-Sche, Schi-V und W-Z finden.


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Online gestellt am 26.02.2001