Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Fürstenberg, Maximilian Egon Prinz zu

Dr. honoris causa, Durchlaucht, Adelsverbandsvorsitzender, * Prag 31.März 1896, † Donaueschingen 6.April 1959.

F. entstammte einer seit dem Jahrhundert in Schwaben und Österreich ansässigen einflußreichen Familie, sein Vater war Fürst Max Egon II. v.Fürstenberg (ein persönlicher Freund Kaiser Wilhelm II.). F. wuchs in Prag auf, besuchte hier das Gymnasium und die deutsche Universität. Von seinem Vater mit der Administration der böhmischen Familienbesitzungen betraut, kam er 1934 nach Donaueschingen, wo er zunächst die fürstlichen Kunstsammlungen betreute, ohne die Verwaltung der böhmischen Güter abzulegen.

Als sein Vater 1941 starb und sein älterer Bruder Fürst Carl Egon V. zu Fürstenberg den Verzicht wegen des Hausguts Donaueschingen leistete, siedelte F., der auch Mitglied der Landesabteilung Baden der Deutschen Adelsgenossenschaft und 1937 Mitglied des Erweiterten Vorstandes oder Landesausschusses dieser Landesabteilung war, ganz nach hier um.

Unterbrochen vom Wehrdienst als Hauptmann im zweiten Weltkrieg widmete er sich nach 1945 vor allem dem kulturellen Wiederaufbau Schwabens. Er rief die Donaueschinger Musiktage ins Leben, die bald weit über Schwaben hinaus zu einem Mittelpunkt neuzeitlicher Musik wurden. Ferner wurde er nach Kriegsende Vorsitzender der Vereinigung des Adels in Baden und seit Ende April 1954 der chronologisch erste Vorsitzende der neugegründeten Vereinigung der Deutschen Adelsverbände (VdDA). Mit großzügigen Geldern unterstütze er für die VdDA 1957 den Ankauf der reichen genealogischen Sammlungen von Hans-Friedrich v.Ehrenkrook (1880-1968).

Unter F.`s Präsidium erfuhr vor allem die Jugendförderung in den Adelsverbänden große Beachtung. Hierüber gelang es ihm, die ersten Brücken zu schlagen zur europäischen Adelsjugend und zu einer engeren Zusammenarbeit auch der europäischen, aber kontinentalen Adelsvereinigungen. Ihm war es zu verdanken, daß im Oktober 1958 eine erste größere europäische Adelsjugend-Tagung in München stattfand und damit den Anstoß gab zu einer bis heute nicht abgerissenen Verbindung. Er kann als deutscher Mitinitiator der Bewegung gelten, aus der später die C.i.l.a.n.e. entstand. Stets voller Schaffenskraft, war er kurz nach Vollendung seines 63.Lebensjahres an seinem Schreibtisch infolge eines Schlaganfall verstorben.

Quellen und Schrifttum: NN: Dr.h.c. Maximilian Egon Fürst zu Fürstenberg †, in: Deutsches Adelsarchiv, Jg.XV (1959), S.84-85, 93 und 114 --- Jahrbuch der Deutschen Adelsgenossenschaft, Berlin 1938, S.49 


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