Jugendaustausch mit der Stadt Kirsehir in der Türkei
- Tag Freitag, 30.09.05
Die Fahrt zum Flughafen verlief ohne Probleme, leider verspätete der Abflug sich um 1 ½ Stunden. Mit unseren T-Shirts Aufschrift: Flensburg und Kirsehir Jugendaustausch 2005 erweckten wir jede Menge Aufmerksamkeit. Wir trafen sogar einige Promis: Udo Lindenberg und die SG Flensburg Handewitt
Ankunft in Ankara, tolle Begrüßung, die Polizei sperrt die Gruppe ab um unseren Gastgeber ein Gruppenfoto zu ermöglichen,
Abfahrt, gedacht waren 80 km daraus wurden 180 km und eine 3 ½-stündige Busfahrt.
Da wir zum Abendessen eintreffen sollten, wurde dieses natürlich noch um 4 Uhr morgens nachgeholt, es gab eine Hochzeitssuppe die eigentlich nur scharf war und nach Zitrone schmeckte.
Anschließend in die Unterkunft, Zimmervergabe und beziehen der Zimmer. In Brittas (Erzieherin AAK e.V.) Zimmer lag ein Mitarbeiter des Hauspersonals
verbotener Weise im Bett, sodass sie ein neues Zimmer beziehen musste.
- Tag Samstag 01.10.05
Nach einer sehr kurzen Nacht, die um 6 Uhr vom Gesang des Vorbeters, unserem Mikrofonmann, unterbrochen wurde, der uns in einer 100 m entfernten Moschee lautstark besang, ging es um 10 Uhr zum Frühstück.
Oliven, Feta, Salami, Erdbeermarmelade, Butter und Kaffee oder Tee waren zur Auswahl im Angebot.
Abfahrt zu den 1. Unterirdischen Stadt in Mucur kühl und sehr verschlungen in ca. 5 - 10 m Tiefe ging man durch kleiner und größere Höhlen, die früher zu Aufbewahrung von Lebensmitteln und zum Schutz vor Angreifern dienten.
Weiterfahrt zum Mittagessen, zu welchem uns der Bürgermeistern von Mucur einlud. Satt und gut gestärkt ging es zur nächsten Ausgrabung. Mitten in einer kargen Landschaft wartete schon ein sehr altern Dorfbewohner auf unser eintreffen. Er war sehr begeistert von den Alemans(Deutschen), voller Stolz führte er uns durch seine Höhle. Diese soll sich über 90 km unter der Erde durch die Berge ziehen, wobei z.Z. nur ca. 5 % zu besichtigen sind.
Im Dorf sprach es sich schnell herum, dass Deutsche Besucher aus Flensburg anwesend sind. Die Frauen bereiteten uns ein kleines Essen mit Airan und Böreck. Gemeinsam wurde gegessen und sich über die Abwechselung im Dorf gefreut. Sogar aus dem Nachbarort kamen die Menschen um uns zu begrüßen. Heimlich wurden wir mit dem einzigen Foto-Handy fotografiert. Wir haben offen und um so mehr Fotos gemacht. Einige unserer Teilnehmer trauten sich sogar auf den Esel, den ein Bauer stolz präsentierte.
Von unseren Begleitern wurde uns vom Flamingosee vorgeschwärmt, dieser sollte nun besucht werden.
Kurz vor dem See, endete die Straße mitten auf einer Koppel, der Busfahrer dreht auf dieser und stecke fast fest.
Gespannt erwarteten wir die Flamingos, die aber leider wie der Busfahrer dann erst erzählte Anfang September schon weggeflogen sind. Weiter ging es wieder Richtung Kirsehir. Unerwartet befuhren wir auf einmal den größten Bauernhof der Region. Nach kurzen Verhandlungen mit dem Wachpersonal befuhren wir das Gelände, was überwiegend mit Schafhaltung ausgestattet war. Die verantwortlichen erlaubten ns sogar einige Schafe anzufassen. Es war jetzt ca. 17 Uhr und wir machten uns auf den weg in unsere Unterkunft. Nun hatten wir eine Stunde Zeit uns für das bevorstehende Abendessen schick und frisch zumachen.
In einem gutem Restaurant wurden wir von der Familie eines Jugendlichen aus dem Jugendaustausch von 2004 zum Essen eingeladen. Begeistert wurden wir begrüßt und es trafen nach und nach noch weitere Teilnehmer des Jugendaustausches ein.
Statt und mit vielen neuen Eindrücken fuhren wir in die Unterkunft.
- Tag Sonntag 02.10.05
Mit müden Gesichtern trafen wir uns beim Frühstück. Es gab sogar Käse... Nach dem Frühstück um 10.00 Uhr fuhren wir mit dem Bus ca. 45min zum japanischen Garten in Kaman gefahren, dort gab es Rasen umgeben von der Steppe, der unterirdisch bewässert wird. Wir sahen Karpfen und Wasserfälle, sogar Tannen. Etwas Abseits vom Park wurden uns "eifersüchtige" Sträuße gezeigt. Der Farmbesitzer zeigte uns ein Straußenei, das mit etwa 250 kg Gewicht belastet werden kann. Er wollte es uns für umgerechnet 10 Euro verkaufen und ließ nicht mit sich handeln, da er sie für äußerst selten hielt. Anschließend fuhren wir in den Ort, um das Nötigste einzukaufen und Mittag zu essen. Wir waren eine "Attraktion" für die dort lebenden Männer, denn wir waren blond... Auf der Weiterfahrt hielten wir bei wohl dem ältesten Walnussbaum der Gegend. Der "alte Herr" war stolze 400 Jahre alt?!. Die türkische Sage besagt, dass der stärkste Ast beim Tod seines Säers abgefallen sein soll, zum Zeichen der Trauer.
Wir fuhren weiter zum Dadaloglu-Park in Kaman. Dort genossen wir einen unbeschreiblichen Ausblick auf die Umgebung und wir konnten von dort auf die Stadt herabschauen. Wir sahen dort eine Statue eines berühmten türkischen Musikers, viele türkische Nationalflaggen und ein bunten Müllberg aus verschiedenem Allerlei... Die Springbrunnen wurden aufgrund der Trockenheit abgestellt. Ihre Schönheit blieb unserer Fantasie überlassen.
Unser treuer Busfahrer sammelte uns wieder ein und fuhr uns zu unserer Unterkunft, um uns für den Abend frisch zu machen. Neu gestylt und frisch parfümiert fuhren wir in die Stadt Kirsehir und hatten Zeit zur freien Verfügung. Wir teilten uns in 3 Gruppen auf und machten jeder auf eine andere Weise die Stadt unsicher. Die einen kauften mit Ali und Adem Reiseführer, trafen türkische Studentinnen und gingen in einer Kaufhauskantine Nescafe trinken. Eine andere Gruppe kaufte für etwa 2 Euro Oberteile. Unterwäsche wurde schleunigst verpackt, bevor man zur Kasse ging. Man darf ja nicht wissen wofür so ein BH da ist... Die Gruppe von Kai und Hakan wurde von einem türkischen Bekannten auf Deutsch angesprochen und zum Tee eingeladen. Dafür nahm man alle Umstände in Kauf: Man räumte eigentlich besetzte Tische, um uns die Ehre zu erweisen, genau an Diesem Tisch, unseren Tee zu trinken. Man überschlug sich schon fast für uns, denn noch bevor wir ausgetrunken hatten, sprach uns der nächste Türke stolz auf Deutsch an, was keine Selbstverständlichkeit ist, und lud uns in sein Restaurant ein. Wir lehnten dankend ab und gingen weiter. Und schon hat es der nächste auf uns abgesehen:" Deutsch? Guten Tag! Kann ich helfen? Ist Dir kalt?" .Der Türke legte sich voll ins Zeug und bot uns seine gesamten Deutschkenntnisse an, doch wir sagten nur "Hallo". Der nächste, der auf uns zukam, war ein frisch Verheirateter, der jetzt auch wirklich perfekt Deutsch konnte und Mitarbeiter in einem Jugendzentrum in Hannover war. Er nutzte zugleich diese Chance, um Kontakte für einen selbst organisierten Jugendaustausch aufzubauen. Dann war die Zeit schon um und wir trafen uns wieder am Bus. Wir durften uns einmal wie wahre Prominente fühlen, so umschwärmt wurden wir.
Den Abend verbrachten wir auf eine Einladung hin in einer türkischen Familie. Wir wurden höflich empfangen und liebevoll bekocht und umsorgt. Es war spannend, das türkische Familienleben kennen zu lernen. - Tag Montag 03.10.05
Gegen 11 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Nev s ehir. Nach zwei Stunden Busfahrt, auf der wir wieder unsere Türkischkenntnisse verbesserten, trafen wir dort eine Gruppe Jugendlicher aus Kiel. Diese veranstalten seit 1999 einen Jugendaustausch mit der Universität in Nev s ehir und machen eine kleine Rundreise durch die Türkei. Der Tag stand unter der Planung des Kieler Jugendzentrums. Wir fuhren zum Stadtmanagement, um dort gemeinsam Mittag zu essen. Überraschend war, dass wir Metallteller wie in einer Kaserne hatten. Schon dort sah man einer Annäherung skeptisch entgegen. Eigentlich stand ein Besuch bei dem dortigen Bürgermeister an, doch unglücklicher (diese Ehre wollten die Kieler für sich beanspruchen) Weise konnten wir dies nicht gemeinsam machen. Also haben wir uns nach einer Stunde getrennt und sind in die Stadt gegangen. Wir haben uns einen sehr großen Markt angeschaut und sind gemütlich durch die Straßen gebummelt. Wir trafen uns gegen 16 Uhr 30 in deren Unterkunft wieder und fuhren in eine "luxuriöse" unterirdische Stadt, für uns nichts Neues. Wieder am Tageslicht wollten einige auf ein Langnesesymbol hin Eis kaufen. Wir mussten uns durch ein Lager von Frauen drängen, die uns selbstgemachte Puppen verkaufen wollten, und sahen auf der Suche nach einem Eisladen ein Schild mit der Aufschrift "Parti" und freuten uns auf den Abend, leider handelte es sich um eine politische Partei. Das gekaufte Eis war geschmolzen, doch dem Hund hat das "Salmonelleneis" geschmeckt. Wir haben uns Postkarten und typische kappadokische Aschenbecher gekauft, Tee getrunken und Tavlar (Backgammon) gespielt. Im Café haben wir türkische Lifemusik zu hören bekommen und das Tanzfieber hat uns ergriffen.
Nach einem mehr oder weniger gemeinsamen Abendessen in der Unterkunft der Kieler fuhren wir zu einem türkischen Abend, leider eine Stunde zu früh. Zu unseren Ehren wurden eine türkische und eine deutsche Flagge in die Steinwand genagelt. Um 9 Uhr kamen pünktlich die tanzenden Derwische des Sufi-Ordens in den Saal. Zur Musik einer fünfköpfigen Lifeband traten weitere türkische Folkloretänzer und Tänzerinnen mit typischen Darbietungen auf. Das Publikum wurde mitgerissen, vor allem der umwerbende Tanz von "Fetzer"-Ali und dem "Bauchtanz-Kai" waren die Höhepunkte des Abends. Wir verließen mit guter Laune das Fest und fuhren heim, denn wir hatten nur eine kurze Nacht vor uns. Zu unserer Trauer erfuhren wir, dass Yasim die Gruppe verlassen wird. Wir hatten insgeheim schon einen Plan ausgetüftelt... doch wir ließen ihn traurig gehen. - Tag Dienstag 04.10.05
Nach 6 Stunden Schlaf und ohne Frühstück kamen alle aus ihren "Löchern" gekrochen. Wir fuhren zum Jugendzentrumsleiter Esersaat und wurden in seinem Büro empfangen. Natürlich alles hoch offiziell! Wir bekamen unseren ersten Tee und der Jugendzentrumsleiter erzählten von seinen Aufgaben und Hobbys. Es wurden Geschenke überreicht und jede Menge Fotos geschossen. Nach diesem Empfang machten wir gemeinsam mit dem Leiter einen Spaziergang zum Gouverneur Selahattin Hatipoglu. Wir nahmen im Vorzimmer Platz. Mit uns warteten dort die örtliche Presse, Fernsehanstalten und mehrere Abteilungsleiter. Wir besorgten uns noch fix Blumen und waren startklar für den Empfang. Bei unserem Einlass wurden wir alle einzeln per Handschlag vom Gouverneur höchst persönlich empfangen und von den Fernsehanstalten gefilmt. Dies wurde am Abend im zweistündigem Rhythmus als Tagesnachricht gesendet. Der offizielle Teil begann: Es wurden Danksagungen ausgesprochen, Gastgeschenke von Kai, Britta und Ali überreicht und als wichtigstem Teil die Landesflaggen ausgetauscht. Danach nahm sich der Gouverneur vergleichsweise viel Zeit für uns und wir durften zu einem Smalltalk Platz nehmen. Uns wurden Tee und Cola serviert. Er schwärmte und lobte die deutsch- türkische Partnerschaft im Bereich der Jugendarbeit und war für alle Fragen offen. Auch auf unsere kleine Bitte hin, Yasin, einen türkischen Leader, wieder zu unserer Gruppe zu holen, reagierte der Gouverneur sofort. Er tätigte einen Telefonanruf zum Kultur- und Erziehungsdirektor und befahl Yasin sofort von seiner Arbeit für die Zeit des Jugendaustausches frei zu stellen und ihn mit dem Dienstfahrzeug des Direktors abholen zu lassen. Am Abend wurde Yasin mit Beifall im Bus wieder empfangen. Wir fuhren zum Abendessen zu Ozan, einem türkischen Jugendlichen, der letztes Jahr Flensburg besucht hatte. Es wurde ein Grillabend im Dorf veranstaltet. Das Ambiente war super. Gut gesättigt fuhren wir zu den Abendnachrichten zurück ins Gästehaus und ließen den Tag ausklingen.
- Tag Mittwoch 04.10.05
Heute ist unser Industrietag. Gestärkt nach dem Frühstück fuhren wir zur größten Reifenfabrik in der Türkei (Petras). Angekommen in den großen Hallen, kam uns gleich ein großer Gestank entgegen. In den Hallen war leider Fotografier- und Film verbot, was wir nach her gut nachvollziehen konnten. Die Arbeiter arbeiteten unter schwersten Bedingungen. Es war kaum frisch Luft in der großen Halle vorhanden. Bezüglich der Luft fragten wir den Firmenleiter, der schnell ablenkte und auf die nicht funktionsfähigen Luftaustauschanlagen zeigte. Der Pausenraum für die Arbeiter befand sich direkt zwischen den Maschinen; weder ruhig noch sauber! Die Arbeiter trugen weder Atemgeräte noch Ohrschützer, selten hatte jemand Handschuhe an. Geschockt von den eindrücken verließen wir die Halle. Kurz vor dem Ausgang des Firmengeländes stand ein großes Hinweisschild mit ein Bild eines Kindes. Das die Sicherheitsvorschriften bezüglich der Arbeitskleidung (Gehörschutz usw.) eingehalten werden soll. Paradox! Zum Abschied bekamen wir jeder noch eine Werbetasche der Firma. Danach fuhren wir zur Zuckerfabrik die im Jahr 2000 eröffnet wurde. Die Maschinen stammen alle aus Deutschland. Wir wurden von dem Direktor persönlich mit Getränken empfangen. Wir bekamen eine nette Führung durch die in unseren Augen vorzeige Fabrik. Wir konnten Nachverfolgen wie aus der Zuckerrübe der weiße Zucker wird. Nach einer interessanten Führung wurden wir zum leckeren Essen in der Hauskantine eingeladen. Das Essen war natürlich mit hauseigenem Zucker zubereitet. Anschließend gingen wir zum Tee ins sehr luxuriös eingerichtetes Büro des Direktors. Kurz ging es dann zum Frischmachen wieder ins Hotel. Jetzt war Freizeit angesagt und die meisten von uns machten sich auf in die Innenstadt von Kesihir. Dort wurden wir durch unseren Fernsehauftritt fast überall erkannt. Wir kamen uns schon sehr berühmt vor. Zum Abendessen waren wir in eine Familie eingeladen. Da heute der erste Ramadantag war, erwarteten die Türken das Essen sehnsüchtig. Mit einen Kanonenschuss in der Stadt wurde das Essen um halb sieben eröffnet. Nach dem Essen gab es Tee und Türkischen Kaffee. Britta hatte das Glück das die Gastgeberin aus ihrem Kaffeesatz die Zukunft gedeutet hatte. Zu Fuß sind wir anschließend noch zu unsern Türkischen Leadern nach Hause gegangen. In den 3 Zimmern standen jeweils zwei Betten und ein Schrank, aber sie hatten: einen großen Fernseher, DVD, Sat-Schüssel und Laptop waren vorhanden. In diesen ärmlichen Verhältnissen lebten sie also! Da die Wohnung weit vom Hotel entfernt war, fuhren wir mit ziemlich überfüllten Taxen nach Hause. Der Abend klang sehr gemütlich und lustig aus! - Tag Donnerstag 06.10.05
Früh aufstehen war angesagt, wir sollten in die größte Stadt in Kappadokien, Kayseri.
Nach 2 ½ Stunden Fahrt freuten wir uns auf einen "Shoppin-Tag". Aufgeteilt in 3 Gruppen liefen wir durch diese 2000 Jahre alte Stadt. Bazare, Einkaufzentren, kleine Krämer und "Fliegende Händler" luden zum verweilen ein. Schnell fand jeder etwas für seinen Geldbeutel.
Wir wurden in drei Gruppen eingeteilt.
Eindrücke von Gruppe 1(Jasmin, Saskia, Britta, Adem):
Als erstes gingen wir in einen Unterirdischen Bazar. Wir betraten einen Modernen Laden in dem 5 junge gutaussehende Verkäufer uns auf ca. 20qm freundlich empfangen. Der eine Verkäufer sprach sogar perfekt Deutsch, da seine Mutter Deutsche ist. Nur schwer konnten wir uns von dem laden trennen. Wir zogen weiter durch sämtliche Läden und unsere Einkaufstüten füllten sich. Zum Rauchen ging Adem mit uns in die Buchhandlung seiner Familie; während Ramadan ist Rauchen in der Öffentlichkeit verboten! Zum Mittag trafen sich alle Gruppen bei dem lang ersehnten Mcdonald´s, wo wir uns ein Menü bestellten zu dem es eine 750 ml große Cola gab. Als wir uns wieder auf den Weg machten, rief uns ein Mann zu wir sollten doch zu ihn kommen. Dieses taten wir aber nicht sondern liefen weiter, gleichzeitig bemerkten wir wie uns der Mann verfolgte und immer wieder zurief. Wir gingen in ein Geschäft und hofften ihn abgewimmelt zu haben, diese gelang uns doch leider nicht, denn der Mann lief auf einmal vor uns. Der Beschützerinstinkt kam in Adem kam raus und Adem machte den Mann deutlich er sollte uns nicht belästigen. Auch wenn wir uns ohne perfektem Türkisch, sehr gut mit Adem verständigen konnten, kammt es immer wieder zu Missverständnissen. So sollte Adem für einen unserer Freunde in Deutschland eine Männerhose anprobieren, damit wir sehen wie die Hose sitzt. Dieses tat er auch brav, kam aus der Umkleidekabine raus und guckte ganz unglücklich. Der Verkäufer erklärte uns mit gebrochenen Englisch das die Hose für Frauen sei. Adem hatte gedacht wir waren zu faul die Hose für uns selber anzuprobieren. Es war ein interessanter Tag in einer schönen Stadt an den wir uns noch lange erinnern werden.
Eindrücke Gruppe 2 (Lesly, Felix,Hakan, später Marina):
Zuerst war Marina mit Ali und dem Busfahrer und zwei weiteren Begleitern auf dem dritthöchsten Berg Anatoliens. Nach einer halben Stunde Fahrt erreichten sie ca. 3000 m Höhe. Nach einer kurzen Unterhaltung sind sie Schwebebahn gefahren. Der Ausblick war umwerfend, doch der Wind war sehr kalt. Sie hatten extra eine dicke Jacke bekommen. Später sind sie wieder zum Bus gegangen, haben einen Tee getrunken und sind abgefahren. Im Winter liegen in dieser Höhe schon 2 Meter Schnee und es kommen 100.000 Besucher aus verschiedenen Regionen des Landes dorthin.
Lesly und Felix blieben in der Stadt und haben zwei Moscheen von innen besichtigt. Die Moslems müssen sich vor dem Gebet am Kopf, an den Händen und den Füßen waschen, bevor sie in die Moschee gehen dürfen, sie müssen die Schuhe ausziehen und mit dem rechten Fuß zuerst über die Schwelle in den Gebetsraum eintreten. In der neueren Moschee von 1998 gab es eine Digitalanzeige, auf der die Fasten- und Gebetszeiten standen. Jeden Tag darf man eine Minute später anfangen und eine Minute früher aufhören zu fasten. In der Moschee setzen sich die Moslems mit einer Gebetskette gen Mekka und beten. Uns gegenüber waren sie sehr tolerant, wir durften sogar einen Moslem beim Lesen des Korans filmen und fotografieren. Frauen haben einen gesonderten Eingang und müssen in der 1. Etage der Moschee beten, Frauen und Männer dürfen sich in der Moschee nicht sehen.
Außerdem waren wir im Buchgeschäft von Adems Bruder und in einer großen alten Markthalle. Dort haben wir mehrere aufgeschlossene Türken getroffen, die uns mit detailliertem Wissen durch die Stadt führen wollten. Einer erzählte uns von der blauen Moschee, der größten in Kayseri, und dem Antikmarkt, doch Hakan lehnte ab, da er uns alleine führen wollte. Mittagessen gab es bei McDonalds. Es gab McTurco und DoubleKöfteBurger und Filterkaffee. Nachdem Marina zur Gruppe gestoßen war sind wir zusammen in die Stadt gegangen und langsam durch die Straßen zum Hilton Hotel (5*) geschlendert. Dort trafen alle nach und nach ein, um weiter zu fahren.
Die dritte Gruppe (Derya, Nilgün, Yasin, Caro, Laura u. Kai).
Raus aus dem Bus und ab ins "Gewühl". Diese Stadt war riesig. Kein Vergleich zu Kirsehir. Hier waren 1000ende von Menschen in den wirklich großen Straßen unterwegs. In einer unterirdischen Einkaufspassage wurde eingekauft und nach allem interessanten Ausschau gehalten. Besonders hatten es uns die vielen verschiedenen Gewürzläden angetan, in den wir alles der Reihe nach probierten und uns viele interessante Gewürze kauften. Dank Kai J sprachen uns natürlich wieder viele Türken an und präsentierten uns ihre Deutschkenntnisse.
Am Abend sind wir, wieder alle gemeinsam, auf den Berg gefahren, haben dort den Sonnenuntergang genossen und ein Gruppenfoto für die Presse gemacht. Gegen halb 7 haben wir das Fasten gebrochen: Es gab Hähnchen und Reis. Zum Abschluss wurde wieder in einem besonderen Raum Tee gereicht. Müde fuhren wir ins Hotel zurück und ließen den Abend ausklingen.
- Tag Freitag 7.10 2005
Heute durften wir zum ersten Mal bis elf ausschlafen. Um zwölf Uhr fuhren wir mit den türkischen Begleitern und den Studentinnen an einen Stau-See, hier sollten wir eigentlich untergebracht werde.
Wir hatten einen schön sommerlichen Tag. Die einen gingen spazieren, die anderen spielten Volleyball und Badminton oder sonnten sich auf der Terrasse. Adem brachte einem Bogenschießen bei, was gar nicht so einfach war.
Später fuhren wir in ein Thermal-Hotel, in deren natürlicher Schwefelquelle wir baden durften. Die Herren unserer Gruppe zeigten Schwäche, das Wasser war einfach zu heiß. Lesly, Marina und Britta hingegen tauchten in dem 80 Grad (?) heißen Wasser bis zum Halse ab. Hihihi-Respekt!!!
Frisch und zum ersten Mal warm geduscht ging es mit Rukiyes Familie in ein luxuriöses Restaurant an der Landstrasse. Es gab eine ganze Menge leckere Sachen zu essen, wir hatten ja schließlich auch schon 7 Stunden hart gefastet. Später fuhren wir zu Rukiye nach Hause und genossen noch weitere zwei Stunden türkische Gastfreundschaft. Es war eine, nach der Wohnung zu urteilen, sehr wohlhabende Familie.
Gegen 10 Uhr gingen wir mit Sack und Pack durch die stürmischen Straßen zurück zum Hotel, auf diesem kauften noch etwas zum Trinken und Knappern, um den Abend genüsslich beenden zu lassen.
- Tag Samstag 08.10.05
Frühstück um 10 Uhr und ab 11 saßen wir wieder im Bus. Yasin leitet in einem Bergdorf eine Schule, dieses Dorf war unser nächstes Ziel. Nach einer kurzen Fahrt waren wir in Mahzenli. Schon an der Ortseinfahrt wartete der Bürgermeister auf uns. Er fuhr voraus und führte uns zu seinem Haus. Das die gesamte Familie, auch die 110 Jahre alte Großmutter, empfingen uns stolz und herzig. Felix überreichte für die Kinder des Dorfes einige Jonglierbälle, Britta Schokolade und Kai steckte dem Bürgermeister die Krawattennadel der Stadt Flensburg an. Voller Stolz hielt er und seine Frau Lobesreden über uns. Wir dürften auch alleine oder mit Freunden jederzeit in seinem Dorf Urlaub machen. Ein Nachbar wollte zu unseren Ehren eines seiner zwei Schafe schlachten um uns bewirten zu können. Wir lehnten dankend ab, da wir den Bewohnern nicht das bisschen was sie haben nehmen wollten. Wir fragten zum Ausgleich nach Mandeln und Walnüssen, die uns in großen Säcken freudig überreicht wurden. Anschließend wurden unsere weiblichen Teilnehmerinnen in die typische Tracht der Bergdorffrauen eingekleidet, Kopftuch und ein Rockähnlicher Umhang. In einer extra Hütte bereiteten wir den Teig für Boerek gemeinsam vor und die Frauen des Dorfes rollten ihn aus und backten ihn im Strohofen. Wir durften, trotz Ramadan, dieses leckere Essen genießen und die Dorfbewohner schauten uns zu. Wir wurden angeregt viel und noch mehr zu essen.
Es wurden immer mehr Dorfbewohner, die sich am Haus des Bürgermeisters einfanden. Die Kinder fragten in einfachen englischen Sätzen nach unseren Namen, sie freuten sich das wir ihnen antworteten und wir wurden eingeladen mit ihnen Hüpfseil zu spielen.
Nun wurde es Zeit zu gehen, wir baten den Bürgermeister, ob wir nicht zu Fuß durch sein Dorf gehen dürften, er stimmte zu und wir wurden zur Attraktion in dem kleinen Dorf. Aus allen Häusern kamen die Menschen und winkten uns zu. Viele Kinder liefen als Traube hinter uns her und kicherten. Wir besuchten noch ein Grab eines heilig gesprochenen Einwohners und die Schule von Yasin. Einen neue türkische Flagge wurde an das Dorf verschenkt und da war die Begeisterung grenzenlos. Wir sollten doch in die verschiene Gärten gehen und uns Äpfel, Trauben oder was auch immer gerne mitnehmen. Sie wollten uns gerne auch etwas schenken. Wir lehnten dankend ab und machten uns auf den Weg in unser Hotel.
Wir hatten wohl eine kleine Zeitreise gemacht, es war wirklich bewundernswert, wie diese Menschen in ihren einfachen Lebensumständen zufrieden sein können. Yasin erzählte uns von seinem "Sorgenkindern", 3 Kinder deren Mutter verstorben war und die von dem Vater im Stich gelassen wurden. Nur die Großmutter zieht nun die Kinder groß und das gesamte Dorf versucht zu helfen. Wir sammelten spontan für die Familie und Kai wird, zurück in Flensburg, ein Projekt zu Unterstützung der Kinder starten. Da nur 100 € für eine gute Schulbildung im Jahr ausreichen, hoffen wir auf einen Erfolg des Projektes, Verkauf eines Kochbuches "LOSesMundwerk" welches im Jugendzentrum AAK e.V. im Rahmen eines Sprachkurses, gefördert durch LOS (Lokales Kapital für Soziale Zwecke) erstellt wurde. Wir freuen uns über alle Anfragen bzw. Hilfen für diese Kinder.
Kontakt: 0461/42282 0der aakfl@hotmail.de Ansprechpartner Kai Schröder
Essen bei Bahars Familie und alle gingen gemeinsam zum Hotel um das Länderspiel Deutschland-Türkei gemeinsam an zu schauen. Natürlich hängten wir unsere Flaggen auf und machten es uns gemütlich.
Der Koch hatte mit den Jugendlichen eine typische türkische Spezialität vorbereitet. Köfte in der scharfen türkischen Fassung und eine mildere für uns. Es war sehr lecker und die Teller wurden schnell geleert. Die Türkei gewann 2-1 aber das war nebensächlich. Gemeinsam saßen wir noch zusammen und reflektierten den Jugendaustausch 2004 und unseren jetzigen Aufenthalt.
- Tag Sonntag 09.10.05
Früh aufstehen war angesagt, um 8 gab es Frühstück, mit Nutella, und um halb 9 sind wir nach Nevshehir losgefahren. Zuerst haben wir das Kloster der Euleviten angesehen, dort gab es einen 1000 Jahre alten Maulbeerbaum und das Grab des Gründers dieser Glaubensrichtung. Es war interessant anzusehen, wie die islamische Religion funktioniert und wie ein so bedeutendes Pilgerzentrum von innen aussieht. Wir haben eine Tanzvorführung der Derwischen gesehen und Souvenirs für die Daheimgebliebenen eingekauft.
Weiter ging die Fahrt nach Göreme, wo wir uns die berühmten Bergsiedlungen ansehen durften, wir sind auf einen hohen Felsen geklettert und haben die Aussicht bis zum schneebedeckten Berg vor Kayseri genossen. Wir haben einen gefährlichen Abstieg in das Tal zum dort wartenden Bus vorgenommen, haben das Panorama genossen und sind dann mit dem Bus ins nächste Freilichtmuseum gefahren. Dort angekommen gab es trotz Ramadan Picknick für die christlichen Touristen. Es gab dort viele christliche Kapellen und Kirchen mit unglaublichen Fresken an den Wänden und Decken. Obwohl diese Kirchen seit 600 Jahren nicht mehr in Benutzung sind, waren sie erstaunlich gut erhalten. Das Highlight war eine um einiges größere Kirche, als die übrigen, die zusätzlich besonders gut erhalten war. Natürlich waren diese Gotteshäuser ausnahmslos aus dem Fels gehauen. Im nächsten Tal, 15 Minuten mit dem Bus, sahen wir, wie uns die Abendsonne ein wunderbares Farben- und Schattenspiel darbot, welches wir kaum auf unsere Digitalchips einfangen konnten. Überwältigt von diesem Naturschauspiel ging es in eine Töpferei, in der wir selber an der Drehscheibe Hand anlegen konnten. Dabei stellte sich heraus, dat is' gar nicht so einfach! Pünktlich um viertel nach 6 ging in ein Restaurant, wo wir zu Abendbrot aßen. Es gab "Dr.Oetker-"Pizza, die leider noch nicht ganz aufgetaut war, zu unserer Freude gab es als Entschuldigung leckere Lamachuns und Tee in Mengen. Am Abend fuhren wir wieder nach Hause und genossen diesen in unserem Hotel bei Live-Sass-Musik eines befreundeten Musikers.
- Tag Montag 10.10.05
Zum Avi Erian Tag, ein Volksfest in der Region über das Zunftwesen, waren wir von Vadi - Abe (Gouverneur) eingeladen. Als Ehrengäste nahmen wir hinter ihm Aufstellung. Mit Musikkapelle und Fahnenzug ging es zum Festplatz. Dort angekommen, wurden wir auf der Ehrenloge ganz dicht beim Gouverneur, platziert. Es folgten lange Reden, Vadi-Abes Rede begann mit der Begrüßung SEINER deutschen Gäste. Verschiedene Vorführungen aus der Region waren Interessant an zu sehen.
Anschließend ging es zur Schule der Jugendlichen, die uns 2004 in Flensburg besuchten. Wir wurden begeistert empfangen. Die Lehrer mussten die Jugendlichen mit lauten Worten zurückhalten, damit wir nicht zerdrückt wurden.
Extra einstudierte Tänze und Musikdarbietungen wurden für uns vorgeführt. Wir wurden aufgefordert bei den traditionellen Tänzen teil zu nehmen. Als wir mittanzten freuten sich alle Schüler riesig und es wurde einen sich nach der Musik bewegende Menschenmassen.
Wir wurden zu einem kleinen Imbiss eingeladen, der sich als ein Kuchenbuffet entpuppte. Sehr süß aber unheimlich lecker waren die Speisen. Ein kurzer Besuche in einer der Klassenräume war für die dortigen Schüler das Highlight an diesem Tag. Wir unterhielten uns über die Schulkleidung und das Schulsystem.
Ein Gruppenfoto mit dem Kollegium beendete diesen kurzen aber intensiven Besuch.
Ausruhen war nun angesagt, der Gouverneur hatte uns zum Abendessen im besten Hotel von Kirsehir, eingeladen.
Schlips und Abendgarderobe waren angesagt. Top gestylt und voller Erwartung fuhren wir in des Hotel. Der große Saal war angerichtet und das Essen war sehr lecker. Immer wieder grüßte uns der Gouverneur über alle Tische hinweg. Wir bedankte uns beim Gouverneur für die Einladung mit zwei Bildern von Flensburg auf dessen Rückseite wir alle Unterschrieben hatten. Der Gouverneur war sehr erfreut und forderte uns auf, noch einige Gruppenbilder mit ihm und seiner Frau zu machen.
Lesley klagte plötzlich über Übelkeit und Schwindelgefühle, sodass wir einen Arzt holten. Lesley ruhte sich bis zum nächsten Tag aus und fühlte sich dann wieder gut.
- Tag Dienstag 11.10.05
Gegen 8.30 Uhr fuhren wir nach Aksaray, um dort das Daimler Mercedes Türk Werk zu besichtigen. Nach einer kurze Einführung über die Geschichte und über das Ausbildungsverfahren des Werkes, natürlich in Deutscher Sprache, ging es zu einer Vorführung. Wir bekamen alle noch eine Mercedes-Tük-Cap geschenkt und machten uns auf den Weg durch das Werk. Ein Gelände-LKW zeigte sein Können. Sogar die neuen Lehrlinge des Werkes waren begeistert von der Geländefähigkeit des Fahrzeuges. Man hatte teilweise das Gefühl, gleich kippt er um aber der LKW-Fahrer war ein Profi und so zeigte er was in dem Mercedes steckte.
Eine Besichtigung der Produktionsstraße war für alle sehr informativ und interessant zugleich. Täglich werden dort 40 LKW produziert, teilweise sogar exportiert werden.
Dieses Werk war sehr sauber, aufgeräumt und die Sicherheit werden hier ganz groß geschrieben.
Nach einem sehr leckerem Mittagsessen in der Kantine fuhren wir nach Iklada. Dort war eine sehr schöne tiefe Schlucht. Nach einem Abstieg über 400 Stufen kamen wir erschöpft unten an. Kirchen die in den Berg geschlagen worden waren, wurden besichtigt und die Schönheiten der Natur wurden bestaunt.
Der Aufstieg war noch schlimmer wie der Abstieg nach Luft ringend und durchgeschwitzt mussten alle eine kurze Pause einlegen
- Tag Mittwoch 12.10.05
Ein ganzer Tag FREI. Alle schliefen sehr lange und gemeinsam frühstückten wir gemütlich sehr ausgiebig. Anschließend machten sich dann in verschiedenen Gruppen auf, die Geschäfte der Stadt zu durchstöbern. Einige gingen noch zur UNI, um mal zusehen wie in der Türkei studiert wird. Das auffälligste war wohl die WAGGE vor der Mensa. Dort konnte man sich vor den Essen noch kurz wiegen. Warum sie dort aufgebaut war konnte nicht geklärt werden.
Zum Ramadan war auf dem Gelände der Uni ein großes Zelt aufgebaut, in dem die Studierenden und alle anderen KOSTENLOS Essen konnten.
Eine andere Gruppe bestaunte die Fähigkeiten der Onyx-Künstler. In einem Geschäft der Firma konnte man allerlei Interessantes und Kitsch aus Marmor/ Onyx günstig erstehen.
Nun ging es zum Shoppen in die Stadt. Natürlich waren wir in jedem Geschäft und auf dem Weg zum nächsten für alle Einheimischen die Attraktion. Die meisten kannten uns aus der Zeitung oder aus den Nachrichten im Fernsehen.
Gesprächsversuche auf English war für viele ein Erlebnis und die Jugendlichen aus Kirsehir freuten sich, uns getroffen zu haben.
Kleine Mitbringsel, Gewürze, Kleidung und anderes wurde eingekauft, um für sich selber und die Familie sowie Freunde eine Erinnerung an die Unvergessliche Zeit in der Türkei zu bewahren.
Am Abend überraschten uns die Jugendlichen und Studenten mit einem kleinen Abschiedsabend. Es wurden Adressen und Telefonnummern ausgetauscht, um weiterhin in Kontakt bleiben zu können.
Wir bedankten uns nochmals bei unseren Leadern mit selbstgestalteten T-Shirts auf denen wir alle unterschrieben hatten. Die ersten Tränen flossen und es gab herzliche Verabschiedung an alle, die nicht mit nach Ankara fahren konnten. Da wir am nächsten Tag zeitig abfahren mussten gingen wir früh schlafen.
- Tag Donnerstag 13.10.05
7 Uhr aufstehen und ab 8 saßen wir alle im Bus auf dem Weg nach Ankara. Freudige Überraschung, Rukiye machte Schulfrei um uns in Ankara zu begleiten. Nach endlosen 2 ½ Stunden Busfahrt kamen wir endlich in Ankara an. Ein kurzer Besuch im "Hauptquartier" der Jugendzentren in dessen Bereich wir untergebracht waren war natürlich Pflicht. Tee, Cola und kleine Süßigkeiten wurden gereicht. Die obligatorischen Gastgeschenke wurden übergeben und man wünschte uns einen schönen Tag in der großen Stadt.
Das Mausoleum von Ata Türk wurde ausgiebig besichtigt und man war erschlagen von der Pracht und den bildnerischen Darstellung von Kriegen und Schlachten. Es war alles was mit Ata Türk zu tun hatte ausgestellt. Von seinen Anzügen bis hin zu seinen Autos. Erschöpft und müde wollten wir uns auf den Fußboden außerhalb des Mausoleums ausruhen, sofort kam ein Aufseher und zeigte uns geeignete Sitzplätze.
Alle waren nun wieder zusammen und es ging mit mehreren Taxen in die Stadt. Ein großes Einkaufszentrum war das Ziel. Armada ein reisen Glasbau mit vielen Etagen und leider, Geschäften für die Reichen. Mc Donalds und Burger King auf der selben Etage und genau gegenüber, waren für uns als Mittagsessen genau richtig.
Gestärkt erforschten wir das gesamte Gebäude, dabei viel 3 mal der Strom aus. Komischer Weise war keiner darüber überrascht. Schien wohl bekannt zu sein. Da keiner etwas gekauft hatte, wollten alle noch gerne in die Stadt in die "Kleinellädengassen". Lange wurde diskutiert, da die Leader uns nicht in der Dunkelheit in die große Stadt gehen lassen wollten. Kompromiss, wir fuhren mit je einem Betreuer in kleinen Gruppen in die Stadt und jeder hatte so noch eine Stunde Zeit etwas für die Daheimgebliebenen zu kaufen.
Am Tag war Ankara schon ein reisen "Ameisenhaufen", in der Nacht, war das Treiben noch wuseliger. Überall preisen Verkäufer ihre Waren an. Auf der Straße musste man aufpassen, dass man rechtzeitig den Zebrastreifen verließ bevor die Autos kamen. Die Autofahren kannten kein Warten, sobald sie Grün hatten schossen sie los und wir hatten einige male Angst überfahren zu werden.
Am Treffpunkt sammelten sich alle und wir fuhren noch ca. 30 Minuten zum Hotel in Ankara. Wunderschön am See gelegen, mit TV, Telefon und WC mit Dusche war dieses Hotel Spitze. Nachdem alle die Zimmer bezogen hatten setzten wir uns noch zu einer Abschlussrunde zusammen. Resümee, alle waren sehr begeistert von dem Jugendaustausch, von der Organisation und dem Einsatzwillen der türkischen und deutschen Leader. Ein Dank an alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie an die Übersetzungen von Ali und Nilgün kam aus aller Munde. Vielen war der große Unterschied der finanziell gut gestellten und den unter schwierigen Bedingungen lebenden Bergdorfbewohnen in der Türkei nicht bekannt. Wir haben ein sehr authentisches Bild der Türken erfahren dürfen. Ausnahmslos trafen wir nette, sympathische, gastfreundliche und hilfreiche Türken, die sich sehr freuten sich mit uns zu unterhalten und wenn es auch teilweise mit Händen und Füssen war.
Wir alle werden diese 14 Tage in der Türkei nicht vergessen und vielleicht schaffen wir es, wieder in diese Region zu fahren. Ernst gemeinte Einladungen für die Unterbringung und Beköstigung haben alle reichlich erhalten.
Am nächsten Tag mussten wir gegen 4 Uhr morgens am Airport sein um zurück nach Deutschland zu fliegen. Schlafen oder Durchmachen war die Fragen. Die meisten entschieden sich für eine kurze Ruhephase.
- Tag Freitag 14.10.05
Es wurde eine kurze Nacht und wir stiegen gegen 3.30 Uhr in den Bus. Unser Busfahrer bekam noch von Kai einige Geschenke für seine Fahrkünste und er war besonders stolz auf die Krawattennadel, die ihn immer an uns erinnern soll.
Am Flugplatz angekommen waren die Tränen am kullern, auch unsere türkischen Leader konnten nicht umhin die eine oder andere Träne zu verlieren. Nach kurzer Wartezeit ging es ins Flugzeug und alle schliefen, nur durch dem Boardservice geweckt, auf dem Rückflug vor Müdigkeit ein.
Wir landeten pünktlich in Hamburg und wurden von einigen Familien herzlich begrüßt. Kai freute sich sehr, dass seine Frau mit seinen Kindern auch zum Abholen gekommen war.
Der AAK - Bus wurde von Kai vom Parkplatz P8 geholt und es ging zügig wieder Richtung Flensburg. Bis auf Britta und Kai schliefen alle im Bus ein. Freudig wurden alle in Flensburg begrüßt und man verabschiedete sich herzlichst. Gesund, zufrieden und mit vielen Eindrücken waren wir wieder in Flensburg angekommen.
Nun haben wir erst einmal ca. 4000 Bilder zu sichten, 12 Stunden Film zu schneiden und uns wieder an das kalte Wetter hier in Old Germany zu gewöhnen.
Es ist geplant den Film für den Offenen Kanal vor zu bereiten und die Bilder im Internet und in dem Jugendzentrum AAK e.V. zu zeigen.
Sollten Sie beim Lesen über unsere Spendenaktion gestolpert sein, würden wir uns freuen wenn sie sich beteiligen würden.
Spendenkonto Kennwort: Yasin
Flensburger Sparkasse
BLZ 21550050
Konto 202794
Jeder Cent hilft diesen 3 Waisenkindern auf dem Weg in eine bessere Zukunft.
Ich danke ihnen im Voraus für ihre Unterstützung.
Es bedanken sich Derya, Carolin, Marina, Felix, Lesley, Laura, Saskia, Jasmin, sowie Britta und Kai aus dem Jugendzentrum AAK e.V. für das Interesse über den Bericht an diesem Jugendaustausch.
