Institut Deutsche Adelsforschung
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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Deutsche Adelschronik

Künstlerisch gestaltetes Periodikum, erschien in den Jahren 1887 bis 1888. Die D. beabsichtige als "exclusives Organ für die Allerhöchsten und Höchsten Hofhaltungen" zu fungieren, sie wollten ferner "in halbmonatlichen Zwischenräumen ein möglichst vollständiges standesgemäß übersichtlich geordnetes Verzeichnis der in dieser Zeit statt gehabten Familien- und Personalveränderungen im Deutschen Adelsstande bringen und damit ein Material für die Genealogie der deutschen Adelsfamilien sammeln, vollständiger als es bisher zu Gebote stand. Illustrationen und Notizen aus der deutschen adeligen Litteratur und Kunst, Berichte über Sport und jedes Gebiet, welches für den Deutschen Adel spezielles Interesse hat, sollen die D. zu einem unterhaltenden Standesblatt ersten Ranges machen."

Entsprechend gestaltet waren die Rubriken: Hof- und Familiennachrichten sowie Namensänderungen und Anzeigen über Adelsverleihungen nahmen einen breiten Raum ein, Renn- und Jagdberichte fanden sich neben Zeichnungen und Faksimiles künstlerischer Art oder Fürstenportraits. Auch zivile und militärische Beförderungen wurden unter der Rubrik "Personalnachrichten" veröffentlicht, desgleichen Ordensverleihungen.

Mit diesem Programm hoffte die D. zwei Problematiken in einem Zuge zu beseitigen: Das Fehlen einer immer noch nicht kontinuierlich erschienenen Adelsmatrikel und das Fehlen einer Standeszeitung für den höheren Adel in Deutschland. Auch eine Rubrik "High-Life" wurde eingerichtet, hier brachte der Herausgeber Nachrichten von den deutschen Fürstenhöfen, ferner eine Rubrik "Vermählungen im High-Life" oder die "Präsenzlisten des Adels in den Kurorten".

Zu einer dauerhaften Adelsmatrikel aber konnte die D. nicht werden, da sie nur vereinzelte Nachrichten brachte, sehr selten aber Genealogien. Somit blieb die D. hinter ihrem Anspruch zurück, da sie nicht mehr bot, als die zweifellos unter anderen Gesichtspunkten interessante Ansammlung von Einzeldaten. Um dem abzuhelfen, erschienen zwar seit Juni 1888 die Supplement-Teile, welche Familiengeschichten und Nachfahrenlisten brachten, aber zu einer umfassenden Darstellung des adeligen Personenstandes reichte dies nicht aus.

Die D. ist aber wie das Archiv des deutschen Adels und das Deutsches Adelsblatt (1883-1944) ein für die historische Forschung auch heute noch durchaus ernstzunehmende Quelle, namentlich für die Familien- und Wappenkunde. Ein Register der vorkommenden Namen wurde verlagsseitig leider nicht angefertigt, aber alle adelsrelevanten Artikel der D. aus seiner gesamten Erscheinungszeit wurden in der online im kostenfreien Volltext einsehbaren Bibliographie zum deutschen Adel 1200-1999 verarbeitet.

Quellen und Schrifttum: E.Stöckhardt (Redaktion und Verlagshandlung der Deutschen Adels-Chronik): Was wir wollen, in: Deutsche Adels-Chronik, Jg.I, Stuttgart 1887,  Nr.1 vom 1.10.1887, S.2 --- NN: Deutsche Adels-Chronik. Familiennachrichten der fürstlichen, gräflichen und freiherrlichen Häuser sowie der adeligen Familien im Deutschen Reiche, erschien halbmonatlich von Jg.I, Nr.1 vom 1.10.1887 bis Jg.II, Nr.24 vom 15.12.1888, Stuttgart 1887/1888, je Heft 16 S., fortlaufend durch beide Jge. numeriert (S.1-368), mehr nicht erschienen; hierzu viermal die Beilage: Historisch-Genealogische Blätter. Supplement zur Deutschen Adels-Chronik, Jg.I (mehr nicht ersch.), Stuttgart 1888, Nr.1 vom 15.6.1888 bis Nr.4 v.8.12.1888, je 8 S. 


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