Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Gemeinschaft deutscher Adelsgeschlechter (1948-1949)

Gegründet in der zweiten Jahreshälfte 1948 in Hessisch-Lichtenau als Gegenorganisation zur Institution des Deutschen Adelsarchivs unter dem Namen "Notgemeinschaft deutscher Adelsgeschlechter". Mitgründer und erster Geschäftsführer wurde ein Herr v.Schamann. Sinn der G. war die gesellschaftliche und politische Zusammenfassung des Adels in einer Adelsorganisation, die karitative Unterstützung deutscher Edelleute, die Schaffung einer Art Sozialkasse und Zentralorganisation zur Verteilung von Hilfsgütern.

Mit einem ersten Rundschreiben trat die G. im November 1948 zum ersten Mal öffentlich auf. Schon darin kam es zu Differenzen mit dem Deutschen Adelsarchiv, da die Gründer der Auffassung waren, daß die Herren Hans-Friedrich v.Ehrenkrook (1880-1968), Freiherr v.Hammerstein und Jürgen v.Flotow (1902-1976) betrieben ausschließlich Familienforschung in ihren Flüchtlingslisten (1945-1948) und im nachfolgenden Deutschen Adelsarchiv (1949-1961).

Die G. besaß anfangs wenig Stetigkeit, spätestens im Januar 1949 hatte sie sich in "Gemeinschaft Deutscher Adelsgeschlechter" umbenannt. Obwohl bereits zu diesem Zeitpunkt von ihr die Herausgabe eines "Deutschen Adelsblatts", das unter diesem Namen seit 1944 nicht mehr erschien (die Herausgabe des Deutschen Adelsblattes war im vorletzten Kriegsjahr bis auf weiteres eingestellt worden) geplant war, kam es vorläufig zu keinem regelmäßigen Erscheinen eines Periodikums.

Erst im Juni 1949 erschien ein zweites Rundschreiben der G. Zu dieser Zeit verfügte sie angeblich über einige hundert Mitglieder. Da diese allerdings kaum aus den bekannten und grundgesessenen Familien entstammten, war das Interesse des übrigen Adels zunächst nur gering. Auch das Deutsche Adelsarchiv riet dringend von einem Beitritt ab, da in Kürze neue Adelsverbände auf lokaler Ebene gegründet würden, "die sich auf den eingesessenen und bodenständigen Adel stützen und an der Spitze Persönlichkeiten stehen werden, deren Namen im Deutschen Adel Klang und Namen haben."

Entsprechend dieser Voraussage trat die G. daraufhin in der folgenden Zeit nicht mehr öffentlich auf und hatte sich zu einem unbekannten Zeitpunkt aufgelöst, zumal es auch innerhalb der G. zu Problemen kam und v.Schamann als Geschäftsführer im ersten Halbjahr 1949 zurückgetreten war.

Quellen und Schrifttum: NN: Notgemeinschaft deutscher Adelsgeschlechter, in: Deutsches Adelsarchiv, Jg.IV (1948), S.2-3 ---  ebd., Jg.V (1949), H.17, S.2 --- ebd., H.23, S.3 


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