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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Twickel, Freiherr Rudolf v.

Gutsbesitzer, Adelsfunktionär, * 20.Januar 1893, † 30.November 1974.

Aus Utrechter Uradel stammend, war T. der Sohn des Freiherrn Clemens v.T. (1861-1916), seines Zeichens Mitglied des Preußischen Herrenhauses, Präsident des Westfälischen Bauernverbandes, der Arbeitsgemeinschaft deutscher Bauernverbände und seit 1904 Mitglied des Ritterrates der Genossenschaft des Rheinischen Ritterbürtigen Adels. Sein ältester Sohn Rudolf trat ganz in die Tradition seines Vaters, der auch Fideikommißherr auf Havixbeck war, ein.

Schon früh begann sein standesorientiertes Wirken, das sich durch eine besonder Hinneigung zu Verbänden der katholischen Kirche und des Adels auszeichnete. So war er 1937 bis 1972 Präsident der Rheinisch-Westfälischen Malteser-Genossenschaft. Er nahm an beiden Weltkriegen teil, erwarb sich zunächst 1914/1918 als Oberleuntant d.R. im Königlich Preußischen Kürassier-Regiment v.Driesen (Westfälisches) Nr.4 das Eiserne Kreuz 1. und 2.Klasse; im zweiten Weltkrieg diente er als Hauptmann der Reserve in Nachschub- und Eisenbahneinheiten.

Als strenggläubiger Katholik und Konservativer war T. nicht nur bereits 1937 Mitglied der Landesabteilung Westfalen-Lippe der Deutschen Adelsgenossenschaft, sondern gewann auch bald Kontakte zum deutschen Widerstand des Kreisauer Kreises um Graf Helmuth James v.Moltke, wurde jedoch nach dem gescheiterten Attentat vom 20.Juli 1944 nicht verhaftet.

Nach dem zweiten Weltkrieg entfaltete T., der auch das Amt eines Erbschenken des Fürstentums Münster bekleidete, eine rege Tätigkeit. Er wurde Mitbegründer der Deutschen Caritas sowie des Malteser-Hilfsdienstes, war in der ehrenamtlichen Verwaltung der Westfälischen Zentralgenossenschaft tätig, der er bis 1965 als Aufsichtsratsvorsitzender angehörte. Der Verein Westfälischer Adelsarchive fand in ihm ebenfalls einen würdigen Vorsitzenden. In den Jahren 1945 bis 1966 gehörte er als wie sein Vater früher zum Ritterrat der Genossenschaft des Rheinischen Ritterbürtigen Adels, in seiner Heimatgemeinde Havixbeck war er ferner Mitglied des Gemeinderats und des Kirchenvorstandes.

Seit 1949 gehörte er als Verteter der Rheinisch-Westfälischen Malteser-Devotionsritter dem Adelsrechtlichen Ausschuß der Deutschen Adelsverbände an, ist als dessen Mitgründer anzusprechen, übernahm 1952 bis 1967 als Präsident dessen Vorsitz, wurde 1956 zu dessen Mitglied auf Lebenszeit ernannt und 1967 anläßlich seines Ausscheidens schließlich zum Ehrenmitglied des Vorstandes. Sein kluges Urteil und sein weitschauender Rat prägten seine Präsidentschaft im Ausschuß über Jahre hinweg und ermöglichten so erst das hohe Niveau seiner Wirksamkeit.

Quellen und Schrifttum: Bernhard Gondorf: Die Genossenschaft des Rheinischen Ritterbürtigen Adels. Herausgegben zur Erinnerung an den hundertundfünzigsten Jahrestag ihrer Gründung vom Ritterrat, o.O. 1987, S.177-179 --- Max Frhr. v.Twickel: Festschrift zum 80.Geburtstag des Rudolf Frhr. v.Twickel am 21.Januar 1973, o.O. 1973 --- Max Anton Frhr. und Edler Herr v. und zu Eltz-Rübenach und Philipp Frhr. v.Boeselager: Nachrufe auf T., in: Deutsches Adelsblatt, Jg.XIV (1975), S.18  --- Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft, Berlin 1938, S.324 


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