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Kleines ABC zum deutschen Adel

Namen, Verbände, Daten, Fakten aus fünf Jahrhunderten

Die vorliegende Webseite ist Teil eines kleinen virtuellen Lexikons betreffend herausragende Persönlichkeiten des deutschen Adels der Neuzeit sowie adelseigene Begriffe und Institutionen. Neben einer thematischen Einleitung zum Gesamtwerk finden Sie hier auch Register aller Artikel im Lexikon auf der Verzweigungsseite.

Alvensleben, Gustav v.

Berufsoffizier, Schriftsteller, * Berlin 3.Mai 1800, † Wien 3.August 1868.

Aus einem Uradelsgeschlecht des Hochstifts Magdeburg stammend, war A. der Sohn des unehelichen geborenen, jedoch 1787 mit einer preußischen Adelslegitimation versehenen, Majors August v.A. (1775-1819) und seiner Gemahlin Charlotte Gräfin v.Schlippenbach (†1831). Sehr jugendlich trat er 1813 in die hannoversche Infanterie ein und war Teilnehmer an den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Nach dem ersten Pariser Frieden wollte er als Offizier seinen Abschied nehmen, um in den preußischen Staatsdiest einzutreten, trat dann jedoch - nachdem Napoleon überraschend von Elba zurückgekehrt war - als freiwilliger Jäger wieder ins Heer ein.

Seit 1817 Leutnant bei der Garde-Artillerie, nahm dann jedoch endlich 1823 seinen Abschied und widmete sich vielfältigen literarischen Arbeiten. Als Grundlage hierfür studierte er in den Jahren 1825 bis 1828 in Leipzig die Rechte, die noch immer als Universalstudium und standesgemäße Ausbildung für jeden späteren Adelsberuf betrachtet wurden. Trotzdem war es zu seiner Zeit ungewöhnlich, daß sich ein verabschiedeter Berufsoffizier universitären Studien widmete. Zunächst in Leipzig sich niederlassend, lebte er nun als Schriftsteller finanziell recht unabhängig. Außerdem wohnte er zeitweise in Meiningen, wo er das Hoftheater leitete. Im Jahre 1841 siedelte er jedoch nach Wien über. Da er im Oktober 1848 als Leutnant der Mobilgarde am revolutionären Widerstand gegen österreichische Truppen teilnahm, wurde er zu einem Jahr Kerker verurteilt.

Sprachlich wie künstlerisch begabt, lebte er nun von der Redigierung mehrerer Zeitschriften wie dem "Theaterfreund", der "Allgemeinen Theaterchronik", der Zeitschrift "Hebe" oder der "Sachsenzeitung". Ferner übersetzte er Werke deutscher Verfasser in die englische und französische Sprache, schrieb aber auch selbst Belletristisches und Dramen; dabei bediente er sich oft des Pseudonyms "Gustav Sellen". Er war ein enger Freund und Bekannter von Baron Friedrich de la Motte-Fouqué (1777-1843) und begründete 1840 die Zeitung für den deutschen Adel (1840-1844). A. kann daher als einer der ersten Adelszeitschriftenhersteller, die die Wichtigkeit der gedruckten Publikationen im Kontext mit der Standesbildung erkannten.

Werke (Auswahl): Die Groß-Priorin von Malta. Ein historischer Roman von de la Madeleine, Deutsch von v.Alvensleben. 1. und 2.Theil, Leipzig 1835 --- Aufforderung an Menschenfreunde (betr. Hilfe für eine in Noth geratene Adelsfamilie mit Stellungnahme der Zeitung für den Deutschen Adel), in: Zeitung für den Deutschen Adel, Jg.II, Leipzig 1841, Intelligenzblatt Nr.3, Extrabeilage zur Zeitung für den Deutschen Adel, Jg.II, Leipzig 1841, o.S. --- Dringende Bitte, in: Zeitung für den Deutschen Adel, Jg.II, Leipzig 1841, S.100 --- Über den beabsichtigten Adelsverein, in: ebd., Jg.III, Leipzig 1842, S.2-3

Quellen und Schrifttum: Fedor v.Zobeltitz: Ein Vorläufer des Adelsblattes, in: Deutsches Adelsblatt Jg.L, Berlin 1932, S.109-110 --- Deutsche Adelsgenossenschaft (Hg.): Jahrbuch des Detuschen Adels, Bd.I, Berlin 1896, S.77 --- Deutsches Biographisches Archiv, Alte Folge, Mikrofiche 18, Nr.409-416 sowie Deutsches Biographisches Archiv II, Fiche 25, Nr.255
 


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