Institut Deutsche Adelsforschung
Gegründet 1993
Online seit 1998

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Über uns

Das Institut Deutsche Adelsforschung (IDA) stellt sich vor

Das IDA ist ein universitätsunabhängig geführtes Forschungsinstitut mit Hauptsitz im Regierungsviertel zu Kiel und liegt nahe bei der 1882 erbauten Marine-Garnisonkirche (jetzt Pauluskirche) sowie der ehemaligen Kaiserlichen Marineakademie (1888-1919), der späteren Marinestation Ostsee (1919-1945), in der seit 1950 der Schleswig-Holsteinische Landtag residiert. Das Haus, in dem das Institut heute ansässig ist, befand sich ehemals im Besitz des ostpreußischen im Kreis Rössel ansässigen Fideikommißherrn und Kaiserlich Deutschen Konteradmirals außer Diensten Reinhold v.Fischer-Loszainen (1870-1940), der dort in den Jahren 1905 bis 1907 als Kaiserlich Deutscher Korvettenkapitän wohnte, bevor er sein Haus an den Musikdirektor und Dirigenten Professor Fritz Stein (1879-1961) verkaufte. Von 2009 bis 2013 befand sich außerdem auf Nordstrand (Kreis Nordfriesland) eine Außenstelle, in der die umfangreiche Pressesammlung des "Europäischen Fürstenarchiv" als Institusbestand untergebracht war (siehe Foto unten).

Die Geschichte des Instituts Deutsche Adelsforschung begann indes bereits im Jahre 1993. Mit der Gründung einer kulturwissenschaftlich orientierten Forschungseinrichtung wurden gegen Ende des vorigen Jahrhunderts die Grundlagen für eine intensive Tätigkeit im Bereich der deutschen alternativen Adelsforschung gelegt. Das Institut arbeitet nach den Grundsätzen einer umfassenden "Historischen Kulturwissenschaft des Adels" mit Methoden, Theorien und Modellen aus Geschichtsforschung, Sozial- und Organisationspsychologie, Soziologie,Philosophie, Literatur- und Kulturwissenschaften und veröffentlicht regelmäßig seine Forschungsergebnisse.
 
Abb.1 = Hauptsitz des Instituts Deutsche Adelsforschung in Kiel (Photo: C.H.Bill)
Sitz des Instituts Deutsche Adelsforschung

Gerade die im kulturellen Sektor immer wieder zu beobachtenden Mittelkürzungen bei staatlichen Forschungsstellen ließen es wünschenswert erscheinen, eine nichtstaatliche und in sich autarke Organisation zu begründen, die sich u.a. durch ein Legatium finanziert und damit thematische, personelle und zeitliche Freiräume zur Erforschung auch komplexer Zusammenhänge und größerer arbeits- und zeitintensiverer Projekte schafft.
 
Abb.2 = Ehemalige Außenstelle des Instituts Deutsche Adelsforschung in Nordstrand (Photo: C.H.Bill)

Betrieben wird das Institut (abgesehen von etlichen Praktikant*Innen und Projektmitarbeiter*Innen, die nur temporär im Institut tätig sind) von dem Historiker und Kulturwissenschaftler Claus Heinrich Bill M.A. B.A., der auch der Gründer der Einrichtung ist. Er ist ein zehnfacher Urenkel des Historikers Johann Clüver (1593-1633), der zwischen 1623 bis 1630 an der Königlich Dänischen Ritterakademie Sorø auf Sjælland dänische Jungadelige als Professor unterrichtete und unter anderem ein globalgeschichtliches Werk avant la lettre (Johannis Cluveri: Historiarum totius mundi epitome, Leiden 1631) verfaßt hatte.

Der thematische Schwerpunkt der heutigen historiographischen Arbeit liegt auf der wissenschaftlichen Erforschung des deutschsprachigen Adels von 1200 bis 1945 sowie auf Fragen historischer Identität, Interkulturalität, Gruppenbildung und Devianz. 

Sie berührt historische, soziologische, philosophische, literaturwissenschaftliche und außereuropäische Bezüge und Themen und betätigt sich fernerhin auch in der Weiterentwicklung kulturwissenschaftlicher Modelle und Theorien für die Forschungspraxis. Räumlich konzentriert sich das Institut dabei im Kern jedoch auf das Gebiet des ehemaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation.

Die Ergebnisse der Forschungen werden in Form von Webinhalten, Rezensionen aktueller Neuerscheinungen, Büchern und Aufsätzen publiziert und laufend aktualisiert. 1995 erschien nach einer Anlaufzeit von zwei Jahren der erste Band der eigenen Schriftenreihe, seit 1998 erscheint zudem bis heute fortlaufend unsere Zeitschrift für deutsche Adelsforschung mit fünf Ausgaben pro Kalenderjahr zu je 52 Seiten. Seit Oktober 1998 ist das Institut außerdem online und hat seitdem mehrere hundert thematische Webseiten gestaltet, die alle unter dem Dach von www.edelleute.de abrufbar sind und sich den verschiedensten Themen zuwenden.
 
Abb.3 = Blick in ein Werk aus der Dienstbibliothek (Photo: C.H.Bill)
Aus unserer Dienstbibliothek

Ein erster Schwerpunkt der Arbeit war in den Jahren 1993 bis 2000 die Erstellung zahlreicher Familiengeschichten einzelner vor allem vertriebener ost- und mitteldeutscher Adelsgeschlechter als Auftragsarbeiten der Familien v.Bodungen, v.Paepke, Digeon v.Monteton, v.Bandemer, v.Heydebreck. 

Diese Phase der vor allem deskriptiv-dokumentarischen Arbeit bestand vor allem in der Erschaffung und Bedienung einer emotional orientierten Erinnerungskultur, die sich hauptsächlich über die selektive Aneignung von Inhalten des kulturellen Gedächtnisses speiste und der kollektiven Identität der betreffenden Familien diente, auch wenn darin durchaus kritische Positionen (z.B. über die Involvierung von Familienmitgliedern in die NS-Bewegung) zur Sprache kamen.

Besonders zum Tragen kam in dieser Phase die heuristische Problematik der Suche nach geeigneten archivalischen wie literarischen Quellen, was sich besonders für ehemals deutsche Gebiete wie Pommern, Schlesien, Ost- und Westpreußen sowie Posen nicht immer einfach gestaltete, da die nötigen Quellen häufig nur versteckt und verstreut sowie nur in Fragmenten erhalten geblieben sind. 
 
Abb.4 = Blick in die hauseigene Pressesammlung "Deutsches Fürstenarchiv" (Photo: C.H.Bill)

Zudem machen vielfache Aktenvernichtungen und -zerstörungen im zweiten Weltkrieg, Aktenaus- und -verlagerungen auch heute noch die Forschung für diese Gebiete nicht einfach. Hier setzt das Institut an, indem es hilft, Forschenden den Weg zu Quellen zu weisen, die sonst vielfach im Verborgenen bleiben würden. Familiengeschichten werden heute jedoch nicht mehr angefertigt. Somit verbleiben noch die folgenden Schwerpunkte unserer Tätigkeit:

  • Durchführung eigener Forschung: Untersuchung und Analyse des Adels als Einheit in Vereinen, Verbänden, Parlamenten, sozialen Gruppen, in Neuzeit und Mittelalter, im öffentlichen, kirchlichen, sozialen, wirtschaftlichen und privaten Leben (Publikation in unserer Zeitschrift). Diese Arbeit ist rein geschichtswissenschaftlich orientiert, d.h. sie versucht mir erkenntsleitenden Fragestellungen objektiv überpüfbare Ergebnisse anhand des jeweils gewählten historischen Stoffes zu generieren.
  • Zuarbeit für fremde Forschung: Auskunftsdienste durch Vermittlung von Schrifttums- und Quellen-Nachweisen auf Genealogien, Wappen, Namens- und Aktenvorkommen für Interessierte aus aller Welt. Diese Tätigkeit dient sowohl der Zuarbeit für fremde Wissenschaftler, aber in Teilen auch, so bei Ahnenforschern, Familienforschern und Ortschronisten, der Zuarbeit zur Schaffung kollektiver Gedächtnisinhalte.
Doch nicht nur Quellenvermittlungen rund um den deutschen Niederadel bietet das Institut, auch kostenfreies Quellenmaterial im Volltext - z.B. Aktensignaturen aus dem Vorpommerschen Landesarchiv Greifswald, sind online abrufbar. Damit ist die Homepage des Instituts im Laufe der über 20 Jahre seines Bestehens nicht nur ein nutzvolles Hinweismittel und Hilfswerkzeug der Forschung, sondern auch eine umfangreiche Editionsplattform.
 
Abb.5 = Blick in ein Werk aus dem hauseigenen "Deutschen Steckbrief-Register" (Photo: C.H.Bill)

Im Bereich der Heustistik wird dem planmäßige Ausbau unserer Register und unseren älteren papierenen Zettelkasten, in dem alle Quellenverweise notiert werden, unser zukünftiges Streben dienen. Seit 1998 werden archivalische und literarische Auswertungen neuer Quellen sukzessive fortgesetzt, so unter anderem das auf mehrere Jahre angelegte interne Großprojekt der Registererschließung zum Periodikum "Deutsches Adelsblatt" ab Erscheinungsjahr 1883 bis zur Gegenwart, nachdem wir im Sommer 1999 eine eigenfinanzierte Verfilmung der Jahrgänge 1883-1944 auf 80 Mikrofilmrollen durchführen konnten. 

Das "Deutsche Adelsblatt" ist damit komplett von der Erstausgabe bis heute in unserer Dienstbibliothek vorhanden. Diese in zwei Jahrzehnten kontinuierlich aufgebaute Bibliothek, die stets wächst, umfaßt außerdem derzeit rund 3.500 gedruckte Bände adelshistoriographischer, familiengeschichtlicher und adelsrechtlicher Literatur, einige Nachlässe von Adeligen sowie zusätzlich 740 Leitzordner Presseausschnitte zum europäischen Hochadel, die wir 2009 von Herrn Karl-Otto du Roveray aus Hamburg als Vorlaß übernehmen durften.
 
Abb.6 = Blick in einen Teil der hauseigenen Dienstbibliothek (Photo: C.H.Bill)

Daneben betätigt sich das Institut seit 2004 aber auch in der Erforschung sozialer Randgruppen und baut seither das Deutsche Steckbrief-Register kontinuierlich aus, ein Verzeichnis zur Erschließung und bibliographischen Nachweisung deutscher Polizeigesuche von Straftäter*Innen und ihren Opfern zwischen dem XVI. bis frühen XX. Jahrhundert. Hier finden sich zudem Rezensionen zu einschlägigen Neuerscheinungen als auch wissenschaftliche Aufsätze zur Typologie bestimmter Kriminellengruppen.

Auch nach dem 20jährigen Jubiläum der Forschungs- und Vermittlungstätigkeit - begangen im Jahre 2013 - ist das Institut Deutsche Adelsforschung für das XXI. Jahrhundert breit aufgestellt. Vielfältige und innovative Forschungen rund um die interkulturuelle Sozialgeschichte im weitesten Sinne stehen in synkretistisch-kulturwissenschaftlicher Sicht auch künftighin auf der Agenda und werden dementsprechend zu den Schwerpunkten dieser autarken deutschen Forschungsinstitution mit thematischem Nischencharakter zählen.


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