
Diese Arbeit versucht eine Neubestimmung des herkömmlichen
Begriffs technischer Katastrophen, weg von einem singulären Ereignis,
hin zu einem permanenten Zustand, der immer wiederkehrende Krisen geradezu
voraussetzt und produziert. Dieser Begriff der "Permanenten Katastrophe"
wird erabeitet an den Schriften von Walter Benjamin, Hans Magnus Enzensberger,
Jean Baudrillard und vor allem den Gas-Dramen von Georg Kaiser.
Die in diesem apokalyptischen Werk dargestellte Explosion hat all ihre
gesellschaftliche Sprengkraft verloren, sie wird fast ausnahmslos als einzukalkulierender
Störfall wahrgenommen. Die wahre Katastrophe, vor der den Apparatur-Menschen
in Kaisers Welt graut, ist der Stillstand des Systems. Worin liegt der
Grund für diesen Verlust der Sprengkraft eines katastrophalen Ereignisses?
Welche Rolle spielen visuelle Technilogien und Literatur in Bezug auf technische
Katastrophen? Kommentare und vor allem Hinweise auf verwandte Texte und
Materialien im Web sind willkommen: vhummel@foni.net
Volker Hummel, Juni 1999
1. Einleitung
2. Drei theoretische Konzepte der Permanenten Katastrophe
2.1 Der Begriff der Permanenten Katastrophe bei Walter Benjamin
2.2 Der Begriff der Permanenten Katastrophe bei Hans Magnus Enzensberger
2.3 Der Begriff der Permanenten Katastrophe bei Jean Baudrillard
3. Die literarische Gestaltung einer Katastrophe in Permanenz: Georg Kaisers Gas-Dramen
3.1 Die Gas-Explosion als verdrängtes Ereignis
3.2 Wer ist schuld an der Gas-Explosion?
3.3 Ist die Gas-Explosion eine Katastrophe?
3.4 Die wahre Katastrophe: die Disziplinierung der Menschen durch die Apparatur
4. Literarische Strategien wider die Permanente Katastrophe
5. Die Permanente Katastrophe der Gegenwart
5.1 Katastrophen und Massenmedien
5.2 Vom panoramatischen zum voyeuristischen Blick
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