Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Heydenreich, Eduard

Sächsischer Adelskommissar, Prof.Dr., * Dresden 29.5.1852, † Dresden 2/1916.

H. war der Sohn des sächsischen Pfarrers Julius Heydenreich und seiner Gattin Emilie, geborene Steffen. Zahlreiche Vorfahren waren bereits in früheren Jahrhunderten in weltlichen und kirchlichen Ämtern Sachsens zahlreich vertreten gewesen. H. besuchte zunächst das Kreuzgymnasium seiner Heimatstadt und wurde 1871 Student der Philologie in Leipzig. Hier hörte er bis 1876 bei dem bekannten Philologen Georg Curtius, belegte aber auch Vorlesungen zur Germanistik und Pädagogik. Mit der Arbeit "Questiones Propertianae" legte er 1874 in Leipzig seine Promotion ab und bestand 1875 die Staatsprüfung zum Oberlehrer.

Anschließend war H. einige Zeit am Thomasgymnasium in Leipzig als Vikar tätig, wurde aber von der sächsischen Regierung noch im selben Jahr an das Gymnasium Albertinum nach Freiberg in Sachsen versetzt. Bald begann er sich, angeregt durch das 25jährige Dienstjubiläum seines Vater als Pfarrer in Leubnitz, mit archivalischen Studien zur Heimatgeschichte zu befassen, schließlich habilitierte er sich 1882 als Provatdozent der Geschichte an der Königlich Sächsischen Bergakademie.

In seinen Vorlesungen spezialisierte er sich vor allem auf die deutsche und sächsische Geschichte, namentlich des Bergbaus. In Freiberg wurde er langjähriger Archivar und Bibliothekar des Freiberger Alterthumvereins und befaßte sich anläßlich des 800jährigen Jubiläums der Wettiner intensiv mit deren Verbindungen zu Freiberg. Dadurch war er auch der heimatlichen Adelsgeschichte nähergetreten. Von 1889 bis 1895 war er dann als Oberlehrer am Königlichen Gymnasium Schneeberg im sächsischen Erzgebirge tätig, bevor er sich als Student von 1895 bis 1899 bei der Universität Marburg immatrikulierte, um hier Geschichte, Jurisprudenz und Germanistik zu hören.

Im letztgenannten Jahr bestand er in Marburg die Staatsprüfung für den Königlich Preußischen Archivdienst, 1896 erhielt er den Rang und Titel eines Königlich Sächsischen Professors und war 1899 bis 1902 als Archivar der Stadt Mühlhausen tätig. Hier Begründer des Mühlhausener Altertumsvereins, erhielt er 1902 Rang und Titel eines Regierungsrats und wurde 1904 als Kommissar für Adelsangelegenheiten ins Sächsische Innenministerium berufen. Bereits seit 1902 war er als Mitglied des Ausschusses für Adelssachen dort tätig gewesen und prägte neben Erich Gritzner (*1874) maßgeblich die sächsische Adelspolitik mit.

Quellen und Schrifttum: Deutsches Biographisches Archiv I, Fiche 533, S.294-295 und Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 579, S.434-439


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