Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Oidtman, Ernst v.

Dr. honoris causa, Generalleutnant, Genealoge, * 9.Oktober 1854, † 18.September 1937.

Als Sohn des Ulanenrittmeisters Johann v.O. ging er zunächst auf das Gymnasium in Bonn, um anschließend Berufsoffizier zu werden.1878 gehörte er als Leutnant der Unteroffiziersschule in Jülich an und wurde im selben Jahr Mitglied des Historischen Vereins für den Niederrhein. Seither begann er auch mit der Anlegung einer handschriftlichen Sammlung von Genelogica rheinischer Adelsfamilien. Später wechselte O. nach Koblenz und diente fortan im Königin Augusta Garde-Grenadier-Regiment Nr.4, dann kommandierte er als Oberst das 3. Hanseatische Infanterie-Regiment Nr.162, bevor er 1910 zum Generalmajor befördert wurde und das Kommando über die 81.Infanterie-Brigade übernahm.

Im ersten Weltkrieg diente er als Generalleutnant beim XVIII.Armeekorps, wo er in Frankreich schon im September 1914 durch einen Grantsplitter verwundet wurde. Bis zum Kriegsende 1918 blieb er dann Kommandeur der 80.Infanterie-Brigade in Köln. Genealogisch trieb er zeitgleich seine Studien weiter, 1913 bereits wurde er Vorsitzender der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde. Als Genealoge lag ihm sehr an Darstellungen zu einzelnen Adelsgeschlechtern, über die er nahezu 300 Artikel und Aufsätze in den rheinischen historischen und eigenen Zeitschriften der Gesellschaft veröffentlichte. Wegen der Förderung der Genealogie und der rheinischen Landesgeschichte wurde O. 1922 zum Dr.h.c. der philosophischen Fakultät der Universität Köln ernannt.

Sein Nachlaß kam im Jahr nach seinem Tode auf seinen eigenen Wunsch 1938 in die Kölner Universitätsbibliothek, wo sie verzeichnet und in einem "Ernst v.O.-Zimmer" für die Forschung bis 1945 bereitstand. Dazu zählten 60 Urkundenkästen und 4 Kästen genealogische Korrespondenz mit zum Teil sehr ausführlichen Angaben und Stammtafeln zu über 1.300 rheinischen Adelsfamilien. Die Vielseitigkeit der Sammlung war beachtlich: Es fanden sich unter Zeitungsannoncen auch Konkursanzeigen, eigene Ausarbeitungen neben Urkunden- und Lehnsbriefabschriften.

Quellen und Schrifttum: Erwin Hilburg Edler v.Ehrenfels: Die genealogische Sammlung Ernst v.Oidtman zu Köln, in: Deutsches Adelsblatt, Jg.XIX (1980), S.34 


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