Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

Start | Sitemap | Tipps | Anfragen | Zeitschrift | Neues | Über uns | AGB | Impressum

Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Gauhe, Johann Friedrich

Pastor, Schriftsteller, * Waltersdorf bei Luckau 15.März 1681, † Helbigsdorf 29.Dezember 1755.

Der Theologe G., der später auch unter dem Pseudonym Huldericus Irenäus veröffentlichte, entstammte einem akademisch gebildeten Hause; sein Vater Johann Gauhe war zunächst Gymnasiallehrer in Berlin, dann Pfarrer in Waltersdorf, dem Geburtsort seines Sohnes. Mit acht Jahren wurde G. vaterlos und daher zur Erziehung dem Konrektor von Luckau anvertraut.

1697 trat er ins Cöllnische Gymnasium in Berlin ein und immatrikulierte sich im Jahre 1700 an der Universität Wittenberg, wo er in den Jahren 1701 und 1703 erfolgreich seine Disputationen ablegte. Zunächst Hauslehrer und Hofmeister, erhielt er 1715 das Pastorat zu Ober-Neuschönberg und 1724 das zu Helbigsdorf. In der ganzen Zeit seiner Berufstätigkeit stark genealogisch und daher am Adel interessiert, befaßte er sich intensiv mit ihm und schuf in mühevoller Kleinarbeit das zwar nicht immer zuverlässige, aber für seine Zeit revolutionär zu nennende Werk "Des Heiligen Römischen Reichs Genealogisch-Historisches Adels-Lexicon" in den Jahren 1719 bis 1747; von ihm stammt auch das "Historische Helden- und Heldinnen-Lexicon" aus dem Jahre 1717. Mit beiden Werken begründete er erst eigentlich die nach Familiennamen sortierte Adelslexikographie, die noch lange Zeit nach seinem Tode ein Vorbild für weitere Projekte wurde. Auch zur Reformations- und Kirchengeschichte verfaßte er zahlreiche Werke. In dem 1747 als Anhang erschienen Teil verzeichnete G. außerdem etliche der außerdeutschen Adelsfamilien, namentlich aus dem Ostseeraum.

In seinem Werk nannte G. in der Regel immer den Namen der Adelsfamilie, die Heimat, das erste urkundliche Vorkommen, bekannte Namensträger mit persönlichen Daten sowie bibliographische Hinweise und angaben zu den Nobilitierungen und Standeserhebungen. viele ausgestorbene Familien sind hier enthalten, die in späteren Adelslexika nicht mehr zu finden sind.

Werke (Auswahl): Des Heiligen Römischen Reiches Genealogisch-Historisches Adels-Lexikon, darinnen die heuzutage florierenden älteste und ansehnlichste Adeliche, Freyherrliche und gräfliche Familien nach ihrem Alter und Ursprünge, Vertheilungen in unterschiedliche Häuser danebst Leben derer daraus entsprossenen berühmtesten Personen, insonderheit Staatsminister, Leipzig 1719, 2.Aufl. ebd. 1747, 2.Teil Leipzig 1747

Quellen und Schrifttum: Deutsches Biographisches Archiv I, Fiche 371, S.322-328 --- Deutsches Biographisches Archiv I, Fiche 927, 401 und 415, Deutsches Biographisches Archiv I, Fiche 1428, S.380-385 --- Hueck, Walter v. (Hauptbearbeiter): Genealogisches Handbuch des Adels, Adelslexikon, Bd.I., A-Bon, Limburg an der Lazhn 1972, S.IX-XI 


©  Institut Deutsche Adelsforschung - Quellenvermittlung für Wissenschaft, Familienforschung, Ahnenforschung | Seitenanfang