Institut Deutsche Adelsforschung
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Ostelbische Duellfälle mit Edelleuten 1763-1840

Dokumentierte Zweikämpfe in deutschen Staatsakten vom Absolutismus bis zum Vormärz

"Wir schießen uns morgen. Ein Hundsfott, wer nicht kömmt!" Mit diesen provozierenden Worten forderte im 19.Jahrhundert auf ganz unmißverständliche Weise ein Herr v.Bredow seinen Verwandten zum Zweikampf auf. Nach mehreren Duellfällen, die bereits in der großen Serie unserer Zeitschrift Nobilitas zur Sprache kamen, sollen hier noch einige ergänzende Miszellen zu weiteren ermittelten Zweikampfvorkommen unter dem norddeutschen Adel, diesmal allerdings mit anderer geographischer Gewichtung als bisher. Sollten Sie sich für den einen oder anderen Eintrag interessieren, so besteht die Möglichkeit des Bezugs von genauen Quellennachweisen über das Formular auf unserer Hauptseite.

A. Duelle aus ganz Preußen 1763 bis 1840

  • Der Kais. Russsiche Rittmstr v.Thiesenhausen war aus Rußland eines Duells wegen in die neuostpreußischen Staaten geflüchtet, 1801-1805.

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  • Der Offizier Karl v.Collrepp (1811-1840), Leutnant beim Kgl. Preußischen Inf.-Rgt. Nr.5, im Jahre 1840 auf der Allgemeinen Kriegsakademie in Berlin, hatte mit dem Leutnant Frhr. Karl Friedrich Wilhelm v.Wrangel (1812-1899), der auch an dieser Schule tätig war, ein Ehrenhandel mit nachfolgendem Zweikampf, bei dem v.Collrepp an den Folgen verstarb. Frhr.v.Wrangel, später General der Infanterie und Ehrenbürger von Flensburg, mußte deswegen vorübergehend die Armee verlassen.

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  • Der Kgl. Preußische Fähnrich v.Brausen, im 18.Jahrhundert im v.Wolffersdorffschen Regiment stehend, wurde 1763 in einem Duell erschossen.

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  • Der Kgl. Preußische Sekondeleutnant Johann Ernst Frhr.v.Lüdinghausen gen.Wolff aus Sonnart im Kurländischen, Offizier im Klingspornschen Grenadier-Bataillon zu Königsberg i.Pr., erschoß in einem Duell unweit Königsberg den aus dem gleichen Bataillon stammenden  Sekondeleutnant v.Gablentz im Jahre 1783, worauf ersterer entwich.

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  • Anzeige des Justizkommissionsrates Struenzée gegen den Prälaten v.Puttkamner wg. Aufforderung zum Duell im Oberlandsgerichtsbezirk Stettin, 1805-1810.

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  • Amtsvergehen und Herausforderung des Kriegsrats Noeldechen zu einem Duell durch den Hptm und LazarettDir v.Haxthausen im ObLdsGerBezirk Stettin, 1806-1811.

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  • Tötung des Hptms v.Löwenfeld durch den Grafen Carl v.Sandrecky im Duell, Begnadigungsgesuch und Beschwerde der Witwe v.Löwenfeld wg. Weigerung der Entschädigungszahlung durch den v.Sandrecky, 1806-1811.

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  •  Beleidigung und Duell zwischen Carl v.Machni (Machui?) auf Ocklitz bei Breslau und Baron v.Zedlitz auf Kapsdorf bei Schweidnitz, 1806-1817, 1823, 1828.

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  • Begnadigung des wg. Beleidigung des Landrats des Kreises Grünberg in Schlesien, v.Skutsch, u. wg. Herausforderung zum Duell verurteilten Polizeibürgermeisters Carl Friedrich August v.Kleist aus Dt.-Wartenberg, 1809.

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  •  Beleidigungasache zw. dem GenMaj v.Rouquette und dem KammerRef v.Schenkendorff und dessen Herausforderung an v.Rouquette zum Duell im ObLdsGerBezirk Königsberg, 1809-1810.

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  •  Duell des Frhrn. Friedrich v.Maltzahn u.a. in Berlin, 1809-1818.

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  • Herausforderung des LdsÄltesten v.Poser zum Duell durch den Ltn a.D. v.Korckwitz aus Kummelwitz bei Strehlen, 1810-1811.

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  • Herausforderung des Hptms v.Barriere durch den Ltn a.D. Heinrich v.Podewils aus Anklam zum Duell, 1811-1816, 1819.

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  • Bestrafung des LdSchaftsDir Baron v.Schleinitz und des Grafen v.der Groeben wg. eines versuchten Duells im ObLdsGerBezirk Marienwerder, 1813.

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  • Tötung des RittMstrs a.D. v.Gaffron im Duell durch Carl Heinrich Grüner, Ltn in Polkwitz in Schlesien, sowie Auslieferung des geflüchteten Grüner, 1818, 1826-1827.

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  • Tötung des Studenten v.Hövell in Berlin durch den stud.jur. Karl Ludwig Sokrates v.Roeder aus Maria-Münster bei Paderborn, 1827-1831.

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  • Duell und Hazardspiel des Ltns a.D. Ernst v.Gloeden sowie Gesuch um Rückzahlung der von dem Kaufmann Joh. Dietrich aus Berlin gestellten Kaution, 1828-1832.

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  • Annahme einer Herausforderung zum Duell durch den Khrn und LdRat Heinrich Graf v.Pinto aus Wollstein, Krs. Bomst, 1830-1831.

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  • Duell des Landwirts Ernst v.Paczenski aus Sternalitz in Schlesien, 1830-1834.

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  •  Gewerbsmäßig betriebenes unerlaubtes Hazardspiel und Falschspiel sowie Duell des Ltns a.D. Georg Carl Wilhelm v.Schlemmer aus Berlin, 1831-1838.

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  • Herausforderung zum Zweikampf, Briefgeheimnisbrechung u.a. durch Anton v.Poninski, Valentin v.Dembinski, Gutspächter in Wiktorowo und in Ruyser im RegBezirk Posen sowie Gesuch um Niederschlagung der Untersuchung, 1832-1833.

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  • Duell zwischen dem Studenten v.Keltsch und dem Studenten Dassel in Königsberg in Preußen, 1837.

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  • Duell zwischen dem Student v.Nolcken und dem Rittmstr v.Kettler in Berlin, 1844-1845.

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  • Duell zwischen dem sächs. Khrn v.Uechtritz und dem Herrn v.Langen bei Dresden und Sekundantentätigkeit des Khrn August Theodor v.Jordan aus Neundorf für v.Uechtritz, 1845

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  • Duell und Beleidigung durch den geisteskranken Rittmstr a.D. Waldemar v.Puttkamer aus Berlin. Begünstigung der Flucht v.Puttkammers durch den Krankenanstaltsinspektor Fritz Lehmann aus Berlin-Schöneberg, 1860-1878

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  • Duell des preuß. Gesandten und GehLegRats Alfred v.Kiderlen-Waechter aus Hamburg und dem Redakteur des "Kladderadatsch" Wilhelm Polsdorff aus Berlin, 1894

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  • Pistolenduell zwischen dem Rittergutsbesitzer Heinrich v.Sprenger auf Malitsch (Krs. Jauer in Schlesien) und dem Rittmstr a.D. Edwin v.Hünerbein aus Niederbronn i.E., 1896-1897

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  • Pistolenduell des stud.phil. und livländischen Rittergutsbesitzers Baron Alexander v.Stael-Holstein in Berlin, 1898

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  • Betrug und Herausforderung zum Duell durch den Rittergutsbesitzer Graf Johann Bninski aus Osiecz im Gouvernement Warschau an dem Majoratsbesitzer Boleslaus Graf Bnin-Bninski aus Dombke im Krs. Wirsitz in Posen, 1904-1906, 1916-1917

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  • Vier Duelle des Rittergutsbesitzers Bogislaw v.Somnitz aus Freest, eines davon mit tödlichem Ausgang, 1925-1927 (azsführlich erschienen in der Zeitschrift Nobilitas, Folge 13, Sonderburg, November 2000, S.628-630
B. Duelle aus Schlesien 1810-1813
  • Gesuch der Mutter des Oberbergamtsreferendars und Offiziers Carl v.Kloeber um Niederschlagung der gegen den letzteren wg. des mit dem v.Woyrsch gehabten Duells eröffneten Untersuchung (enth. auch Zeugnis über v.Kloeber über seine Tätigkeit vom Oberbergamt Breslau), 1810.

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  • Untersuchung und Bestrafung des verabschiedeten Leuntants v.Salisch vom Dragoner-Regiment Prittwitz wegen einer Herausforderung des Generalmajors v.Manstein zum Duell auf Pistolen, 1811

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  • Untersuchung wieder den Revierjäger Kloepfer wegen Aufforderung des ehemaligen Leutnants Carl v.Borrwitz, jetzigen Gutsherrn auf Klein-Landen, zum Duell, 1812.

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  • Untersuchung gegen Carl v.Woisky, Anton v.Raczecki und Emanuel v.Wosky wegen einer angeblich stattgefundenen Herausforderung zum Duell, 1812.

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  • Untersuchung wider den Ltn Krause aus Schweidnitz wegen Duellherausforderung des inaktiven Leutnants v.Kippach auf Pistolen, 1813.
C. Duelle aus Ostpreußen 1810 bis 1813
  • Untersuchung wider den verabschiedeten Leutnant v.Bomsdorff wegen Duellprovokation, 1810.

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  • Untersuchung gegen den Polizeibürgermeister v.Steinwehr zu Altenburg wegen Duellherausforderung, 1810.

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  • Immediatbeschwerde der verhehel. v.Steinwehr wegen rückständiger Gerichtskosten, 1813.

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  • Bestrafung der Generallandschaftsräte Carl Friedrich Baron v.Goetzen und George Adam Graf v.Schlieben wegen Ausforderung resp. Annahme eines Zweykampfes, 1810.

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  • Untersuchung wider den Stadtkämmerer und vorherigen Ltn Fudaeus wegen einer Duellprovokation an dem Capt v.Wobeser, 1810.

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  • Bestrafung der Studenten Mangelsdorff, Girod und Konsorten wegen Provokation des Ltns v.Walther zu einem Duell (enth. auch ausnahmesweise Duellhergang in einem Urteil und Zeugenaussagen der Offiziere Capt v.Burg, Ltn v.Hennig und und Ltn v.Witschel), 1811.

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  • Untersuchung gegen den bürgerlichen Studenten Auersbach aus Schlesien wegen Duells (enth. auch Bewilligungsbitte eines sicheren Geleits von Eleonore Gräfin Henckel v.Donnersmarck geborene v.Prittwitz), 1811-1813.

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  • Immediatgesuch des verabschiedeten Ltns und Gutsherrn v.Wilmsdorff auf Schmiegenwalde im Krs. Neidenburg um Niederschlagung der Untersuchung wegen Herausforderung des ebenfalls verabschiedeten Ltns und Herrn des Vorwerks Rheinsguth v.Goddentow zu einem Duell (betr. auch den Sekundanten zum Pistolenduell, den verabschiedeten Hptm v.Wilhelmi, enth. auch Herausforderungsursache), 1812.

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  • Untersuchung wider den Ltn der brandenburgischen Ulanen Ferdinand v.Fabeck gen.v.Falkenstein wegen intendierten Duells, das bei einem Besuche des schlesischen Bades Warmbrunn in Gesellschaft des Ltns v.Barner und des verabschiedten Ltns v.Rohr auf Hirschberg mit dem Kfm Link aus Hirschberg provoziert worden war, 1812-1813
D. Duelle aus Brandenburg 1805 bis 1811
  • Untersuchungsache wider Ernst Ludwig v.Köller, 20 Jahre alt, ältester Sohn des Posener KammerPräs v.Köller, vormals Stettiner Gymnasiast, seit 1804 stud.jur in Frankfurt a.d.O., und seine Kommilitonen Bein und Hoppensack wegen eines Duells, 1805-1810.

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  • Untersuchung des intendierten Duell des Gutsbesitzers Carl Ludwig Friedrich Wilhelm v.Bredow-Grimme im Anhalt-Dessauischen wider seinen Onkel, den Ltn a.D. und Gutsbesitzer Ernst Gustav Carl Dietrich v.Bredow-Stechow (enth. auch Erwähnung des Zeugen, Ltns v.Bismarck, und gemeinsame Gesuche um Niederschlagung der Untersuchung der beiden Herren v.Bredow). Das Duell soll entstanden sein wegen mißverständlicher Äußerungen des v.Bredow-Stechow: "Ich bin ein Mann, der Pulver gerochen hat!" und des v.Bredow-Grimme: "Wir schießen uns morgen! Ein Hundsfortt, wer nicht kömmt!"), 1807-1808.

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  • Untersuchung gegen den Ltn Carl Friedrich Wilhelm v.Dehrmann wegen des Verdachts, seinen Schwager Carl Wilhelm Ferdinand v.Britzke zum Zweikampf gefordert zu haben, 1808.
  • Bestrafung des Ltns Otto Ludwig v.Borcke wegen Duellherausforderung des Generals v.Bülow und des Obristen v.Ebra, 1811.

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