Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Heyer v.Rosenfeld, Friedrich

Genealoge, Heraldiker, * Giessen, 13.April 1828, † Wien, 21.Dezember 1896.

Als Sohn des Hof-, Universitäts- und Verlagsbuchhändlers Friedrich Heyer v.Rosenfeld in Hessen geboren, entstammte er einem seit dem 16.Jahrhundert in Hessen ansässigen Geschlecht, daß einst adelig war, dann aber seinen Adel in der Zeit des dreißigjährigen Krieges teilweise niedergelegt hatte. Nach seiner ersten Schulbildung wandte sich H. dem österreichischen Militärdienst zu, interessierte sich aber von klein auf bereits für die Genealogie des Adels, vor allem in Österreich, Italien, Siebenbürgen und Böhmen.

Als er in den Jahren 1862 und 1863 im k.u.k Infanterie-Regiment Nr.29 Graf v.Thun-Hohenstein in Zara in Dalmatien stand, nutzte er die Gelegenheit, um in den nahegelegenen Archiven nebenbei zu forschen. In den Jahren 1868 bis 1872 erreichte er in Hessen und in Österreich Wappenbestätigungen und die Erlaubnis, seinen Adelsnamen zu führen, jedoch bekam er keine formale Adelserneuerung. Aufgrund der großherzoglich hessischen Adelsrenovation von 1874 gilt H. heute jedoch als zum Adel zugehörig.

1870 wurde er in Wien Mitgründer und für ein halbes Jahr erster Ausschuß-Vorsitzender der Heraldischen Gesellschaft "Adler". Als er mit seiner Familie 1874 das letzte Mal in die freiherrliche Abteilung der Gothaischen Genealogischen Taschenbücher aufgenommen wurde, verließ er die Gesellschaft jedoch aus Protest. Nichtsdestotrotz reagierte er auf diesen Vorstoß der Redaktion des Gotha nicht mit einem Rückzug, sondern fand Beschäftigung zunächst in der Anlegung einer große Materialsammlung, aus denen die Adelsfamilien der oben genannten Länder reichlich schöpfen konnten.

Im Österreichischen Staatsarchiv sind für die Akten einige geschmackvoll-zeitlos schöne Wappen von Adelsfamilien von seiner Hand erhalten geblieben. In der Reihe der Siebmacher-Wappenbücher zeichnete er für die Bände über die Wappen des Adels in Dalmatien und Galizien verantwortlich, 1871 erschien von ihm ein Werk über die Standeserhöhungen Kaiser Franz Joseph I., ferner war er Verfasser von Büchern über österreich-ungarische Orden und Ehrenzeichen sowie über die Staatswappen der Länder der Erde.

Er war Ehrenmitglied des Vereins Herold in Berlin und des Münchener Altertumsvereins. H. gehörte neben Freiherr Kuno Friedrich v.Rodde oder Emil v.Maltitz zu den typischen Adelsgenealogen des 19.Jahrhunderts, die ihre erste Aufgabe darin sahen, Material aller Art über die Adelsfamilien zu sammeln, ohne ihre so wertvollen Einzelergebnisse zu einer Familiengeschichte zu verbinden.

Quellen und Schrifttum: Deutsches Biographisches Archiv I, Fiche 534, S.50 --- Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 580, S.187 --- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser, Jg.XXIV, Gotha 1874, S.285-288 --- Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Bd.V, Limburg 1984, S.200-201


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