Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Oettingen-Wallerstein, Eugen Fürst zu

Durchlaucht, * Prag 22.März 1885, † Wiesbaden 3.Oktober 1969.

Eigentlich Fürst und Herr zu Oettingen-Oettingen und Oettingen-Wallerstein, war Ö. als Sohn des Fürsten Karl Friedrich und der Fürstin Ernestine geborene Gräfin Czernin in der Stadt der goldenen Dächer zur Welt gekommen. Er studierte nach seinem Abitur die Rechte und trat nach erfolgreichem Abschluß seines Studiums 1909 in den diplomatischen Außendienst als Attaché in St.Petersburg, wo er mit Unterbrechungen - unter anderem als dritter Sekretär der Kaiserlich Deutschen Botschaft in Paris - bis 1918 verblieb. Im ersten Weltkrieg bis 1915 an der Front, wurde er zeitweise außerdem Vertreter des Auswärtigen Amtes beim Generalgouvernement in Warschau.

Nach Ende des Krieges widmete er sich der Bewirtschaftung des Gutes Seyfriedsberg und war maßgeblich beteiligt an dem Ausbau des bayerischen Grundbesitzes. Von 1923 an war der Oberleutnant a.D. dann für sieben Jahre Chef der Hof- und Vermögensverwaltung des Kronprinzen Rupprecht v.Bayern und Vorsitzender des 1923 errichteten "Wittelsbacher Ausgleichsfonds". 1930 dann siedelte er auf den Stammsitz seiner Familie nach Wallerstein in Schwaben über. Im zweiten Weltkrieg in der Militärverwaltung in Frankreich eingesetzt, verunglückte er 1942 in Rußland, so daß bald seine Entlassung aus dem Heeresdienst erfolgte. Nach 1945 wurde er Vorsitzender des Verbandes der bayerischen Grundbesitzer, daneben auch Aufsichtsratsmitglied der Bayerischen Vereinsbank und der Bayerischen Landwirtschaftsbank sowie Ordenskanzler des Königlich Bayerischen Hausritterordens vom Heiligen Georg.

Ö., der bereits 1938 Mitglied der Landesabteilung Bayern der Deutschen Adelsgenossenschaft war, residierte schließlich wie erwähnt auf Schloß Wallerstein bei Nördlingen und wurde nach dem zweiten Weltkrieg erster Vorsitzender der neubegründeten Vereingung des Adels in Bayern und wirkte 1956 maßgeblich an der Gründung der Vereingung des Deutschen Adels (VdDA) mit, der er bereits in der konstituierenden Sitzung als Vorstandsmitglied angehörte. In den Jahren 1959 bis 1966 schließlich war er erster Vorsitzender der VdDA. 1966 wurde ihm die Ehrenmitgliedschaft der VdDA verliehen. Ö. ist damit einer der maßgeblichsten Persönlichkeiten, auf den die Nachkriegsorganisation des deutschen Adels zurückgeht.

Quellen und Schrifttum: NN: Fürst zu Oettingen-Wallerstein 80 Jahre [mit Portrait], in: Deutsches Adelsblatt, Jg.IV (1965), S.52 --- Fürst Friedrich Wilhelm v.Hohenzollern: Nachruf auf Ö., in: Deutsches Adelsblatt, Jg.VIII (1969), S.247 --- Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 965, S.20 mit Portrait --- Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft, Berlin 1938, S.70 


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