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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Knebel Doeberitz, Georg v.

Adelsgenossenschafts-Vorsitzender, * Friedrichsdorf 20.Januar 1810, † Zülshagen 4.Mai 1880.

Der aus kaiserlich deutschem Reichsadel bzw. preußischem Adel (mit preußischer Namens- und Wappenvereinigung von 1806 für den Vater K.`s) stammende Edelmann wuchs als Sohn des Kgl. Preußischen Hauptmanns a.D. und Erbherrn auf Friedrichsdorf, Dalow, Klebow, Groß Grünow und Zetzin im Krs. Dramburg Ludwig (1783-1840) und seiner Gattin Wilhelmine v.Wolden (1785-1867) als ältestes von sieben Kindern in Pommern auf.

Georg v.Knebel DoeberitzIn Berlin machte er sein Abitur und studierte anschließend in Bonn an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität und in Berlin an der Humboldt-Universität Staats- und Verwaltungswissenschaften. 1835 trat er als Oberverwaltungsgerichts-Referendar in den Staatsdienst, um später als Regierungs-Referendar nach Stettin versetzt zu werden. Seit 1838 übernahm er die Aufsicht über die Bewirtschaftung des Gutes Dalow (ca.1.259 ha), die sein Vater aus Altersgründen abgegeben hatte. Er blieb jedoch im Staatsdienst, wurde Regierungs-Assessor in Potsdam und Magdeburg und erwarb 1838 zur Verpachtung das Gut Zülshagen (ca. 1.300 ha), ebenfalls im pommerschen Kreis Dramburg gelegen. Bis 1847 als Regierungsrat in Stettin tätig, nahm K. schließlich seinen Abschied, um sich der Bewirtschaftung seiner Güter zu widmen, die mittlerweile durch Erbgang auf ihn gekommen waren.

Vaterländisch und lokalpatriotisch gesinnt, war er in seinem Kreis zunächst stellvertretender, ab 1869 wirklicher Landrat, 1866 als Rechtsritter der Balley Brandenburg des Ritterlichen Ordens St.Johannis vom Spital zu Jerusalem in der Verwundetenpflege tätig und seit 1875 Mitglied des Preußischen Herrenhauses auf Lebenszeit geworden.

1876 legte er sein Landratsamt nieder, weil er die Bewirtschaftung von Gersdorf, eines Gutes seines verstorbenen Schwagers v.Mellenthin, übernahm. Ende Februar 1879 gehörte der 69jährige K. schließlich zu den Gründern der Deutschen Adelsgenossenschaft. Er starb bereits ein Jahr später in seiner Heimat, wo er auf Zülshagen beigesetzt wurde. Damit war K. einer der klassischen geistigen Väter der größten Standesorganisation des deutschen Adels, die in ihr zunächst eine protestantische Vereinigung des grundbesitzenden Adels Norddeutschlands sahen, ohne zu ahnen, welch große Rolle die Deutsche Adelsgenossenschaft einst im organisierten Adel spielen würde.

Quellen und Schrifttum: Ilona Buchsteiner: Großgrundbesitz in Pommern 1871-1918. Ökonomische, spziale und politische Transformation der Großgrundbesitzer, Berlin 1993, S.211-212 und 399 --- Hans Wätjen: Geschichte des Geschlechtes v.Knebel Doeberitz, Braunschweig 1966, S.52, 61 (sowie Portrait vor S.61) und 64-65 --- Dieter Fricke (Hg.): Lexikon zur Parteingeschichte. Die bürgerlichen und kleinbürgerlichen Parteien und Verbände in Deutschland 1789-1945, Bd.I, Leipzig 1983, S.530 


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