Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Zeitung für den Deutschen Adel

Entstand durch zwei konservative Edelleute in der Biedermeierzeit, welche die adelige Lebenswelt und Stellung mit dem bürgerlichen Zeitalter konfrontierte. Die Z. erschien erstmals zu Neujahr 1840. Die Herausgeber Gustav v.Alvensleben (1800-1868) und Baron Friedrich de la Motte-Fouqué (1777-1843) bezweckten daher auch bewußt eine Zeitung nur für die geistige Stärkung des deutschen Adels. In Zeiten der Not und sozialen Bedrängnis durch das erwachende Bürgertum schien die Zeitung eine willkomene Gelegenheit zur Identitätsfindung und -positionierung zu sein.

Dabei wollten die Herausgeber nicht überheblich sein, waren sie doch der Auffassung, die Stände seien gottgegeben und ein jeder Stand habe seine Berechtigung. Gleichzeitig beschworen sie die traditionellen Berufs- und auch Mentalitätsbereiche der Dreigliederung Adel, Bürger und Bauer. Während dem Adel der Beruf des Kriegers traditionell zustehe, solle sich der Bürger mit Wissenschaft und Kunst, der Bauer mit der Landwirtschaft beschäftigen.

In der bis ins Jahr 1844 in fünf Jahrgängen erschienenen Z. wurden dementsprechend Artikel und Diskussionsbeiträge zum Adel gebracht, die sich auf intellektuellem und rechtlichem Gebiet bewegten. Daneben wurden Personenstandsveränderungen, Nachrufe und Beförderungen im deutschen Adel angezeigt. Als diese jedoch einen allzu großen Raum in der meist nur vier Seiten umfassenden zweiwöchentlichen Nummer einnahmen, schuf die Redaktion ab Juni 1840 den "Intelligenzzettel zur Z.". In ihm wurden nun die Trauer-, Geburts- und Vermählungsanzeigen abgedruckt.

Die Zeitung blieb fortan adelsrechtlichen und vor allem menatlitätsbezogenen Themen um den Adel vorbehalten, was die Zeitung noch heute zu einer hervorragenden Quelle für adeliges Selbstverständnis im Biedermeierzeitalter macht. Daneben fanden sich einzelne Anmerkungen zu adeligen Familiengeschichten.

Als der Mitinitiator der Zeitung, Baron de la Motte-Fouqué, verstorben war, übernahm 1843 Heinrich Alexius Freiherr v.Einsiedel die Redaktion der Z., die sich fortan weit mehr der Unterhaltung widmete und ihr Schwergewicht nun auf Gedichte und schöngeistiges Texte legte. Im Mai 1844 erschien jedoch bereits die letzte Nummer, mit der die Z. im fünften Jahrgang ihr Lebenslicht aushauchte. Jedoch sind heute alle adelsrelevanten Artikel der Z. aus seiner gesamten Erscheinungszeit in der online im kostenfreien Volltext einsehbaren Bibliographie zum deutschen Adel 1200-1999 verarbeitet worden.

Quellen und Schrifttum: Alvensleben, [Gustav] C.L.v. und Motte-Fouqué, F. de la (Hg.): Zeitung für den Deutschen Adel, 1.Jg. 1840, Leipzig 1840 --- ab dem 3.Jg. Nordhausen / Leipzig 1842, erschien bis Nr.8/1843, fortges. u.d.gleichen T. ab 21.4.1843 unter der Red. von Einsiedel, Heinrich Alexius Frhr.v., 4.-5.Jg., Altenburg 1843 bis Mai 1844, mehr nicht ersch. --- Hierzu Fouqué, L.M.: Vorwort an unsere Leser (Ziele der Zeitung), in: Zeitung für den deutschen Adel, Jg.I, Leipzig 1840, Nr.1 v.1.1.1840, 1-3 --- NN: An die geehrte Leser, in: Zeitung für den Deutschen Adel, Jg.I, Leipzig 1840, S.381-382, 385-386 u. 389-390 --- NN: An den Adel Deutscher Nation und an die geehrten Leser der Adelszeitung insbesondere, in: Zeitung für den Deutschen Adel, Jg.II, Leipzig 1841, S.9-11 u. 13-15 --- Schütz, Wilhelm v.: Ein Wort der Adelszeitung an die Preßzeitung über Bücherzensur, in: ebd., Jg.II, S.313-314, 317-318, 321-322, 325-327 --- NN: Ankündigung die Fortsetzung der Adelszeitung betreffend, in: ebd., Jg.II, S.365 --- NN: Der Adelszeitung Tendenz und Wirken, in: ebd., Jg.II, S.413-414 und in Jg.III (1842), S.1-2 --- NN: Über eine, der Tendenz der Adelszeitung halb entsprechende Jenaische Recensentenstimme, in: ebd., Jg.III, S.34 --- Hierzu Fouqué, L.M.: Etwas über den Charakter der Adelszeitung, in: ebd., Jg.III, S.105-106 --- Sydow, Friedrich v.: Zum neuen Jahr 1844 (Gedicht über die Zukunft u. Bedeutung der Zeitung für den Deutschen Adel), in: ebd., Jg.V (1844), S.1 --- Sydow, Friedrich v.: Einige Worte über den Titel der Adelszeitung, in: ebd., Jg.V (1844), S.2, 5-6, 9-10 u. 13-14 --- NN: Aus dem Standesleben, 2.Vergangenheit (betr. Zeitung für den deutschen Adel), in: Deutsches Adelsblatt, Jg.IV, Berlin 1886, S.413 --- Zobeltitz, Fedor v.: Ein Vorläufer des Adelsblattes, in: Deutsches Adelsblatt Nr.8 v.20.2.1932, S.109-110 


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