Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Gritzner, Erich

Dr.phil., Heroldsmeister, * Berlin 7.4.1874, † nach 1935.

Als Sohn des Königlich Preußischen Oberleutnants a.D. und Geheimen Kanzleirats im Berliner Ministerium des Innern Maximilian Gritzner und seiner Gattin Clara geborene Heling auf die Welt gekommen, lag G. die Beschäftigung mit der Geschichte des Adels bereits in der Wiege. Sein Vater war der Verfasser der bekannten Matrikeln der Standeserhöhungen und Gnadenakte der deutschen Landesfürsten und Preußens bis 1874.

Sohn Erich besuchte 1880 bis 1895 die Gymnasien in Berlin und Steglitz, studierte anschließend bis 1901 an den Universitäten in Leipzig und Berlin und wurde in Leipzig Burschenschaftler bei den "Roten Löwen". 1901 promovierte G. in Leipzig zum Dr.phil. und machte bis 1902 einige archvalische Studienreisen durch ganz Deutschland und Österreich. 1903 begann er als wissenschaftlicher Hilfsarbeiter am Geheimen Haupt- und Staatsarchiv und dem Ernestinischen Gesamtarchiv in Weimar tätig zu werden.

1907 bis 1908 erweiterte er seine beruflichen Kenntnisse als Archivassistent beim Bezirksarchiv von Lothringen und wurde 1908 zum Großherzoglich Sächsischen Archivar mit Standort in Weimar ernannt. Als fachkompetent auch in der Geschichte seiner Wahlheimat bekannt, war er dann von 1911 bis 1920  in der sächsischen Kommission für Adelssachen beschäftigt, wurde schließlich Heroldsmeister im Ministerium des Innern in Dresden. Nicht unmaßgeblich hat er daher neben Eduard Heydenreich (1852-1916) die sächsische Adelspolitik im 20.Jahrundert bestimmt. Schon früh außerdem Mitglied zahlreicher genealogischer Vereine und Geschichtsverbände, trat er außerdem bereits seit der Jahrhundertwende als Verfasser heraldischer und sphragistischer Werke hervor, die seinen eigentlichen Ruhm in der deutschen Adelsforschung begründen.

Werke (Auswahl): Grabdenkmäler adeliger Personen auf Kirchhöfen Berlins und seiner Vororte, in: Vierteljahresschrift für Wappen- Siegel- und Familienkunde, Jg.XXVI, Berlin 1898, S.87 sowie in Jg.XXVII (1899), S.216 und Jg.XXVIII (1900), S.153 --- Ein gefälschter Adelsbrief Karl V. von 1520, in: Der Dt. Herold, Berlin 1911, S.93 --- Schwarzburgische Standeserhöhungen, in: Familiengeschichtl. Blätter, Jg.XVII, Leipzig 1919, S.235

Quellen und Schrifttum: Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 480, S.262 


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