Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

Start | Sitemap | Tipps | Anfragen | Zeitschrift | Neues | Über uns | AGB | Impressum

Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Schmettow, Graf Matthias Gottfried v.

Dr.phil., Bibliotheksdirektor, * Buchelsdorf 30.November 1925, † Düsseldorf 11.April 1978.

Im schlesischen Kreis Grünberg als Sohn des Oberstleutnants Grafen Gottfried v.Schmettow geboren, besuchte er zunächst die Volksschule, setzte seine Ausbildung dann aber krankheitsbedingt im elterlichen Hause fort. In den Jahren 1940 bis 1943 besuchte er das Pädagogikum in Züllichau und die Grünberger Oberschule. Ende April 1944 wurde er zur Wehrmacht einberufen, verbrachte aber wegen Gelenkrheumatismus nach Scharlach lange Zeit im Lazarett.

Im Frühjahr 1945 geriet er zuerst in amerikanische, dann in sowjetische Gefangenschaft nach Böhmen. Im August 1945 entlassen, traf er sich mit seiner Familie im Kreis Cottbus, zog aber im Spätherbst desselben Jahres nach Westdeutschland. In Wyk auf Föhr besuchte S. für zwei Jahre die Carl-Hunnius-Schule und machte 1948 in Flensburg sein Abitur. An der Göttinger Georgia-Augusta-Universität studierte er anschließend Englisch und Geschichte und erweiterte seinen Gesichtskreis durch mehrere kurzzeitige Studien in Glasgow, Kopenhagen und Freiburg im Breisgau.

Graf Matthias v.SchmettowAb 1950 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes, konnte er 1954 in Göttingen erfolgreich sein erstes Staatsexamen ablegen und promovierte dort zum Dr.phil. im Jahre 1956. Thema seiner Disseratation war "Der ausländische Adel in Nordeuropa im 16. bis 18.Jahrhundert" (Berlin 1956). S, der sich sehr für das Büchereiwesen interessierte, schlug anschließend die wissenschaftliche Biblitokarslaufbahn ein und wurde daher Bibliotheks-Referendar an der Freien Universität Berlin.

Von Herbst 1956 bis Herbst 1957 besuchte er im zweiten Referendarjahr das Bibliothekar-Lehrinstitut an der Universität Köln. Ab November 1957 war er an der Landes- und Stadtbiblithek in Düsseldorf (seit 1970 Universitätsbibliothek) beschäftigt. Ab Ende 1957 wohnte er mit seiner Familie in Büderich (Meerbusch) bei Düsseldorf. Stark familiär engagiert, gründete er 1959 den Gräflich v.Schmettow- und v.Schmettauischen Familienverband, dessen Schriftführer er lange Jahre war. 1961 veröffentlichte er nach intensiven Studien zudem die Geschichte seiner Familie.

Schon bald nach dem Kriege in regem Kontakt mit Hans-Friedrich v.Ehrenkrook (1880-1968) stehend, war er über das Interesse an der eigenen Familie hinaus auch am ganzen Adel interessiert. S. gehörte dabei aber weniger zu den Schriftstellern als mehr zu den Systematikern, die mit einer Vorliebe für Ordnungskategorien und Katalogisierungen hervorstachen. Ihm lag - hier kam ihm seine reiche berufliche Erfahrung zugute - vor allem viel an der Erstellung des Gedenkbuches des Deutschen Adels, das allein sein und seiner Gattin Werk war und als Nachfolgebuch der Ehrentafeln der Kriegsopfer des deutschen Adels gedacht war. Daneben bemühte er sich um die Ermittlung und Verzettelung einer deutschen Adelsbibliographie, über der er jedoch verstarb, ohne sie vollendet zu haben. Seinem Nachfolger hinterließ er damit jedoch die bisher größte bekannte private Titelsammlung zum Adels-Schrifttum.

Werke (Auswahl): 50 Bände Genealogisches Handbuch des Adels, in: Mitteilungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde, Bd.XXVI, Köln 1972, 140 --- Adelsbeziehungen und -wanderungen zwischen Skandinavien u. Mitteleuropa, in: Europäische Begegnung, Jg.II, Köln 1962, Heft 8-9, 56-59 --- Adlige Geschlechter baltischer Herkunft in Schweden, Finnland und Dänemark. Eine Untersuchung aufgrund skandinavischer Quellen und Literatur, Hannover 1961, 66 S. (Reihe Baltische Hefte, Sonderheft 4) --- Gedenkbuch des Deutschen Adels, Limburg Lahn 1967 (Aus dem Deutschen Adelsarchiv Bd.III), XI u. 397 S. --- Gedenkbuch des deutschen Adels. Nachtrag, Limburg Lahn 1980, VIII u. 68 S. (in Zusammenarbeit mit seiner Gattin Gräfin Ingrid v.Schmettow)  --- Gedenkbuch unserer Toten, in: Deutsches Adelsblatt, Jg.V, Nr.3 v.15.3.1966, 51 --- Gefallenenliste des deutschen Adels, in: Ostdeutsche Familienkunde, Jg.XIV, Herne 1966, 185 --- Schmettau und Schmettow. Geschichte eines Geschlechts aus Schlesien, Büderich bei Düsseldorf 1961

Quellen und Schrifttum: NN: Gefallenenliste des deutschen Adels, in: Adler. Zeitschrift für Genealogie u.Heraldik, N.F., Wien 1966, 169 --- Fritsch, Thomas v.: Gedenkbuch des deutschen Adels, in: Deutsches Adelsblatt, Jg.VI, Nr.12 v.15.12.1967, 260f --- Nachruf auf S. von seiner Familie und dem Familienverband v.S., in: Deutsches Adelsblatt, Jg.XVII (1978), 118 --- Freundliche Auskunft seiner Witwe Gräfin Ingrid v.S. aus Meerbusch (†) an den Verfasser vom 14. und 18.Mai 1998, welche ihm auch freundlicherweise das oben abgebildete Portrait zur Verfügung stellte. 


©  Institut Deutsche Adelsforschung - Quellenvermittlung für Wissenschaft, Familienforschung, Ahnenforschung | Seitenanfang