Institut Deutsche Adelsforschung
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Adelszeichen und Adel

Kennzeichnet das "von" in jedem Fall eine Adelsfamilie?

Das Wörtchen "von" vor einem Namen muß nicht zwangsläufig darauf hinweisen, daß es sich bei der betreffenden Familie um ein ehemaliges deutsches Adelsgeschlecht handelt. Namentlich in Schleswig-Holstein, in Niedersachsen und in Westfalen, wo der allergrößte Teil der nachfolgend aufgeführten Familien herkommt, gab es sehr viele Geschlechter nichtadeliger Herkunft, die ein "von" im Namen tragen, aber nicht adelig waren. Ihr "von" kommt von den ursprünlichen Herkunftsbezeichnungen und ist nur sehr selten zu einem Adelszeichen geworden (z.B. bei den v.Doemming, v.Eynern, v.Felbert, v.Duisburg - dort aber immer nur für bestimmte Personen und deren Nachkommen und nicht für die ganze Familie).

Eine vollständige Martikel, welche Familien oder Personen vor 1918 - also der Abschaffung der Monarchie und dem Ende des historischen Adelsstandes - ehemals adeligen und welche ehemals nichtadeligen Standes waren, existiert bis heute nicht und so kommt es immer wieder zu Verwechslungen und Fehlinterpretationen, wenn ehemalige Nichtadelige mit einem "von" als ehemalig adelig anerkannt werden möchten.
 
Von oder v.?

Faksimiles einiger Titelzeilen von Aufsätzen zum Thema, wie sie im Deutschen Adelsblatt abgedruckt worden sind. Diese Aufsätze sind im Volltext insgesamt auch in unserer gegen einen kleinen Obolus bestellbaren Dokumentations-Mappe enthalten.

Jedoch haben sich einige Genealogen schon vor Jahrzehnten bemüht, eine zumindest ziemlich große Anzahl von Familiennamen zu sammeln, die verstreut in Fachblättern abgedruckt wurden. Wir möchten an dieser Stelle eine kumulierte Liste aller von uns ermittelbaren Namen aus diesen Quellen nennen, die ein "von" enthalten, aber -  der Einschätzung der damaligen Schriftsteller zufolge - ehemals nichtadeliger Herkunft waren. Hierbei kann es sich um ganze Familien, gelegentlich aber auch nur um einzelne Personen handeln.

In Klammern beigefügt sind - wieder soweit ermittelbar - eventuell gleichlautende ehemalige adelige Familien- oder Personennamen, denn es gibt auch Fälle, in denen es gleichlautende Namen gibt, die sowohl nichtadelig als auch adelig waren. Zur Verdeutlichung der Bedeutung der Liste sei gesagt: Sie enthält ganze Familien oder einzelne Personen, die einstmals historisch als nichtadelige "von"-Träger auftraten, unbeschadet von der aktuellen Lage, welche beispielsweise das Aussterben von "von"-Trägern des früheren Nichtadels zu berücksichtigen hätte. Es kann daher Namen geben, bei denen es keine ehemals nichtadeligen "von"-Namensträger mehr gibt, weil beispielsweise eine Nichtbeanstandung oder eine Adelsanerkennung nach der ersten Veröffentlichung erfolgt ist (z.B. v.Kapff). Trotzdem behält die Liste dadurch ihren Wert, daß sie historische Namensträger benennt, die ehemals nichtadelig gewesen sind.

Nicht aufgeführt werden hier aber alle diejeniegen, die ihren nichtadeligen Namen duch uneheliche Geburt, Namensvermehrung durch Heirat mit einer adeligen Frau oder Adoption erlangt haben! In der Regel gilt: wer das "v." im Namen führt, ist meistens adelig, aber auch hier gilt das Wort: "Keine Regel ohne Ausnahme" - quod erat demonstrandum! Ausführliche Auskünfte finden Sie in unserer Dokumentationsmappe, die Sie am Ende dieser Website über ein Formular bestellen können.

Zuletzt sollte noch bemerkt werden, daß es auch in Bayern einige Familien mit dem "von" im Namen gab. Hier herrschte aber die Angewohnheit, diese Namen nach und nach umzuändern, indem die verschiedenen Namensbestandteile aus Gründen der Nichtverwechselung mit Adeligen zusammengefügt wurden, eine Regelung, die sich in Norddeutschland nicht durchsetzen konnte. Zu solchen nichtadeligen Familien, die sich früher auch von Sicht, von Hof, von Gries, von Briel, von Werden, von Roth und von Gerichten schrieben, zählen heute die Geschlechter mit den Namen Vonsicht, Vonhof, Vongries, Vonbriel, Vonwerden, Vonroth, Vongerichten [1].

Die Problematik indes, ehemals adelige von ehemals nichtadeligen Familien und Personen zu trennen, ist in der Regel nur durch ausführliche und zeitaufwendige Recherchen möglich. Die nachfolgende Liste wurde aus verschiedenen Aufsätzen des Deutschen Adelsblattes zusammengestellt. Maßgeblich ist auch, daß die nachfolgenden Familien bzw. einzelne Personen daraus nicht im Adelslexikon des Genealogischen Handbuches des Adels aufgeführt ist, das vom Deutschen Adelsrechtsausschuß herausgegeben wird und eigentlich alle Adelsfamilien in Deutschland, die noch nach 1800 blühen, aufgenommen wurden.

Im Übrigen ist mit der Auflistung hier keine moralische Wertung verbunden. Familien, die ein "von" im Namen führten, aber ehemals nichtadeliger Herkunft waren, konnten genauso ehrenhaft sein wie Familien, die dem historischen Adelsstand angehörten. Eine Prüfung der Wertigkeit in moralischem Sinne ist mit dieser Liste nicht nur nicht beabsichtigt, sondern auch gar nicht möglich.

Folgende Namen von Familien oder Einzelpersonen waren dem Stand der derzeitigen Forschung nach - dies bitte ist immer zu bedenken und in Zweifelsfällen teilen Sie uns bitte Gegenteiliges mit! - historisch nichtadelig: [2]

A
von der Ahe, von Ahlen, von Ahlfen, von Ahn, von von Allmen, von Allwörden (?), von Amele, von Ameln, von Anshelm (aber adelig: v.Anselm), von Arpern, von Aschwege (aber adelig: v.Eschwege, v.Aschwege), von Attens (aber adelig: Grafen v.Attems, die sich früher zeitweise auch v.Attens nannten), von der Au (aber adelig: v.Au, v.Aue, v.Auer)

B
vom Backhause, von Bake (aber adelig: v.Bake), von Bargen (aber adelig: v.Bargen), vom Baur (aber adelig: v.Baur, v.Bauer), von Beaulieu (aber adelig: Chales de Beaulieu, v.Beaulieu, Frhrn.v.Beaulieu-Marconnay), von der Becke (aber adelig: Frhrn.v.der Becke, v.der Becke-Klüchtzner, v.Beck, v.der Becke), von Beckerath (aber adelig: v.Beckerath), von Behren, von Beren, von den Berg, vom Berg (aber adelig: v.Berg), von Bergen (aber adelig: v.Bergen), Berger von Lengerke, von den Berken (aber adelig: v.Bercken), von Bippen, von Bloh, von Boemble, von Borkowski, von Born (aber adelig: v.dem Borne), von Borstel (aber adelig: v.Borstel, v.Borstell), von Bossel, von der Brelie, von der Brelie-Lewien, von Bremen (aber adelig: v.Bremen, v.Brehmer), von Bremer, von Briel (siehe oben Einleitung), von Brincken (aber adelig: v.den Brincken), von Brocke (aber adelig: v.Brocke, v.Brocken), von Broich (aber adelig: v.Broich, Frhrn.v.Broich), von Broock (aber adelig: v.Bronk), aus dem Bruch, vom Bruch, vom Bruck, von Buengner (aber adelig: v.Buengner), von Busch, von Buttel

C
von der Cammer (aber adelig: v.Caemmerer), von Cappeln, von Carnap (aber adelig: v.Carnap, v.Carnap-Quernheim, Frhrn.v.Carnap), von Cassel, von Cleef (aber adelig: v.Cleve), von Coellen (aber adelig: v.Cölln), Collmann von Schatteburg

D
von Daak, von Daake, von Daacke, von Dadelsen, von Daele, von Diemer (Anfang des XX.Jahrhunderts, nicht mit Bezug auf die Familie von Diemer, die im Kontext zum Deutschen Orden auftritt), von Dirka, von Dirke, von Dobbeler (aber adelig: v.Dobbeler), von Döhren, von Doemming (aber adelig: v.Doemming), von Dran, von Drathen, von der Driesch, von Düffel, von Duehren, von Duhn, von Duisburg (aber adelig: v.Duisburg), von Dyck

E
von Eck, von der Ecke, von Eicken (aber adelig: v.Eicken, v.Eicke und Polwitz), von Elm (aber adelig: v.Elm), von Elten, von Ende (aber adelig: am Ende, Frhrn.v.Ende), vom Endt, von Engeln, von der Esch (aber adelig: v.der Esch), von Essen (aber adelig v.Essen, v.Essen-Stenbock-Fermor), von Eynern (aber adelig: v.Eynern)

F
von der Fecht, von Felbert, von Fischer (aber adelig: v.Fischer, v.Fischer-Treuenfeld, Ritter und Edler v.Fischern), von der Foehr, von der Forst (aber adelig: v.Forstner, v.Forster), von Freeden, von Freudenreich, von Fricken (aber adelig: v.Fricken), von Fuhr

G
von Gagern (aber adelig: v.Gagern, Frhr.v.Gagern), von Gahlen (aber adelig: Grafen v.Galen), Gandenberger von Moisy, von Garssen, von Garßen, von Gerichten (siehe oben Einleitung), von Gimborn (aber adelig: Grafen v.Wallmoden-Gimborn), von Glahn, von Glahn, Göbel von Harraut, von Gösseln (aber adelig: v.Goessel), von Gries (siehe oben Einleitung), von der Grün (aber adelig: v.der Grün), von Grünhagen, von Gülich (aber adelig: v.Gülich)

H
von Hafften (aber adelig: v.Haeften, v.Hafften), von Hagel, von Halem (aber adelig v.Halem), von Halfern, von Halle (aber adelig: v.Halle, v.Halle genannt v.Liptay), von Ham, von Hamm, von Handorf, von Harten, von der Heide, von Hein, von Helm, von der Herberg, von Hermann (aber adelig: Frhrn.v.Herman, v.Hermann aus Baden), von der Heyde (aber adelig: v.der Heyde), von der Heyden (aber adelig: v.Heyden, v.der Heyden, Frhrn.v.der Heyden-Rynsch), von der Heydt (aber adelig: Frhrn.v.der Heydt), von Hinten, von der Höden, vom Hövel (aber adelig v.Hövel), von Hof (siehe oben Einleitung) von Hoff (aber adelig v.Hoff), von den Hoff, Vonhoff, Vonzumhoff, von Holdt, von Holt, von Holten, von Holtum, von Hommel, von Horn (aber adelig: v.Horn), von Hornborstel, von der Horst (aber adelig: v.der Horst, Frhrn.v.der Horst), von Hostrup, von dem Hove, vom Hove, von Hoven, von Hude, von der Hude, von Hüls, Hundt von Hafften (aber adelig: Frhrn.v.Hundt), von Husen, von Hymmen (aber adelig: v.Hymmen)

I-L
von Inten, von der Kall, von Kampen, von Kapff (aber adelig v.Kapf, v.Kapff, Schenk v.Kapf), von Kirch, von Königslöw, von Konsheim, von Kothen, von Kownacki, von Laer (aber adelig: v.Laer), von Landgraf (aber adelig: v.Landgraf), von Leeden, von Leesen (aber adelig: Frhrn.v.Leesen), vom Lehn, von Lengen, Levi von Halle, von Lienen, von Lierde, von Lind (aber adelig: v.Linde-Suden, v.der Linde), von der Linde, von der Linden (Vonderlinden, Vonderline), von der Linth, von Lingen (aber adelig: Wolff v.Linger), von der Lippe (aber adelig: Früsten zur Lippe, v.der Lippe, v.der Lippa), von Loesecke (aber adelig: v.Lösecke), von de Loo, von Lübke, von Lübken, von Lünen, von Lüneschloß (aber adelig: v.Lüneschloß), von Lumm

M
von Mark (aber adelig: Grafen v.der Mark, v.Marck), von dem Markte, von der Medem (aber adelig: Grafen und Frhrn.v.Medem), von der Meden, von Meer, von Meurers, von Minden, von Mohr, von der Mühlen (aber adelig: v.zur Mühlen, v. und zur Mühlen, v.Mühlen, du Moulin gen.v.Mühlen)

N-P
von der Nahmer, Nöll von der Nahmer, von Nida (aber adelig: Krug v.Nidda), von Niessen, von Nießen, von Nordheim (aber adelig: Frhrn. Stein v. und zu Nord- und Ostheim, v.Nordheim), von Oehsen, von der Ohe, von Ohlen (aber adelig: v.Ohl und Adlerscron, v.Ohlen und Adlerscron), von Ortenberg (aber adelig: Grafen zu Ortenburg), von Osten, von der Osten (aber adelig: v.der Osten), von Oven (aber adelig: v.Oven), von Pein, von Polheim

R
vom Rath (aber adelig: v.Rath), von Recklinghausen, von Reinken, von der Reith, Riedel von Konsheim (aber adelig: v.Riedel), von Riesen (aber adelig: Frhrn. Riese v.Stallburg, Rieß v.Scheurnschloß), von Ritzen, von Rönn (aber adelig v.Rönne), von Rohden (aber adelig: v.Rohde, Herhudt v.Rohden v.Rhoeden), von Roth  (siehe oben Einleitung),von Roy, von Rüden, von Rüsten

S
von Santen (aber adelig: v.Santen, v.Sanden), von Schaewen, von Schaffen, von Schatteburg, von Scheven (aber adelig v.Scheven, v.Scheve), von Schildt, von Schirp (aber adelig: Frhrn.v.Bottlenberg-Schirp), Schröder genannt von Schirp), Schulz von Borkowski, von Schwanenflügel, von See, von Seelen (aber adelig: v.Seeler), von Seggern, von Sehlen, von Seht (aber adelig: v.Seth, v.Sethe), von der Seipen, von Sicht (siehe oben Einleitung), von Soden (aber adelig: v.Soden, Grafen und Frhrn.v.Soden), von Sothen (aber adelig: v.Sothen), von Spankeren (aber adelig: v.Spankeren), von Spreckelsen, von Stemm, von Stemmen, von der Stemmen, von Stiften, von Strusin

T-Z
von Tauferer, von Tevenar (aber adelig: v.Tevenar), von Thaden (aber adelig: v.Thaden, v.Thadden), von Theuben, von Thünen (aber adelig: v.Thümen, Frhrn.v.Thüna), von Thun (aber adelig: v.Thun), von der Trappe, von der Trappen, von den Velden, von Velsen (aber adelig: v.Versen), von Vett, von Vöhren, von Wahlde, Warkotsch von Nobschütz, von der Way, von der Wehl, von der Weiden, von der Weppen, von Werden (siehe oben Einleitung), von Wild (aber adelig: Wild v.Hohenborn), von Wrese, von Wünster

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Die Doku-Mappe, die Sie von uns gern gegen 20,00 Euro (ohne zusätzliche Kosten für Sie, Porto und Verpackung gehen zu unseren Lasten) im Inland oder europäischen Ausland erhalten können, enthält alle Quellen, die für die obige Aufstellung herangezogen wurden.

Dazu zählen sieben zum Teil sehr ausführliche Artikel aus dem Deutschen Adelsblatt der Jahre 1891 bis 1925, die wir für Sie bereits übersichtlich zusammengestellt und im Faksimile abgedruckt haben (neun Seiten). Einen Auszug aus einigen Titelzeilen finden Sie rechts in der Abbildung.

In der Mappe finden Sie weiters Hintergründe zum Thema, Entstehung, Werdegang und Diskussion aller nichtadeligen "von"-Namen, sowie auch jede der oben genannten Familien erwähnt. Ferner ist in der Mappe enthalten unser 24seitiger Aufsatz zum Thema "Das von und v. in den preußischen Ranglisten. Zur Frage der adelsrechtlichen Bedeutung verschiedener Schreibweisen von Adelszeichen" als Sonderdruck aus unserer "Nobilitas - Zeitschrift. für deutsche Adelsforschung".

Anmerkungen zu den obigen Ausführungen:

  • [1] = Der Deutsche. Herold, Jahrgang XIX, Berlin 1888, Seite 24
  • [2] = Eingesandt, in: Deutsches Adelsblatt, Berlin 1891, S.76-77 / Eingesandt. Sprechsaal, in: Deutsches Adelsblatt, Berlin 1891, Seite 144-146 / Friedrich-Carl Esbach: Das Wort "von" als Adelsprädikat, in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1908, Seite 4-5 / Betrachtungen über adelige Namensformen, in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1908, Seite 33-35 / Zur Beachtung bei der Werbung neuer Mitglieder, in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1922, Ausgabe Nr.3 / Otto v.Gellhorn: Bürgerlich "von", in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1924, Seite 355-357 / O.v.Gellhorn: Bürgerlich "von". Nachträge, in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1924, Seite 402-403 / O.v.Gellhorn: Bürgerlich "von", in: Dt. Adelsblatt, Berlin 1925, Seite 10-11


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