Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Biron v.Curland, Prinz Friedrich Franz

Adelsfunktionär, Hoheit, * Schloß Wartenberg in Schlesien 18.April 1910, †.

Auf die Welt kam B. als Sohn des Prinzen Gustav Biron v.Curland und seiner Gattin Françoise geborene de Jaucourt aus dem Hause der Marquis de Jaucourt. In Schloß Wartenberg auf einer freien Standeherrschaft von rund 70.000 Morgen aufgewachsen, erlebte B. schon früh die schrecken des ersten Weltkrieges, als seine Mutter im schloß ein Lazarett einrichtete.

Durch die Folgen des Krieges und den Versailler Vertrag ging  der größte Teil der Herrschaft nach 1918 verloren und die Familie zog nach Baden-Baden um. Hier besuchte B. das Gymnasium und entschloß sich nach seinem Abitur zur Erlernung der Landwirtschaft. Mit seiner 1933 gehelichten Gattin, Irmgard Gräfin v.Ballestrem, ging er auf sein Gut Ober-Langendorf nach Schlesien, wo er bis 1939 selbst wirtschaftete. Dann erfolgte die Einberufung zur Wehrmacht, der er als Leutnant der Reserve folgte. Zunächst in einer Panzeraufklärungsabteilung, dann im Panzer-Regiment 27, wurde er insgesamt dreimal verwundet. In St.Johann bei Kitzbühel verbrachte er das Kriegsende und kam in amerikansiche Gefangenschaft.

Wegen seiner Internationalität - seine Verwandtschaft stammte aus und lebte in Rußland, Frankreich und Italien - wurde er unter ihnen jedoch sogleich als Verbindungsoffizier genutzt. Nun setzte er sich vor allem für viele Kriegsgefangene ein, die in oberbayerischen Lagern gefangen waren. Nach seiner Entlassung traf er seine große Familie in Körtlinghausen in Westfalen, zog jedoch bald nach Essen, wo er einen Waschsalon eröffnete. Dadurch gelang es ihm, wieder ein eigenes Domizil in Dabringhausen bei Köln zu beziehen. Schließlich zog er nach Bonn um, wo er sich nun vermehrt der Standespolitik zuwandte. In den Jahren 1966 bis 1980 war er Vorsitzender der Vereinigung Katholischer Edelleute Schlesiens.

Im April 1978 nach dem Rücktritt S.H. Fürst Friedrich Wilhelm v.Hohenzollern zum interimistischen Präsidenten der Vereinigung der Deutschen Adelsverbände gewählt, bekleidete er dies Amt in wirklicher Funktion von 1979 ab bis zu seinem Tode in den neunziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts.

Quellen und Schrifttum: NN: Bekanntmachungen von Verbänden, VdDA, Neuwahl des Vorstandes, in: Deutsches Adelsblatt, XVII (1978), S.188 --- Ursula Gräfin Pückler: Prinz Friedrich Franz Biron v.Curland zum 70.Geburtstag, in: Deutsches Adelsblatt, Jg.XIX (1980), S.77 (mit Portrait) --- Vereinigung Katholischer Edelleute Schlesiens (Hg.): 100 Jahre Vereinigung Katholischer Edelleute Schlesiens 1890-1990, S.30 


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