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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Kutzschenbach, Rolf v.

Offizier, Genealoge, * Berlin 9.Januar 1888, † Dezember 1949.

Er entstammte einem thüringischen Geschlecht, das in den Jahren 1739-1746 für fünf Brüder fünfmal den Reichsadelsstand erhielt. Sein Vater war Walter v.K. (1854-1934), zuletzt Fürstlich Reußischer Kammerherr und Königlich Preußischer Oberstleutnant a.D., seine Mutter war Gertrud geborene Lehmann (*1865). K. absolvierte die Gymnasien in Posen, Braunschweig, Berlin und Spandau, studierte dann Jurisprudenz in Genf, Berlin, Leipzig und Würzburg. Er unternahm ausgedehnte Studienreisen in verschiedene europäische Länder, schlug dann aber den militärischen Berufsweg ein. Im August 1909 zum Leutnant ernannt, diente er nun im 2.Garde-Ulanen-Regiment in Berlin. 1914 Reserveoffizier der Kavallerie machte er den ersten Weltkrieg mit.

Seit 1919 arbeitete er als Chefredakteur in der Redaktion der Gothaischen Genealogischen Hofkalender nebst diplomatisch-statistischem Jahrbuch des Verlages Justus Perthes, in den Jahren 1922 bis 1944 ebenda in den Bereichen Genealogie der fürstlichen Häuser und Statistik. Jetzt lebte er auch in Gotha, Lebensbankstraße 2. Im selben Zeitraum gehörte er auch zur Redaktion der Gothaischen Genealogischen Taschenbücher der gräflichen und freiherrlichen Häuser sowie der adeligen Häuser beider Reihen (Uradel bzw. Alter Adel und Briefadel).

Damit war er, der auch Mitglied in der Landesabteilung Thüringen der Deutschen Adelsgenossenschaft war, das bei weitem vielseitigste Redaktionsmitglied, das seine Multifunktionalität nicht nur in verschiedenen Bereichen des Verlagsprogrammes von Perthes dartat, sondern auch zeitlich am längsten in den Redaktionen tätig war. Daneben trat er auch als genealogischer Fachbuchautor auf; 1930 hatte er die dritte völlige Neubearbeitung der "Quellen und Hilfsmittel der Familiengeschichte" von Erich Weißenborn herausgegeben.

Der Chefredakteur, zuletzt Rittmeister der Reserve a.D. und Rechtsritter des Johanniterordens war ferner zuerst Mitglied des Ehrenschutzbund des Deutschen Adels (1926-1934), dann ordentliches Mitglied der adelsrechtlichen Abteilung für Abstammungs- und Rassefragen der Deutschen Adelsgenossenschaft sowie Schriftführer des Geschlechtsverbandes derer v.Kutzschenbach. Weiterhin besaß er die Mitgliedschaften im Reichsverband Deutscher Offiziere, im Verein Herold, im Verein Roland und in der Zentralstelle für deutsche Personen- und Familiengeschichte in Leipzig.

Nach rund zwei Jahrzehnten mußte er seine Tätigkeit bedingt durch die Kriegseinwirkungen und die Einstellung der Erscheinungstätigkeit des "Gothas" 1942 einschränken und schließlich 1944 aufgeben. K., der unter entwürdigenden Bedingungen in sowjetischer Gefangenschaft den Hungertod starb, gehörte zu den profiliertesten Mitarbeitern der Adelsmatrikel, die mehr im stillen wirkten. Durch die Gestaltung der Reihen, die Trennung von Statistik und Genealogie und die inhaltlich hochstehende Ausgestaltung des "Gothas" erwarb sich K. bleibende Verdienste um die Familienkunde des deutschen Adels.

Quellen und Schrifttum: Thomas Freiherr v.Fritsch-Seerhausen: Übersicht der Redaktion (der Hofkalender und Gothaischen Genealogischen Taschenbücher), in: ders.: Die Gothaischen Taschenbücher, Hofkalender und Almanach, Limburg Lahn 1968, S.47-49 und 72 --- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser, Briefadel, Artikel v.Kutzschenbach, Jge. 1907-1939, 1934 Stammreihe --- Deutsches Biographisches Archiv II 776, S.392-394 --- Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft, Berlin 1938, S.308 


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