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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Isenburg, Wilhelm Karl Prinz zu

Prof.Dr.phil., Genealoge, * Darmstadt 16.Januar 1903, † Mülheim an der Ruhr 23.November 1956.

Er war ein Sohn des Prinzen Leopold zu Isenburg und seiner Gattin Prinzessin Olga geborene Prinzessin v.Sachsen-Weimar. Nach dem Abitur studierte I. Geschichte mit besonderem Schwerpunktfach der Genealogie, der sein ganzes zukünftiges Leben gehören sollte. Schon 1928 veröffentlichte er seine Schrift "Genealogie als Lehrfach. Zugleich Einführung in ihre Probleme".

Genealogie war ihm aber nicht nur eine Hilfswissenschaft, sondern Sammelbegriff erbbiologischer und geistesverwandter Disziplinen. Beruflich wandte I. sich zunächst der biologischen Seite zu und arbeitete seit 1929 als genealogischer Assistent an der Psychatrischen Klinik in Bonn. Seit 1933 fungierte I., der auch Mitglied der Deutschen Adelsgenossenschaft ohne Landesabteilungszuordnung war, als Privatdozent in Bonn, 1936 wechselte er nach Berlin und war schließlich seit 1937 beamteter außerordentlicher Professor für Sippen- und Familienforschung in München.

Er blieb dies auch nach dem Kriege, nur hieß sein Fachgebiet seit 1946 Historische Genealogie. 1947 wurde er aus Gesundheitsgründen pensioniert. Sein publizistisches Werk ist noch heute weit bekannt. 1932 veröffentlichte er ein Werk über die Ahnen der deutschen Kaiser und Könige, 1934 lieferte er eine erneute Einführung in die Familienkunde, 1936 bis 1937 die Stammtafeln zur Geschichte der europäischen Staaten, die 1953 unter der Neubearbeitung von Baron Frank Freytag v.Loringhoven erneut aufgelegt wurden.

Daneben war er Verfassser einiger Artikel des Großen Brockhaus. Seit 1947 im Ruhestand lebend, verstarb I. nach langem Leiden im 53.Lebensjahr. I. war ein besonderer Genealoge, nicht nur weil seine Europäischen Stammtafeln noch heute Gültigkeit besitzen, sondern auch weil er neben Friedrich v.Klocke der einzige Familienkundler war, der durch einen staatlichen Lehrstuhl in weiten Kreisen und auch bei der Regierung anerkannt war. Seine große Schaffenstätigkeit fiel in die Zeit des Dritten Reiches, deren genealogische Maxime der "biologischen Reinheit" er ähnlich wie Albrecht Freiherr v.Houwald (1866-1958), Fritz v.Bodungen (1879-1943), Carl v.Behr-Pinnow (1864-1941) oder Adolf Fürst zu Bentheim-Tecklenburg (1889-1967) übernahm und in vielen Artikeln des Adelsblatts als einzige Möglichkeit des Weiterbestehens des Adels bezeichnete.

Werke: Adel und Freiheit im deutschen Staat des frühen Mittelalters (Beiträge zur Geschichte des Adels III), in: Deutsches Adelsblatt, Nr.30 v.24.7.1937, 941ff --- Über die Ausgestaltung der genealogischen Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft, in: Deutsches Adelsblatt, Nr.46 v.7.11.1936, 1535f --- Der Adel und seine Zukunft, in: Deutsches Adelsblatt, Nr.27 v.5.7.1930, 391-392 --- Der Wille zum Leben (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft VIII.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.48 v.27.11.1937, 1358 --- Ebenburt und Heirat (Zu den Aufgaben der Deutsche Adelsgenossenschaft VII.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.45 v. 6.11.1937, 1415 --- Vom Gesetz der Sippe (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft X.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.52 v.24.12.1937, 1710-1711 --- Aufartung  (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft VI.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.43 v.23.10.1937, 1356 --- Ahnen-Auslese (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft IV.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.38 v.18.9.1937, 1169-1170 --- Einfluß und Bedeutung der Rassen (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft III.), in: DAB Nr.26 v.26.6.1937, 827-828 --- Der Altersaufbau im deutschen Uradel (für den Zeitraum 1900-1935), in: Deutsches Adelsblatt Nr.51 v.18.12.1937, 1668-1671 --- Die Jugend in der Deutschen Adelsgenossenschaft (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft IX.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.50 v.11.12.1937, 1622-1623 --- Über die Ausgestaltung der genealogischen Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft, in: Deutsches Adelsblatt Nr.46 v.7.11.1936, 1535-1536 --- Die Bibliothek der Deutschen Adelsgenossenschaft, in: Deutsches Adelsblatt Nr.30 v.18.7.1936,1019-1020 und ebd., Nr.23 v.4.6.1938, 769 --- Zur Statistik des deutschen Adels, in: Deutsches Adelsblatt Nr.2 v.9.1.1937, 33-37 --- Zur Frage der Adelsergänzung, in: Deutsches Adelsblatt Nr.17 v.24.4.1937, 542-545 --- Ebenbürtigkeit?, in: Deutsches Adelsblatt, Jg.LIX, Nr.25 v.13.6.1936, 841-842 --- Vom Weg des Adels durch die Jahrhunderte (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft I.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.23 v.5.6.1937, 728-729 --- Historisches Schicksal - Biologisches Schicksal (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft II.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.25 v.19.6.1937, 798 --- Der deutsche Raum als Hintergrund für das geschichtliche Wirken des deutschen Adels, in: DAB Nr.13 v.27.3.1937, 399-401 --- Die Entwicklung des deutschen Adels in der neueren Zeit, in: Deutsches Adelsblatt Nr.45 v. 31.10.1936, 1505-1508 --- Geburtsgemeinschaft und Leistungsgemeinschaft (Zu den Aufgaben der Deutschen Adelsgenossenschaft V.), in: Deutsches Adelsblatt Nr.41 v.9.10.1937, 1279-1280 --- Ebenburt und Inzucht, in: Archiv für Sippenforschung, Jg.VI, Görlitz 1929, 50 --- Neuadel, in: DAB Nr.4 v.24.1.1931, 52-53 (zum Darrébuch: Neuadel aus Blut und Boden)

Quellen und Schrifttum: Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 638, S.391 --- Gottfried Roesler: Wilhelm Karl Prinz v.Isenburg †, in: Familie und Volk, Jg.VI, Neustadt an der Aisch 1957, S.249 --- Anonymus: Prinz Wilhelm Karl v.Isenburg †, in: Deutsches Adelsarchiv, Jg.XIII, Westerbrak 1957, S.2 --- Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft, Berlin 1938, S.402 


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